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Grand Devourer Zombie Riot

Grand Devourer - Zombie Riot - Nighthaunter-Split


Heute kehren wir in die Landeshauptstadt Niedersachsens ein und ich hatte erst gedacht, dass mich Neckbreaker Records-Martin auf die Schippe nehmen wollte, als ich sah, woher die Bands auf dieser Split-CD stammen. Kann und darf ich als Schreiberling für einen Braunschweiger Metalverein überhaupt meinen Mostrich dazu geben?!? Scherz beiseite, Leute, ist ja kein Lokalderby hier, hehehehe. Nach dem Genuss dieser CD heißt es sowieso nicht „Destroy Hannoi!“ sondern eindeutig „Hannoi destroys!“, denn es erwartet euch eine brachiale Kelle Death Metal! Protagonisten dieser Attacke sind Grand Devourer und Zombie Riot...

… und den Beginn auf der Split namens „Nighthunter“ machen die 2021 gegründeten Grand Devourer, bei denen ich erst dachte, sie nicht zu kennen, bis mir einfiel, dass ich sie November 2023 auf dem famosen United Forces Festival in Osterode am Harz gesehen habe und sehr angetan war. Leider gab es damals keine Tonträger, aber das hat sich zum Glück geändert, und so drücke ich erfreut die Playtaste, um mir von Kai (Gesang), Lommer (Bass/Backing Vocals), Norman (Drums), Alex (Gitarre) und Henk (Gitarre) die Ohren durchpusten zu lassen. Lommer war übrigens auch mal Mitglied bei Critical Mess und Moridigan und gehört seit kurzem zur Slaughterday-Livecrew. Bis 2016 war Kai Sänger bei Zombie Riot. Da macht es auch Sinn, mal mit seinen ehemaligen Kollegen zusammen eine Split rauszuhauen. Jener und Henk waren auch noch bei Dethrashion am Start. Jetzt kommen wir aber endlich mal zur Musik, denn die hat es wahrlich in sich!

Ich habe ihren Gig in Osterode noch als sehr heftig und brutal im Kopf und genau das erwartet mich auch auf dieser Split. Eine totale Old School Death Metal- Attacke, die es echt in sich hat, so richtig schön fett, heavy und wuchtig aus den Boxen ballert und vom ersten Ton an zu begeistern weiß. Als Hauptkomponente mache ich in Grand Devourers Leichensud einen guten Schuss brachialer US-Attacke im Stil von Incantation, straighten Immolation und Suffocation oder einer Band wie Sinister als europäisches Pendant aus, etwas Bolt Thrower plus alter Schweden Death Metal und die schwärzlich-melodischere Variante dieses Landes und eine gewisse Thrash-Lastigkeit. Liest sich gut und knallt wirklich ordentlich! Die wuchtige Kraft und die Brutalität ihrer Songs ist echt beeindruckend und wirkt wahrlich sofort, denn geiler Groove und packende Hooks gibt es hier reichlich, was in Kombination mit dem Vorschlaghammer echt eine intensive und packende Mischung des Todes ergibt. Aber hier wird nicht stumpf und auf Teufel-komm-raus geballert, denn wenn ihr genau hinhört, ist zu merken, dass das, was die Band hier spielt, nicht einfach nur drauflos geschraddelt ist und einiges zu bieten hat. Grand Devourer sind kompositorisch wirklich auf Zack und gestalten ihren brachialen Sound spannend und variabel, egal ob es gerade groovt, im Midtempo walzt oder es auf die Glocke gibt. Spieltechnisch ist hier auch alles top und Lommer, Norman, Alex und Henk holen alles aus ihren Instrumenten und hatten auch richtig Bock, ihr Material einzuzimmern. Das ist absolut nicht zu überhören. Ich persönlich finde es wirklich geil, was die Truppe hier so vom Stapel lässt und euch Todesblei-Sickos sollte das auch sehr ansprechen. Neben ihren drei neuen Songs (viel zu wenig!) gibt es auch noch eine Coverversion und ich habe mich zuerst auch gefragt, warum sie denn jetzt ihre Split-Kollegen von Zombie Riot ausgesucht haben. Aber ihr habt ja die Info über Kai gelesen und es ist tatsächlich auch ein Song aus seiner Zombie-Riot-Zeit. So ergibt sich ein cooler Brückenschlag von der Vergangenheit ins Jetzt und somit kann der auch als songtitelgebende Name für die Split nicht besser gewählt sein und die Grand Devourers Interpretation knallt auch gut.

