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Arroganz - Quintessenz


In der Fiktion lag einst der größte unter den Höllenschlunden unter der Highschool von Sunnydale und wurde durch Buffy und ihre Mitstreiter*innen erfolgreich vernichtet und geschlossen. In der Realität sieht die Sache aber ganz anders aus, denn dieses Zentrum mystischer Kraft gibt es nur einmal und es befindet sich direkt unter Cottbus! Zusätzlich besteht in unserer Welt auch definitiv nicht der Hauch einer Chance, dieses zu schließen! Warum? Weil er von drei bestialischen Gestalten der absoluten Blasphemie bewacht wird und diese jegliche Wesen, die sich anschicken den Schlund zu schließen, nach einem von den Bewachern verursachten Seelenmartyrium ohne Gnade und voller Lust zerreißen und sich an ihrem nun gottverlassenem Fleisch laben! So sieht das aus und das wird sich auch nicht so schnell ändern! Natürlich ist das eine Aufgabe für die Ewigkeit, aber diese drei Mensch gewordenen Dämonen nutzen diese Zeit, um sich ihrer Passion, nämlich dem Erschaffen von höllischer Musik, zu widmen. Dieses Tun kanalisieren sie in der uns wohl bekannten Band namens Arroganz, mit der uns -k- (Gesang/Bass/Gitarre), -t- (Drums) und -p- (Gitarre), so ihre irdischen Namen, bereits mehrfach hochkarätigen Stahl der Dunkelheit servierten. Nun war es endlich wieder soweit und knapp 3,5 Jahre nach ihrem Meisterwerk "Morsus" erscheint, abermals über das meisterliche Label Supreme Chaos Records, ein neuer Longplayer namens "Quintessenz", dem zuvor im Januar die vielversprechende digitale EP "Spiritual Outlaws" vorausging.

"Morsus" war für mich ja einfach nur ein Kracher düsterer Musik, weshalb ich umso gespannter war, was mich nun und nach der EP erwarten würde, und meine hohen Erwartungen wurden wahrlich zu keinem einzigen Moment auch nur im Ansatz enttäuscht :)! Quintessenz... passender konnte das Trio das neue Album wirklich nicht nennen, denn in diesen knapp 40 Minuten Musik kanalisieren und extrahieren sie die Stärken ihres bisherigen Schaffens wirklich ausgezeichnet und so entstand ein akustischer Abgrund der ewigen Finsternis, ohne kreativ auf der Stelle zu treten, sondern stattdessen noch über sich hinaus zu wachsen und auch mehr zu wagen, wie ich finde. "Quintessenz" präsentiert sich im Vergleich zum letzten Longplayer auch aggressiver, bissiger und kämpferischer. Die düstere und verstörende Schwere von "Morsus" ist weiterhin vorhanden, aber im Ganzen wirkt alles dynamischer und auch frischer. Das wird schon beim ersten Song sehr schnell klar und zieht sich wie eine roter Faden durch das ganze Album. Ihr bisheriger morbider Death/Black/Doom-Spuk, der sich vom verrotteten Blut von Bands wie early Samael, Celtic Frost ("Monotheist"), Triptykon, Lemming Project, Necros Christos und ganz alten Asphyx nährt, wurde meiner Meinung nach um angriffslustige Bissigkeit und Pöbeligkeit des Crust und klassische Old School Death Metal-Attacken der Marke Incantation erweitert. Arroganz hatten in ihrem Sound ja schon seit jeher diese verspielt-dissonante, verstörende und bedrückende Note inne. Auch hier wird noch etwas mehr gewagt als bisher, was teils recht prog-lastig, wie ein vor sich hin tänzelnder Ghoul zu nächtlicher Stunde auf einer Nekropole, klingt. Manchmal erinnert es mich an Ved Buens Ende, dann wieder an so 70er-ProgRock-Sachen, aber halt immer derbe und düster. Bei manchen dieser verspielten Parts hatte ich dann auch immer Songfragmente einer anderen Band im Kopf, kam aber nie drauf, woran es mich erinnert. Bis mir auf einmal in den Kopf schoss, dass der Song bei uns häufig morgens im Auto läuft, weshalb ich dann auf Ghost kam. Und zwar ist es der Song "Miasma" vom Album "Prequelle". Hier nur quasi in der sperrig-abgefuckten Katakomben der Verdammnis-Version. Oftmals hat die vertrackte Rhythmik auch was von Voivod. Aus all diesen Quellen erschafft die Band wirklich prächtige und packende Songs und diese sind so mitreißend, dass der Gehörnte noch nicht einmal eine Line Schwefel ziehen muss, um dabei wie im Rausch fuchsteufelswild abzugehen und dabei wuchtig mit seinem Klumpfuß aufzustampfen, denn dafür sorgt schon die muSICK ganz alleine :). Dem Trio gelingt es auch wirklich mühelos, all das zu einem mächtigen, intensiven und mitreißenden Höllenstrom zu vereinigen, ohne dass der Fluss innerhalb der Songs oder auf das ganze Album bezogen gestört wird. Das Ganze klingt sehr geil und ich bin immer wieder fasziniert, wie es die Band schafft, ihre eigenen nächtlichen Fußabtritte auf dem Friedhof zu hinterlassen, ohne dabei ihre Wurzeln zu verleugnen. Echt klasse! Arroganz haben wirklich ihren eigenen Stil und pfeifen darauf, was der Rest davon hält. Ihnen ist es halt einfach nur wichtig, sich selbst treu zu sein und das zu machen, was ihre pechverklebten Herzen ausleben wollen! So muss das auch sein :). Und dabei holen sie auch wirklich alles aus ihren Instrumenten heraus. Mir gefallt es auch jedes Mal aufs Neue, dass der Bass hier nicht nur ein begleitendes Instrument ist, sondern auch eine tragende Rolle mit einnimmt. -k-, -t- und -p- haben mit diesem Album in ihren nächtlichen und unheiligen Beschwörungen ein besonders garstiges und ungemütliches Wesen aus der Welt der Toten erzeugt und erweckt, welches absolute Düsternis verstreut und den Wahnsinn in unseren Seelen manifestiert!

