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Review zu Cataleptic - The Tragedy - 449 Hits
disc Band: Cataleptic
Album: The Tragedy
Genre: Death/Doom
Rls. Datum: 01.10.2021
Label: F.D.A. Records
Laufzeit: 46:04
Wertung: 9.0 / 10.0
 
Heute verschlägt es uns mal nach Finnland. Dort haben sich F.D.A. Records eine mir bisher unbekannte Band namens Cataleptic an Land gezogen. Bereits 2003 gegründet, gibt es nach zwei Line Up-Wechseln im letzten Jahr nun ihren dritten Longplayer names "The Tragedy". Laut Metal-Archives spielen Mitglieder dieser Band auch bei Solothus, Corpsessed und Gorephilia, was mich doch gleich umso mehr aufhorchen ließ, nachdem mich die Kombi Finnland/F.D.A. eh schon neugierig gemacht hatte. Ich war also sehr gespannt, was für einen Sound Sami Iivonen (Gitarre/Gesang), Thomas Kulmbacher (Gitarre), Tami Luukkonen (Bass) und Juha Karjalainen (Drums) wohl so zocken würden :). Wegen ihrer anderen Bands hatte ich doch eher derbere Kost im Sinne, aber ich wurde schnell eines Besseren belehrt. Ist das nun schlecht? Absolut nicht, denn was ich auf "The Tragedy" so zu hören bekam, mundet mir doch sehr :).

Was erwartet euch? Grob umschrieben, spielt die Band schon Death/Doom Metal, aber nicht von der ganz heftigen Sorte, und peppt das Ganze noch mit Gothic Metal, bevor er kitschig wurde, und düsteren, rockigeren Elementen auf :). Klingt verlockend und ist es auch. Ich denke mal, dass sich "The Tragedy" am besten im Umfeld von My Dying Bride ("The Light At The End Of The World"/"Dreadful Hours"), Paradise Lost, Katatonia bis zur "Brave Murder Day" und Saturnus verorten lässt. Das Debüt "With Tragedies Adorned" von Yearning oder auch ein Schuss Legenda, um mal im Heimatland der Band zu bleiben, werfe ich dazu auch noch in die Runde. Das lässt schon erahnen, dass wir es hier nicht mit nur schwerer und kriechender Musik zu tun haben. Doomig ist das Ganze natürlich, und zwar durch und durch, aber die sechs wirklichen tollen Songs dieser Scheibe geben sich nicht nur tragisch, düster und kriechend, sondern auch sehr dynamisch, kraftvoll, voller Energie und zuweilen auch sehr angriffslustig. So richtig geil wird es jedes Mal bei den gern genutzten Melodien, die teils episch, aber hauptsächlich mit einem melancholischen Unterton daherkommen und einfach nur packend und ergreifend sind :). In diesen Momenten zeigen Cataleptic ihr ganzes Können und servieren uns intensive und einfach nur schöne und tief unter die Haut gehende Augenblicke. Herrlich :)! Hört euch alleine mal nur den ersten Song an und ihr wisst, was ich meine :). Es ist auch wirklich toll, zu spüren und zu hören, wie sehr Cataleptic hinter ihrem Sound stehen und wie sehr sie darauf aus sind, geile Songs voller Feuer und Dramatik zu schreiben :). Langweilig wird euch bei diesen Songs mit ihrem packenden und variablen Songwriting so schnell auf alle Fälle nicht :). Ich habe mir "The Tragedy" jetzt auch schon mehrfach mit Freude angehört und ich denke, dass dieses sicherlich noch öfter passieren wird, denn die emotionale Ausstrahlung der Musik ist einfach zu betörend :).

