Oracle Of Worms - Cult Of Suffering
Und die nächste Runde F.D.A. Records und die nächste mir bisher unbekannte Band. Oracle Of Worms, so ihr Name, stammt aus Gießen, wurde 2021 gegründet und hat bisher ein Demo (2021) und die „Frost Falls“- EP 2023 veröffentlicht. Ende Mai war es dann soweit und der erste Longplayer namens „Cult Of Suffering“, der Thema dieses Reviews ist, wurde auf die ahnungslose Menschheit losgelassen. Das Artwork machte auf alle Fälle schon mal einen guten Eindruck und so war ich gespannt, was Freddy (Drums), Niklas (Gitarre), Andi (Gitarre) und Chris (Gesang/Bass) denn so für einen musikalischen Pakt mit dem Teufel geschlossen haben.
Nach einem sehr coolen und düsteren Intro, welches mich etwas an den Anfang von Obituarys „Internal Bleeding“ erinnert, eröffnet sich nach einem kurzen Drumtakt ein Sound, den ich sehr willkommen heiße, denn es scheint mir so, dass es sich hier um eine ordentliche Kelle alten, straighten Svenska Dödsmetalls handeln wird. Dafür bin ich doch immer sehr gerne zu haben. Diesen bekomme ich auch auf dieser Scheibe reichlich kredenzt, aber Oracle Of Worms haben noch viel mehr zu bieten und lassen sich nicht nur auf diesen Stil festlegen. Was gibt’s also noch so an giftigen Zutaten auf diesem Album? Das Schöne ist, dass wir tatsächlich auch gleich in Schweden bleiben können, denn zum urwüchsigen Sound im Sinne von Nihilist/early Entombed, Carnage/Dismember, Grave oder Nirvana 2002 gesellt sich meiner Meinung nach MeloDeathBlack im Sinne von Necrophobic oder Naglfar, Black Metal-Raserei wie Setherial oder In Battle und Crust á la Skitsystem dazu, bzw. Vomitory um mal im Death Metal, der entsprechend inspiriert ist, zu bleiben (letzteres ist mir auch erst nach dem sehr coolen Review von Wild Thing aufgefallen). Sollte bei euch schon beim Lesen dieser Auflistung Laune aufkommen, wird sich diese beim Hören gleich nochmal verstärken, denn Oracle Of Worms kreieren aus diesen Einflüssen einen wohlschmeckenden Hexensud! Dieser wird sich sofort nach dessen Genuss in euren Adern manifestieren, euer Blut in eine pechschwarze, kochende Brühe verwandeln und euch in Raserei versetzen. Es ist auch sofort zu erkennen, dass hier kompositorisch keine frischen Kühlboxleichen am Werke sind, sondern ordentlich verweste und von Maden überzogene Kadaver, die diese Einflüsse in spannende, dynamische und mitreißende Songs packen, die schön griffig, auf den Punkt gebracht und präzise eingezimmert wurden. Es macht auch wirklich Spaß zu hören, was Freddy, Niklas, Andi und Chris, egal ob schwärzlich rasend-blastig, crustig, bedrohlich langsam, groovig oder straight todesbleiern, für brutale und düstere Songs auf „Cult Of Suffering“ präsentieren. Mag jetzt im Grunde genommen im Ganzen nichts Neues geboten werden, aber das sehe ich jetzt nicht als großes Manko an, denn die muSICK geht wie mir, wie bereits erwähnt, sehr gut rein und der Enthusiasmus, die unheilige Kraft, die packenden Rhythmen und die feurige Passion, die diesem Album innewohnen, machen das echt locker wett. Das ist schon echt coole Mucke, inklusive geiler Gitarrensoli, die gekonnt zwischen den Stilen wechselt, ohne dass der Fluss im jeweiligen Song unterbrochen wird und mit einem sehr hohen Energielevel punkten kann. Kommt sicherlich auch live geil rüber. Wer von euch auf dem letzten, erst neulich stattgefundenen Klaue Fest der besten Braunschweiger Kaschemme zugegen war, hatte übrigens das Glück, sich auch gleich mal ein Bild davon machen zu können.