Da wir eben schon bei Kai waren, widmen wir uns nun seinem Gesang. Dieser hat es echt in sich und ist nicht minder derbe als die Musik an sich und er geht die Sache genauso hochmotiviert an wie seine Kollegen. Sein Organ ist wirklich heftig und so entlockt er seiner siffigen Lunge und den rottigen Stimmenbändern wahrlich krasse Töne in Form von kraftvollem, tiefem und kratzig-gurgeligem Gegrunze, dessen Kraft wie ein wuchtiger Schlag gegen den Brustkorb ist. Trotz aller Brutalität sind seine intensiven Vokillz dabei doch differenziert und so schallen uns düster, wuchtig und erschlagend seine unheilvollen Texte entgegen. Eine andere Facette zeigt er uns beim letzten Song, wo er schwärzlich-melodischere Töne, passend zum Song, präsentiert, die nicht minder geil sind. Unterstützung erhält er generell immer von Lommer, der hauptsächlich mit fiesen Schreien aufwartet. Beide agieren auch immer schön im Fluss der Musik, wodurch alles noch heftiger wirkt. Top.

Richtig angetan bin ich ja vom Sound (Mix und Mastering durch Hauke/Silence Sucks Productions), der alles platt walzt, was im Wege steht, und so richtig schön natürlich und derbe schreddert. Die voluminösen Gitarren haben einen tendenziellen HM2-Touch inne, klingen dabei aber viel rasiermesserschärfer und schneiden dir genussvoll das Fleisch von den Knochen. Da steckt echt Feuer in den Instrumenten und dazu gibt es einen schön knarzig wummernden Bass und einen wirklichen sehr geilen Drumsound, der es mir gut reingeht. Dadurch dass alle Beteiligten in dieser hammerharten, furztrockenen und schön differenzierten Produktion gut zur Geltung kommen, geht auch der Gesang nicht unter, sondern entspringt mitten aus einem feurigen Todesbleicocktail, der einfach nur heavy aus den Boxen knallt und die Energie der Songs gut eingefangen hat.

Dann reichen wir die Begräbnisschaufel mal weiter an Zombie Riot, die schon wie wild am Friedhofstor rütteln! 2014 gegründet haben sie bis zu dieser Split bereits eine EP und zwei Longplayer veröffentlicht. Nun legen Matze (Gesang), Neosathan (Drums), Tobias (Gitarre/ Backing Screams), Christopher (Gitarre) und Satrap (Bass) wie auch ihre Kollegen drei neue Songs plus einen Coversong vor. Christopher und Matze haben übrigens schon zusammen bei Abyss Lord musiziert, von denen ich noch eine EP habe, und ersterer hat auch mal bei den Ascherslebener Death Metallern Bombthreat getrommelt. Auf das Material von Zombie Riot war ich schon gespannt und zwar deshalb, da ich die Band schon zweimal live gesehen habe, sie mich aber nie so richtig überzeugt haben, was hauptsächlich am für meinen Geschmack nicht vorhandenen Stageacting lag. Ich hatte Matze auch mal auf dem Party-San drauf angesprochen, aber da wir beide nicht wirklich nüchtern waren, ist die Erinnerung an das Gespräch kaum vorhanden...

