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Review zu Megalith - Gipfelstürmer - 1419 Hits
disc Band: Megalith
Album: Gipfelstürmer
Genre: Gothic Metal
Rls. Datum: 20.06.2008
Label: CMS
Laufzeit: 54:00
Wertung: 6.5 / 10.0
 
Wenn eine Band sich selbst MEGALITH und eines ihrer Alben „Gipfelstürmer“ nennt, kann man von einem gerüttelt Maß an Ehrgeiz ausgehen. Und den legt die Band um den früheren AGATHODAIMON-Gitarristen Hyperion denn auch auf mehreren Ebenen an den Tag.

Am auffälligsten ist dies sicherlich im Bereich der beinahe ausnahmslos deutschsprachigen Texte, welche sich auf eine ganze Reihe interessanter Inspirationsquellen von Kafka über Nietzsche und Heine bis hin zum Indianerhäuptling Noah Seattle beziehen. Mit ihrem Themenspektrum zwischen Zensur, korrupten Herrscherkasten, Vertreibung, Kampf um Freiheit des Geistes und Krieg im allgemeinen sowie zwischen verschiedenen Religionen setzen die sechs dem geneigten Hörer also alles andere als leichte Kost vor.
Musikalisch hingegen zeigen sich MEGALITH weit eingängiger. „Gipfelstürmer“ bietet meistenteils im Black Metal verwurzelten Gothic Metal mit einigen akustischen Einsprengseln sowie einem leichten Hang zum Symphonischen. Und da wird zunächst einmal ein echtes Lob fällig, denn im Gegensatz zu den allermeisten anderen Bands, welche in vergleichbaren Gefilden unterwegs sind, wissen MEGALITH, wie man ein Keyboard verwendet. Richtig, man setzt am Besten interessante Akzente damit, anstatt alles zuzuschwallen! Das funktioniert auf „Gipfelstürmer“ zumeist sehr gut und ergänzt die durch differenziertes Riffen im mittleren Tempo zum großen Teil groovenden Stücke. Gesanglich variiert man darüber zwischen gemäßigten Growls und klarem, in seiner klagenden Art durchaus an WOLFSHEIM erinnernden Männergesang. Letzterer kommt vor allem dann zum Einsatz, wenn die Musiker eine ruhigere Kugel schieben.

Und da erreichen MEGALITH, allen erkennbaren musikalischen Fähigkeiten zum Trotz, bisweilen eine Schwüle, dass mir der Schädel brummt. Namentlich „Ein Traum von Ende und Anfang“, „Aufbruch in die dunkle Nacht“ und das Bonusstück „Trail of Tears“ werden vermutlich jedem Feind aufwändiger Rüschenkleidung böse Migräne verursachen. Die Texte sind daran sicherlich nicht ganz unschuldig, denn obwohl in „Deutsches Herz“ die deutsche Neigung zu innerer Emigration und Weltschmerz kritisiert wird, pocht eben dieser Teil des deutschen Herzes auch auf „Gipfelstürmer“ recht vernehmlich. Möglicherweise bin ich ein Kulturbanause, weil ich den schwülstigen Stil wie er so gern im Gothicbereich gepflegt wird, weit geringer als die skizzenhaften Ergüsse TOTENMONDs, die abstrusen Wahngebilde BETHLEHEMs oder die hintergründigen und seltsamen Texte von OMA HANS schätze. Über nichts lässt sich nun einmal so gut streiten wie über Geschmack. „Gipfelstürmer“ ist eine musikalisch absolut solide Scheibe, aufgrund genannter Eigenheiten allerdings bei weitem nicht jedem zu empfehlen. Gothic-Fans mit Hang zu Gitarrenriffs bzw Metaller mit Hang zu gotischen Schwelgereien sollten einen oder nach Belieben auch mehr Punkte aufschlagen, alle anderen erstmal vorsichtig reinhören.

// untergangsmelder

 ec

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