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Review zu Siebenbürgen - Darker Designs & Images - 1634 Hits
disc Band: Siebenbürgen
Album: Darker Designs & Images
Genre: Melodic Black Metal
Rls. Datum: 05.09.2005
Label: Napalm Records
Laufzeit: 55 min
Wertung: 3.5 / 10.0
 
Schwedischer Melodic-Black Metal der Marke “Dark Funeral” - wenn auch deutlich kitschiger - dazu weibliche Gothic-Vocals, einen eingängigen Sound und natürlich das dazugehörige vampireske Gothic-Black Metal-Image sind nun wirklich nichts, was dem Hörer die Spucke wegbleiben lässt, schon gar nicht, wenn wirklich jeder Ansatz von Neuerungen ausbleibt. Auch lyrisch bleibt man dem Erfolgsrezept treu, was bereits Titel der Marke “Rebellion”, “As Legion Rise” und “A Nights Eternity” vermuten lassen, die in der Form auch aus der Feder von Cradle of Filth, Graveworm oder den bereits erwähnten schwedischen Nachbarn von Dark Funeral hätten stammen können. Waren diese anno 1997 und 1998 bei den dem Debut “Loreia” und dem Nachfolger “Grimjaur” noch komplett in schwedisch gehalten, so wechselte man anno 2000 mit “Delictum” zum Englischen, behielt dies bei dem ein Jahr später veröffentlichten “Plagued be thy Angel” bei und änderte daran bis heute nichts, auch wenn “Skuggor” schwedischen Ursprungs sein mag und auf dem Digi-Pak ein neu eingespielter Demo-Song mit dem Titel “Ut Ur Graven” enthalten ist.

Die 1994 ins Leben gerufenen Siebenbürgen jedoch als eine Mixtur aus klassischem Heavy Metal und brutalem Death Metal zu beschreiben, wie es ihr Label Regain Records tut, ist schlicht und ergreifend peinlicher Etikettenschwindel, denn was “Dark Designs and Images” zu bieten hat, ist nichts weiter als eher unterdurchschnittlicher, kitschig klischee-behafteter schwedischer Melo-Black Metal, der nur durch einige anständige Ansätze wie beispielsweise den eingängigen Opener “Rebellion” glänzen kann. Die Song-Struktur ist möglichst simpel gehalten, auf ein paar Zeilen düsterer Märchenstunde folgt der Refrain, daraufhin wird die Geschichte fortgeführt, erneut gefolgt vom leicht wiederzuerkennenden Refrain, auch wenn “Rebellion” doch etwas gezügelter wirkt, als er ursprünglich geplant war, denn was seit Monaten von der offiziellen Webseite heruntergeladen werden konnte, klang deutlich härter und fieser und auch im Klang nicht derart dünn wie in der finalen Version. Auch mit “As Legion Rise” folgt man dem selben Pfad den der Opener einschlägt und greift erst mit “A Crimson Coronation” die Stimme von Erica Roos auf. Oft überschneiden sich der weibliche Gesang, – bei dem die Sängerin scheinbar verzweifelt versucht Nightwish-Frontfrau Tarja zu kopieren - sowie das Krächzen von Marcus Ehlin, was bei “Skuggor” auch ganz gut klingt.

Allgemein ist die Art wie die düster-lyrischen Ergüsse vom Frontmann gekrächzt werden sehr gelungen - jedenfalls was die Betonung angeht - obwohl Marcus mit Sicherheit zu mehr akustischer Bosheit in der Lage ist und spätestens nach den ersten zwanzig Minuten des insgesamt beinahe eine Stunde andauernden Albums die Langeweile Überhand gewinnt. Absolut null Dynamik im Gesang kann langfristig einfach nicht begeistern. “Born under a Black Sun” tönt auch nicht anders, bis auf kurze, tiefe und verzerrte Sprechgesangs-Passagen, die den Song jedoch nicht zu retten vermögen und bis auf das kurze Gitarren-Solo gegen Ende zieht einfach alles am Hörer vorbei. Ob das Fünftett schlichtweg zu lernresistent ist oder einfach das einspielt, was ihnen gefällt, wird sich so einfach wohl nicht beantworten lassen, doch auch “Of Blood and Magig”, der mittlerweile siebte Song, wenn man das kurze Intro mitzählt, langweilt nur noch. “Remnants of Ruin” beginnt mit einem kurzen Akustik-Part, driftet dann jedoch ab, zu einem im schnelleren Mid-Tempo gehaltenen und von Ericas Gesang absolut dominiertem Langweiler, der langsam auch dem größten Fan klar machen sollte, dass es mittlerweile schwer fällt, noch aufmerksam zuzuhören.

“Harvest for the Devil” ändert daran genauso wenig, auch wenn die Blondine hier zeigt, dass sie auch andere Stimmlagen beherrscht, als das aufdringliche Pop-Gezeter der vergangenen Songs. Retten tut dies den Song zwar nicht, zeigt aber das Potenzial auf. “Forged by the Devil” kommt hingegen ohne die weiblichen Gesang aus, ist aber struktuiert, wie der Rest der Scheibe und erhält nichts weiter als das Prädikat “anhörbar”, auch wenn gegen Ende erneut ein stimmiger akustischer Part für den nötigen Ausklang sorgt, um mit dem von Fans benannten Instrumental-Stück “Summoner of the Unseen” das Ende des Albums anklingen zu lassen.

Im Digi-Pak hingegen sind noch zwei weitere Songs enthalten. Zum einen der balladeske Bonus-Song “A Nights Eternity” und die neu aufgenommene 2005-Version von “Ut Ur Graven”, die dem Demo “Ungentum Pharelis” entspringt. Ob es am Digi-Pak liegt, dass die ursprünglich angekündigte Track-List nicht mit der hier vorliegenden übereinstimmt, wird sich wohl erst zum offiziellen Release klären lassen. Angeblich soll sich nämlich “A Nighty Eternity” zu der normalen Track-Liste gesellen, während “Skugger” den Status des Bonus-Songs einnimmt. Auch sonst ist die Reihenfolge nicht die des am 5. September erscheinenden Albums.

Letztendlich ist man jedoch froh, die Scheibe hinter sich zu haben. Hier und da gefallen zwar einige Riffs, Drum-Parts und Gesangs-Strukturen, aber wenn ein Album eintönig, langweilig und nervig klingt, die Musiker sich permament selbst kopieren, dabei auch noch halbherzig vorgehen, dann kann daraus kein gutes Album werden, schon gar nicht, wenn jegliche Abwechslung fehlt. Die Gothic-Fraktion wird hier sicher ihren Spaß haben, wer jedoch anspruchsvolle Schwedenschwärze erwartet, der wird enttäuscht. Empfehlen kann man “Rebellion” und “As Legion Rise”, der Rest ist unterer Durchschnitt.

// Hünengrab

 ec

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