… aber egal, denn nun geht es um ihren Part auf dieser Split und ich kann euch gleich sagen, dass das, was ich hier höre, wirklich geiler und überzeugender Death Metal ist, der mir echt gut reingeht. Anscheinend hat mich der Bühneneindruck dann doch eher negativ hören lassen, denn ihr altes Material fetzt tatsächlich ebenfalls. Zombie Riot gehen im Gegensatz zu Grand Devourer straighter und simpler, aber nicht minder effektiv zu Werke, denn ihre Songs haben ordentlich Biss und mitreißende Rhythmen. Das Songwriting ist auch schön spannend, abwechslungsreich und kompakt gehalten und es ist auch eindeutig zu hören, dass die Herren schon länger musizieren. Sie wissen ganz genau, was sie wollen, und können das auch entsprechend in ihren Kompositionen umsetzen. So verpufft das todesbleierne Feuer, das in ihren Herzen brennt, nicht einfach nur so, sondern brennt und klingt so wie wir es von gutem, altem Death Metal erwarten. Ich bin wirklich sehr positiv von Zombie Riot überrascht. Gut, dass Martin diese Split veröffentlicht hat. Die Songs gehen richtig gut nach vorne los und variieren auch innerhalb des jeweiligen Liedes, so dass es nicht langweilig wird und die Freude an der muSICK lange erhalten bleibt. Es gibt richtig geilen Midtempo-Groove und feine straighte Parts im Sinne von z.B. Death, Obituary oder Benediction, aber auch zackig-scharfes Deicide/Cannibal Corpse-Riffing, wie ich finde, oder hymnische Riffberge mit leicht schwarzen Melodiebögen. Leckere Mischung und - wie bereits erwähnt - mitreißend komponiert und natürlich schön brutal. Für mich auffällig und sehr cool ist das sehr akzentuierte Gitarrenspiel von Christopher und Tobias, welches mit vielen Finessen, tollen Leads und schönen Spielereien aufwartet, die mich immer wieder aufhorchen lassen. Hervorheben möchte ich auch das sehr geile, dynamische und top auf den Punkt gebrachte Drumming von Neosathan, das den Songs noch zusätzlichen Drive verleiht. Dazu gibt es dann Satraps Bass als Fundament plus die Lust aller Musikusse, Old School Death Metal zu zocken! Top! Wie auch bei Grand Devourer, habe ich mir von Zombie Riot nach dieser fetzigen Darbietung auch gleich mal älteres Material eingekauft. Haben Grand Devourer mit ihrem Cover in der Vergangenheit eines Bandmitglieds gegraben, gehen Zombie Riot noch einen Schritt weiter und zollen mit ihrem „Zombie Ritual“-Cover (wie passend bei dem Bandnamen) einem Urgestein der Death Metal-Szene Tribut, was auch sehr gut zu ihrem Sound passt. Und mal ehrlich, wer geht bei diesem Song generell nicht steil? Genau, und so fräsen sich die Herren voller Freude durch diesen Klassiker und bringen ihn in ihrer Version auch ordentlich zum Glühen!

Metal Of Death fließt auch ordentlich durch Matzes Adern, die sein rottiges Gesangsorgan mit bester Fäulnis versorgen und so röhrt und vor allem grunzt er sich bestialisch durch die gelungenen Texte, dass es eine wahre Freude ist, ihm zu zuhören. Das ist so richtig schön derber und brutaler Gesang, der für das Gewürge recht differenziert klingt und nicht in einem undefiniertem Gurgelbrei endet. Das würde auch nicht zu Zombie Riots Sound passen, finde ich. Der Mann hat aber auch echt eine enorme Power in seiner Stimme, die so knallt wie ein Grabstein, der auf euren Kopf gezimmert wird.

Auch Zombie Riot haben Mix und Mastering von Hauke/Silence Sucks Productions vollziehen lassen und auch hier klingt das Ergebnis so richtig geil und versprüht einen herrlichen Old Skull-Charakter. Alles röhrt herrlich natürlich und friedhofserdig aus den Boxen und fängt die Wucht der Songs sehr gut ein. Die Gitarren sägen sich schön kompakt, voluminös und kratzig durch die Kadaverberge, der Bass wummert akkurat und der geil trockene Drumsound knallt auch ordentlich und geht mir wirklich gut rein. Generell ist die Produktion sehr ausgewogen, was vor allem den Gitarren ausgezeichnet zu Gesichte steht, da dadurch die vielen Feinheiten und vor allem die griffigen Riffs prima zur Geltung kommen. Letztendlich können alle Mitglieder der Band zufrieden sein, da niemand vom Sound her zu weit vorne und hinten steht. Auch hier gibt es also nichts zu meckern.

