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Crypts

Crypts - Necropolis


In der zweiten Aprilhälfte geschah im AJZ Bahndamm in Wermelskirchen das Unfassbare! Am Samstagabend des "Hymns Of Eternal Decay"-Festivals, ein Event, welches den gleichnamigen Pflicht-Sampler mit famosem NRW-Death Metal-Stoff nun live fortsetzte, wurden meine Freunde Thor Joakimsson (Trollmusic/Mørkesye Zine - beides unbedingt anschecken!) und Linse Dunemann vom famosen Twilight Magazin sowie meine Wenigkeit Zeugen eines ungeheuerlichen Spuks! Die Bühne wurde von einem teuflischen Rotton erleuchtet, als plötzlich ein heftig stinkender, verfluchter Nebel des Todes auf die Bühne kroch! Aus dieser die Luft erfüllenden Blasphemie formten sich amorphe Monstrositäten bestückt mit Instrumenten und einem Mikro, um ihren Totentanz musikalisch zu untermalen! Was zur Hölle passiert hier? Der Nebel lässt sich bis in die Nekropolen Münsters zurück verfolgen? Achsoooo, dann sind das also die 2018 gegründeten Crypts auf der Bühne :). Die wollte ich mir ja eh anschauen, nachdem der Name mir schon öfter über den Weg gelaufen war und ihr neuer Song auf dem Sampler ja echt geil war :). Ihr Gig war auch echt der Knaller, weshalb Linse und ich erst mal am Merchstand den Longplayer "Coven Of The Dead" von 2021 ergaunerten, welcher uns dann beim Anhören zu Hause sehr zu begeistern wusste. Umso größer war die Spannung, als eine neue EP namens "Necropolis" (der titelgebende Song ist bereits auf dem Sampler zu hören) angekündigt wurde und auch das Artwork großes Kino versprach. Zu letzterem komme ich dann später.