Den Teufel hat -k- nicht nur beim Spielen seiner Instrumente inne, sondern auch in seiner Stimme, mit der er uns seine unheilvollen, düsteren, blasphemischen, destruktiven, teils rebellischen Texte wutentbrannt verkündet. Diese setzt er durch richtig derbes, sehr kratziges, aber auch akzentuiertes Gegrunze um. Dabei röhrt er so kraftvoll, dass ich mir Sorgen um die Stabilität seines Brustkorbs mache. Dazu gießt er mit fiesen , teils verzweifelt klingenden Schreien, straßenkötermäßigem Gebelle und garstigem Gekeife zusätzlich Öl ins Purgatorium. Das Ganze zelebriert er mit einer Inbrunst, dass einem Angst und Bange werden kann. Hier ist auch weder textlich noch gesanglich etwas gekünstelt oder kalkuliert... hier herrschen nur die reinen Gefühle und das mit eiserner Faust. Und so kotzt er voller Hass und Verachtung seine Texte, gleich einem schwarzen und alles Licht verschlingenden Schleim heraus, der alles unter sich begräbt und nur Düsternis hinterlässt, die sich im Zusammenspiel mit den Instrumenten wie ein Alb auf eurer Brust niederlässt und euch den Atem nimmt! Hier gibt es definitiv keine Gnade!

Beehrten Arroganz für den letzten Longplayer die Berliner Brickwork Music and Pirate Studios und die Lübecker LSD Studios, wurden die Mächte der Hölle dieses Mal in den Dungeon Soul Studios eingefangen und Mix und Mastering übernahm Timo Rotten, der bei "Morsus" damals schon das Mixen übernahm. Gibt es Soundunterschiede? Der Gesamtsound ist für mich im Vergleich akzentuierter und etwas klarer, alle Beteiligten sind sehr gut zu vernehmen, aber nicht minder modrig-friedhofserdig, und gleichzeitig kratzig-kälter. Durch die bessere klangliche und ausgewogene Akzentuierung der Instrumente und des Gesangs entsteht eine enorme düstere und druckvolle Kraft, die sich wie ein schwerer Spuk auf eure Brust legt, während sich um euch herum eine beklemmende, hasserfüllte und finstere Atmosphäre, welche aus der Kombination der Songs, dem Gesang und der Produktion heraus entsteht, aufbaut und auch den letzten Funken der Hoffnung in euch gnadenlos erstickt! Zusätzlich sind die vielen feinen Finessen des Songwritings noch besser als beim letzten Mal zu vernehmen, und da es einiges zu entdecken gibt, macht das Anhören dieser Scheibe gleich noch mehr Spaß. Mir gefällt auch sehr dieser sehr natürliche und knochentrockene Klang, welcher mich immer wieder an die frühen 90er erinnert, diesen Spirit dabei aber gekonnt in die aktuelle Zeit transportiert, ohne in eine seelenloses und steriles Gewand zu pressen. Sehr geil!

