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Review zu Casket - Urn - 791 Hits
disc Band: Casket
Album: Urn
Genre: Death Metal
Rls. Datum: 04.06.2021
Label: Neckbreaker Records
Laufzeit: 33:05
Wertung: 9.0 / 10.0
 
Geilo, geilo... es gibt neuen Stoff aus dem Hause Neckbreaker Records! Martin Quast hat mal wieder zugeschlagen und sein Verlangen nach geilem Stoff auf seinem Label befriedigt, und zwar mit niemand Geringerem als dem deutschen Death Metal-Underground-Urgestein Casket aus Reutlingen! Knaller :)! Da ist die Freude doch groß. Einmal, dass Casket ja echt geile Mucke zocken, und dann noch, dass sie bei so einem Herzblut-Label untergekommen sind. Also Hingabe und Liebe zum Todesblei auf beiden Seiten. Beste Voraussetzungen also für einen coolen Release, und da wir hier über Neckbreaker Records sprechen, wird die Sammelwut in uns natürlich auch akkurat befriedigt werden :). "Urn" nennt sich die neue Scheibe, die uns Schorsch (Gitarre/Gesang), Susi (Bass) und Marinko (Drums) hier als schön vergammelte und arg ranzige Geburtstagstorte servieren. Warum Geburtstag? Casket hatten letztes Jahr ihr dreißigjähriges (!) Jubiläum, was das Trio natürlich mit uns zusammen entsprechend zelebrieren möchte :). Dazu erwarten uns auf "Urn" fünf brandneue Songs und drei Livesongs vom 11. Piece Of Loin Festival aus dem Jahr 2019 als zusätzliches Leckerli auf der CD. Und ab dafür!

Das Trio fackelt auch nicht lange, sondern legt sofort damit los, ein wahres Todesbleifeuer loszutreten :). Meine Güte was für ein Brett die neuen Songs geworden sind. Ich finde ja bei Casket immer geil, dass sie einerseits eher etwas technischer daher kommen, aber im selben Moment diese rohe und primitive Death Metal-Urgewalt zelebrieren :). Stellt euch vor, wie ihr chirugisch präzise und fingerfertig von ihnen seziert werdet, während euch gleichzeitig eine grobe Faust voller Wucht zu Matsch prügelt :)! Und zum Schluss springt das Trio nochmal voller Wucht auf euch herum :). Ein Genuss :). Auf "Urn" haben sie diesen diesen Spagat über die ausgehobene Friedhofsgrube noch intensiviert, wie ich finde :). Die Brutalität und Intensität ihrer fünf neuen Stücke ist wahrlich beeindruckend und zimmert mir ein breites Grinsen ins Gesicht :). Das herrlich dynamische und kraftvolle Material wird euch mit seinen sehr griffigen Rhythmen sofort packen und eure Leiber zum Zucken und Abgehen animieren. Diese Kombi aus intensiven Straight Forward-Geholze und derbem Midtempo mit geilem Groove ist aber auch unwiderstehlich. Jedenfalls geht es mir beim Lauschen dieser Todesbleikracher so. Nicht nur das technische Können und die Heftigkeit stimmen hier, sondern auch die Atmosphäre. Denn während des Anhörens umhüllt die düstere und morbide Ausstrahlung der Lieder wie ein nebliger Geist euer Hirn und erweckt in euch das Gefühl, ihr würdet euch in einer stinkigen, schleimigen und erschreckenden Hölle befinden, in der kannibalische Barbaren sich schon auf euer Fleisch freuen! Ich bin auch jedes Mal wieder begeistert von der urwüchsigen Kraft des neuen Materials, welches uns abwechslungsreich und gekonnt die alte Schule durch unsere Ohren bläst. Es ist aber auch wirklich schade, dass es nur fünf neue Songs sind, denn von Material dieser Qualität hätte ich liebend gerne noch mal so viele Stücke gehabt, um meinen Schädel mit einem Longplayer pulverisieren lassen. Bis dahin erfreue ich mich an "Urn" und dem darauf zu hörenden Death Metal, welcher voller Liebe zu diesem herrlichen Sound komponiert wurde :). Das Trio zockt nicht umsonst schon drei Dekaden diesen Stil und gibt sich seinem Wahnsinn hin! Schorsch, Susi und Marinko haben halt Todesblei statt Blut in ihren Adern und das ist der muSICK auch anzuhören! Wer sich die CD holt, kann bei den Bonustracks auch gleich noch lauschen, wie dieser Enthusiasmus live so klingt :).