Ende Juli war es dann auch soweit und S.gt Death (Bass), F.ortex (Gitarre), Ω (Drums) und L. Gore (Gesang) - alleine die Namen verpflichten schon zum Reinhören - öffneten die Friedhofstüren, auf dass wir hinab in die düstere, muffige, schleimige und von allerlei Getier bewohnte Krypta treten können, um uns ihren frisch exhumierten Kadaver voller Stolz präsentieren zu lassen. Und das auch zu Recht, denn diese vier Songs beinhaltende EP ist wahrlich ein mächtiges Stück Todesblei der alten Schule geworden :)! Was erwartet euch? Diese Leichenfledderer bewegen sich gerne im stürmischen und kraftvollem Midtempo, wenn es nachts über den Friedhof geht, aber auch das zähe Schleifen von Grabsteinen und die schnelle Flucht durch die dunklen Wege und über die Gräber hinweg, wenn der Nachtwächter Lunte gerochen hat, ist ihnen nicht fremd. Was bedeutet das musikalisch? Ich denke, dass Bands wie Bolt Thrower, alte Benediction, early Asphyx, alte Entombed, Carnage, Grave, Nirvana 2002, Gorement, Utumno, Death, Autopsy, frühe Fleshcrawl und die erste Torchure eine gute Orientierung darstellen. Und eindeutig Morgoth und ihre Werke, außer der "Feel Sorry...". Ja, ihr habt richtig gelesen, auch die "Odium", denn manche brachialen Rhythmen erinnern mich stark an dieses mächtige Album, nur halt im Ansatz der alten Schule und nicht um diesen aufzubrechen oder zu erweitern. Aber keine Angst, es scheint noch genügend Einfluss der Sachen davor durch, vor allem von den EPs, und beim Hören kamen mir Songs wie "Travel" oder"Pits Of Utumno" in den Kopf :). Es soll auch Tiamat erwähnt werden, denn die Momente mit einer unverzerrten Gitarre, die z.B. den ersten Song mit einleiten, erinnern vor allem an die "Astral Sleep", während beim Titelsong die doomigen Melodien im fetten Gitarrensound nicht nur Erinnerungen an jene Scheibe sondern auch an das Debüt wach werden lassen. Also alles eher nekromantisch als - wie später - romantisch ;). Es gibt auch geile spooky Keyboard- und Soundeffekte, mal als Intro, wie beim ersten Song, oder als Break mitten im Song, aber nie zu viel, sondern genau in der Dosierung wie es Anfang der 90er gerne genutzt wurde. Die Stimmung, die sich in solchen Momenten und den Songs an sich verbreitet, erinnert an einen Horrorfilm, in dem gerade jemand mit einem spärlichen Licht durch eine Gruft geht, ein Nebel aufzieht, das Licht erlischt und dämonische Weisen ihn attackieren. Alle diese Elemente sickern wie einzelne Bäche aus Leichenwasser durch die Friedhofserde und fließen zu einem bedrohlichen Strom zusammen, der euch voller Wucht erfassen und mitreißen wird! Das stört euch aber nicht, denn ihr lasst euch voller Wonne mittreiben, denn es ist purer Genuss und eine große Freude, diese metallischen Oden an den Tod zu hören und auch zu spüren :)! Bei dem sehr akzentuierten, schön variablen, auf den Punkt gebrachten und ausgearbeiteten Songwriting, noch besser als beim Debüt, kann auch niemand unberührt bleiben. Die absolute Hingabe und totale Liebe zum Death Metal der alten Schule zeigt sich in bis ins kleinste Detail durchdachte Songs, auf dass die Krematoriumsflammen der alten Schule lichterloh, heftig und intensiv lodern, auf dass die Engel im Himmel ein paar Wolken höher als sonst Platz nehmen, da ihnen sonst ihre Federn ansengen. Außerdem ist ihnen der Geruch von Schwefel und verbranntem Fleisch zuwider, der dank Crypts noch weiter als sonst ins Paradies aufsteigt. "Necropolis" ist wahrlich ein herrlich düsterer, brutaler, beklemmender, garstiger, morbider, gottloser, dichter und kompakter Horror, der euch gnadenlos zur Strecke bringen wird, nachdem er euch qualvoll nach Luft ringen lässt :). Dargeboten wird das Ganze durch eine enorme, präzise Spielfreude und es ist wirklich eine Wonne zuzuhören, wie F.ortex aus seiner Gitarre Riffs wie Funken sprühen lässt, S.gt Death (Bass) mit seinem Bass die Erde vibrieren lässt und Ω mit aus seinen Drums wuchtige Rhythmen zaubert.

Da hat L. Gore natürlich auch ein ein paar Wörtchen mitzureden, denn seine rottigen Stimmbänder, die er anscheinend täglich mit Säure runtergespülten rostigen Nägeln behandelt, können in puncto Intensität, Brutalität und Stimmung mit der grandiosen Musik wirklich locker mithalten. Was für ein herrliches Killerorgan, ich bin echt begeistert :). Ein wahrlich besessener Maniac, wie geschaffen für alten Todesblei und so gibt er, wie die anderen Mitlgieder auch, genauso passioniert und voller Hingabe alles, damit die so heiß verehrte Musik würdevoll durch die Band vertreten wird. Sein dargebotenes kratziges, sehr kraftvolles und heftiges, aber dabei akzentuiertes Gegrunze hat es echt in sich und erinnert mich sehr angenehm an Jörgen Sandström und Marc Grewe :). An letzteren kommt L. Gore mit seinen langgezogenen Schreien auch sehr gut ran. Sein Schreien ist auch echt beeindruckend und ist manchmal schon dem Wahnsinn nahe. Einfach nur geil :). Dazu gesellt sich ein heiseres Flüstern, welches einen gewissen Tiamat-Touch nicht von der Hand weisen kann und, wie der Rest auch, immer passend eingesetzt wird. Dadurch steigt die Spannung der Songs in Kombination mit der Musik nochmal mehr an als so schon. Cool! So entlässt er seine sehr gelungenen, bildhaften, morbiden und düsteren Texte, die schön Death Metal-typisch über inneren und äußeren Horror handeln, dabei aber nie plump und stumpf sind und schon fast was von kurzen Geschichten haben, in die finstere Welt hinaus, auf dass sie noch dunkler wird und Crypts Death Metal noch mehr an typischer Atmosphäre gewinnt :). Klasse!