Das auf den Ideen von Grand Devourer basierende und von Maya Goldfinch umgesetzte Artwork teilt sich die Band natürlich und das Ganze sieht echt cool aus. Ein an einen Drachen erinnerndes und von Skeletten gerittenes Ungetüm, welches aus stürmischer See heraus prischt, nur um von Wahnsinn uns Zerfall gezeichneten Halbtoten angebetet zu werden. Ich interpretiere das Wesen mal als den großen Verschlinger, während der Zombieaufstand ja eindeutig im Vordergrund stattfindet. Eine wirklich tolle Idee, die durch den lebendigen Zeichenstil und die eher schwarz-graue Gestaltung schön dynamisch und düster wirkt. Also beides Komponenten, die im Sound beider Bands zu finden sind. Die jeweils sehr coolen Logos strahlen, wie auch der Albumtitel, in einem schönen gelbgrünen Farbton als Kontrast zum Rest. Sieht schon cool aus, das Ganze. Genauso wie der CD-Druck und die Hülleninnen- und außenseite, auf denen jeweils Ausschnitte des Covers inklusive Band- und Labellogos und Songitel in dem strahlenden Farbton zu sehen sind. Im Bookletinneren, gestaltet durch Marco Schreiner, an sich geht es optisch und farblich entsprechend weiter und so könnt ihr neben gut leserlichen Texten und Credits auch noch sehr gelungene und stimmige Bandphotos von Grand Devourer (Oliver Gehrmann) und Zombie Riot (Tim Wiele) bestaunen. Eine rundum gelungene optische Abrundung einer wirklich sehr geilen Split-CD.

Neckbreaker Records servieren uns auf dieser wirklich sehr empfehlenswerten Split zwei packende Vertreter der deutschen Death Metal-Undergroundszene, die zeigen, dass auch in Hannover das Todesblei weiterhin höllisch gut kocht! Da Grand Devourer und Zombie Riot jeweils diesen von uns so heißgeliebten Sound unterschiedlich und immer sehr intensiv und mitreißend interpretieren, erwartet euch ein sehr kurzweiliges und geiles Schauspiel der akustischen Verwesung!
Heute kehren wir in die Landeshauptstadt Niedersachsens ein und ich hatte erst gedacht, dass mich Neckbreaker Records-Martin auf die Schippe nehmen wollte, als ich sah, woher die Bands auf dieser Split-CD stammen. Kann und darf ich als Schreiberling für einen Braunschweiger Metalverein überhaupt meinen Mostrich dazu geben?!? Scherz beiseite, Leute, ist ja kein Lokalderby hier, hehehehe. Nach dem Genuss dieser CD heißt es sowieso nicht „Destroy Hannoi!“ sondern eindeutig „Hannoi destroys!“, denn es erwartet euch eine brachiale Kelle Death Metal! Protagonisten dieser Attacke sind Grand Devourer und Zombie Riot...

… und den Beginn auf der Split namens „Nighthunter“ machen die 2021 gegründeten Grand Devourer, bei denen ich erst dachte, sie nicht zu kennen, bis mir einfiel, dass ich sie November 2023 auf dem famosen United Forces Festival in Osterode am Harz gesehen habe und sehr angetan war. Leider gab es damals keine Tonträger, aber das hat sich zum Glück geändert, und so drücke ich erfreut die Playtaste, um mir von Kai (Gesang), Lommer (Bass/Backing Vocals), Norman (Drums), Alex (Gitarre) und Henk (Gitarre) die Ohren durchpusten zu lassen. Lommer war übrigens auch mal Mitglied bei Critical Mess und Moridigan und gehört seit kurzem zur Slaughterday-Livecrew. Bis 2016 war Kai Sänger bei Zombie Riot. Da macht es auch Sinn, mal mit seinen ehemaligen Kollegen zusammen eine Split rauszuhauen. Jener und Henk waren auch noch bei Dethrashion am Start. Jetzt kommen wir aber endlich mal zur Musik, denn die hat es wahrlich in sich!