Gesanglich geht es auch richtig zur Sache, denn Chris hat wirklich ein mörderisches Organ am Start, mit welchem er uns mit großer Hingabe die häufig gesellschaftskritischen Texte mit crustiger Direktheit oder in schwärzlicher/todesbleierner Wortwahl sehr heftig und derbe entgegenkotzt! Die Wut, die Aggression und die Kraft in seiner Stimme sind schon beachtlich. Sein Geröhre entspringt schon wirklich sehr tief in seinem Brustkorb, arbeitet sich mit Wucht nach oben und kriegt durch die säuregeschwängerten Stimmbänder noch so eine schön kratzige Note dazu. Das Ganze klingt echt genauso bösartig und intensiv wie die muSICK an sich und knallt ordentlich. Schreiende Unterstützung erhält er dabei auch öfters von Andi, was gerade in Kombi so richtig schön fies klingt.
Produktionstechnisch in Szene gesetzt wurde dieses Album von einem mir unbekanntem Simeon Lauber im mir ebenso unbekannten The RedTape Studio, der einen wirklich guten Job gemacht hat, da es ihm gelang, die verschiedenen oben genannten Stile im Sound von „Cult Of Suffering“ darzustellen und miteinander zu verschmelzen. Bezogen auf den Gitarrensound gibt es natürlich diesen herrlichen HM2-Knarz, der aber tatsächlich gleichzeitig diesen helleren, schrilleren Schwarzmetallklang innehat und somit verwesungswarme und schwere Friedhofserde mit eisigem Klirren fusioniert. Finde ich echt cool, sehr gelungen und natürlich absolut passend. Das kommt schon cool, wenn z.B. erst die alte Schwedenwalze erklingt und dann die Gitarrenläufe sich dem Black Metal widmen und der Sound reibungslos auch das rüberbringen kann. Dazu gibt es einen gut zu hörenden und schon kompakt wummernden Bass, der für mich den punkigen Aspekt der muSICK von Oracle Of Worms sehr gut einfängt. Mit dem Drumsound hatte ich am Anfang erst so meine Probleme, da er mir erst zu dominant erschien, aber je öfter ich die Scheibe höre, desto passender finde ich ihn. Dadurch dass das Drumming produktionstechnisch etwas hervorsticht und wie ein treibendes Element wirkt, wird die Energie der muSICK noch bewusster in Szene gesetzt. Der schön natürliche Klang des Schlagzeugs unterstützt die Lebendigkeit der Songs auch noch zusätzlich. Generell erklingen die Instrumente zu keinem Moment überproduziert oder steril in ihrer Ausstrahlung und strahlen eine aggressive, düstere und intensive Atmosphäre aus, in der sich der ebenfalls gut zu vernehmende Gesang sehr wohlfühlt. Top!