War ich von der Produktion der "Coven Of The Dead" schon sehr angetan, wird bei "Necropolis" nochmal eine Schippe unheiliger Erde drauf gelegt. Für den Drumsound ging es dafür ins Tom Meier Studio Recording, während die Gitarre, der Bass, der Gesang, die Keyboards und die Soundeffekte durch Janosch Rathmer im Relentless Studio eingefangen wurden. Jener übernahm auch den Mix, bevor es für das Mastering zu Johannes Brunn ins GO Recording ging. Das Endergebnis ist echt klasse und bringt den eh schon extrem heißen Todesblei auf dieser EP endgültig zum Überkochen :). "Necropolis" tönt generell lauter, erdiger, kompakter, voluminöser und kraftvoller aus den Boxen und erzeugt dadurch einen fetten Sound, der eure staubigen Ohren akkurat durchpusten wird :). Aber nicht nur das, denn die mitreißende Dynamik und der tödliche Odem, die diese vier Songs durchziehen, wurde für meinen Geschmack wirklich super eingefangen, gebündelt und sehr passend in diese tolle Produktion übertragen. Ich bin auch schwer von diesem wuchtigen, tendenziellen HM2-Touch in den Saiteninstrumenten begeistert. Da gehe ich ja immer steil. Generell erzeugen die Gitarre und der Bass eine kraftvolle Wand, da sich der erwähnte HM2-Effekt mit einem gewissen "The 4th Crusade"-/"... For Victory"-Flair vereint. Jedenfalls hören das meine Ohren so :). Dazu gibt es einen sehr geilen und knochentrockenen Drumsound, der ordentlich Arsch tritt, den gut zu hörenden Gesang und die Keyboards und Soundeffekte. All diese Komponenten wurden auch ausgewogen abgemischt, wodurch nichts zu sehr im Vorder- oder Hintergrund steht, sich alle Kräfte bestens entfalten konnten und zusammen einen todesbleiernen Rausch erzeugen, der euren Verstand in Raserei und heftige Euphorie versetzen wird :)!

