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Review zu Endseeker - Mount Carcass - 425 Hits
disc Band: Endseeker
Album: Mount Carcass
Genre: Death Metal
Rls. Datum: 16.04.2021
Label: Metal Blade Records
Laufzeit: 35:48
Wertung: 10.0 / 10.0
 
Sooooo... Hunger... mal schauen, was es in der Konservenabteilung so Feines gibt. Labskaus... neee. Hering in der Dose... ach neee. Oh, was ist denn das? Geil, es gibt endlich den saugeilen Endseeker-Eintopf wieder! Aha, mit verbesserter Rezeptur. "Mount Carcass"-Flavor. Klingt vielversprechend, immerhin hat mir die "The Harvest"-Würzung ja auch mega gemundet und für ordentlich Feuer in meinem Gedärm gesorgt :). Dann mal schnell eingetütet und zu Hause fix kosten. Meine Fresse, war das gut, da MUSS ich mir gleich Nachschub besorgen, das geht nicht anders :). Noch besser als bei der Vorgängeredition :)!
Glück auf, werte Leser*innen meiner in Schrift gebrachten Gedanken! Wie ihr eben lesen konntet, bescherten uns die Hamburger Premium-Death Metaller von Endseeker wieder einen neuen Longplayer. "Mount Carcass" sein Name und bereits die zweite Scheibe bei Metal Blade. Nach noch nicht mal zwei Jahren (da wurde wohl die uns allen verordnete, pandemiebedingte Zwangspause gut genutzt) gibt es also den Nachschlag zum Knaller "The Harvest". Ein Schnellschuss? Wie ihr nach meiner Einführung schon vermuten konntet, erwartet uns wieder ein megageiles Album! Da die Scheibe bereits im April rauskam, wisst ihr das eventuell ja schon, aber Werbung für dieses Killeralbum kann es ja nicht genug geben :).

Die Truppe legt auch gleich ohne Kompromisse los und zeigt sofort, wie heiß sie darauf ist, ihre Version des von uns so heiß geliebten Svenska Dödsmetalls zu zocken, und treten vom ersten bis zum letzten Moment ein total intensives Inferno los, dem ihr nicht entkommen könnt und vor allem absolut nicht wollt :). Warum? Das Songwriting ist meiner Meinung nach jetzt noch fokussierter, kompakter und auf den Punkt gebracht. Das Ergebnis sind absolut packende Premium-HM2-Granaten voll totaler Death Metal-Power, die den Spirit der damaligen Zeit durch und durch atmen und leben, aber zu keinem Zeitpunkt verstaubt oder ausgelutscht wirken, sondern frisch und voller Leben sind :)! Das, was wir hier hören, ist definitiv Herzblutmusik von Menschen, die diesen Sound lieben, sich ihm hingeben und sich tierisch freuen, dass sie die Möglichkeit haben, das auch ausleben zu dürfen :). "Mount Carcass" versprüht das jederzeit zu 666%. Und mal Butter bei die Fische... genau dafür lieben wir Todesbleifreaks die Jungs doch auch so sehr :). Denn nur so entsteht überzeugende Musik, die uns bewegt und nicht mehr loslässt. Diese Mischung aus straightem HM2-Stoff wie early Entombed, Carnage und vor allem Dismember kombiniert mit dem Groove von "Wolverine Blues", "To Ride, Shoot Straight..." oder "Soulless" und betörenden Melodiebögen inspiriert von Dismember, Desultory, Unanimated, At The Gates oder Desultory plus etwas Bolt Thrower- und "Heartwork"-Flair ist auch einfach nur unwiderstehlich :). Was für herrlicher Stoff - und noch viel geiler ist, dass sich diese Scheibe nicht abnutzt, mich immer wieder aufs Neue begeistert und mir einfach nur die pure Freude in mein mein Herz bringt, welches beim Hören von "Mount Carcass" aufgeregt auf und ab hüpft und derbe abbangen möchte :). Einfach nur hin- und vor allem mitreißend :). Alles wirkt wie aus einem Guss, ist schön brutal, mitreißend, intensiv und einfach ein betörendes Todesblei-Feuerwerk, das zu jeder Zeit einfach nur grandios ist und sofort zündet :)! Spieltechnisch ist auch alles top, denn Jury und Ben bringen mit ihrem präzisen Riffing ihre Gitarren förmlich zum Glühen, während Eggert mit seinem wummernden Bass und Herr Kummert mit seinem wuchtigen Drumming die Friedhofserde ordentlich durchschütteln. Perfekt aufeinander eingespielt entsteht ein brodelnder und vernichtender Svenska-Lavastrom, der gnadenlos durch das Land zieht :). Auch hier ist zu merken, dass es der Band einfach nur darum geht, bestmöglich und mit Freude ihren Lieblingssound zu zelebrieren.