Ich erwähnte in der Einleitung ja schon kurz, dass das Artwork einen vielversprechenden Eindruck machte und letztendlich auch das verspricht, was es ausstrahlt, nämlich finstere und bösartige muSICK! Der Berliner Tattoo-Künstler Alvar Baptist hat auch wirklich ein höllisch gutes Szenario auf die Leinwand gezaubert. Dominiert wird das Gemälde von einer Mischung aus einem turmähnlichen Gebäude aus dessen Rumpf ein malträtierter Jesus emporwächst. Durch den Malstil und der Nutzung von Elementen wie Schädeln oder knöchern wirkenden Säulen, die den Sockel bilden, hat das schon was von Giger und das ist natürlich immer eine geile Angelegenheit. Das ist aber nicht alles, was es Morbides zu erblicken gibt, denn wir haben ja immer noch unseren lieben Jesus Christus am Start, der, wie zu sehen, wirklich keine Freude an der Situation hat. Nicht nur, dass die Dornenkrone ihn arg malträtiert und von seinen in der Kreuzigungspose verharrenden Armen nur noch die Stümpfe übrig sind, hinzu kommt noch ein sich ein aus dem Himmel entwickelndes spooky Gesicht, das ihm einem Dementor ähnlich statt der Seele den Verstand aussaugt - und der Messias leider wirklich arg darunter. Das sieht schon sehr cool aus. Spannend finde ich auch die zu sehende Kerze, deren Docht ein rot leuchtendes Kruzifix ist. Eine Flamme direkt ist nicht zu sehen, aber indirekt, wie ich finde, denn dort wo eine Flamme wäre, formt sich der Sockel wie ein Umrandung drumherum, steigt empor und bildet letztendlich den Bart des Heilands daraus. Und dort, wo der Flammenkegel zu sehen wäre, ist eine Ansammlung an fiesen Augen vorhanden. Krasse Sache und durch diesen Grünspan-Touch in Kombination mit dunklen Tönen wirkt diese Erscheinung wirklich morbide und düster. Jene steht inmitten einer bedrohlich-apokalyptischen und von Lavaströmen zerfressenen Unterwelt, deren hinterer Bereich mich stark an Hieronymus Boschs Höllendarstellung seines „Der Garten der Lüste“-Triptychons erinnert und wirklich sehr düster aussieht. Auch gerade im Kontrast mit dem blutroten Himmel wirkt dieser Ausschnitt in Kombination mit der pechschwarzen Landschaft und den glutroten Strömen sehr intensiv und zeigt eine Landschaft auf, in der es keinerlei Hoffnung mehr gibt, auch wenn sich zwischen den Toten, den Umherziehenden und Gekreuzigten noch Menschen mit Kreuzen im Feuerschein sich um einen besetzten Thron versammeln. Dazu noch der Albumtitel in alter Schrift und ein stimmiges Bandlogo und fertig ist dieser sehr gelungene Eyecatcher. Im Booklet wurde ein vergrößerter Teil des Himmels als Hintergrund für die Texte, Credits und Infos genutzt, deren Schriftart passenderweise etwas okkult wirkt und somit, wie der ebenfalls von Alvar gezeichnete Totenkelch bestückt mit brennenden Fackeln, zur Stimmung dieser Veröffentlichung beiträgt. In diesen Kontext passend dann auch die Bandphotos, auf denen die Musiker schwarzmetallisch wirkend, teils von Feuer beschienen, in einem alten Gewölbe stehen. So ein Cover macht sich natürlich in größerem Format auf Vinyl sehr gut und ihr habt Glück, denn Chris von Fucking Kill Records hat diesen Job übernommen und wie es bei ihm Gang und Gebe ist, könnt ihr euch auf sein hochwertiges Gesamtprodukt inklusive Inlay freuen. Den Rundling an sich gibt es jeweils hundert Mal in klassischem Schwarz oder in einer sehr intensiven roten Marmorierung. Tapes gibt es übrigens auch und das über Sapivon Records veröffentlichte Magnetband (80 Stück) macht echt was her, denn nicht nur ein Teil der Hülle ist rot, sondern auch das Tape an sich und dieser rot-durchsichtige Touch sieht schon echt klasse aus. Ihr habt also die Qual der Wahl!
Wer von euch Oracle Of Worms noch nicht auf seinem Radar der Hölle hatte, sollte dies schnell ändern, denn die Band kann mit ihrem ersten, über F.D.A. Records veröffentlichten Longplayer „Cult Of Suffering“ und der darauf dargebotenen intensiven, bösartigen und brutalen Mischung aus altem SchwedenDeath, MeloBlackDeath, Black Metal-Raserei und Crust wirklich überzeugen!