Ich habe ihren Gig in Osterode noch als sehr heftig und brutal im Kopf und genau das erwartet mich auch auf dieser Split. Eine totale Old School Death Metal- Attacke, die es echt in sich hat, so richtig schön fett, heavy und wuchtig aus den Boxen ballert und vom ersten Ton an zu begeistern weiß. Als Hauptkomponente mache ich in Grand Devourers Leichensud einen guten Schuss brachialer US-Attacke im Stil von Incantation, straighten Immolation und Suffocation oder einer Band wie Sinister als europäisches Pendant aus, etwas Bolt Thrower plus alter Schweden Death Metal und die schwärzlich-melodischere Variante dieses Landes und eine gewisse Thrash-Lastigkeit. Liest sich gut und knallt wirklich ordentlich! Die wuchtige Kraft und die Brutalität ihrer Songs ist echt beeindruckend und wirkt wahrlich sofort, denn geiler Groove und packende Hooks gibt es hier reichlich, was in Kombination mit dem Vorschlaghammer echt eine intensive und packende Mischung des Todes ergibt. Aber hier wird nicht stumpf und auf Teufel-komm-raus geballert, denn wenn ihr genau hinhört, ist zu merken, dass das, was die Band hier spielt, nicht einfach nur drauflos geschraddelt ist und einiges zu bieten hat. Grand Devourer sind kompositorisch wirklich auf Zack und gestalten ihren brachialen Sound spannend und variabel, egal ob es gerade groovt, im Midtempo walzt oder es auf die Glocke gibt. Spieltechnisch ist hier auch alles top und Lommer, Norman, Alex und Henk holen alles aus ihren Instrumenten und hatten auch richtig Bock, ihr Material einzuzimmern. Das ist absolut nicht zu überhören. Ich persönlich finde es wirklich geil, was die Truppe hier so vom Stapel lässt und euch Todesblei-Sickos sollte das auch sehr ansprechen. Neben ihren drei neuen Songs (viel zu wenig!) gibt es auch noch eine Coverversion und ich habe mich zuerst auch gefragt, warum sie denn jetzt ihre Split-Kollegen von Zombie Riot ausgesucht haben. Aber ihr habt ja die Info über Kai gelesen und es ist tatsächlich auch ein Song aus seiner Zombie-Riot-Zeit. So ergibt sich ein cooler Brückenschlag von der Vergangenheit ins Jetzt und somit kann der auch als songtitelgebende Name für die Split nicht besser gewählt sein und die Grand Devourers Interpretation knallt auch gut.

Da wir eben schon bei Kai waren, widmen wir uns nun seinem Gesang. Dieser hat es echt in sich und ist nicht minder derbe als die Musik an sich und er geht die Sache genauso hochmotiviert an wie seine Kollegen. Sein Organ ist wirklich heftig und so entlockt er seiner siffigen Lunge und den rottigen Stimmenbändern wahrlich krasse Töne in Form von kraftvollem, tiefem und kratzig-gurgeligem Gegrunze, dessen Kraft wie ein wuchtiger Schlag gegen den Brustkorb ist. Trotz aller Brutalität sind seine intensiven Vokillz dabei doch differenziert und so schallen uns düster, wuchtig und erschlagend seine unheilvollen Texte entgegen. Eine andere Facette zeigt er uns beim letzten Song, wo er schwärzlich-melodischere Töne, passend zum Song, präsentiert, die nicht minder geil sind. Unterstützung erhält er generell immer von Lommer, der hauptsächlich mit fiesen Schreien aufwartet. Beide agieren auch immer schön im Fluss der Musik, wodurch alles noch heftiger wirkt. Top.

Richtig angetan bin ich ja vom Sound (Mix und Mastering durch Hauke/Silence Sucks Productions), der alles platt walzt, was im Wege steht, und so richtig schön natürlich und derbe schreddert. Die voluminösen Gitarren haben einen tendenziellen HM2-Touch inne, klingen dabei aber viel rasiermesserschärfer und schneiden dir genussvoll das Fleisch von den Knochen. Da steckt echt Feuer in den Instrumenten und dazu gibt es einen schön knarzig wummernden Bass und einen wirklichen sehr geilen Drumsound, der es mir gut reingeht. Dadurch dass alle Beteiligten in dieser hammerharten, furztrockenen und schön differenzierten Produktion gut zur Geltung kommen, geht auch der Gesang nicht unter, sondern entspringt mitten aus einem feurigen Todesbleicocktail, der einfach nur heavy aus den Boxen knallt und die Energie der Songs gut eingefangen hat.