Dann kommen wir mal zum Sahnehäubchen dieser EP, nämlich die Aufmachung :). Für das Artwork konnte abermals Sebastian Jerke gewonnen werden, der für das Debüt schon ein sehr cooles Cover gestaltet hat. Aber was er hier für "Necropolis" erschuf, ist einfach nur der totale Hammer! Was für ein megageniales, sich über zwei Seiten erstreckendes Bild und ich frage mich, wie viele Stunden dieser Mann wohl damit verbracht hat, dieses Kunstwerk zu zeichnen. Das ist wahre Hingabe für den Death Metal :)! Was gibt es zu sehen? Es erwartet euch eine extrem detailreiche Zeichnung in Schwarz, Grau und Weiß, welche eine seit sehr langer Zeit nicht mehr betretene Nekropole voller zerfallener und von Moder überzogener Gräber, Mausoleen und gusseiserner Zäune und uralter, knorriger Bäume zeigt :). Inmitten der Nacht, eine Wolke dämmt das Licht des Mondes ab, sind nur zwei Raben und eine Kutte tragende Totengestalt zu sehen. Letztere schreitet mit einer Fackel aus einer zerfallenen Kirche, um zu kontrollieren, dass ja kein Mensch diese Ruhestätte je wieder betreten wird! Das Bild ist echt der totale Wahnsinn und ich könnte noch ewig darüber schreiben, aber schaut es euch selber an. Am besten während diese famose EP läuft, denn es verbreitet eine Stimmung, die wie für die Musik gemacht ist :). Dazu gibt es noch das kultige, von L. Gore entworfene Logo inklusive Schädel und Spinnenweben und der obligatorische, runterlaufende Siff darf da natürlich auch nicht fehlen :). Das Logo ist in einem sehr tollen Blauton gehalten, ebenso wie der Titel dieser EP, dessen Schrift wie bei den Texten und den Credits auch von Sebastian stammt, genauso wie das sehr ansprechende Layout. Dann kommen wir mal zur CD-Version (Dank an die Maus, den blauen Elefanten und Thor für die Photos). Entfaltet ihr das Booklet, präsentiert das Äußere das Artwork und im Inneren gibt es alle Texte gut leserlich zu sehen. Auf der CD direkt gibt es von Sebastian noch ein geiles Motiv eines Schädels, mit einem gotischen Gebäude als Krone, inmitten eines Friedhofs und umringt von alten Bäume. Killer - und den Spaß gibt es coolerweise als Shirt. Unterhalb der CD befindet sich noch mal das Bandlogo und ein grandioses und total passendes Bandphoto, geschossen von André Kleine-Wilke. Der Clou sind die Corpse-FX mit denen Delia Stein die Gesichter der Bandmitglieder überzogen hat. Mehr Death Metal geht ja wohl nicht :)! Auf der Hüllenrückseite hat das Duo noch mal für Einzelphotos gesorgt, die echt noch düsterer sind :). Dazu gibt es neben den Songtiteln auch wieder die schon vom Debüt bekannten gekreuzten Sensen. Hier wurde wirklich, wie bei der Musik auch, voller Passion eine Optik geschaffen, die diese EP krönend abrundet. Dann kommen wir mal zur LP. Bei dem Artwork war es mir eine Pflicht, das Vinyl zu kaufen, und es ist wirklich grandios, sich alles im größeren Format anzuschauen. Ein Traum :). Der CD-Schädel schmückt hier übrigens jeweils die Mitte des Rundlings. Richtig baff war ich beim Anblick des LP-Hüllen-großen Booklets. Das ist nämlich aufklappbar und ihr könnt diese visuelle Pracht nochmal in vollem Umfang bestaunen. Die Innenseiten schmücken die genannten restlichen Elemente des CD-Booklets und der zugehörigen Hüllenrückseite, welche gekonnt miteinander vereint werden :). Dazu gibt s noch einen Sticker, eine Postkarte und einen Download-Code. Die CD und die schwarze LP kriegt ihr direkt bei der Band oder beim Münsteraner Label This Charming Man Records, das "Necropolis" auch veröffentlicht hat. Zusätzlich gibt es über das Label noch eine auf 120 Stück limitierte durchsichtige, blaue LP, welche ich habe, und die LP sieht einfach nur klasse aus :). Ihr habt also die Qual der Wahl, in welchem Format ihr euch diesen musikalischen und optischen Leckerbissen in eure Sammlung stellen wollt, denn um diese Killerscheibe kommt ihr nicht drum herum!


Mit "Necropolis" veröffentlichten die Münsteraner Maniacs Crypts einen wirklich beachtlichen Death Metal-Brocken der alten Schule, der mich mit seinen vier kraftvollen, intensiven, morbiden und packenden Songs einfach nur zu begeistern weiß :). Wäre diese EP ein ranzig-schleimiger Kadaver unter vielen und ich wäre eine heißhungrige Made, würde ich es mir sofort und ohne mit der Wimper zu zucken einzig und allein auf diesem Hort der Verwesung gemütlich machen und mich ausgiebig und voller Lust an ihm laben. Für Old Skull-Sickos definitiv Pflicht!



Nocturnal visits from the beyond... 9 Punkte!