Und die nächste Runde F.D.A. Records und die nächste mir bisher unbekannte Band. Oracle Of Worms, so ihr Name, stammt aus Gießen, wurde 2021 gegründet und hat bisher ein Demo (2021) und die „Frost Falls“- EP 2023 veröffentlicht. Ende Mai war es dann soweit und der erste Longplayer namens „Cult Of Suffering“, der Thema dieses Reviews ist, wurde auf die ahnungslose Menschheit losgelassen. Das Artwork machte auf alle Fälle schon mal einen guten Eindruck und so war ich gespannt, was Freddy (Drums), Niklas (Gitarre), Andi (Gitarre) und Chris (Gesang/Bass) denn so für einen musikalischen Pakt mit dem Teufel geschlossen haben.
Nach einem sehr coolen und düsteren Intro, welches mich etwas an den Anfang von Obituarys „Internal Bleeding“ erinnert, eröffnet sich nach einem kurzen Drumtakt ein Sound, den ich sehr willkommen heiße, denn es scheint mir so, dass es sich hier um eine ordentliche Kelle alten, straighten Svenska Dödsmetalls handeln wird. Dafür bin ich doch immer sehr gerne zu haben. Diesen bekomme ich auch auf dieser Scheibe reichlich kredenzt, aber Oracle Of Worms haben noch viel mehr zu bieten und lassen sich nicht nur auf diesen Stil festlegen. Was gibt’s also noch so an giftigen Zutaten auf diesem Album? Das Schöne ist, dass wir tatsächlich auch gleich in Schweden bleiben können, denn zum urwüchsigen Sound im Sinne von Nihilist/early Entombed, Carnage/Dismember, Grave oder Nirvana 2002 gesellt sich meiner Meinung nach MeloDeathBlack im Sinne von Necrophobic oder Naglfar, Black Metal-Raserei wie Setherial oder In Battle und Crust á la Skitsystem dazu, bzw. Vomitory um mal im Death Metal, der entsprechend inspiriert ist, zu bleiben (letzteres ist mir auch erst nach dem sehr coolen Review von Wild Thing aufgefallen). Sollte bei euch schon beim Lesen dieser Auflistung Laune aufkommen, wird sich diese beim Hören gleich nochmal verstärken, denn Oracle Of Worms kreieren aus diesen Einflüssen einen wohlschmeckenden Hexensud! Dieser wird sich sofort nach dessen Genuss in euren Adern manifestieren, euer Blut in eine pechschwarze, kochende Brühe verwandeln und euch in Raserei versetzen. Es ist auch sofort zu erkennen, dass hier kompositorisch keine frischen Kühlboxleichen am Werke sind, sondern ordentlich verweste und von Maden überzogene Kadaver, die diese Einflüsse in spannende, dynamische und mitreißende Songs packen, die schön griffig, auf den Punkt gebracht und präzise eingezimmert wurden. Es macht auch wirklich Spaß zu hören, was Freddy, Niklas, Andi und Chris, egal ob schwärzlich rasend-blastig, crustig, bedrohlich langsam, groovig oder straight todesbleiern, für brutale und düstere Songs auf „Cult Of Suffering“ präsentieren. Mag jetzt im Grunde genommen im Ganzen nichts Neues geboten werden, aber das sehe ich jetzt nicht als großes Manko an, denn die muSICK geht wie mir, wie bereits erwähnt, sehr gut rein und der Enthusiasmus, die unheilige Kraft, die packenden Rhythmen und die feurige Passion, die diesem Album innewohnen, machen das echt locker wett. Das ist schon echt coole Mucke, inklusive geiler Gitarrensoli, die gekonnt zwischen den Stilen wechselt, ohne dass der Fluss im jeweiligen Song unterbrochen wird und mit einem sehr hohen Energielevel punkten kann. Kommt sicherlich auch live geil rüber. Wer von euch auf dem letzten, erst neulich stattgefundenen Klaue Fest der besten Braunschweiger Kaschemme zugegen war, hatte übrigens das Glück, sich auch gleich mal ein Bild davon machen zu können.
