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Review zu Eremit - Bearer Of Many Names - 529 Hits
disc Band: Eremit
Album: Bearer Of Many Names
Genre: Doom/Sludge
Rls. Datum: 11.06.2021
Label: Transcending Obscurity Records
Laufzeit: 66:25
Wertung: 10.0 / 10.0
 
Ein alles durchdringendes Dröhnen erfasst meine Umgebung und letztendlich auch mich selbst und ich finde mich im wohltuenden, harmonischen Vibrieren der Welt wieder. Es ist soweit... Eremit aus Osnabrück sind zurück :)! Nachdem ich es zeitlich leider nicht schaffte, ihre letztjährige, sehr geile EP "Desert Of Ghouls" zu besprechen, war es mir ein umso größeres Anliegen, dieses mit ihrem im Sommer, wieder bei Transcending Obscurity Records erschienenen zweiten Longplayer namens "Bearer Of Many Names" nachzuholen :).

Das musste auch unbedingt sein, denn Moritz Fabian (Gitarre/Gesang), Pascal Sommer (Gitarre) und Marco Bäcker (Drums) haben wieder eine monumentale Soundlandschaft erschaffen, sogar noch ergreifender und intensiver als zuvor und es wurden absolut keine Kompromisse eingegangen! Drei Songs in 66 Minuten und davon der erste gleich knapp 30 Minuten lang sprechen für sich! Wie ein alles überschattendes, den Himmel ankratzendes und den Horizont vereinnahmendes Gebirge presst sich voller gewaltiger Macht Eremits eigene Doom Metal/Sludge-Interpretation aus euren Boxen heraus und wird euch eurer Sinne berauben! Zu Beginn durchwandert ihr aber die ersten sechs Minuten von "Bearer Of Many Names" nur von einer ruhigen Gitarre begleitet, um anschließend 2,5 Minuten lang durch ein blackmetallisches Inferno, das ich so nicht erwartet habe, zu irren und zu Boden geschleudert zu werden! Krasse Sache. Geschunden durch diese brachiale Attacke rafft ihr euch aber durch die Kraft tonnenschwerer Riffs und wuchtigem Drummings wieder auf, denn ihr wollt den Rest der Scheibe ja auch noch erkunden. Zu verlockend ist auch dieser Sound, dem ihr nicht entkommen könnt und wollt! Das Trio lebt und atmet diese Musik mit jedem Atom ihrer Existenz und es ist einfach nur herrlich und ergreifend, wie sie aus einem Minimum an Riffs und Rhythmen so einen gewaltigen, intensiven, alles durchziehenden und verschluckenden Klang erschaffen, der eure Neuronen wie ein gewittriger Rausch erfassen wird :)! Hier wird jeder Moment bis zum Maximum zelebriert und ausgekostet, ohne dass der Spannungsbogen unterbrochen wird oder es langweilig und fade wirkt. Genial! Natürlich ist das hier nicht jedermenschens Musik und zum Nebenbeihören sind Eremit auch nicht gedacht, aber wenn ihr euch auf diese Band und "Bearer Of Many Names" einlasst, werdet ihr reich belohnt werden :). Ihre Musik wirkt tief, sehr tief beim Anhören und ich bin wirklich jedes Mal absolut ergriffen, wenn diese enorme Kraft und Energie der Songs sich in meinem Hirn entfaltet... vor allem wenn der Gesang dazu auch noch einsetzt :). Der absolute Genuss... und während euch Moritz, Marco und Pascal, inklusive eines sehr coolen Vier Minuten-Solos von ihm, voller Hingabe an das Ende ihres letzten Songs geleiten, freut ihr euch schon berauscht darauf, die Scheibe gleich wieder zu hören :).

Textlich dreht es sich wie schon beim Debüt und der EP weiterhin um die abenteuerliche, packende und vom Schicksal vorherbestimmte Reise des Eremiten Umno, dem auf dem Wasser Geborenen und Letzten seiner Art, durch die Sphären seines Kosmos, dem einzig allein für ihn existierendem Schwert und seiner Aufgabe, die Welt zu verändern. Wenn ihr genaueres zu Moritz' fantastischer Geschichte erfahren wollt, solltet ihr versuchen noch das "Pamphlet II" zu bekommen, in dem die ganze Story, die bisher auf den Tonträgern erzählt wurde, zusammengefasst ist. Soweit ich weiß, wird es auch noch mal eine Auflage davon geben. Inmitten der bereits arg gelobten akustischen Erschütterung der Welt überlässt er seiner Geschichte dann auch die Kontrolle über seine Stimmbänder und lässt ihr freien Lauf! Seid ihr schon durch die Songs entrückt, wird dieser Zustand durch den Gesang wahrlich noch intensiviert :). Markerschütternde, hysterische und herrlich intensive, nachhallende Schreie, schwarzmetallisches Gekeife, immer wieder dieses geile überdrehte Aufheulen und tiefes, aus dem Innersten heraus quellendes, derbes Gegrunze sind die Wege, mit denen die Geschichte uns ihren Verlauf auf beeindruckende Art und Weise mitteilen möchte. Bombastisch! Die jeweilige Intensität der verschiedenen und immer passend eingesetzten Klangfarben seiner Stimme ist wirklich enorm und entfacht in meinem Kopf ein herrlichen und stürmischen Funkenflug zwischen meinen Synapsen :). Einfach nur ergreifend, vor allem in Fusion mit der Musik entsteht ein Klangkosmos, der in mir ein befriedigendes und befreiendes Gefühl erschafft. Ich bin begeistert :)! Beim ersten Song gibt sich übrigens noch Daniel Droste von Ahab die Ehre.