Spielzeit: 18:27
In der zweiten Aprilhälfte geschah im AJZ Bahndamm in Wermelskirchen das Unfassbare! Am Samstagabend des "Hymns Of Eternal Decay"-Festivals, ein Event, welches den gleichnamigen Pflicht-Sampler mit famosem NRW-Death Metal-Stoff nun live fortsetzte, wurden meine Freunde Thor Joakimsson (Trollmusic/Mørkesye Zine - beides unbedingt anschecken!) und Linse Dunemann vom famosen Twilight Magazin sowie meine Wenigkeit Zeugen eines ungeheuerlichen Spuks! Die Bühne wurde von einem teuflischen Rotton erleuchtet, als plötzlich ein heftig stinkender, verfluchter Nebel des Todes auf die Bühne kroch! Aus dieser die Luft erfüllenden Blasphemie formten sich amorphe Monstrositäten bestückt mit Instrumenten und einem Mikro, um ihren Totentanz musikalisch zu untermalen! Was zur Hölle passiert hier? Der Nebel lässt sich bis in die Nekropolen Münsters zurück verfolgen? Achsoooo, dann sind das also die 2018 gegründeten Crypts auf der Bühne :). Die wollte ich mir ja eh anschauen, nachdem der Name mir schon öfter über den Weg gelaufen war und ihr neuer Song auf dem Sampler ja echt geil war :). Ihr Gig war auch echt der Knaller, weshalb Linse und ich erst mal am Merchstand den Longplayer "Coven Of The Dead" von 2021 ergaunerten, welcher uns dann beim Anhören zu Hause sehr zu begeistern wusste. Umso größer war die Spannung, als eine neue EP namens "Necropolis" (der titelgebende Song ist bereits auf dem Sampler zu hören) angekündigt wurde und auch das Artwork großes Kino versprach. Zu letzterem komme ich dann später.