Gesanglich geht es auch richtig zur Sache, denn Chris hat wirklich ein mörderisches Organ am Start, mit welchem er uns mit großer Hingabe die häufig gesellschaftskritischen Texte mit crustiger Direktheit oder in schwärzlicher/todesbleierner Wortwahl sehr heftig und derbe entgegenkotzt! Die Wut, die Aggression und die Kraft in seiner Stimme sind schon beachtlich. Sein Geröhre entspringt schon wirklich sehr tief in seinem Brustkorb, arbeitet sich mit Wucht nach oben und kriegt durch die säuregeschwängerten Stimmbänder noch so eine schön kratzige Note dazu. Das Ganze klingt echt genauso bösartig und intensiv wie die muSICK an sich und knallt ordentlich. Schreiende Unterstützung erhält er dabei auch öfters von Andi, was gerade in Kombi so richtig schön fies klingt.
Produktionstechnisch in Szene gesetzt wurde dieses Album von einem mir unbekanntem Simeon Lauber im mir ebenso unbekannten The RedTape Studio, der einen wirklich guten Job gemacht hat, da es ihm gelang, die verschiedenen oben genannten Stile im Sound von „Cult Of Suffering“ darzustellen und miteinander zu verschmelzen. Bezogen auf den Gitarrensound gibt es natürlich diesen herrlichen HM2-Knarz, der aber tatsächlich gleichzeitig diesen helleren, schrilleren Schwarzmetallklang innehat und somit verwesungswarme und schwere Friedhofserde mit eisigem Klirren fusioniert. Finde ich echt cool, sehr gelungen und natürlich absolut passend. Das kommt schon cool, wenn z.B. erst die alte Schwedenwalze erklingt und dann die Gitarrenläufe sich dem Black Metal widmen und der Sound reibungslos auch das rüberbringen kann. Dazu gibt es einen gut zu hörenden und schon kompakt wummernden Bass, der für mich den punkigen Aspekt der muSICK von Oracle Of Worms sehr gut einfängt. Mit dem Drumsound hatte ich am Anfang erst so meine Probleme, da er mir erst zu dominant erschien, aber je öfter ich die Scheibe höre, desto passender finde ich ihn. Dadurch dass das Drumming produktionstechnisch etwas hervorsticht und wie ein treibendes Element wirkt, wird die Energie der muSICK noch bewusster in Szene gesetzt. Der schön natürliche Klang des Schlagzeugs unterstützt die Lebendigkeit der Songs auch noch zusätzlich. Generell erklingen die Instrumente zu keinem Moment überproduziert oder steril in ihrer Ausstrahlung und strahlen eine aggressive, düstere und intensive Atmosphäre aus, in der sich der ebenfalls gut zu vernehmende Gesang sehr wohlfühlt. Top!
