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Review zu Extremity - Coffin Birth - 253 Hits
disc Band: Extremity
Album: Coffin Birth
Genre: Death Metal
Rls. Datum: 20.07.2018
Label: 20 Buck Spin
Laufzeit: 40:11
Wertung: 8.5 / 10.0
 
Heute gibt es mal Todesblei aus den US and A und zwar von der Band Extremity. Die seit 2016 bestehende Truppe war mir bisher völlig unbekannt und bringt nun nach einer EP von 2017 ihren ersten Longplayer "Coffin Birth" unter die grabschändende Meute. Nach etwas Recherche las ich, dass Shelby Lermo (Gitarre/Gesang/Bass/Orgel/Piano) auch bei Vastum tätig ist. Jene erlebte ich mal in Göttingen und sie waren echt cool. Marissa Martinez-Hoadley (Gitarre/Gesang) war auch schon bei Exhumed und Repulsion tätig und Aesop Dekker trommelte zuvor bei Agalloch. Das macht natürlich neugierig. Bandname, Artwork und die eben erwähnten Bands erwecken den Eindruck, dass wir es hier mit einer Death Metal-Band zu haben und es sollte jetzt auch niemanden überraschen, dass dem tatsächlich so ist ;-).
Eines sei euch aber gleich gesagt: Wenn ihr euren Death Metal schön poliert, strukturiert und schnell ins Ohr gehend haben wollt, was ja auch geil ist, seid ihr hier eindeutig fehl am Platz. Warum? Hier regiert der räudige Dreck aus einem frisch geöffneten Grab einer längst zerfallenen Leiche :). Wer aber Gefallen an Incantation, Autopsy, den ersten beiden Carcass-Scheiben, dem Unleashed-Debüt, dem Death-Debüt, Repulsion, der zweiten und dritten Bolt Thrower, Carnage und Demilich findet, sollte sich bei Extremity sehr wohl fühlen :). Ihr seht, hier gibt es die alte Schule in ihrer urwüchsigen Form. Nach einem echt coolen Intro brettert die Band auch schon ohne Gnade los und ihr wisst sofort, was hier Phase ist. Natürlich ist das absolut nicht innovativ, was auch gewollt sein wird, aber dafür umso intensiver, und ihr müsst echt aufpassen, dass ihr beim Anhören von dieser Attacke nicht zu Brei geschreddert werdet! Die Songs sind echt ein Brett voller bösartiger Atmosphäre und fressen sich wie ein gieriger Zombie sofort in euren Schädel. Testet es ruhig mal aus und lasst diese Sturzflut der Verwesung gegen eure Brust klatschen! Ihr werdet nach Luft schnappen und gleichzeitig aufpassen müssen, dass euch der Madenstrom, welcher mit aller Macht versucht, in euren Mund zu gelangen, nicht ersticken lässt! Dead as fuck :)! "Coffin Birth" sollte euch also erfreuen :). Antti Bowman (Demilich) hat der Band auf dieser Scheibe übrigens auch einen Besuch abgestattet... das passt ja :).
Gesanglich begibt sich Shelby Lermo in die Abgründe seiner stinkigen Innereien, um sie euch, angereichert mit Magensäure, in eure Gesichter zu kotzen! Sein old schooliges Gegrunze ist schön derbe, kraftvoll, brutal und räudig, genau wie die Musick :). Unterstützung findet er in Marissa Martinez-Hoadley, die ihn mit allerlei fiesem Gekeife und garstigem Schreien begleitet und die gesangliche Intensität noch weiter anfeuert. Sehr geil :). Da kommt doch Freude auf :).
Wer hier nach der musikalischen Beschreibung tatsächlich noch eine moderne, glatte und gefällige Produktion erwartet, hat das Todesbleikonzept dieser Band nicht verstanden. Oakland´s Earhammer Studios zum Glück schon und haben sich offensichtlich auch ordentlich ins Zeug gelegt, denn der Sound ist dead as fuck :). Stellt euch grob eine Mischung aus "Onward To Golgatha", "Symphonies Of Sickness", "Where No Life Dwells", "Mental Funeral", "Horrified", "Warmaster" und "Nesphite" vor, dann habt ihr eine Ahnung, wie dieses Massaker so klingt. Hier regiert die absolut rohe und dumpfe Gewalt, die schön natürlich und ohne Kompromisse in eure Ohren brettern wird. Es geht also auch soundtechnisch grobschlächtig zur Sache, aber niemals so krass, dass es nur noch ein Brei wäre. Ich finde die Produktion wirklich ansprechend, da hier die Songs adäquat umgesetzt und nicht Opfer einer Plastikproduktion wurden :).
Ein Highlight ist auf alle Fälle das Cover von Andrei Bouzikov (Municipal Waste, Autopsy, Toxic Holocaust, etc), der eine echt morbide Interpretation des Albumtitels erschaffen hat :). Wie aus einem düsteren Horrorfilm entsprungen, präsentiert sich ein alptraumhaftes Motiv des Todes und des Wahnsinns, welches den Eindruck erweckt, als würde es uns gleich anfallen und vernichten wollten :). Ich bin vom dem Artwork wirklich sehr begeistert :). Es ist nicht nur das wirklich passende Motiv an sich, sondern auch der zugehörige Bildaufbau und das tolle Spiel mit den Farben :). Da hat die Scheibe ein piekfeines Erscheinungsbild erhalten :).
Extremity hauen mit "Coffin Birth" jetzt keinen Klassiker der Neuzeit raus, aber darum geht es ihnen auch nicht. Sie lieben und verehren das alte Todesblei, wollen diesem mit ihrer Musick huldigen und genau das ist ihnen wirklich gelungen :). Ihr erster Longplayer ist ein herrlich derbes, morbides und brutales Massaker, das euch sicherlich munden wird :). Mir persönlich gefällt "Coffin Birth" auf alle Fälle :).



8,5 Punkte


Songs:

1. Coffin Birth / A Million Witches 5:29
2. Where Evil Dwells 4:19
3. Grave Mistake 5:00
4. Umbilicus 5:00
5. For Want Of A Nail 5:24
6. Occision 3:22
7. Like Father Like Son 4:38
8. Misbegotten / Coffin Death 6:59

Spielzeit: 40:11

// Rudi

 ec

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