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Review zu Final Cry - Zombique - 384 Hits
disc Band: Final Cry
Album: Zombique
Genre: Thrash/Melodic Death
Rls. Datum: 01.05.2018
Label: None
Laufzeit: 40:02
Wertung: 10.0 / 10.0
 
Yeah, yeah und nochmals yeeeah... Fanboy-Time!!! Warum? Nach über zehn Jahren kehrt eine, meiner Meinung nach, absolut geile Undergroundtruppe, die viel bekannter sein müsste, mit einer neuen Scheibe auf die Bildfläche zurück! Es geht um die grandiosen Final Cry aus der Region Hameln. Ich muss gestehen, dass ich diese Truppe sehr in mein metallisches Herz geschlossen habe, als ich sie vor 18 Jahren das erste Mal hörte :). Seit diesem Moment bin ich echt hin und weg und umso größer ist meine Freude, dass mit "Zombique" endlich ihr fünftes Album ansteht :). Bevor ich las, dass sie wieder ins Studio gehen, hätte ich niemals gedacht, nochmal was Neues von ihnen zu hören.
Aber was macht die Band so besonders, dass ich so ins Schwärmen gerate? Es ist ihre perfekte Mischung aus den besten Zutaten des Thrashs und des Power Metals der 80er plus der Würze des melodischen Death Metals :). Ein Stahl geschmiedet mit Herzblut, Hingabe und kompositorischem Geschick! Aber ist dem immer noch so? Immerhin ist viel Zeit seit "Neptune's Relief" vergangen. Da hilft nur Reinhören :).
Los geht es mit einem Intro für dessen Gitarrenmelodie Rock 'n' Rolf heutzutage morden würde. Das fängt also schon mal gut an :). Aber danach wird es noch geiler! "Zombique" erweckt den Eindruck, als hätte es die letzten Jahre nicht gegeben und setzt die Tradition der bisherigen Releases mit einer Intensität fort, dass das Grinsen in meinem Gesicht immer breiter wird :). Der Trupp führt die bisher gelegte Marschroute konsequent weiter, hat sie aber etwas mehr in Richtung MeloDeath ausgebaut, was aber auch mit dem Gesang zusammenhängt, zu dem ich später noch kommen werde. Es regiert also immer noch das absolute Herzblut und die Liebe zum Metal und das soll unser Glück sein :). Alleine die Spielfreude und die Energie ,die Final Cry hier verbreiten, sollten jeden Metalfan sofort begeistern, elektrisieren und mitreißen! Das Ganze wird dann auch noch in Kompositionen voller Frische, Ideenreichtum, bester spielerischen Fähigkeiten und spannendem Songwriting gepackt, so dass jeder Track ein Volltreffer ist :). Hier passt echt alles zusammen und klingt wie aus einem Guss :). Als Beispiel möchte ich mich mal explizit drei Songs widmen, um euch zu beschreiben, was für ein metallisches Feuerwerk Burghardt Sonnenburg, Eiko Truckenbrodt, Sonja Sonnenburg und Holger Feldmann auf "Zombique" abbrennen.
Los geht es mit "Maggot Maroon", der mit einem wuchtigen und heftigen Part in bester Göteborg-Manier startet, dann in cooles Bay Area-Riffing übergeht, nur um mich danach völlig baff werden zu lassen! Die Rede ist vom Refrain... alleine, dass ich über diesen gerade schreibe, lässt meine Gänsehaut wachsen. Eben noch Thrash, bricht von einem Moment auf den anderen eine melodiöse und brutale Wand in Form des Refrains über mich herein, die unfassbar geil ist :). Sie reißt mich förmlich mit und entlässt mich in den zweiten Teil des Refrains. Dieser besteht aus treibendem Heavy-/Power Metal mit einem melodischen Rhythmus, der Running Wild super zu Gesicht stehen würde, und einer mitgröhkompatiblen Gesangslinie, die auch noch von einem geilen Backgroundchor unterstützt wird. Das ist Metal, Leute! Hier könnt ihr nur eure Fäuste gen Himmel strecken :). Dazu gibt es noch geile Soli. Perfekt :).