Dann mal auf zum Gesang, und bei dem, was ich da höre, muss Schorsch echt aufpassen, dass ihm, bei dem Druck den er aufbaut, nicht seine Innereien wegplatzen! Meine Fresse, was für fettes, derbes Gegrunze und Gekotze mir hier entgegenschallt, herrlich :). Der General Of Fermenting Innards And Exploding Guts hat also mal wieder voller Inbrunst zugeschlagen :)! Herrlich intensiv, rottig und bösartig klingt dieser gesungene Horror, der auch, wie die Musik selber, so richtig schön finster und brutal rüberkommt :). Dieser eitrige und blut- und madengetränkte Verbalexzess ist wirklich genau das Richtige für den Casket-Sound und lässt das Gesamtergebnis noch um einiges heftiger und wuchtiger erklingen als so schon. Ich bin entzückt :).
Zum Geburtstag kommen natürlich auch Gäste vorbei und so haben sich Ralf Haubersson (Revel In Flesh/Heads For The Dead) beim Song "Amnesia" und ein Herr namens Roman Thyzorn Schönsee beim Song "To Seperate The Flesh From The Bone jeweils eingefunden, um ein rottiges Ständchen zum Besten zu geben :). Romans Name kam mir irgendwie bekannt vor, aber ich konnte ihn nicht einordnen, also mal schnell bei metal-archives recherchiert und fündig geworden. Herr Schönsee war zu "Twinableblood"-/"Unpop"-Zeiten Bassist bei Pyogenesis :). Daher wehte also mein Wind der Erinnerung. So viel dazu und nun weiter...

... zum barbarischen Mördersound, der ein richtiger Schlag mit einem mit rostigen Nägeln gespickten Handschuh in die Fresse ist. Witzigerweise vom eben erwähnten Roman im Found Sound Music gemixt und gemastert, nachdem Schorsch die Studiotracks aufgenommen hat. Roman hat übrigens bei oben erwähnten Pyogenesis-Alben nicht nur mitgespielt, sondern diese auch produziert. Er ist also auch hier schon länger im Geschäft. Es lässt sich auf alle Fälle schon nach den ersten Sekunden sagen, dass die rohe Urgewalt der Songs total gut eingefangen und umgesetzt wurde. Meine Güte, was für ein brutaler und alles zermalmender Hassklumpensound! Total geil :). Hier wurde nichts auf schön, aalglatt und Plastikproduktion getrimmt. Hier knallt euch eine unverfälschte, ehrliche und brachiale Soundwand entgegen, die eure Leiber mit aller Macht ins Schwingen geraten lässt! Totale Death Metal-Power voller Feuer, Seele und Energie! Alles klingt schön lebendig, erdig und natürlich. Sei es die kratzige und fette Gitarre, der herrlich dichte und knarzige Bass oder der furztrockende und drückende Drumssound. Alles top und mittendrin der Gesang, der zusammen mit den Instrumenten mit aller Kraft gegen euren Trommelfelle ballert. Top :)! Der Klang der Livebonussongs der CD fällt jetzt leicht dagegen ab, was aber bei der Soundwand der Studiosongs jetzt auch kein Wunder ist. Das soll aber nicht heißen, dass die Liveaufnahmen Mist sind. Das nun wirklich nicht, denn Jonas Hillmann serviert uns einen herrlich krachigen Sound. Ein bisschen erinnert mich der Spaß an eine ungehobeltere Version des Krachers "Grey Misery" von Disgrace :). Kann ja dann also nur geil klingen :). Mir macht dieses derbe und brutale Liveflair jedenfalls echt Spaß beim Hören. Für alle CD-Besitzer*innen auf alle Fälle ein feines, zusätzliches Leckerli des Todes, was genauso knallt wie der Studiostoff :).

