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Review zu Unburial - Bellum Internecinum - 1126 Hits
disc Band: Unburial
Album: Bellum Internecinum
Genre: Melodic Death Metal
Rls. Datum: 27.06.2021
Label: Suffer Productions
Laufzeit: 47:29
Wertung: 9.0 / 10.0
 
Heute verschlägt es uns nach Spanien, genauer gesagt auf die Balearen in die allseits bekannte Stadt Palma de Mallorca. Aber keine Bange, wir sind nämlich nicht für den von einigen Touristen an jenem Ort bevorzugten Standardunsinn anwesend :)! Grund unserer Reise ist die dort ansässige Band namens Unburial, die, 2006 gegründet, bisher zwei Longplayer, "Bellum Internecinum" aus dem Jahr 2010 und "The Dogs Of War" von 2018, vorweisen kann. Bis vor kurzem mir noch unbekannt, hat sich diese Wissenslücke dank Marc von Depression zum Glück geschlossen, denn er hat das Debüt über sein Label Suffer Productions als LP wiederveröffentlicht :). Vom aktuellen Line Up, Toñejo (Drums), Eva (Gitarre), Juan (Gitarre), Javi Scera (Bass) und Joan Rigo (Gesang), sind auf dem ersten Longplayer die beiden zuletzt genannten Herren aber nicht mit am Start. Damals schwang noch ein Herr namens Noé das Mikro und die Basssaiten zupfte ein gewisser Marc :). Ich denke mal, ihr könnt hier eins plus eins zusammenzählen, aber unabhängig davon, war es eine tolle Idee, die damals auf 500 Stück limitierte und über Godeater Records veröffentlichte Scheibe nochmal an den Start zu bringen, denn die Musik ist echt cool :).

Was ist wohl bei dem Band- und Labelnamen, der Mitarbeit eines Depression-Mitglieds und einem Albumtitel, der übersetzt "Vernichtungskrieg" bedeutet, für Musik zu erwarten? Heftiges Death/Grind-Gemetzel oder fieses Black Metal-Geballer? Ich war vor dem ersten Reinhören bei Youtube, als die Promo noch nicht hier war, auch sehr gespannt und wurde doch sehr überrascht. Negativ? Mitnichten, denn das, was mir entgegenschallte, war astreiner und saugeiler, old schooliger Melo Death/Black Metal der skandinavischen Schule :). Total klasse, auf sowas fahre ich doch, wie viele andere auch, sehr ab :). Vor allem, wenn es wie bei Unburial von Anfang zündet, mich packt und mir ein zufriedenes Lächeln ins Gesicht zaubert :). Als Haupteinflüsse sind für mich eindeutig Dissection, aber auch Unanimated auszumachen :). Dazu gesellt sich auch eine Prise der Marke Gates Of Ishtar, A Canorous Quintet, Eucharist oder auch At The Gates, wie ich finde :). Beim Hören dieses feurigen Mixes wird euch sicherlich die ausgeprägte brutalere und blutigere Note des melodischen Svenska Dödsmetall-Sounds auffallen, der meiner Meinung durch das Integrieren von Desultory- und early Edge Of Sanity-Einflüssen entsteht :). Geil! Das Salz in der Suppe bei diesem Sound sind natürlich die Melodien und diese sind wirklich toll geworden :). Egal ob episch, melancholisch und schwärzlich, sie werden euch sofort packen und eure Herzen schneller schlagen lassen! Die zu hörenden und schön ausgespielten Melodiebögen wirken im Gegensatz zu denen vieler MeloDeath/Black Metal-Bands, die so ab der zweiten Hälfte der 90er auftauchten, weniger tänzelnd-verspielt, sondern sind in der Regel straighter und mehr auf den Punkt gebracht, was den Songs eine treibendere Kraft verleiht und dem Death Metal-Anteil dieses Cocktails zu verdanken ist. So oder so zocken Unburial richtig geile, abwechslungsreiche Musik, deren Rerelease sich wirklich lohnt :). Natürlich ist das hier nicht innovativ, das will aber auch keiner, vor allem die Band nicht. Die will einfach nur mit Hingabe, Herzblut und metallischem Feuer in ihren Adern genau die Musik spielen, die sie selber so begeistert und das ist ihr wirklich gelungen. Hört selber rein und spürt die Energie, die von dieser Scheibe ausgeht :). Passend dazu huldigt Unburial ihren Faves von Dissection durch eine Coverversion ihres Klassikers "Where Dead Angels Lie"! An sich schon piekfein, aber die Band hat meinen Ohren nach durch ihre Art des Einspielens noch eine leichte Eigennote einfügen können :). Ein echt gelungener Abschluss für eine wirklich coole Scheibe, die auch in Zukunft immer wieder mal bei mir rotieren wird und mich dazu veranlasst, mir auch mal den zweiten Longplayer "The Dogs Of War" mal anzuhören :).

Wer bei dieser Musik eher typisch gekreischten Gesang erwartet, wird zu Beginn sicherlich überrascht sein, denn bei Unburial gibt es so richtig schön derbes Gegrunze und Gekotze mit ordentlich Power in der Lunge :). Jörgen Sandström lässt grüßen :). Wer glaubt, dass das nicht zu der melodischen Schiene der Band passt, wird schnell eines Besseren belehrt werden und von dieser Kombi sehr angetan sein, denn sie zündet mit einer heftigen Sprengkraft :). Sehr geil. Der Mann hat aber auch ein Organ! Voller Inbrunst und heftiger Brutalität grunzt er uns knurrig und düster eine gnadenlosen Blutflut gleich seine Texte über römische Kriege, Konflikte und Schlachten entgegen. Dazu passt seine Stimme wirklich optimal und der Kontrast zwischen den tollen Melodien und seiner Stimme weiß mir auch sehr zu gefallen, da beides dadurch intensiviert wird :).