Darauf folgt "Gone To Croatan", dessen Beginn mich an alte In Flames oder Dark Tranquillity erinnert, um dann in ein Speed-/Thrash-Brett in bester Manier alter Whiplash-Scheiben oder der ersten Hallows Eve überzugehen. Aufgelockert wird diese Attacke durch diverse melodische und schön verspielte Einwürfe im Stil der erstgenannten Bands. Das klingt nicht nur geil, sondern lässt eure Airguitar explodieren und eure Nacken glühen :). Apropos Gitarre... Leckerli dieses Liedes ist das zwar kurze, aber geniale und Bay Area-mäßige Soliduell :). Ich stehe ja total auf so etwas und es passt vom Timing her genau in den Songaufbau :).
Als drittes Beispiel möchte ich euch "Boukman's Prayer" näherbringen. Als deathmetallische Midtempowalze startend, übernimmt eine Mischung aus klassischem Metal und einer gewissen Sentenced-Melancholie das Zepter und weiß wirklich zu betören. Nach einem nochmaligen Ausflug Richtung Todesblei, der sogar teilweise blackmetallisch daherkommt, werden unsere Ohren mit schönen METAL-Soli gezuckert, um uns anschließend wieder in die zu Beginn erwähnten Bereiche zu entlassen und den Kreis zu schließen. Was ich an dem Song auch wirklich gerne mag, ist dieser klassische, stampfende Midtempobereich, der kombiniert mit den Melodien echt Laune macht und ein schöner Anlass zum Bangen und zum Freuen ist :). Ich hoffe mal, dass das gerade Gelesene euch ordentlich neugierig und hungrig auf die Scheibe gemacht hat :). Meine drei Beispiele folgen übrigens auf "Zombique" direkt nacheinander und nach diesem Genuss werdet ihr angefixt sein, glaubt mir :). Der Rest dieser Veröffentlichung ist genauso absolut klasse :).
Dann komme ich also mal zum Gesang. Dieser war bei Final Crys Longplayern immer mein persönliches Sahnehäubchen, da Mario Reeses Stimme wirklich umwerfend ist und immer etwas tief in mir berührte :). Den neuen Release eingesungen hat dann Eiko und ich war sehr neugierig, wie er denn so klingt. Mario ist natürlich nicht ersetzbar, aber Eiko hat seinen Job echt hammermäßig gemeistert. Seine Stimme ist tiefer, rauer und brutaler, weshalb auch hier die zu Anfang erwähnte stärkere Orientierung Richtung MeloDeath bemerkbar bist. Natürlich grunzt er nicht wie Sau herum, das würde auch nicht zu der Musik passen. Er hat tatsächlich ein Händchen dafür, Wärme und Gefühl in seine Stimme einzubringen und dies dann genau einzusetzen, wenn es passt. Das Gleiche gilt für die brutalere Marschrichtung ebenso wie für den dominierenden und eher thrashigen Part seines Stimmenrepertoires. Dieser spricht mich übrigens sehr an, da er mich an eine düstere Version von Tony Portaro auf den ersten beiden Whiplash-Alben erinnert :). Abwechslung ist also auch hier garantiert :). Textlich, der Albumtitel deutet schon darauf hin, wird das Thema Zombie behandelt. Aber nicht in dumpfer Splattermanier, sondern anspruchsvoll von seinen Ursprüngen in der Karibik bis hin zum Horrorfilm. Das Album wurde nicht umsonst dem verstorbenen George Romero gewidmet. Mittlerweile hat die Band einen neuen Sänger namens Eric Stoddard angeheuert. Dieser Herr ist mir unbekannt und ich bin wirklich gespannt, wohin die Reise geht. Ich bin einfach hin und weg von dieser Scheibe und sie wird von Mal zu Mal immer besser und geiler :). Ihr könnt mir glauben, da der Release bei mir auf Dauerrotation ist und das zu Recht :).