Ende Juli war es dann auch soweit und S.gt Death (Bass), F.ortex (Gitarre), Ω (Drums) und L. Gore (Gesang) - alleine die Namen verpflichten schon zum Reinhören - öffneten die Friedhofstüren, auf dass wir hinab in die düstere, muffige, schleimige und von allerlei Getier bewohnte Krypta treten können, um uns ihren frisch exhumierten Kadaver voller Stolz präsentieren zu lassen. Und das auch zu Recht, denn diese vier Songs beinhaltende EP ist wahrlich ein mächtiges Stück Todesblei der alten Schule geworden :)! Was erwartet euch? Diese Leichenfledderer bewegen sich gerne im stürmischen und kraftvollem Midtempo, wenn es nachts über den Friedhof geht, aber auch das zähe Schleifen von Grabsteinen und die schnelle Flucht durch die dunklen Wege und über die Gräber hinweg, wenn der Nachtwächter Lunte gerochen hat, ist ihnen nicht fremd. Was bedeutet das musikalisch? Ich denke, dass Bands wie Bolt Thrower, alte Benediction, early Asphyx, alte Entombed, Carnage, Grave, Nirvana 2002, Gorement, Utumno, Death, Autopsy, frühe Fleshcrawl und die erste Torchure eine gute Orientierung darstellen. Und eindeutig Morgoth und ihre Werke, außer der "Feel Sorry...". Ja, ihr habt richtig gelesen, auch die "Odium", denn manche brachialen Rhythmen erinnern mich stark an dieses mächtige Album, nur halt im Ansatz der alten Schule und nicht um diesen aufzubrechen oder zu erweitern. Aber keine Angst, es scheint noch genügend Einfluss der Sachen davor durch, vor allem von den EPs, und beim Hören kamen mir Songs wie "Travel" oder"Pits Of Utumno" in den Kopf :). Es soll auch Tiamat erwähnt werden, denn die Momente mit einer unverzerrten Gitarre, die z.B. den ersten Song mit einleiten, erinnern vor allem an die "Astral Sleep", während beim Titelsong die doomigen Melodien im fetten Gitarrensound nicht nur Erinnerungen an jene Scheibe sondern auch an das Debüt wach werden lassen. Also alles eher nekromantisch als - wie später - romantisch ;). Es gibt auch geile spooky Keyboard- und Soundeffekte, mal als Intro, wie beim ersten Song, oder als Break mitten im Song, aber nie zu viel, sondern genau in der Dosierung wie es Anfang der 90er gerne genutzt wurde. Die Stimmung, die sich in solchen Momenten und den Songs an sich verbreitet, erinnert an einen Horrorfilm, in dem gerade jemand mit einem spärlichen Licht durch eine Gruft geht, ein Nebel aufzieht, das Licht erlischt und dämonische Weisen ihn attackieren. Alle diese Elemente sickern wie einzelne Bäche aus Leichenwasser durch die Friedhofserde und fließen zu einem bedrohlichen Strom zusammen, der euch voller Wucht erfassen und mitreißen wird! Das stört euch aber nicht, denn ihr lasst euch voller Wonne mittreiben, denn es ist purer Genuss und eine große Freude, diese metallischen Oden an den Tod zu hören und auch zu spüren :)! Bei dem sehr akzentuierten, schön variablen, auf den Punkt gebrachten und ausgearbeiteten Songwriting, noch besser als beim Debüt, kann auch niemand unberührt bleiben. Die absolute Hingabe und totale Liebe zum Death Metal der alten Schule zeigt sich in bis ins kleinste Detail durchdachte Songs, auf dass die Krematoriumsflammen der alten Schule lichterloh, heftig und intensiv lodern, auf dass die Engel im Himmel ein paar Wolken höher als sonst Platz nehmen, da ihnen sonst ihre Federn ansengen. Außerdem ist ihnen der Geruch von Schwefel und verbranntem Fleisch zuwider, der dank Crypts noch weiter als sonst ins Paradies aufsteigt. "Necropolis" ist wahrlich ein herrlich düsterer, brutaler, beklemmender, garstiger, morbider, gottloser, dichter und kompakter Horror, der euch gnadenlos zur Strecke bringen wird, nachdem er euch qualvoll nach Luft ringen lässt :). Dargeboten wird das Ganze durch eine enorme, präzise Spielfreude und es ist wirklich eine Wonne zuzuhören, wie F.ortex aus seiner Gitarre Riffs wie Funken sprühen lässt, S.gt Death (Bass) mit seinem Bass die Erde vibrieren lässt und Ω mit aus seinen Drums wuchtige Rhythmen zaubert.

Da hat L. Gore natürlich auch ein ein paar Wörtchen mitzureden, denn seine rottigen Stimmbänder, die er anscheinend täglich mit Säure runtergespülten rostigen Nägeln behandelt, können in puncto Intensität, Brutalität und Stimmung mit der grandiosen Musik wirklich locker mithalten. Was für ein herrliches Killerorgan, ich bin echt begeistert :). Ein wahrlich besessener Maniac, wie geschaffen für alten Todesblei und so gibt er, wie die anderen Mitlgieder auch, genauso passioniert und voller Hingabe alles, damit die so heiß verehrte Musik würdevoll durch die Band vertreten wird. Sein dargebotenes kratziges, sehr kraftvolles und heftiges, aber dabei akzentuiertes Gegrunze hat es echt in sich und erinnert mich sehr angenehm an Jörgen Sandström und Marc Grewe :). An letzteren kommt L. Gore mit seinen langgezogenen Schreien auch sehr gut ran. Sein Schreien ist auch echt beeindruckend und ist manchmal schon dem Wahnsinn nahe. Einfach nur geil :). Dazu gesellt sich ein heiseres Flüstern, welches einen gewissen Tiamat-Touch nicht von der Hand weisen kann und, wie der Rest auch, immer passend eingesetzt wird. Dadurch steigt die Spannung der Songs in Kombination mit der Musik nochmal mehr an als so schon. Cool! So entlässt er seine sehr gelungenen, bildhaften, morbiden und düsteren Texte, die schön Death Metal-typisch über inneren und äußeren Horror handeln, dabei aber nie plump und stumpf sind und schon fast was von kurzen Geschichten haben, in die finstere Welt hinaus, auf dass sie noch dunkler wird und Crypts Death Metal noch mehr an typischer Atmosphäre gewinnt :). Klasse!