Dann reichen wir die Begräbnisschaufel mal weiter an Zombie Riot, die schon wie wild am Friedhofstor rütteln! 2014 gegründet haben sie bis zu dieser Split bereits eine EP und zwei Longplayer veröffentlicht. Nun legen Matze (Gesang), Neosathan (Drums), Tobias (Gitarre/ Backing Screams), Christopher (Gitarre) und Satrap (Bass) wie auch ihre Kollegen drei neue Songs plus einen Coversong vor. Christopher und Matze haben übrigens schon zusammen bei Abyss Lord musiziert, von denen ich noch eine EP habe, und ersterer hat auch mal bei den Ascherslebener Death Metallern Bombthreat getrommelt. Auf das Material von Zombie Riot war ich schon gespannt und zwar deshalb, da ich die Band schon zweimal live gesehen habe, sie mich aber nie so richtig überzeugt haben, was hauptsächlich am für meinen Geschmack nicht vorhandenen Stageacting lag. Ich hatte Matze auch mal auf dem Party-San drauf angesprochen, aber da wir beide nicht wirklich nüchtern waren, ist die Erinnerung an das Gespräch kaum vorhanden...

… aber egal, denn nun geht es um ihren Part auf dieser Split und ich kann euch gleich sagen, dass das, was ich hier höre, wirklich geiler und überzeugender Death Metal ist, der mir echt gut reingeht. Anscheinend hat mich der Bühneneindruck dann doch eher negativ hören lassen, denn ihr altes Material fetzt tatsächlich ebenfalls. Zombie Riot gehen im Gegensatz zu Grand Devourer straighter und simpler, aber nicht minder effektiv zu Werke, denn ihre Songs haben ordentlich Biss und mitreißende Rhythmen. Das Songwriting ist auch schön spannend, abwechslungsreich und kompakt gehalten und es ist auch eindeutig zu hören, dass die Herren schon länger musizieren. Sie wissen ganz genau, was sie wollen, und können das auch entsprechend in ihren Kompositionen umsetzen. So verpufft das todesbleierne Feuer, das in ihren Herzen brennt, nicht einfach nur so, sondern brennt und klingt so wie wir es von gutem, altem Death Metal erwarten. Ich bin wirklich sehr positiv von Zombie Riot überrascht. Gut, dass Martin diese Split veröffentlicht hat. Die Songs gehen richtig gut nach vorne los und variieren auch innerhalb des jeweiligen Liedes, so dass es nicht langweilig wird und die Freude an der muSICK lange erhalten bleibt. Es gibt richtig geilen Midtempo-Groove und feine straighte Parts im Sinne von z.B. Death, Obituary oder Benediction, aber auch zackig-scharfes Deicide/Cannibal Corpse-Riffing, wie ich finde, oder hymnische Riffberge mit leicht schwarzen Melodiebögen. Leckere Mischung und - wie bereits erwähnt - mitreißend komponiert und natürlich schön brutal. Für mich auffällig und sehr cool ist das sehr akzentuierte Gitarrenspiel von Christopher und Tobias, welches mit vielen Finessen, tollen Leads und schönen Spielereien aufwartet, die mich immer wieder aufhorchen lassen. Hervorheben möchte ich auch das sehr geile, dynamische und top auf den Punkt gebrachte Drumming von Neosathan, das den Songs noch zusätzlichen Drive verleiht. Dazu gibt es dann Satraps Bass als Fundament plus die Lust aller Musikusse, Old School Death Metal zu zocken! Top! Wie auch bei Grand Devourer, habe ich mir von Zombie Riot nach dieser fetzigen Darbietung auch gleich mal älteres Material eingekauft. Haben Grand Devourer mit ihrem Cover in der Vergangenheit eines Bandmitglieds gegraben, gehen Zombie Riot noch einen Schritt weiter und zollen mit ihrem „Zombie Ritual“-Cover (wie passend bei dem Bandnamen) einem Urgestein der Death Metal-Szene Tribut, was auch sehr gut zu ihrem Sound passt. Und mal ehrlich, wer geht bei diesem Song generell nicht steil? Genau, und so fräsen sich die Herren voller Freude durch diesen Klassiker und bringen ihn in ihrer Version auch ordentlich zum Glühen!

Metal Of Death fließt auch ordentlich durch Matzes Adern, die sein rottiges Gesangsorgan mit bester Fäulnis versorgen und so röhrt und vor allem grunzt er sich bestialisch durch die gelungenen Texte, dass es eine wahre Freude ist, ihm zu zuhören. Das ist so richtig schön derber und brutaler Gesang, der für das Gewürge recht differenziert klingt und nicht in einem undefiniertem Gurgelbrei endet. Das würde auch nicht zu Zombie Riots Sound passen, finde ich. Der Mann hat aber auch echt eine enorme Power in seiner Stimme, die so knallt wie ein Grabstein, der auf euren Kopf gezimmert wird.