Optisch wurde im Vergleich zu "Morsus" auffällig zurückgeschraubt. Ich glaube mehr wäre auch nicht drin gewesen, ohne dass es zu viel des Guten gewesen wäre und so präsentiert sich "Quintessenz" um einiges spartanischer, deshalb aber nicht weniger ansprechend, wie ich finde :). Auf einen an weißen Marmor erinnernden Untergrund platziert odetoblck Zeichnungen von Zähnen, Kerzen, einer Hand, einem Herzen, eines Knochens, einer Schlange, eines Auges und Fragmente eines Dornenkranzes. Der Zeichenstil dieser Objekte erinnert mich an die Renaissance, was in Kombination mit dem Untergrund wirklich sehr cool aussieht. Mir fällt beim Betrachten auch gerade auf, dass abgesehen von den Dornenkranzfragmenten und dem sich mittig befindenden Knochen alles kreisförmig um das blutrote Bandlogo und den gleichfarbigen Albumtitel angeordnet ist und der Knochen Logo und Titel voneinander abtrennt. Ist mir bis eben tatsächlich noch nicht aufgefallen. Im Booklet und auf dessen Rückseite geht es optisch entsprechend weiter, da Lukasz Jaszak für das Layout die Zeichnungen auf gleichem Untergrund mit den Texten optisch ansprechend kombiniert. Gleiches gilt für die CD und das Hülleninlay. Lecker Vinyl gibt es natürlich auch, was bei dem Artwork sicherlich cool kommt, da so die Feinheiten der Zeichnungen noch besser zu erkennen sind. Dazu gibt es dann auch noch ein Inlay mit den Texten und allen anderen Infos. Den Rundling an sich gibt es im klassischen Schwarz und dann noch in sehr ansprechender rot-schwarzer Marmorierung. Das farbige Vinyl ist auf 150 Stück limitiert, wobei es die LP an sich so nur 100 mal zu kaufen gibt. Woran liegt es? 50 Exemplare befinden sind in der entsprechend limitierten Holzbox! Diese in Rot gehaltene und sehr edel wirkende Holzbox, welche direkt neben dem Labelstützpunkt in den Ledder Werkstätten durch Menschen mit Behinderung angefertigt wurde, und durch deren Kauf auch die Werkstätten finanziell unterstützt werden, hat es im wahrsten Sinne des Wortes in sich. Neben der rot-schwarz marmorierten LP gibt es nämlich zusätzlich noch die CD, die in der Einleitung erwähnte digitale EP "Spiritual Outlaws" einmalig als Tape inklusive Livetracks auf der B-Seite dazu und dann noch eine 70x80cm Fahne mit dem Artwork und ein Arroganz-Sun Logo-Metalpin! Krasse Sache! Ihr habt also die Qual der Wahl, denn alle Varianten sind noch erhältlich :). So oder so erwartet euch ein absolutes Knalleralbum, welches auch optisch eine Pracht ist.

Mit ihrem sechsten Longplayer "Quintessenz" zeigen Arroganz abermals, dass ihnen jegliche Trends und der Mainstream absolut egal sind, sie darauf spucken und lieber weiterhin ohne Rücksicht auf Verluste ihr eigenes Ding durchziehen und einfach nur ihre pechschwarzen Seelen musikalisch ausleben wollen! Das Ergebnis ist ein mächtiger, derber, düsterer, intensiver, teils sperriger und mitreißender Monolith, welcher seine erschlagende Kraft aus den Untiefen des Death, Doom und Black Metals zieht, ohne dabei ohrenfreundlich zu sein!