Und was passt zu dieser Musik besser als ein alles zermalmender, gewaltiger, sehr natürlicher, erdiger und alles durchdröhnender Sound? Genau, nichts Anderes, und da Eremit für diese Scheibe wieder bei Role und der Tonmeisterei zu Oldenburg einkehrten, ist dieses wie bei den bisherigen Veröffentlichungen natürlich auch wieder gegeben und für meine Ohren sogar noch besser als zuvor :)! Der herrlich rohe, intensive und lebendige Gesamtsound kann auf "Bearer Of Many Names" noch mehr Kraft und Wucht entfalten und wirkt wie eine heftige und kompakte Druckwelle, die euren ganzen Körper erfasst und heftig vibrieren lässt :). Die grandios knarzigen und krächzenden Gitarren, lassen nicht nur das Fehlen eines Basses vergessen, sie entfachen ein feuriges Röhren voller Seele und bilden zusammen mit dem donnernden Schlagzeugsound das Fundament für diesen intensiven Sound und wirken zusammen mit dem Gesang, der durch die Produktion um einiges mehr zur Geltung kommt, als wollen sie alles erfassen und in Ekstase versetzen :).

Eure Augen werden auch wieder auf das Beste bedient und das fängt schon beim im wahrsten Sinne des Wortes phantastischen Artwork an, für das wieder Mariusz Lewandowski verantwortlich ist :). Zu sehen ist eine Szenerie aus der Story, in der sich Ungȏ, der Träger vieler Namen, in seinen Hallen Udun-ba, dem sich erholenden Eremiten Umno nähert, um mit ihm zu kommunizieren und ihn zu lehren. Ich finde dieses Bild wirklich phänomenal gut :). Dieser Zeichenstil, diese Wesen, diese Umgebung, diese Farben, diese Atmosphäre, einfach atemberaubend :)! Es ist einfach herrlich, dieses Kunstwerk anzublicken und zu staunen :). Genial! Dazu gibt es wieder das kultige Logo von Hagiophobic, welcher auch für die sehr gelungenen restlichen, nicht auf dem Cover befindlichen Illustrationen verantwortlich ist, und die von mir so geschätzte das Artwork umrahmende, jugenstilhafte Ornamentik. All das zusammen ergibt eine echt grandiose Optik :). "Bearer Of Many Names" gibt es einmal als edles, zu beiden Seiten aufklappbares Digipack und als 2-LP-Gatefold. Im Inneren des Digipacks könnt ihr Umno und Ungȏ nochmal vergrößert bestaunen, was durch den metallischen Effekt, der das ganze Digipack überzieht, einfach nur geil aussieht :). Auf der Außenseite gibt es die bereits erwähnten Illustrationen. Dazu gibt es ein kleines Booklet mit allen Texten, Illustrationen und einem kultigen Bandphoto von Ani Levottomuus, gebettet in ein ansprechendes Layout von TG Rantanen. Klasse :)! All das eben Beschriebene gilt komplett für die Gatefoldaufmachung, nur dass der Inhalt CD-Booklets auf die Hülleninnenseite übertragen wurde. Wie bei Transcending Obscurity Records üblich, gibt es die Rundlinge in verschiedenen Farben und beide Tonträgervarianten auch wieder als Boxen mit allerlei Gimmicks. Ihr habt also die Qual der Wahl :). Wie schon zu erlesen, hat dieser Release für mich persönlich eine der Musik sehr gerecht werdende optische Abrundung erhalten :).

Eremit erschaffen mit ihrem dritten Werk "Bearer Of Many Names" wahrlich mächtigen Slugde/Doom Metal, der sich wie ein riesiger und kolossaler Monolith gen Himmel streckt und dessen erhabene Kraft und Intensität euch Liebhaber*innen dieses Sounds sofort erfassen, nicht mehr loslassen und euch mit einem zu tiefst zufriedenen Lächeln im Gesicht zurücklassen wird.


All Swords Burn... 10 Punkte!


Songs:

1. Enshrined In Indissoluble Chains And Enlightened Darkness 29:22
2. Secret Powers Entrenched In An Ancient Artefact 18:36
3. Unmapped Territories Of Clans Without Names 18:27

Spielzeit: 66:25

// Rudi

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