War ich von der Produktion der "Coven Of The Dead" schon sehr angetan, wird bei "Necropolis" nochmal eine Schippe unheiliger Erde drauf gelegt. Für den Drumsound ging es dafür ins Tom Meier Studio Recording, während die Gitarre, der Bass, der Gesang, die Keyboards und die Soundeffekte durch Janosch Rathmer im Relentless Studio eingefangen wurden. Jener übernahm auch den Mix, bevor es für das Mastering zu Johannes Brunn ins GO Recording ging. Das Endergebnis ist echt klasse und bringt den eh schon extrem heißen Todesblei auf dieser EP endgültig zum Überkochen :). "Necropolis" tönt generell lauter, erdiger, kompakter, voluminöser und kraftvoller aus den Boxen und erzeugt dadurch einen fetten Sound, der eure staubigen Ohren akkurat durchpusten wird :). Aber nicht nur das, denn die mitreißende Dynamik und der tödliche Odem, die diese vier Songs durchziehen, wurde für meinen Geschmack wirklich super eingefangen, gebündelt und sehr passend in diese tolle Produktion übertragen. Ich bin auch schwer von diesem wuchtigen, tendenziellen HM2-Touch in den Saiteninstrumenten begeistert. Da gehe ich ja immer steil. Generell erzeugen die Gitarre und der Bass eine kraftvolle Wand, da sich der erwähnte HM2-Effekt mit einem gewissen "The 4th Crusade"-/"... For Victory"-Flair vereint. Jedenfalls hören das meine Ohren so :). Dazu gibt es einen sehr geilen und knochentrockenen Drumsound, der ordentlich Arsch tritt, den gut zu hörenden Gesang und die Keyboards und Soundeffekte. All diese Komponenten wurden auch ausgewogen abgemischt, wodurch nichts zu sehr im Vorder- oder Hintergrund steht, sich alle Kräfte bestens entfalten konnten und zusammen einen todesbleiernen Rausch erzeugen, der euren Verstand in Raserei und heftige Euphorie versetzen wird :)!