10 Punkte!





Spielzeit: 39:28
In der Fiktion lag einst der größte unter den Höllenschlunden unter der Highschool von Sunnydale und wurde durch Buffy und ihre Mitstreiter*innen erfolgreich vernichtet und geschlossen. In der Realität sieht die Sache aber ganz anders aus, denn dieses Zentrum mystischer Kraft gibt es nur einmal und es befindet sich direkt unter Cottbus! Zusätzlich besteht in unserer Welt auch definitiv nicht der Hauch einer Chance, dieses zu schließen! Warum? Weil er von drei bestialischen Gestalten der absoluten Blasphemie bewacht wird und diese jegliche Wesen, die sich anschicken den Schlund zu schließen, nach einem von den Bewachern verursachten Seelenmartyrium ohne Gnade und voller Lust zerreißen und sich an ihrem nun gottverlassenem Fleisch laben! So sieht das aus und das wird sich auch nicht so schnell ändern! Natürlich ist das eine Aufgabe für die Ewigkeit, aber diese drei Mensch gewordenen Dämonen nutzen diese Zeit, um sich ihrer Passion, nämlich dem Erschaffen von höllischer Musik, zu widmen. Dieses Tun kanalisieren sie in der uns wohl bekannten Band namens Arroganz, mit der uns -k- (Gesang/Bass/Gitarre), -t- (Drums) und -p- (Gitarre), so ihre irdischen Namen, bereits mehrfach hochkarätigen Stahl der Dunkelheit servierten. Nun war es endlich wieder soweit und knapp 3,5 Jahre nach ihrem Meisterwerk "Morsus" erscheint, abermals über das meisterliche Label Supreme Chaos Records, ein neuer Longplayer namens "Quintessenz", dem zuvor im Januar die vielversprechende digitale EP "Spiritual Outlaws" vorausging.

"Morsus" war für mich ja einfach nur ein Kracher düsterer Musik, weshalb ich umso gespannter war, was mich nun und nach der EP erwarten würde, und meine hohen Erwartungen wurden wahrlich zu keinem einzigen Moment auch nur im Ansatz enttäuscht :)! Quintessenz... passender konnte das Trio das neue Album wirklich nicht nennen, denn in diesen knapp 40 Minuten Musik kanalisieren und extrahieren sie die Stärken ihres bisherigen Schaffens wirklich ausgezeichnet und so entstand ein akustischer Abgrund der ewigen Finsternis, ohne kreativ auf der Stelle zu treten, sondern stattdessen noch über sich hinaus zu wachsen und auch mehr zu wagen, wie ich finde. "Quintessenz" präsentiert sich im Vergleich zum letzten Longplayer auch aggressiver, bissiger und kämpferischer. Die düstere und verstörende Schwere von "Morsus" ist weiterhin vorhanden, aber im Ganzen wirkt alles dynamischer und auch frischer. Das wird schon beim ersten Song sehr schnell klar und zieht sich wie eine roter Faden durch das ganze Album. Ihr bisheriger morbider Death/Black/Doom-Spuk, der sich vom verrotteten Blut von Bands wie early Samael, Celtic Frost ("Monotheist"), Triptykon, Lemming Project, Necros Christos und ganz alten Asphyx nährt, wurde meiner Meinung nach um angriffslustige Bissigkeit und Pöbeligkeit des Crust und klassische Old School Death Metal-Attacken der Marke Incantation erweitert. Arroganz hatten in ihrem Sound ja schon seit jeher diese verspielt-dissonante, verstörende und bedrückende Note inne. Auch hier wird noch etwas mehr gewagt als bisher, was teils recht prog-lastig, wie ein vor sich hin tänzelnder Ghoul zu nächtlicher Stunde auf einer Nekropole, klingt. Manchmal erinnert es mich an Ved Buens Ende, dann wieder an so 70er-ProgRock-Sachen, aber halt immer derbe und düster. Bei manchen dieser verspielten Parts hatte ich dann auch immer Songfragmente einer anderen Band im Kopf, kam aber nie drauf, woran es mich erinnert. Bis mir auf einmal in den Kopf schoss, dass der Song bei uns häufig morgens im Auto läuft, weshalb ich dann auf Ghost kam. Und zwar ist es der Song "Miasma" vom Album "Prequelle". Hier nur quasi in der sperrig-abgefuckten Katakomben der Verdammnis-Version. Oftmals hat die vertrackte Rhythmik auch was von Voivod. Aus all diesen Quellen erschafft die Band wirklich prächtige und packende Songs und diese sind so mitreißend, dass der Gehörnte noch nicht einmal eine Line Schwefel ziehen muss, um dabei wie im Rausch fuchsteufelswild abzugehen und dabei wuchtig mit seinem Klumpfuß aufzustampfen, denn dafür sorgt schon die muSICK ganz alleine :). Dem Trio gelingt es auch wirklich mühelos, all das zu einem mächtigen, intensiven und mitreißenden Höllenstrom zu vereinigen, ohne dass der Fluss innerhalb der Songs oder auf das ganze Album bezogen gestört wird. Das Ganze klingt sehr geil und ich bin immer wieder fasziniert, wie es die Band schafft, ihre eigenen nächtlichen Fußabtritte auf dem Friedhof zu hinterlassen, ohne dabei ihre Wurzeln zu verleugnen. Echt klasse! Arroganz haben wirklich ihren eigenen Stil und pfeifen darauf, was der Rest davon hält. Ihnen ist es halt einfach nur wichtig, sich selbst treu zu sein und das zu machen, was ihre pechverklebten Herzen ausleben wollen! So muss das auch sein :). Und dabei holen sie auch wirklich alles aus ihren Instrumenten heraus. Mir gefallt es auch jedes Mal aufs Neue, dass der Bass hier nicht nur ein begleitendes Instrument ist, sondern auch eine tragende Rolle mit einnimmt. -k-, -t- und -p- haben mit diesem Album in ihren nächtlichen und unheiligen Beschwörungen ein besonders garstiges und ungemütliches Wesen aus der Welt der Toten erzeugt und erweckt, welches absolute Düsternis verstreut und den Wahnsinn in unseren Seelen manifestiert!