Für Endseeker typisch gibt es natürlich auch wieder einen Coversong, der euch am Ende dieses grandiosen Albums erwartet. Hatte die Band schon beim letzten Mal mit "Symphony Of Destruction" damit gebrochen, Death Metal-Songs zu covern, wird auf dieser Scheibe gar kein Metal-Song neu interpretiert. Als würdiger Abschluss gibt es auf "Mount Carcass" das Main-Theme des John Carpenter-Klassikers "Escape From New York", vielen auch bekannt als "Die Klapperschlange". Eine sehr interessante Sache, wie ich finde. Wird die Hauptmelodie im Original von Synthesizern getragen, übernehmen hier die Gitarren diese Aufgabe, und es entsteht ein düsteres, hymnisches und brutales Instrumental, welches euch gekonnt aus dieser Scheibe heraus geleitet, nur damit ihr sie erneut starten könnt :). Was Anderes bleibt HM2-Fanatiker*innen bei diesem Release gar nicht übrig. Aber was rede ich... ihr werdet es ja sicherlich bereits selber erlebt haben :).

Lenny Faces ist auch wieder absolut heiß darauf, seine coolen Texte (vor allem "Count The Dead" ist sehr gelungen) unter das gierige, todesbleierne Volk zu bringen. Dieses hegt nachdem die Instrumentenfraktion es ihnen schon ordentlich besorgt hat natürlich hohe Erwartungen an MC Onkel Fester und meiner Meinung nach wird er niemanden von euch enttäuschen :). Mit einem hohen Maß an Intensität und Brutalität verlassen die Worte seinen Mund und gehen trotz der Heftigkeit seiner Stimme nicht in einem Brei unter, sondern sind jederzeit klar verständlich. Das lässt mich nicht zum ersten Mal an Jörgen Sandström zu "Soulless"-Zeiten denken. Beide agieren ähnlich, wobei Jörgens Stimme etwas kratziger ist, während Lenny im Gesamten kompakter klingt. Auf alle Fälle macht es mir richtig Spaß, seinem kraftvollen und hasserfüllten Gegrunze und Geschrei zuzuhören, während er zusammen mit dem Rest der Band perfekt aufeinander abgestimmt und mit der Wucht eines Schlages auf eure Ohren niedergeht und ihr selig dabei lächeln werdet :).

Konnte mich "The Harvest" schon mit einem geilen Sound begeistern, haben Endseeker auf "Mount Carcass" auch hier noch einen draufgelegt. Meine Fresse, was für ein HM2-Genuss :)! Abermals mit Eike Freese in Chameleon Recording Studios aufgenommen, gemixt und gemastert, erwartet euch das volle Death Metal-Brett mit schwedischer Grundnote :). Was ist anders an der Produktion der neuen Scheibe, dass sie mir noch besser mundet? Der furztrockene Gesamtsound ist jetzt noch kompakter, dichter, erdiger, differenzierter und hat mehr Tiefe bekommen. Dadurch knallen Endseeker meiner Meinung nach jetzt noch wuchtiger, heavier und kraftvoller aus euren Boxen als bisher schon :). Einfach nur geil. Die Gitarren haben jetzt noch mehr Energie und strahlen so eine herrliche HM2-Kreissägen-Atmosphäre aus, dass mir ganz warm ums Herz wird :). Der Bass knarzt auch herrlich und intensiv und dazu gibt es einen sehr geil natürlich klingendes Schlagzeug. Das macht doch mal Laune. Mittendrin in diesem sehr räumlichen Sound erklingt dann auch noch der Gesang :). Herrlich. Der Spirit der frühen Svenska-90er wurde für meine Ohren perfekt eingefangen, ohne verstaubt zu klingen, und zeigt wie geil und voller Seele dieser Sound auch in einer zeitgemäßen Produktion sein kann, ohne dabei steril und/oder überproduziert zu klingen. Top! Auch hier klingt alles wie aus einem Guss und verbindet sich zu einem machtvollen, intensiven und vor allem feurigen Lavastrom, der alles platt macht, was in den Weg kommt :). Totale Todesbleipower :)!