Dann kommen wir mal zum Sahnehäubchen dieser EP, nämlich die Aufmachung :). Für das Artwork konnte abermals Sebastian Jerke gewonnen werden, der für das Debüt schon ein sehr cooles Cover gestaltet hat. Aber was er hier für "Necropolis" erschuf, ist einfach nur der totale Hammer! Was für ein megageniales, sich über zwei Seiten erstreckendes Bild und ich frage mich, wie viele Stunden dieser Mann wohl damit verbracht hat, dieses Kunstwerk zu zeichnen. Das ist wahre Hingabe für den Death Metal :)! Was gibt es zu sehen? Es erwartet euch eine extrem detailreiche Zeichnung in Schwarz, Grau und Weiß, welche eine seit sehr langer Zeit nicht mehr betretene Nekropole voller zerfallener und von Moder überzogener Gräber, Mausoleen und gusseiserner Zäune und uralter, knorriger Bäume zeigt :). Inmitten der Nacht, eine Wolke dämmt das Licht des Mondes ab, sind nur zwei Raben und eine Kutte tragende Totengestalt zu sehen. Letztere schreitet mit einer Fackel aus einer zerfallenen Kirche, um zu kontrollieren, dass ja kein Mensch diese Ruhestätte je wieder betreten wird! Das Bild ist echt der totale Wahnsinn und ich könnte noch ewig darüber schreiben, aber schaut es euch selber an. Am besten während diese famose EP läuft, denn es verbreitet eine Stimmung, die wie für die Musik gemacht ist :). Dazu gibt es noch das kultige, von L. Gore entworfene Logo inklusive Schädel und Spinnenweben und der obligatorische, runterlaufende Siff darf da natürlich auch nicht fehlen :). Das Logo ist in einem sehr tollen Blauton gehalten, ebenso wie der Titel dieser EP, dessen Schrift wie bei den Texten und den Credits auch von Sebastian stammt, genauso wie das sehr ansprechende Layout. Dann kommen wir mal zur CD-Version (Dank an die Maus, den blauen Elefanten und Thor für die Photos). Entfaltet ihr das Booklet, präsentiert das Äußere das Artwork und im Inneren gibt es alle Texte gut leserlich zu sehen. Auf der CD direkt gibt es von Sebastian noch ein geiles Motiv eines Schädels, mit einem gotischen Gebäude als Krone, inmitten eines Friedhofs und umringt von alten Bäume. Killer - und den Spaß gibt es coolerweise als Shirt. Unterhalb der CD befindet sich noch mal das Bandlogo und ein grandioses und total passendes Bandphoto, geschossen von André Kleine-Wilke. Der Clou sind die Corpse-FX mit denen Delia Stein die Gesichter der Bandmitglieder überzogen hat. Mehr Death Metal geht ja wohl nicht :)! Auf der Hüllenrückseite hat das Duo noch mal für Einzelphotos gesorgt, die echt noch düsterer sind :). Dazu gibt es neben den Songtiteln auch wieder die schon vom Debüt bekannten gekreuzten Sensen. Hier wurde wirklich, wie bei der Musik auch, voller Passion eine Optik geschaffen, die diese EP krönend abrundet. Dann kommen wir mal zur LP. Bei dem Artwork war es mir eine Pflicht, das Vinyl zu kaufen, und es ist wirklich grandios, sich alles im größeren Format anzuschauen. Ein Traum :). Der CD-Schädel schmückt hier übrigens jeweils die Mitte des Rundlings. Richtig baff war ich beim Anblick des LP-Hüllen-großen Booklets. Das ist nämlich aufklappbar und ihr könnt diese visuelle Pracht nochmal in vollem Umfang bestaunen. Die Innenseiten schmücken die genannten restlichen Elemente des CD-Booklets und der zugehörigen Hüllenrückseite, welche gekonnt miteinander vereint werden :). Dazu gibt s noch einen Sticker, eine Postkarte und einen Download-Code. Die CD und die schwarze LP kriegt ihr direkt bei der Band oder beim Münsteraner Label This Charming Man Records, das "Necropolis" auch veröffentlicht hat. Zusätzlich gibt es über das Label noch eine auf 120 Stück limitierte durchsichtige, blaue LP, welche ich habe, und die LP sieht einfach nur klasse aus :). Ihr habt also die Qual der Wahl, in welchem Format ihr euch diesen musikalischen und optischen Leckerbissen in eure Sammlung stellen wollt, denn um diese Killerscheibe kommt ihr nicht drum herum!


Mit "Necropolis" veröffentlichten die Münsteraner Maniacs Crypts einen wirklich beachtlichen Death Metal-Brocken der alten Schule, der mich mit seinen vier kraftvollen, intensiven, morbiden und packenden Songs einfach nur zu begeistern weiß :). Wäre diese EP ein ranzig-schleimiger Kadaver unter vielen und ich wäre eine heißhungrige Made, würde ich es mir sofort und ohne mit der Wimper zu zucken einzig und allein auf diesem Hort der Verwesung gemütlich machen und mich ausgiebig und voller Lust an ihm laben. Für Old Skull-Sickos definitiv Pflicht!



Nocturnal visits from the beyond... 9 Punkte!






Spielzeit: 18:27

V.Ö.
21. Juli 2023
Laufzeit
18:27
Tracklist
Tomb Of The Revenant 05:54
Embrace The Darkness 04:04
Haunted Ruins 04:23
Necropolis 04:06

9
10

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