Ursprünglich im Herbst 2009 von Drummer aufgenommen und gemixt, bekam "Bellum Internecinum" für den Rerelease von Toñejo nochmal ein neues Mastering verpasst. Der Gesamtsound klingt für meine Ohren schön natürlich, erdig und ausgeglichen, was der Scheibe wirklich gut zu Gesicht steht :). Die Atmosphäre und der Brutalität der Musik wird selbstverständlich auch bedacht und so erwartet euch richtig geiles deathmetallisches Old School-Feeling voller Feuer :). Das Ganze geht, wie nicht anders zu erwarten, vom Sound her sehr in die MeloDeath/Black-Ecke, kann aber auch hier den schon im Songwriting vorhandenen brutaleren Schweden-Flow nicht verleugnen, weshalb alles etwas voluminöser und weniger klirrend-kalt klingt. Stellt euch eine etwas wuchtigere und derbere Soundvariante von "In The Forest Of The Dreaming Dead" vor, dann habt ihr ungefähr, wie die sehr gelungene Produktion dieser Scheibe so klingt :). Für mich persönlich passt sie ausgezeichnet, da sie das Feeling solcher Musik in der ersten Hälfte der 90er sehr gut einfängt und mir ein breites Grinsen ins Gesicht zaubert :). Top!

Optisch wurde das Debüt auch überarbeitet. Die ursprüngliche sehr gelungene und in Farbe zu sehende (allem Anschein nach) römische Legion, die ihrem Feldherren in die Schlacht folgt, nachdem sie die im Hintergrund zu sehende Stadt in Brand setzt, ist einer S/W-Zeichnung von Yiyi Dark Art gewichen und sieht sogar noch etwas cooler als das ursprüngliche Artwork, finde ich. Zu sehen ist auch wieder eine römische Legion, die aber dieses Mal selbst, und nicht wie in der alten Version der Feind, zum Opfer des Vernichtungskrieges wurde. Das Ganze sieht echt mega und spooky aus, wie sich die materiellen und körperlichen Reste der einst so stolzen römischen Legionäre nun in einer von Sturm gepeitschten und von Raben umkreisten Landschaft des Todes türmen. Mit gefällt auch dieser detailreiche, aber zugleich auch schroffe und leicht unscharf-verschwommene Zeichenstil sehr gut. Das macht echt was her und versprüht eine geile Atmosphäre des Niedergangs. Dazu gibt es dann das aktuelle, an die Ästhetik des römischen Reiches angepasste Logo von Infecta.es, und rundet den visuellen Ersteindruck gekonnt ab. Auf der Hüllenrückseite gibt es dann aber auch noch das ursprüngliche, deathmeallischere Logo, gezeichnet vom Goreminister (Kadaverficker), welches wie eine Krone über dem geilen Bandphoto thront. Das Photo, der Hintergrund der Hüllenrückseite und die einzelnen Photos der Bandmitglieder auf dem Inlay wurden alle von einer Dame namens Magda 2009 auf dem Areal der Nekropole De Son Areal, einer prähistorischen Gräberstätte auf Mallorca, geschossen! Nur geil, auf sowas stehe ich ja total und die Bilder sind wirklich alle Killer und passen super zum Death Metal :). Geil :)! Dann weiter zum erwähnten Inlay. Neben den Photos und den Credits zum Release gibt es auf der entsprechenden Seite noch das originale Artwork plus Infos zum ersten Release zu sehen. Auf der anderen Inlayseite gibt es dann alle Texte, die euch etwas in die römische Kriegsgeschichte einführen :). Das komplette Layout ist übrigens von Artwars-Mediadesign und somit mal wieder bestens und die Hülle und das Inlay sind aus richtig schön dicker und griffiger Pappe :). Zusätzlich gibt es auch noch Sticker und das aktuelle Cover in Kombination mit dem alten Logo als DIN A2-Poster dazu :). Das auf 333 Stück limitierte Vinyl gibt es übrigens 200 mal in Schwarz und 133 mal, kaum überraschend, in Blutrot :). Ihr seht also, dass ihr nicht nur musikalisch hervorragend bedient werdet :).

Mit dem Rerelease von "Bellum Internecinum", dem Debüt der aus Mallorca stammenden Band Unburial, präsentieren uns Suffer Productions packenden, brutalen und intensiven MeloDeath/Black Metal, der mit seinem schwarzen Feuer, den geilen Melodien und todesbleierner Kraft Fans dieser Art von Musik sehr begeistern sollte. Hört rein und lasst euch von der Energie, die die Band für diesen Sound empfindet und verbreitet, anstecken, mitreißen und begeistern :).


9 Punkte :)


Songs:

1. Numantia 06:08
2. Ferrum Ignitum 06:28
3. Carrhae 06:16
4. Sit Tibi Terra Levis 05:19
5. Condemned To Oblivion 05:12
6. Twilight Of The New World 06:04
7. Invictus 05:36
8. Where Dead Angels Lie (Dissection-Cover) 06:26

Spielzeit: 47:29

// Rudi

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