Auch Zombie Riot haben Mix und Mastering von Hauke/Silence Sucks Productions vollziehen lassen und auch hier klingt das Ergebnis so richtig geil und versprüht einen herrlichen Old Skull-Charakter. Alles röhrt herrlich natürlich und friedhofserdig aus den Boxen und fängt die Wucht der Songs sehr gut ein. Die Gitarren sägen sich schön kompakt, voluminös und kratzig durch die Kadaverberge, der Bass wummert akkurat und der geil trockene Drumsound knallt auch ordentlich und geht mir wirklich gut rein. Generell ist die Produktion sehr ausgewogen, was vor allem den Gitarren ausgezeichnet zu Gesichte steht, da dadurch die vielen Feinheiten und vor allem die griffigen Riffs prima zur Geltung kommen. Letztendlich können alle Mitglieder der Band zufrieden sein, da niemand vom Sound her zu weit vorne und hinten steht. Auch hier gibt es also nichts zu meckern.

Das auf den Ideen von Grand Devourer basierende und von Maya Goldfinch umgesetzte Artwork teilt sich die Band natürlich und das Ganze sieht echt cool aus. Ein an einen Drachen erinnerndes und von Skeletten gerittenes Ungetüm, welches aus stürmischer See heraus prischt, nur um von Wahnsinn uns Zerfall gezeichneten Halbtoten angebetet zu werden. Ich interpretiere das Wesen mal als den großen Verschlinger, während der Zombieaufstand ja eindeutig im Vordergrund stattfindet. Eine wirklich tolle Idee, die durch den lebendigen Zeichenstil und die eher schwarz-graue Gestaltung schön dynamisch und düster wirkt. Also beides Komponenten, die im Sound beider Bands zu finden sind. Die jeweils sehr coolen Logos strahlen, wie auch der Albumtitel, in einem schönen gelbgrünen Farbton als Kontrast zum Rest. Sieht schon cool aus, das Ganze. Genauso wie der CD-Druck und die Hülleninnen- und außenseite, auf denen jeweils Ausschnitte des Covers inklusive Band- und Labellogos und Songitel in dem strahlenden Farbton zu sehen sind. Im Bookletinneren, gestaltet durch Marco Schreiner, an sich geht es optisch und farblich entsprechend weiter und so könnt ihr neben gut leserlichen Texten und Credits auch noch sehr gelungene und stimmige Bandphotos von Grand Devourer (Oliver Gehrmann) und Zombie Riot (Tim Wiele) bestaunen. Eine rundum gelungene optische Abrundung einer wirklich sehr geilen Split-CD.

Neckbreaker Records servieren uns auf dieser wirklich sehr empfehlenswerten Split zwei packende Vertreter der deutschen Death Metal-Undergroundszene, die zeigen, dass auch in Hannover das Todesblei weiterhin höllisch gut kocht! Da Grand Devourer und Zombie Riot jeweils diesen von uns so heißgeliebten Sound unterschiedlich und immer sehr intensiv und mitreißend interpretieren, erwartet euch ein sehr kurzweiliges und geiles Schauspiel der akustischen Verwesung!

V.Ö.
19. Dezember 2025
Laufzeit
33:11
Tracklist
Grand Devourer:

1. Dropsite Massacre 03:41
2. … Out There 03:58
3. Nighthaunter (Zombie Riot-Cover) 05:08
4. Wrath Incarnate 04:04

Zombie Riot:

5. Remote Brain Surgery 04:51
6. Empathy Of A Torturer 02:58
7. Omnicide 04:03
8. Zombie Ritual (Death-Cover) 04:28
Line Up
Grand Devourer:
Kai – Gesang
Lommer – Bass/Backing Vocals
Norman – Drums
Alex – Gitarre
Henk – Gitarre

Zombie Riot:
Matze – Vocals
Neosathan – Drums
Tobias – Guitar / Backing Screams
Christopher - Guitar
Satrap - Bass
9
10

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