Auf geht es zum Sound. Eiko meinte auf dem Party.San zu mir, nachdem ich erzählte, wie toll es ist, dass sie wieder bei Jost Schlüter und seinem Pure Sonic Studios in meinem Nachbarort Langelsheim einkehrten, er könne sich keinen anderen Mann dafür vorstellen. Warum? Jost weiß genau, was die Band sich vorstellt und setzt es auch genauso um. Dabei kam für "Zombique" ein astreiner und obergeiler Metalsound heraus :)! Freut euch also auf einen wunderbar natürlichen, warmen und erdigen Sound, der schön druckvoll und lebendig aus den Boxen knallt, allen Instrumenten und dem Gesang genug Raum zur Entfaltung lässt und perfekt zum Old School-Spirit der Band passt :). Final Cry wissen wahrlich, warum sie ihren Produzenten nicht wechseln und ihre Herzblutkompositionen von Jost aufs Band bannen lassen. Deny The Urge sehen das übrigens genau so.
So ein großartiges Album braucht natürlich auch ein adäquates Erscheinungsbild, und nach so langer Wartezeit auf ein neues Album hat sich die Band auch nicht lumpen lassen :). Als erstes sticht, wie soll es auch anders sein, das Artwork ins Auge. Dafür verantwortlich ist Martin Arnold (https://cruzador-digital.jimdo.com/), der ein zu dem Grundthema der Scheibe passendes Cover kreierte. Der uns zornig entgegen blickende, rottige Untote wirkt wahrlich düster und bedrohlich, ja fast schon echt. Letzteres liegt meiner Meinung nach an der realistisch wirkenden Mundpartie und dem Glanz der Augen, die einen dann auch noch stechend und messerscharf anstarren. Umrundet wird dieses Wesen von allerlei okkult wirkenden Zeichen, die die Stimmung, genau wie die rötlich-braune und grünliche Farbgebung, weiter anheizen. Coole Sache :). Witzigerweise ist auf der Rückseite des Booklets dann auch tatsächlich der Hinterkopf des Wesens zu sehen. Das Bookletinnere wurde dafür genutzt, neben einem Bandphoto wirklich jedem Text seinen Raum zu geben und jeweils mit einem passenden Bild zu versehen, um den lyrischen Inhalt, welcher teils wie auf bisherigen Releases literarisch inspiriert ist, visuell zu unterstützen. Es gibt Zeichnungen sowie Photos aus einem Buch namens "The Magic Island" von William Buehler Seabrook aus dem Jahre 1929. Die Mühe hat sich wirklich gelohnt, denn es macht echt Spaß im Booklet zu stöbern. "Zombique" gibt es übrigens auch auf Vinyl, was bei dem Cover echt cool kommt. Bei der LP-Version fehlen zwar die Bilder, aber die Aufmachung ist trotzdem geil. Mein Nachbar Jens vom feinen Twilight Magazin, stolzer Besitzer der LP, wird es bestätigen.
Wir haben es hier also durch und durch mit einem Spitzenprodukt zu tun :). Für Liebhaber und Liebhaberinnen des Stahls, für die das Wort Metal nicht nur eine leere Worthülse ist und damit Hingabe, Intensität, Melodie, Härte und geil komponierte Songs verbinden, kann ich nur wärmstens empfehlen, sich der Band Final Cry und ihrem neuen Knaller "Zombique" hinzugeben.
Wer in das Schaffen der Band erst einmal reinhören möchte, kann auf der MBR-Seite (www.mbr-publishing.de), dem Vertrieb für Final Cry, alle Alben runterladen und reinschnuppern. Wer das getan hat, wird auch sofort infiziert sein, soll heißen: Kauft euch nicht nur "Zombique", sondern am besten auch gleich die anderen Scheiben bei der Band direkt oder bei MBR-Publishing und unterstützt somit DIY, den Underground und eine wirklich absolut geile Metal-Band! Verdient haben sie es, meiner Meinung nach, allemal :)!


Danke Final Cry :) ...10 Punkte!


Songs:

1. Gates Of Hell 01:13
2. Dominion Of Decay 04:56
3. Maggot Maroon 04:35
4. Gone To Croatan 04:36
5. Boukman´s Prayer 04:26
6. Zombiac 04:10
7. The Serpent God 03:36
8. In Emerals Tombs 04:37
9. Walk With The Dead 05:52
10 Caliban´s Mask 01:01

Spielzeit: 40:02

Line Up:
Burghardt Sonnenburg - Rhythm Guitars
Eiko Truckenbrodt - Lead & Rhythm Guitars & Vocals
Sonja Sonnenburg - Bass
Holger Feldmann – Drums

// Rudi

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