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Review zu Chaos Path - The Awakening - 175 Hits
disc Band: Chaos Path
Album: The Awakening
Genre: Death/Black
Rls. Datum: 17.03.2018
Label: None
Laufzeit: 23:16
Wertung: 8.5 / 10.0
 
Heute begeben wir uns mal nach Nordhessen, genauer gesagt nach Kassel. Von dort kommen nämlich Chaos Path, um uns mit ihrem ersten Tonträger "The Awakening" zu beglücken. Mir war die Band bis Ende April auch unbekannt, was sich aber während des Deny The Urge-Gigs in Göttingen änderte, da Chaos Path dort als Vorband agierten. Schon während der Fahrt dorthin machte mir mein Kumpel und Nachbar Jens vom Twilight Magazin bezüglich dieser 2016 gegründeten Band den Mund wässrig und ich sollte auch nicht enttäuscht werden. Die Band bezeichnet ihre Musik übrigens selber als Kaotysk Metal. Ein gelungener Hinweis auf den Bandnamen und das apokalyptische Konzept der Band, wie ich finde, bis ich in einem anderen Review darauf aufmerksam gemacht wurde, dass "tysk" ja schwedisch für "deutsch" ist... schönes Wortspiel. Die Jungs sind übrigens keine Neulinge in der Szene, waren sie auch schon bei Bands wie My Cold Embrace, Ancient Wargod, Gymir oder Atlantis tätig.
Das war dann genug Vorabinfo, wie ich finde, weshalb jetzt auch die Musik an sich dran ist :). Nach einem gesprochenen und an die Johannes-Offenbarung angelehntem Intro geht es auch schon gut los. Entgegen dem Namen ist jetzt kein chaotisches Hyperblastgeballer zu hören, da bezieht sich Chaos Path doch eher auf das Lyrische und das daraus resultierende visuelle Konzept. Aber was erwartet euch denn nun? Die Band spielt einen Mix aus nordischem Black Metal und melodischem Death Metal, den sie mit straightem Thrash aufpeppen :). Ein Gebräu, was mich sehr ansprechen sollte und es auch tut :). Die Jungs legen auch gleich druckvoll los und präsentieren schon beim ersten Song schön griffige Rhythmen, die sofort zünden. Dazu gibt es bereits die ersten Melodien zu hören, die wirklich schön geworden sind und gut zum Rest passen. Beim zweiten Song "Kriig" wird der melodische Ansatz noch intensiviert und verschmilzt mit den an Mayhem und Desaster erinnernden Rhythmen zu einem coolen Song im oberen Midtempo. Ein echt guter Banger, zu dem sich auch prima die Fäuste gen Himmel strecken lassen :). Das darauf folgende "Open The Gates" weiß mein Gehör auch durch schöne und straighte Wechsel zwischen Midtempo und immer wieder auftauchender Raserei zu erfreuen, vor allem wenn es wieder melodisch zur Sache geht :). Die A-Seite macht also schon mal Laune. Die B-Seite aber noch viel mehr, denn hier legen Chaos Path nochmal ein paar Schaufeln Kohle nach :). Alles, was mir an den ersten Songs gefällt, ist hier nochmal um einiges intensiver, mitreißender und mit noch mehr Hingabe zelebriert, so dass hier ein sehr gelungener Ohrenschmaus zu vernehmen ist, der mir ordentlich zusagt :). "Voices Of Bitterness" bringt es unter drei Minuten Spieldauer, in denen echt ein amtliches Feuer losgetreten wird :). Sehr geile nordische Raserei verbindet sich mit einer grandiosen Melodie im schwedischen MeloDeath-Stil und messerscharfem Thrash zu einem echt intensiven und mitreißenden Gebräu mit einem kurzen Refrain, der aber schön catchy ist. Top :)! Meine Begeisterung geht dann mit "Over Your Threshold" auch sogleich weiter. Wer auf alte Mayhem steht, sollte bei diesem Song seine/ihre echte Freude haben :). Hier wird ordentlich das schwarze Gaspedal durchgetreten, dass es eine Wonne ist, zumal hier nicht ins chaotische Songwriting abgedriftet wird. Dem ist aber nicht genug, denn die Götheburg-Schule schaut auch noch vorbei und serviert uns geile und zum Song passende Melodien. Chaos Path lassen diese verschiedenen Stile und Rhythmen aber zum Glück nicht miteinander konkurrieren, so dass es unpassend klingt. Ausgezeichnet :). Dann kommen wir leider schon zum letzten Song namens "The Awakening (Chaos Path Part 1)". In den letzten fünf Minuten gibt die Band nochmal alles und präsentiert uns einen würdigen Abschluss ihres ersten Lebenszeichens. Ihr Black/MeloDeath/Thrash-Mix wird hier nochmal um eine epische Nuance erweitert und es schallen uns pechschwarzer Hass und wunderbare verträumte Melodien entgegen. Die Epik dieses Songs erinnert einerseits an alten NWOBHM, aber auch an 80er-Thrash Bands, wenn sie ihre epischen, etwas längeren Songs spielten. All das wirkt, wie bei den anderen Songs auch, wie aus einem Guss und lässt unser Hörzentrum abbangen :).
