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Review zu Arroganz - Erzketzer - 224 Hits
disc Band: Arroganz
Album: Erzketzer
Genre: Death/Black
Rls. Datum: 28.09.2018
Label: F.D.A. Records
Laufzeit: 19:29
Wertung: 10.0 / 10.0
 
"Meine Damen und Herren, es folgt eine Sondermeldung: Der Fall, der aus bisher unbekannten Gründen aus Cottbus herausquellenden tiefschwarzen, schwefelig-stinkigen und alles überdeckenden Pestwolke, ist aufgeklärt worden. Drei Männer haben anscheinend voller Absicht ein Höllentor geöffnet, unterstützen dabei die entweichenden Dämonen mit ihrer Musik und sind nicht gewillt, von diesem Ritus abzulassen! Sondereinsatzkräfte sind bereits auf dem Weg dort hin."
Also von mir aus kann das Trio sehr gerne weitermachen, denn es handelt sich hierbei um die Band Arroganz, die ein Jahr nach ihrem letzten Werk "Primitiv" nun mit einer EP namens "Erzketzer" dem Priester von nebenan ein ordentliches "Fuck you!" akustisch entgegenkeifen und dabei gekonnt ins Weihwasser spucken :).
Die Jungs geben sich auch auf diesem Release keinem Trend hin und ziehen ihr Ding weiterhin ohne Kompromisse straight durch. So muss das sein. Als Quell ihrer musickalischen Feuerrituale dienen meiner Meinung nach weiterhin alter, bösartiger und gradliniger Old Skull Death Metal, das Triumvirat of Death: Hellhammer/Celtic Frost/Tryptikon, alte Samael, Asphyx (vor "The Rack"), die ersten drei Bathory-Scheiben, dem Wutklumpenkult Lemming Project, Acheron und zäher Todesmorast der Marke Necros Christos und Sonne Adam. Diese daraus entstehende dissonante Schwärze lässt nicht nur dem Leibhaftigen die Haare vor Freude und Ehrfurcht zugleich hochstehen, denn euch wird es beim Genuss von "Erzketzer" nicht anders ergehen!
Die EP beginnt mit dem Titelsong, der sich zu Anfang langsam, aber wuchtig wie eine hungrige Schlange an ihr Opfer schleicht. Das zukünftige Opfer bemerkt eine bösartige Präsenz des Todes, wiegt sich aber trotz schweren Angstdrucks auf der Brust noch in Sicherheit... ein fataler Fehler! Das Reptil schlägt gnadenlos zu und es bricht ein heftiger Überlebenskampf los, in dem sich das Opfer in steigender Panik und Raserei letztendlich verliert. Kurz und schmerzvoll! Ein geiler Song :).
"By Glowing Chains" beginnt bedrohlich stampfend und lässt uns glauben, die Toten verlassen die Gräber und marschieren nun voller Entschlossenheit auf uns zu. Ihr versucht, zu entkommen, aber bleibt abrupt stehen, denn um euch herum ist plötzlich nur noch Kälte, Stille und Finsternis zu vernehmen! Was ist passiert? Die Band zauberte hier ohne Vorwarnung einen hypnotischen und beeindruckenden Ambientpart aus dem Sarg, der von einem hypnotischen Black Metal-Riff, das aus Norwegen der frühen 90ern stammen könnte, untermalt wird und sehr beeindruckend klingt. Aber das war leider eine Falle. Unser kurzes Stehen und Staunen war der Startschuss der seelenlosen Untoten, unser Ende einzuläuten und unsere Leiber und Seelen qualvoll ins Jenseits zu befördern, während geflügelte Dämonen auf der Welle einer grandiosen Melodie auf uns hinabstürzen und mit aller Wucht auf unsere Überreste herfallen, um sich daran zu laben.
Nach diesem Angriff herrscht beim finalen Song "As Furiuos Wings Cast Long Shadows" zunächst einmal eine gewisse beruhigende Atmosphäre, die dann abrupt zum Inferno wird, da der Beelzebub erscheint, um zu erblicken, was seine Gefolgschaft anrichtete. Voller Stolz, Erhabenheit und Anmut wuchtet er seinen monströsen Leib gnadenlos über die letzten Überlebenden und startet das finale Inferno. Während seine Dämonen ehrfürchtig vor ihrem Herren niederknien und die Menschlein um Gnade flehen, entfacht er einen feurigen Wirbelsturm und zieht alles in den von Arroganz geöffneten Höllenschlund hinab. Nur drei Menschen dürfen bleiben, denn diese schaffen es abermals aus der Einfachheit ihrer Kompositionen 666% an Effektivität und Düsternis herauszuholen und servieren mit "Erzketzer" eine absolute Herzblutattacke :)!