Ich erwähnte in der Einleitung ja schon kurz, dass das Artwork einen vielversprechenden Eindruck machte und letztendlich auch das verspricht, was es ausstrahlt, nämlich finstere und bösartige muSICK! Der Berliner Tattoo-Künstler Alvar Baptist hat auch wirklich ein höllisch gutes Szenario auf die Leinwand gezaubert. Dominiert wird das Gemälde von einer Mischung aus einem turmähnlichen Gebäude aus dessen Rumpf ein malträtierter Jesus emporwächst. Durch den Malstil und der Nutzung von Elementen wie Schädeln oder knöchern wirkenden Säulen, die den Sockel bilden, hat das schon was von Giger und das ist natürlich immer eine geile Angelegenheit. Das ist aber nicht alles, was es Morbides zu erblicken gibt, denn wir haben ja immer noch unseren lieben Jesus Christus am Start, der, wie zu sehen, wirklich keine Freude an der Situation hat. Nicht nur, dass die Dornenkrone ihn arg malträtiert und von seinen in der Kreuzigungspose verharrenden Armen nur noch die Stümpfe übrig sind, hinzu kommt noch ein sich ein aus dem Himmel entwickelndes spooky Gesicht, das ihm einem Dementor ähnlich statt der Seele den Verstand aussaugt - und der Messias leider wirklich arg darunter. Das sieht schon sehr cool aus. Spannend finde ich auch die zu sehende Kerze, deren Docht ein rot leuchtendes Kruzifix ist. Eine Flamme direkt ist nicht zu sehen, aber indirekt, wie ich finde, denn dort wo eine Flamme wäre, formt sich der Sockel wie ein Umrandung drumherum, steigt empor und bildet letztendlich den Bart des Heilands daraus. Und dort, wo der Flammenkegel zu sehen wäre, ist eine Ansammlung an fiesen Augen vorhanden. Krasse Sache und durch diesen Grünspan-Touch in Kombination mit dunklen Tönen wirkt diese Erscheinung wirklich morbide und düster. Jene steht inmitten einer bedrohlich-apokalyptischen und von Lavaströmen zerfressenen Unterwelt, deren hinterer Bereich mich stark an Hieronymus Boschs Höllendarstellung seines „Der Garten der Lüste“-Triptychons erinnert und wirklich sehr düster aussieht. Auch gerade im Kontrast mit dem blutroten Himmel wirkt dieser Ausschnitt in Kombination mit der pechschwarzen Landschaft und den glutroten Strömen sehr intensiv und zeigt eine Landschaft auf, in der es keinerlei Hoffnung mehr gibt, auch wenn sich zwischen den Toten, den Umherziehenden und Gekreuzigten noch Menschen mit Kreuzen im Feuerschein sich um einen besetzten Thron versammeln. Dazu noch der Albumtitel in alter Schrift und ein stimmiges Bandlogo und fertig ist dieser sehr gelungene Eyecatcher. Im Booklet wurde ein vergrößerter Teil des Himmels als Hintergrund für die Texte, Credits und Infos genutzt, deren Schriftart passenderweise etwas okkult wirkt und somit, wie der ebenfalls von Alvar gezeichnete Totenkelch bestückt mit brennenden Fackeln, zur Stimmung dieser Veröffentlichung beiträgt. In diesen Kontext passend dann auch die Bandphotos, auf denen die Musiker schwarzmetallisch wirkend, teils von Feuer beschienen, in einem alten Gewölbe stehen. So ein Cover macht sich natürlich in größerem Format auf Vinyl sehr gut und ihr habt Glück, denn Chris von Fucking Kill Records hat diesen Job übernommen und wie es bei ihm Gang und Gebe ist, könnt ihr euch auf sein hochwertiges Gesamtprodukt inklusive Inlay freuen. Den Rundling an sich gibt es jeweils hundert Mal in klassischem Schwarz oder in einer sehr intensiven roten Marmorierung. Tapes gibt es übrigens auch und das über Sapivon Records veröffentlichte Magnetband (80 Stück) macht echt was her, denn nicht nur ein Teil der Hülle ist rot, sondern auch das Tape an sich und dieser rot-durchsichtige Touch sieht schon echt klasse aus. Ihr habt also die Qual der Wahl!
Wer von euch Oracle Of Worms noch nicht auf seinem Radar der Hölle hatte, sollte dies schnell ändern, denn die Band kann mit ihrem ersten, über F.D.A. Records veröffentlichten Longplayer „Cult Of Suffering“ und der darauf dargebotenen intensiven, bösartigen und brutalen Mischung aus altem SchwedenDeath, MeloBlackDeath, Black Metal-Raserei und Crust wirklich überzeugen!
2. Claws Of Famine 04:19
3. Walking Ghost 02:48
4. Cult Of Suffering 04:06
5. The Script 04:17
6. Acolytes 03:54
7. Valor 03:55
8. Rabid 03:36
9. Strychnine Hill 03:30
10. Lost Generation 04:00
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