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Review zu Omega Massif - Geisterstadt - 716 Hits
disc Band: Omega Massif
Album: Geisterstadt
Genre: Doom Metal
Rls. Datum: 2007
Label: Radarswarm
Laufzeit: 44,01
Wertung: 8.5 / 10.0
 
Instrumentalplatten sind ja nicht jedermanns Sache. Ich muss da zwangsläufig an das hyperaktive Gefiedel der ganzen vermeintlichen Gitarrengötter denken, mit denen uns Mr. Mike Varney Ende der Achtziger so penetrant auf den Sack gegangen ist. (Ja, ja – früher war eben doch nicht alles besser...). Glücklicherweise haben OMEGA MASSIF (den Namen lass ich jetzt einfach mal unkommentiert) mit diesen Saitenakrobaten genau so viel zu tun wie NIGHTWISH mit Metal: GAR NIX.
Ebenso wenig versuchen die vier Würzburger Jungspunde, uns in der Tradition abgehalfterter Gitarrenlegenden mit episch-süßem Märchenmetal zu verzaubern, bei dem der Heldentenor durch ein schwülstiges Keyboard-Orchester ersetzt wurde.
Nein, hier gibt es fiesen Slow-Motion-Metal, der wahrlich gar nichts Schönes oder Erbauliches vermitteln mag. Ob man das Ganze nun als Doom-Metal oder Sludge oder SloMoCore bezeichnen will, ist mir persönlich völlig Latte – ohne Gesang ist das ja ohnehin schwerer einzuordnen.

Obwohl die Songs größten Teils reichlich lang ausgefallen sind und ein gewisses Maß an Monotonie durchaus als stilprägendes Moment eingesetzt wird, gelingt es OMEGA MASSIF einerseits, einen durchgehenden Spannungsbogen aufzubauen, andererseits jedoch jedem Song seine ganz eigene Note zu verleihen:
„In der Mine“ ist ein bösartiger, pechschwarzer Lavastrom, der mich ganz gewaltig an die guten alten WINTER erinnert, soundtechnisch auch an BOLT TROWER zu „Realm Of Chaos“-Zeiten. Und vielleicht kennt ja noch irgendwer das Debüt-Album einer schleimigen Brit-Pop-Band names PARADISE LOST...
„Geisterstadt“ würde optimal in einen alten Sergio-Leone-Film passen, „Nebelwand“ spannt einen zunächst einmal mit fünfminutigem TIAMAT-Outro-ähnlichem Geklimper auf die Folter, um anschließend in bester AMEBIX-Manier alles plattzuwalzen, während „Unter Null“ eher in die NEUROSIS-Kerbe kloppt.
Das folgende „Arcanum“ ist für meinen Geschmack der Tiefpunkt der Scheibe; der Song wirkt etwas unentschlossen, lediglich die dezenten SAINT VITUS-Anleihen wissen zu überzeugen.
Der Rausschmeißer „Exodus“ kommt da schon viel straighter daher, vielleicht ein wenig CROWBAR-mäßig, mit geilen hypnotischen Gitarren, wieder sehr schön fies – einer dieser Songs, bei dessen Genuss sich das Gesicht zwangsläufig zu bizarren Grimassen verzerren muss!

Abgesehen von ein paar Stellen, die man sicherlich noch etwas hätte straffen können also eine geile Scheibe. Allerdings muss man dafür schon in der richtigen Stimmung sein (also irgendwo zwischen Hass, Wut und Verachtung...) und unbedingt den Volume-Regler auf „elf“ drehen. So ein Sound muss einfach weh tun!

Das Booklet ist zwar etwas dünn ausgefallen, passt aber optisch perfekt zur Mucke.

Kurz: unbedingt antesten!!


// Korgüll the Exterminator

 ec

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