Sehr geil ist auch wieder die Aufmachung geworden und ich war sicherlich nicht der erste, der beim Anblick der coolen Covercollage an z.B. Napalm Death gedacht hat :). Das Cover von Markus "Bart" Grasseck ist auch wirklich klasse geworden und erstreckt sich beim Digipack und der Gatefold-LP über die Vorder- und Rückseite. Das Ganze bricht auch etwas mit der bisherigen visuellen Präsentation der Band, wobei aber schon "The Harvest" von der beliebten gory S/W-Zeichnung abwich und eher etwas von einer Anatomiezeichnung oder einem entsprechenden Gemälde aus der Renaissance hatte. Bestach dieses Bild durch Minimalismus, ist das neue Artwork genau das Gegenteil. Das ist aber nicht schlimm, denn Markus' Collage wirkt auch trotz der vielen Details niemals überladen oder optisch überfordernd :). Der uns dargebotene "Mount Carcass" ist echt ein Hingucker geworden. Inmitten einer durch einen Grabstein begrenzten dystopischen, knochenbleichen Landschaft aus Skeletthaufen, zertrümmerten TV-Geräten, Patronenhülsen und Geld erhebt sich der titelgebende Berg blutrot aus dieser Landschaft empor und wirkt fast schon wie ein Mahnmal, hinter dem sich ein schwarz-blauer, stürmischer Himmel auftut. An ihm selbst versuchen sich Menschen auf seinen Gipfel zu ziehen und scheitern, wie die Skelette zeigen, dabei kläglich. Übrig bleiben nur gequälte Seelen am Fuße des Berges. Ein echt geiles, düsteres und auch kritisches Motiv, das mich auch durch sein schroffes Erscheinungsbild sehr anspricht. Dazu das Bandlogo von Szpadjel und fertig ist ein echt cooles Eyecatcher-Artwork für eine supergeile Scheibe :). Das Digipack und das zugehörige Booklet sind übrigens aus Pappe/Papier mit einer sehr angenehmen Haptik :). Wird bei der Vinylhülle sicherlich genauso sein. Das CD-Booklet wird auf der Vorderseite vom Cover geschmückt, während auf der Rückseite alle Credits zu finden sind. Im Booklet gibt es dann alle Texte handgeschrieben von Ben, die als Hintergrund nicht nur Artworkfragmente haben, sondern auch sehr coole, thematisch passende Illustrationen von Dom Valecillo als Akzentuierung aufweisen :). Sieht echt top aus. Dazu gibt es dann noch ein feines Bandphoto und fertig ist die visuell sehr gelungene Präsentation dieser Knallerscheibe. Ob das Photo beim Vinyl dabei ist, kann ich leider nicht sagen, da ich im Internet auf entsprechenden Postings nichts entdecken konnte. Dafür ist der Rest, wenn ihr das Gatefold öffnet, komplett am Start :). Außerdem gibt/gab es den Rundling dann auch noch, neben Schwarz, in verschiedenen Ausführungen und zwar in Dunkel-Violett und Marmorierungen in Rot, Grün und Orange jeweils mit Schwarz vermischt. Mein werter Nachbar Linse vom Twilight Magazin eine Straße weiter hat die orange Version und sie sieht echt mega aus :). Dazu gibt es noch das Logo als geilen Aufnäher und einen Downloadcode :). Alles natürlich streng limitiert, da ist wahrlich Eile geboten, um noch ein Exemplar abzubekommen.

Endseeker haben mit ihrem dritten Longplayer "Mount Carcass" einfach nur alles richtig gemacht, festigen nicht nur ihre Position auf dem HM2-Friedhof, sondern bauen diese noch weiter aus und mischen ganz weit vorne in der Riege der Svenska Dödsmetall-anbetenden Bands mit! Herzblut, Hingabe und geile Songideen ergeben ein Killeralbum, an dem für euch Freaks, die auf diesen Sound so stehen, definitiv kein Weg vorbei führt!


H(a)M2(burg) is the law... 10 Punkte!!!


Songs:

1. Unholy Rites 04:06
2. Merciless Tide 04:37
3. Bloodline 04:18
4. Mount Carcass 03:21
5.Count The Dead 04:40
6. Cult 04:08
7. Moribund 04:03
8. Frantic Redemption 03:28
9. Escape From Nee York (John Carpenter) 03:07

Spielzeit: 35:48

// Rudi

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