Und wie präsentiert sich diese musikalische Rottigkeit so optisch? Einfach nur umwerfend, wie ich finde :). Das beginnt schon mit dem megageilen Artwork von Roberto Toderico Art :). Was für ein cooles Death Metal-Motiv, und vor allem was für eine geile zeichnerische Umsetzung! Da hat der Herr mal wieder alles aus seinen eitrigen Fingern herausgesaugt :). Zu sehen ist eine Nekropole, so wie ich sie mir vorstelle :). Ein Haufen enthusiastischer rottiger Skelette, in Bewegung gehalten von monströsen Därmen und diverser anderer tierischer Knochenteile preschen in bester Partystimmung aus der unheiligen Erde empor, um "Urn" Tribut zu zollen :). Diese wird von den Untoten umgarnt, die wie die Motten das Licht umschwirren. Kein Wunder, denn nicht nur die muSICK auf "Urn" ist top, sondern diese leuchtet auch noch verheißungsvoll in dieser Szenerie auf, in der nur die Umrahmung und der titelgebende Sarg prächtig erstrahlen, während die restlichen Darstellungen in einem gräulichen Schieferton erscheinen :). Das Ganze sieht echt super aus, ist total geil und schön detailreich gezeichnet :). Auf der Rückseite des Booklets und der CD-Hülle gibt es dann noch eine weitere geile und sehr beeindruckende gory Zeichnung, und zwar von MXM Rock-Art, in der sich die Band passend zur Feier und ihrem Alter ;-) schön vergammelt und schleimig präsentiert. Das bereits bekannte Bandlogo wurde übrigens in beide Zeichnungen schön integriert :). Auf der Hüllenrückseite gibt es dann zusätzlich noch die Trackliste und das Bandlogo in drei Teile zerschnitten. Höchstwahrscheinlich eine Anspielung auf das Trio selber und das dreißigjährig Jubiläum. Letzteres wird dann auch noch im Booklet akkurat zelebriert :)! Denn neben den Texten und den Credits zeigt sich die Band an sich, wie die eben erwähnte Logo-Variation, schön seziert (Bandphoto: Martin Kramer), um uns passend zu einer Zeitreise zu entführen, in der uns alle Artworks ihrer Veröffentlichungen, eine Menge Konzertflyer- und Poster und jede Menge Photos präsentiert werden. Genial, auf so etwas stehe ich ja total :)! Als Abrundung gibt es das Artwork dann auch noch mal auf der CD direkt, und fertig ist damit schon mal die arschgeile CD-Version (500 Stück) :). Vinyl (45 rpm) gibt es, wie bereits erwähnt, natürlich auch wieder und zwar als geiles Gatefold, auf dem ihr das Cover und die CD-Bookletrückseite euch noch mal richtig fett großformatig reinschieben könnt :). Klappt ihr das Vinyl auf, gibt es quasi das komplette Booklet zu sehen Es fehlen nur die alten Artworks, und das Bandphoto wird in seiner ursprünglichen Version gezeigt. Toll sieht es aber trotzdem aus, denn wie bei der CD auch war hier Rai Wolters (Raw Skull Recordz) für das Layout zuständig, und der Mann weiß, was er tut. Das Vinyl gibt es dann nicht nur in Schwarz (111 Stück) sondern auch 222 mal in einer killermäßigen violett-goldenen Marmorierung! Damit aber nicht genug, denn wir haben es ja mit Martin zu tun, und Herr Quast haut bei seinen Releases gerne auf den Putz, weshalb es eine ganze Armada an Textilien gibt. Das Cover als Frontmotiv und zwei verschiedene Rückendrucke bilden das Fundament für Shirt und Longsleeve in Schwarz, Weiß und den Farben Rot und Grün! Krasse Sache, und alles sieht killermäßig aus! Dann mal viel Spaß beim Shoppen ov Death, ihr Freaks :)!

Casket ballern uns zu ihrem dreißigsten Geburtstag mit "Urn" wirklich hammergeilen, derben, mitreißenden und herrlich brutalen Old School Death Metal um unsere Ohren, die bei diesem Killerstoff nicht nur vor Freude anfangen zu glühen :)! Technisch versiert und in Kombination mit ungestümer "Auf die Fresse"-Rhythmik schreddert sich das Trio voller Inbrunst durch die siffige Friedhofserde und animiert die dortigen Bewohner zu einem heftigen Totentanz :).


Happy Re-Birthday... 9 Punkte!


Songs:

1. Bombing Graves 04:25
2. The Rope 03:54
3. Amnesia 04:17
4. To Seperate The Flesh From The Bone 05:12
5. Final Predicament 03:26
6. Onwards To Destruction (Live) 04:26
7. Kill The Red Lamb (Live) 04:24
8. Faces Of The Dead (Live) 03:27

Spielzeit: 33:05 (CD) / 21:14 (LP)

// Rudi

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