Sehr ansprechend und absolut passend finde ich auch Samis Gesang, der einerseits brutal, aber auch voller Trauer, Verzweiflung und Wut ist, und somit die Emotionen der Musik gekonnt in seiner Stimme vereint :). Das Ganze klingt wirklich sehr intensiv und eindringlich und vor allem authentisch. Es ist so, als würde er alles, was der Protagonist seiner Texte fühlt und was ihm widerfährt, förmlich durchleben. Egal ob er leicht grunzig, rockig, angriffslustig oder zerbrechlich und schmerzerfüllt seinen Gesang erklingen lässt, es passt immer genau zu der Stimmung des Momentes und intensiviert ihn dadurch noch :). Herrlich :). Im dritten Song gibt es noch einen Gastbeitrag eines gewissen Renne Korppila, der vom Anblick her echt eine Kampfmaschine ist, weshalb es ja ganz gut passt, dass er in dem Song die Rolle des "Slavemaster" inne hat. Im 2., 3., 4. und 6. Songs meldet sich dann noch der sogenannte Cataleptic Hooligan Choir zu Worte, der mich leicht an Backgroundshouting wie bei Type O Negative erinnert.

Soundtechnisch ist bei so einer Art von Musik natürlich nicht von einem totalen Inferno auszugehen. Das ist auch gut so, denn sonst würden ja so einige tolle Momente im Leichenschleim verschütt gehen. Aufgenommen und produziert von Matti Mäkelä (Corpsessed, Profetus, Tyranny) im Furnace 5034 und gemastert durch Henri „Trollhorn“ Sorvali im Trollhouse Audio erwartet euch eine echt gelungene, kräftige, voluminöse und zeitgemäße Produktion :). Aber keine Bange, denn zeitgemäß ist hier zum Glück nicht mit sterilem und überproduziertem Standardbrei gleichzusetzen :). Der Gesamtsound ist sehr ausgewogen und differenziert, wodurch alle Instrumente und der Gesang schön zu hören sind, ohne sich gegenseitig zu stören oder sich die Kraft zu nehmen. So wird es den ordentlich bratenden Gitarren, dem wummernden Bass und dem drückenden Schlagzeug erlaubt, das Feuer der Songs mit all ihrer Wut, Melancholie, Kraft und Zerbrechlichkeit noch mehr zum Lodern zu bringen und uns so die ganze Palette an dargebotenen Emotionen auch zu 100% klar und eindringlich spüren zu lassen. Gefällt mir echt gut :).

Das Artwork von Lauri Laaksonen (Desolate Shrine, Convocation) widmet sich thematisch den Texten dieser Scheibe und so sind auf einem öden Feld ein verlassener Helm, der sehr an griechische Exemplare der Antike erinnert, und ein von einem Schwert durchbohrter Schädel zu erblicken, während im Hintergrund stürmische Wolken und etwas durchdringende Sonne zu erkennen sind. Das Artwork besticht also durch wenige Elemente, die aber durch den Malstil und die erdigen und metallischen Farbtöne sehr düster und eindringlich wirken. Es bedarf also nicht viel, um eine bestimmte Stimmung zu erschaffen :). Da passt es auch ganz gut, dass das Artwork auf der Hüllenrückseite auch nochmal zu sehen ist, wobei das Bild hier größer ist und die Farben etwas heller sind. Für das Layout des Booklets hat ArtWars-Mediadesign Fragmente des Covers so genutzt, dass alle Texte und Credits gut zu lesen sind. Dazu gibt es dann noch ein Bandphoto von Matti Mäkelä. Für Ende November sind auch LPs geplant für alle, die den Tonträger lieber auf Vinyl haben möchten. Das Artwork wird in dem größeren Format sicherlich auch sehr gut rüberkommen. Den Rundling gibt es dann in Schwarz (200 Stück) und zu je 100 Stück in Gold, Orange oder Rot :).

Auf ihrem dritten Album "The Tragedy" präsentieren uns Cataleptic eine tolle melodisch-melancholische, aber auch wütende DoomDeath/Gothic Metal-Mischung, eingebettet in packendes und abwechslungsreiches Songwriting, welches sofort zündet. Wer noch einen passenden Soundtrack für die kommende dunkle Jahreszeit sucht, wird hier sehr gut aufgehoben sein.


9 Punkte


Songs:

1. Alpha Strike 06:11
2. Disarmed. Disowned. Betrayed 07:57
3. Whipped To Drudgery 03:08
4. Lost 05:29
5. Recompense In Death 10:25
6. To Burn This World (Omega Campaign) 12:54

Spielzeit: 46:04

// Rudi

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