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Review zu Wilt - Faces Of The Grave - 364 Hits
disc Band: Wilt
Album: Faces Of The Grave
Genre: Death Metal
Rls. Datum: 17.02.2018
Label: None
Laufzeit: 36:58
Wertung: 8.0 / 10.0
 
Heute gibt es mal wieder Todesbleistoff aus Deutschland, genauer gesagt aus der Region Herford/Bielefeld. Es geht um die 2011 gegründete Band Wilt, die im Februar dieses Jahres nach ihrem Demo von 2016 nun ihren ersten Longplayer "Faces Of The Grave" veröffentlichte. Ich hatte die Band noch nicht auf meinem Radar, bis mir ihr Gitarrist Sascha auf einem von Lycanthropic Chants organisierten, abermals feinem Konzert im coolen s.v. Jugendhaus Ost in Wolfsburg die Promo seiner Band die Hand drückte. Seiner Bitte nach einem Review komme ich natürlich gerne nach.
Nach den ersten Tönen war auch gleich klar, dass hier Gevatter Tod den Taktstock schwingt und zwar in klassischer Manier. Wilt servieren uns also lecker Old School Death Metal :). Aber welche Richtung? Ich würde sagen, dass sich Matze (Vocals/Bass), Marko (Gitarre), Sascha (Gitarre) und Börgy (Drums) besonders in Schweden sehr wohl fühlen, aber auch gerne mal ein paar Tage in Birmingham verbringen. Stellt euch einen Cocktail aus Grave oder Traumatic mit Einflüssen von älteren Bolt Thrower und Benediction vor, um eine gewisse Vorstellung zu haben, was Wilt so für einen Sound zocken. Es erwartet euch also eine schön groovige und fette Todeswalze, straight und ohne viel Schnickschnack, im Bereich vom Midtempo bis zum durchgetretenen Gaspedal, die die Maden aus euren Ohren pusten will :). Ihre Herzen brennen für die alte Schule und die Jungs legen sich mit ihren vorhandenen Fähigkeiten echt ins Zeug. Dass sie Bock darauf haben, diesen Sound zu zocken und zu zelebrieren, ist der Scheibe auch anzuhören :). Das ist eh das Wichtigste, vor allem in einer Musikrichtung, die es schon so lange gibt und aktuell mit vielen Tonträgern beglückt wird. Die Band macht auch von Anfang an ordentlich Druck und weiß mich mit einfachen, aber effektiven Riffs zu überzeugen. Meine Beine und mein Kopf wippen erfreut mit den Rhythmen des Todes mit. Wie walzende, brutale und düstere Death Metal-Songs geschrieben werden, die auf Anhieb Laune machen, haben Wilt auf alle Fälle gelernt. Leider haben sich auf der Scheibe für meinen Geschmack aber dann doch ein paar Riffs eingeschlichen, die nicht ganz so überzeugen, den Songs etwas ihre Kraft nehmen und dadurch nicht mehr so auf den Punkt gespielt klingen. Das sollte euch aber nicht davon abhalten Wilt unbedingt mal abzuchecken, denn sie treten einen akkuraten Flächenbrand des Todes los, der mir trotz des erwähnten Mankos echt gut gefällt. Die geilen Parts überwiegen nämlich eindeutig :). Ich bin sowieso auf die weitere Entwicklung der Band gespannt. Warum? Einen Anteil in ihrer Musik habe ich noch nicht angesprochen und zwar die Momente, wenn sie den Dreh beim Songwriting so richtig raus haben und euch locker eure Beine wegreißen :). Total intensiv, brutal und mitreißend sind diese Stellen, welche mich sofort abgehen lassen :). Eine ganze Scheibe voll mit diesen hammergeilen Parts und es erwartet uns ein totales Massaker! Wenn ich mir die Entwicklung vom Demo zu "Faces Of The Grave" so anhöre, wird das der Band in Zukunft auch gelingen. Bis dahin könnt ihr euch von dieser Scheibe zuballern lassen :).
Gesanglich soll es dann natürlich auch in die Vollen gehen und dank der uns dargebotenen Stimme wird dies auch absolut gewährleistet. Der Herr malträtiert nämlich seine der Verwesung anheimgefallenen Stimmbänder ähnlich wie Jörgen Sandström :). Es klatschen euch also die gammeligen Fleischstücke, auf den die Maden gerade headbangen, massenhaft in euer Gesicht, während er seinen Mund öffnet, um schön rottig, derbe und old schoolig abzugrunzen :). So muss das :). Passt ja auch perfekt zur Musick :).
Dann komme ich mal zum Sound. Er ist jetzt nicht perfekt, aber er gefällt mir trotzdem echt gut, da er schön kratzig ist und für meinen Geschmack auch gut knallt :). Die Produktion ist herrlich roh, furztrocken, natürlich und hat was von einem Livesound, wie ich finde. Dadurch kommt die Dynamik der Songs gut zur Geltung und das schwedische Knarzen der Saiteninstrumente ist auch sehr elektrisierend. Beim nächsten Mal sollten nur die Gitarren etwas fetter aufgenommen werden, so dass die Todesbleipower noch besser rüberkommt :). Aber keine Bange, die Aufnahme ist trotzdem schön brutal und auch düster ausgefallen, wie es beim Death Metal auch sein sollte und muss :).
Ein Augenfänger ist auf alle Fälle das Cover von Timon Kokott Art-Work. Es sprach mich, nachdem ich die Promo überreicht bekam, sofort sehr positiv an :). In einem säulendurchzogenen Gewölbe mit leichten "Altars Of Madness"-Anleihen thront in der Mitte ein Sarkophag, bedächtig angebetet von einem Kutte tragenden Wesen. Mir gefällt nicht nur das schöne todesbleierne Thema des Bildes an sich, sondern auch der gelungene Kompositionsaufbau und die passend dazu gewählten Farbtöne. Als Ergebnis dessen könnt ihr ein geiles und zur Musik stimmiges Bild bestaunen :). Ein cooles Bandlogo gibt es natürlich auch, das vom Aussehen her auch einer Black Metal-Band gut zu Gesicht stehen würde. Sieht schnieke aus, das Teil, und macht echt was her :). Es wurde auch gut in das Artwork integriert und wirkt, da es leicht durchsichtig ist, schön gespenstisch :).
Ich hoffe, dass ich euch durch meine beiden kleinen Kritikpunkte nicht abgeschreckt habe, denn Wilt sind es echt wert, mal beide Ohren zu riskieren. Wenn ihr beim Abknabbern des gammeligen Fleisches von den Überresten eurer Nachbarn gerne druckvollen, brutalen und einfach gehaltenen Old School Death Metal hört, dann solltet ihr Wilt auf alle Fälle eine Chance geben :).



8 Punkte


Songs:

1. Out Of The Black 03:16
2. Any News 03:27
3. All Freedom Denied 02:49
4. The Blades Within 05:31
5. Faces Of War 03:52
6. Why So Serious? 05:31
7. A38 00:51
8. A-Maze-Ing Catch 22 03:13
9. Two-By-Four Prayer 03:00
10. Rise From The Grave 05:28

Spielzeit: 36:58

// Rudi

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