Den Teufel hat -k- nicht nur beim Spielen seiner Instrumente inne, sondern auch in seiner Stimme, mit der er uns seine unheilvollen, düsteren, blasphemischen, destruktiven, teils rebellischen Texte wutentbrannt verkündet. Diese setzt er durch richtig derbes, sehr kratziges, aber auch akzentuiertes Gegrunze um. Dabei röhrt er so kraftvoll, dass ich mir Sorgen um die Stabilität seines Brustkorbs mache. Dazu gießt er mit fiesen , teils verzweifelt klingenden Schreien, straßenkötermäßigem Gebelle und garstigem Gekeife zusätzlich Öl ins Purgatorium. Das Ganze zelebriert er mit einer Inbrunst, dass einem Angst und Bange werden kann. Hier ist auch weder textlich noch gesanglich etwas gekünstelt oder kalkuliert... hier herrschen nur die reinen Gefühle und das mit eiserner Faust. Und so kotzt er voller Hass und Verachtung seine Texte, gleich einem schwarzen und alles Licht verschlingenden Schleim heraus, der alles unter sich begräbt und nur Düsternis hinterlässt, die sich im Zusammenspiel mit den Instrumenten wie ein Alb auf eurer Brust niederlässt und euch den Atem nimmt! Hier gibt es definitiv keine Gnade!

Beehrten Arroganz für den letzten Longplayer die Berliner Brickwork Music and Pirate Studios und die Lübecker LSD Studios, wurden die Mächte der Hölle dieses Mal in den Dungeon Soul Studios eingefangen und Mix und Mastering übernahm Timo Rotten, der bei "Morsus" damals schon das Mixen übernahm. Gibt es Soundunterschiede? Der Gesamtsound ist für mich im Vergleich akzentuierter und etwas klarer, alle Beteiligten sind sehr gut zu vernehmen, aber nicht minder modrig-friedhofserdig, und gleichzeitig kratzig-kälter. Durch die bessere klangliche und ausgewogene Akzentuierung der Instrumente und des Gesangs entsteht eine enorme düstere und druckvolle Kraft, die sich wie ein schwerer Spuk auf eure Brust legt, während sich um euch herum eine beklemmende, hasserfüllte und finstere Atmosphäre, welche aus der Kombination der Songs, dem Gesang und der Produktion heraus entsteht, aufbaut und auch den letzten Funken der Hoffnung in euch gnadenlos erstickt! Zusätzlich sind die vielen feinen Finessen des Songwritings noch besser als beim letzten Mal zu vernehmen, und da es einiges zu entdecken gibt, macht das Anhören dieser Scheibe gleich noch mehr Spaß. Mir gefällt auch sehr dieser sehr natürliche und knochentrockene Klang, welcher mich immer wieder an die frühen 90er erinnert, diesen Spirit dabei aber gekonnt in die aktuelle Zeit transportiert, ohne in eine seelenloses und steriles Gewand zu pressen. Sehr geil!