Dass die Jungs nicht erst seit heute Musik machen, ist auch der präzisen Einspielung des Materials anzuhören. Alles ist top getaktet und sehr sauber eingespielt :).
Leider ist der eine Song vom Konzert, angekündigt als The Exploited-Tribut, nicht dabei, denn diese crustige, schwarze Attacke war echt Killer! Von solchem Stoff noch mehr auf einem Tonträger und ich bin echt entzückt. Aber "The Awakening" ist auch ohne diesen Song ein cooles erstes Lebenszeichen dieser Band geworden, das Lust auf zukünftige Releases macht :).
Garniert werden die coolen Songs durch leckeren und kraftvollen Schwarzgesang, der ordentlich Pech und Schwefel versprüht und sich voller Hass und Kälte düster in der Welt verbreitet :). Aber auch hier wird auf Abwechslung Wert gelegt, denn auch hymnischer Gesang oder Sprechgesang, teils geflüstert, sind zu vernehmen. Mir gefällt es, dass der Sänger genau weiß, wann er welchen Stil zu verwenden hat, um die Stimmung der Musik noch mehr zu intensivieren. Hier wirkt nichts deplatziert und da alles schön mit Hall unterlegt wurde, gibt es dem Ganzen noch mehr Atmosphäre :).
Aufnahme, Mix und Mastering erfolgten durch Andor "Farago" Arnhold im Farago's Place Studios in Hannoversch Münden, unweit von Kassel. Der dort für "The Awakening" erschaffene Sound ist wirklich sehr gelungen und braucht sich nicht zu verstecken. Die Produktion ist schön natürlich, heavy, kratzig, angenehm erdig und ausgewogen. Mir gefällt das ausgesprochen gut, da die Scheibe nicht überproduziert ist, was den Songs geschadet hätte. Die Lebendigkeit, Kraft und Atmosphäre der Kompositionen versprühen ihre Energie somit auch durch den Sound. Sehr schön :).
Dann komme ich mal zu "The Awakening" als Hardware an sich und da muss ich etwas ausholen, denn Chaos Path haben sich nicht lumpen lassen, uns ein exquisites Gesamtpaket zu servieren. Das fängt damit an, dass es ihre Scheibe nur exklusiv als Vinyl (incl. Downloadcode) gibt. Als erstes Lebenszeichen einer Undergroundband doch ein gewagtes Unternehmen, was aber umso mehr aufzeigt, wie sehr die Band von sich selber überzeugt ist! Selbst beim Vinyl an sich wurde nicht gekleckert, denn neben 200 Stück schwarzer Rundlinge gibt es noch jeweils 100 Stück in Splatter, Orange oder Violett :). Welche Versionen noch erhältlich sind, weiß ich aber nicht, also ist Eile geboten. Beim Anblick der Hülle fällt als erstes das coole Bandlogo von Tina Holzer ins Auge, welches sich super in das von Sylvia Sonja Wilhelm gezeichnete Artwork einpasst. Das Logo wirkt angenehm schroff und hat für mich ein leicht crustiges Flair gemischt mit Black Metal-Ästhetik, Dazu passt die apokalyptische Szenerie einer dem Untergang geweihten Zivilisation, präsentiert durch ein monumental wirkenden Kuppelbau. Das in S/W gehaltene Bild wirkt durch seinen schroffen, aber auch detaillierten Zeichenstil recht bedrückend. Sehr schön. Cool ist auch das Innenleben der Hülle, denn dort warten ein Sticker mit dem Bandlogo, ein Textblatt und ein kleines Heft auf euch. Das Heft halte ich für sehr gelungen, da es sehr geile S/W-Photos der Band, geschossen von Maria Gerlach und Werner Knorn, beinhaltet, die so richtig schön düster sind. Es wird uns also echt was geboten. Diese Liebe zu einem ansprechenden Erscheinungsbild macht sich übriges auch live bemerkbar, da auch dort versucht wird, ein stimmiges und zur Musik passendes Ambiente zu erschaffen, was der Band meiner Meinung nach in Göttingen auch gut gelang.
Hier sollte also niemand was zu mosern haben, denn die Band versucht nicht nur musikalisch in Erinnerung zu bleiben.
Wenn euch also eine gelungene Mischung aus MeloDeath und Black Metal mit einem leckeren Schuss Thrash mundet, solltet ihr Chaos Path wirklich mal anchecken, denn "The Awakening" ist echt eine coole Scheibe geworden. Am besten ihr ordert euch gleich ein Exemplar und unterstützt den Underground, den DIY-Spirit und eine hungrige Band, die es wissen will :).
Dann komme ich mal zu den Punkten. Die A-Seite kriegt von mir acht Punkte und die fette B-Seite kriegt neun Punkte, macht also 8,5 Punkte für "The Awakening".


8,5 Punkte


Songs:

A:
1. Doom 05:05
2. Kriig 04:28
3. Open The Gates 02:48
B:
4. Voices Of Bitterness 02:38
5. Over Your Threshold 03:22
6. The Awakening (Chaos Path Part 1) 04:55

Spielzeit: 23:16


ChaosPath is:

Ancient Weapon (Sermons of the Chaos Priest) – Vocals
God of Carnage (Noise of Thunder) – Guitars
Viides Ratsastaja (Six String Navigator) – Guitars
Richy Backfire (Deep Tunes of War) – Bass
Chaosblaster (Hammer of Destruction) – Drums

// Rudi

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