Aus diesem Morast heraus presst sich uns, voller Wucht, Hass und Zorn die Stimme der Blasphemie entgegen und gibt uns eindeutig zu verstehen: "Hier gibt es keinen Gott! Hier gibt es kein Licht! Hier gibt es keine Gnade"! Was anderes will ich bei so einer Musick auch gar nicht haben :). Das Ganze manifestiert sich in fiesem, tiefem und garstigem Gegrunze, dessen böser Geist dich ohne Skrupel an die Wand presst, während die Schreie gequälter Seelen in Form von fiesem, kratzigen und garstigem Gekeife eure Ohren malträtieren! Also für mich klingt das wie Balsam :).
Die Produktionsvasallen standen wie bei "Primitiv" abermals dem Ziegenbock bei Klumpfuß und so übernahmen Timo Rotten/Cube Audio Studios in Rosdorf und die Kirche des wiedererwachten Sinns in Elsterberg einmal mehr den Mix sowie Lasse Lammert in den LSD-Studio in Lübeck das Mastering. Es presst sich deshalb wieder das leibhaftige Böse aus euren Boxen heraus, greift euch bei eurer Kehle und drückt euch an die Wand. Roh, brutal, finster und erdig erklingt "Erzketzer", genauso wie ein Diener des Lichtbringers zu klingen hat. Allein mit einem Anschlag des knarzigen Basses wird jede geweihte Kerze in der Nähe sofort erlöschen, während der angstschweißgetränkte Priester sich hinter seiner verbarrikadierten Kirchentür ob der an der Tür kratzenden Gitarre und dem dagegen hämmernden Schlagzeuges vor Angst einmacht.
Bei der äußeren Präsentation greifen Arroganz übrigens, wie bei "Primitiv", wieder auf Fradellafra zurück, was mich persönlich sehr freut, da das visuelle Konzept der letzten Scheibe auf "Erzketzer" fortgesetzt wird. Das liegt daran, dass "Erzketzer" als zweiter Teil einer Trilogie konzipiert ist. Abermals wirken das Artwork und das Booklet wie eine massive, mit Rissen durchzogene Mauer, die nur einen einzigen Anstrich akzeptiert, nämlich Blut! Stinkendes, rottiges und verfluchtes Blut und zwar in so einer Menge, dass sie, übersättigt von dieser Wonne, den Rest zäh und klebrig an sich herunterlaufen lässt. Im Gegensatz zu "Primitiv" wird der Albumtitel dieses Mal aber durch einen Ausschnitt einer Illustration von Emile Deschamps ergänzt, die perfekt in das visuelle Konzept passt und die Effektivität der einfachen Gestaltung nicht unterbricht, sondern sie sogar noch bereichert. Diese von Qual, Terror und Tortour gezeichnete Frau, ist durch den Zeichenstil wie für das Artwork geschaffen, wirkt sie doch wie eine Malerei auf steinernem Untergrund. Diese Dame entstammt übrigens einer Folter- und Verhörungsszenerie und passt somit perfekt zum Titel. Hier wurde tatsächlich mit Bedacht ein Motiv gewählt, das die Stimmung von "Erzketzer" hervorragend unterstützt und verstärkt. Aufgrund der Kleidung der Verhörenden würde ich diese Szenerie im Spätmittelalter oder der frühen Neuzeit lokalisieren, was thematisch und zeitlich auch gut passt. Zu bestaunen gibt es diese Illustration übrigens auf der CD direkt und lässt den Rundling wirklich schmuck aussehen.
Auch wenn es nur ein kurzes neues Lebenszeichen ist, haben die Cottbuser wieder 666% ov Death gegeben :). So muss das sein und ich bin echt auf den letzten Teil dieser Trilogie gespannt :)!
Arroganz haben sich für ihre neue EP "Erzketzer" erneut in die stinkigen Untiefen der Schwefelminen der Hölle gewagt, um für ihre Musick abermals nur die allerbesten Noten für ihre Kompositionen abzubauen. Der Deibel ist stolz auf seine Kinder!


10 Punkte


Songs:

1. Erzketzer 03:18
2. By Glowing Chains 05:23
3. A Furiuos Wings Cast Long Shadows 10:48

Spielzeit: 19:29

// Rudi

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