Optisch wurde im Vergleich zu "Morsus" auffällig zurückgeschraubt. Ich glaube mehr wäre auch nicht drin gewesen, ohne dass es zu viel des Guten gewesen wäre und so präsentiert sich "Quintessenz" um einiges spartanischer, deshalb aber nicht weniger ansprechend, wie ich finde :). Auf einen an weißen Marmor erinnernden Untergrund platziert odetoblck Zeichnungen von Zähnen, Kerzen, einer Hand, einem Herzen, eines Knochens, einer Schlange, eines Auges und Fragmente eines Dornenkranzes. Der Zeichenstil dieser Objekte erinnert mich an die Renaissance, was in Kombination mit dem Untergrund wirklich sehr cool aussieht. Mir fällt beim Betrachten auch gerade auf, dass abgesehen von den Dornenkranzfragmenten und dem sich mittig befindenden Knochen alles kreisförmig um das blutrote Bandlogo und den gleichfarbigen Albumtitel angeordnet ist und der Knochen Logo und Titel voneinander abtrennt. Ist mir bis eben tatsächlich noch nicht aufgefallen. Im Booklet und auf dessen Rückseite geht es optisch entsprechend weiter, da Lukasz Jaszak für das Layout die Zeichnungen auf gleichem Untergrund mit den Texten optisch ansprechend kombiniert. Gleiches gilt für die CD und das Hülleninlay. Lecker Vinyl gibt es natürlich auch, was bei dem Artwork sicherlich cool kommt, da so die Feinheiten der Zeichnungen noch besser zu erkennen sind. Dazu gibt es dann auch noch ein Inlay mit den Texten und allen anderen Infos. Den Rundling an sich gibt es im klassischen Schwarz und dann noch in sehr ansprechender rot-schwarzer Marmorierung. Das farbige Vinyl ist auf 150 Stück limitiert, wobei es die LP an sich so nur 100 mal zu kaufen gibt. Woran liegt es? 50 Exemplare befinden sind in der entsprechend limitierten Holzbox! Diese in Rot gehaltene und sehr edel wirkende Holzbox, welche direkt neben dem Labelstützpunkt in den Ledder Werkstätten durch Menschen mit Behinderung angefertigt wurde, und durch deren Kauf auch die Werkstätten finanziell unterstützt werden, hat es im wahrsten Sinne des Wortes in sich. Neben der rot-schwarz marmorierten LP gibt es nämlich zusätzlich noch die CD, die in der Einleitung erwähnte digitale EP "Spiritual Outlaws" einmalig als Tape inklusive Livetracks auf der B-Seite dazu und dann noch eine 70x80cm Fahne mit dem Artwork und ein Arroganz-Sun Logo-Metalpin! Krasse Sache! Ihr habt also die Qual der Wahl, denn alle Varianten sind noch erhältlich :). So oder so erwartet euch ein absolutes Knalleralbum, welches auch optisch eine Pracht ist.

Mit ihrem sechsten Longplayer "Quintessenz" zeigen Arroganz abermals, dass ihnen jegliche Trends und der Mainstream absolut egal sind, sie darauf spucken und lieber weiterhin ohne Rücksicht auf Verluste ihr eigenes Ding durchziehen und einfach nur ihre pechschwarzen Seelen musikalisch ausleben wollen! Das Ergebnis ist ein mächtiger, derber, düsterer, intensiver, teils sperriger und mitreißender Monolith, welcher seine erschlagende Kraft aus den Untiefen des Death, Doom und Black Metals zieht, ohne dabei ohrenfreundlich zu sein!


10 Punkte!





Spielzeit: 39:28

V.Ö.
24. Mai 2024
Laufzeit
39:28
Tracklist
The Origin Of Fire 03:33
Outlaw Reborn 03:42
Flames For Nemesis 06:00
Dungeon Soul 02:29
The Devil And My Companion 07:02
Deadened Rawness Of Life 03:17
Guardian Of Old Scars 04:07
Scorned Lifeblood 03:55
The Essence Gospel 05:23

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