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Review zu Dark Fortress - Stab Wounds - 1004 Hits
disc Band: Dark Fortress
Album: Stab Wounds
Genre: Black Metal
Rls. Datum: 21.06.2004
Label: Black Attakk
Laufzeit: 69 min
Wertung: 6.5 / 10.0
 
Mit der letzten im Jahr 2003 veröffentlichten Scheibe „Profane Genocidal Creations“ bewies das deutsche Sechstett um Frontkrächzer Azathoth eindrucksvoll, dass man es beherrscht, ein atmosphärisch-düsteres Album zu fabrizieren, ohne dabei zu sehr nach genre-verwandten Artgenossen zu klingen. Zwar wird auch mit „Stab Wounds“ das Black Metal-Rad nicht neu erfunden, doch bis Dark Fortress zu einem billigen, klischee-vernarbten Aufguss verkommen, vergehen hoffentlich noch ein paar Jährchen.

Jedenfalls fällt direkt nach dem Einlegen der CD auf, dass sie nichts an Härte verloren haben, denn „Iconoclasm Omega“ feuert direkt und ohne Kompromisse aus den Boxen, was sich durch die nachfolgenden vier Songs durchzieht. Schnell, schraddelig und finster, so schien hier die Devise beim Einspielen zu lauten. Ab „Despise the Living“ hingegen wendet man sich eher dem depressiven, das Leben verachtenden Teil der „Stab Wounds“ zu, denn hier scheint man sich nur auf die Atmosphäre konzentriert zu haben, die man erschaffen wollte. Zwar durchaus gelungen, doch auf Dauer etwas zu eintönig und übertrieben in die Länge gezogen.

Vielleicht hätte man die ersten vier Songs etwas auf der Scheibe verteilen sollen, anstatt nach vier ausgezeichneten Genickbrechern ein paar Gänge runter zu schalten. Natürlich heisst das nicht, dass Songs wie „A mignight Poem“ und „Rest in Oblivion“ akustische Schlaftabletten sind, ganz im Gegenteil. Auch hier duellieren sich die höhenlastigen Gitarren, doch erreicht man nicht die Komplexität der ersten vier Kracher. Es mangelt dem neuen Output jedoch etwas an Ausgewogenheit, die ich beim Vorgänger so geschätzt habe.

Dennoch sind das nur minimale Mängel, die den Hörer nicht davon abhalten, das Scheibchen mehrfach durchzuhören, ohne in einen komatösen Zustand der Langeweile zu fallen. Mit „Like a Somnambulist“ hingegen haben die Schwarzmänner sich wohl gehörig von Varg Vikernes' Ein-Mann-Projekt "Burzum" inspirieren lassen, denn größtenteils hätte dieser Titel auch auf „Filosofem“ besagter Band stehen können. Durch krankes, verzweifeltes Gekreische, das zweifelsohne auch von Varg selbst hätte kommen können, gepaart mit simplen, sich anfangs permanent wiederholenden Riffs wird hier eine Atmosphäre erzeugt, die man nur selten zu spüren bekommt. Gegen Ende jedoch verfällt man wieder dem Mid-Tempo, was den Genuss etwas schmälert.

„Sleep“ hingegen, wenn auch als Ausklang für das Album gedacht, verbreitet nichts als pure Langeweile und kostet das Album einen wertvollen Punkt und auch das Katatonia-Cover „Endtime“, dass als Bonus-Track der Limited Edition beigelegt wurde, weiß nicht wirklich zu gefallen, auch wenn ich gestehen muss, das Original nicht zu kennen.
Eine recht solide Scheibe ist "Stab Wounds" trotz der Mankos, nur kann sie es mit dem Vorgänger nicht aufnehmen. Dafür dem Label "Black Attakk" die Schuld in die Schuhe zu schieben, wie mir desöfteren zu Ohren kam, ist jedoch eher unpassen, das es sich hier schlichtweg um eine Band handelt, die sich noch im experimentellen Entwicklungsstadium befindet und man während dieser Zeit sicher den ein oder anderen Titel verhunzt. Dass sehr gute Ansätze vorhanden sind, steht ausser Frage, eben so wird sicher nicht das letzte Mal sein, dass man den Namen "Dark Fortress" hört.

// Hünengrab

 ec

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