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Review zu Blessed Child - Monolith - 1399 Hits
disc Band: Blessed Child
Album: Monolith
Genre: Heavy Metal
Rls. Datum: 12.02.2021
Label: None
Laufzeit: 25:14
Wertung: 8.0 / 10.0
 
Hallo Leute, heute verschlägt es uns tatsächlich mal direkt nach Braunschweig, denn von dort aus treibt seit kurzer Zeit eine Band namens Blessed Child ihr Unwesen, die im Februar in Eigenregie ihre Debüt-EP "Monolith" veröffentlicht hat, um die es hier dann auch gehen soll. Auch wenn die Band an sich neu ist, sind die Bandmitglieder keine Neulinge in der Szene, da Steve Kaya (Gesang), Jens Jäschke (Leadgitarre), Marco Walther (Rhythmusgitarre), Holger Neu (Bass) und Michael Grunert (Drums) schon in Bands wie Our Souls, Level666, Despised, Blutgericht, Moonshine Barrel Project oder Malachai in Erscheinung traten bzw. treten. Als eine Freundin bei mir anfragte, ob ich für die Band ein Review schreiben könnte, war ich natürlich neugierig, da mich der Bandname erst überraschte, aber auch schnell an alten Metal erinnerte, was durch das Logo auch bestätigt wurde. Nach einer Hörprobe im Internet habe ich auch fix zugesagt, denn der Sound war doch sehr ansprechend :).

Blessed Child bezeichnen ihre energiegeladene Musik selber als groovebetonten Heavy Metal mit Thrash-Einschlag, was die Sache wirklich sehr gut trifft :). Diese Kombination aus coolem und griffigem Thrash Metal sowie kraftvollem, traditionellem und groovigem Heavy Metal, der sich gerne mal an der NWOBHM orientiert, aber meiner Meinung nach gerade im Midtempobereich auch Einflüsse aus dem Power Metal bezieht, macht echt Laune. Blessed Child kochen daraus nämlich ein scharfes Süppchen, das echt zu munden weiß :). Bezogen auf den Thrash Metal gibt es nicht nur schnellen Bay Area-mäßigen Stoff, von dem es für meinen Geschmack ruhig noch um einiges mehr sein darf, sondern auch geiles Midtempo im Sinne von Sacred Reich oder auch den Briten von Xentrix. Gerade deren Werke "For Whose Advantage?" und "Kin" kommen mir bei Blessed Child immer wieder mal in den Sinn. Hervorheben möchte ich auch die gerne genutzten, coolen Melodien, die so richtig schön old schoolig klingen und sofort zünden :). Zu erwähnen ist auch, dass die Songs auf dieser EP zwar sehr traditionell sind und sich am Metal der 80er und 90er orientieren, aber absolut nicht in die Kategorie "altbacken" oder "abgedroschen" fallen :). Dafür sind die Jungs zu sehr mit diesem Sound im Herzen infiziert und wollen natürlich, dass das auch in ihren Liedern mitschwingt :). Es ist der Band auch anzuhören, dass hier keine Neulinge am Start sind, sondern alte Hase, die nicht nur ihre Instrumente top beherrschen, sondern auch das Songwriting, und genau wissen, was sie komponieren wollen, nämlich packenden und abwechslungsreichen Metal, dessen dynamischer Groove sofort zündet und sich in euren Köpfen festsetzen soll, auf das eure Körper schnell in Wallung geraten :). Das funktioniert bei mir auf alle Fälle gut :). Ich kann mir auch vorstellen, dass das Ganze live bestimmt eine Menge Spaß machen wird :). Wirklich coole, bodenständige und kraftvolle Musik, die schön wuchtig ist, und ich muss sagen, dass ich jetzt schon gespannt bin, was da noch so kommen mag. Denn ich habe das Gefühl, dass von Blessed Child da noch Einiges zu erwarten ist. Den Dreh für fetzige Songs haben sie auf alle Fälle jetzt schon heraus. Reinhören lohnt sich hier auf alle Fälle :).

Cool ist jedenfalls auch der Gesang :). Ich hatte mich mit einem Kumpel über Steves Stimme unterhalten, da ich das Gefühl hatte, so etwas in der Richtung zu kennen, aber nicht darauf komme. Ich will euch ja auch Anhaltspunkte geben, wenn ihr die Band nicht kennt. Beim Anhören hatte er witzigerweise das gleiche "Problem". Wir haben uns auf dann auf eine Mischung aus Chuck Billy, Phil Rind, Phil Anselmo, Russ Anderson, in seinen tieferen Stimmlagen,Rob Flynn, Chris Astly, den alten Xentrix-Sänger und Frank Thoms von Accu§er geeinigt :). Falls ihr euch diese Mischung nicht vorstellen könnt, habt ihr noch einen Grund mehr reinzuhören :). Wie erwähnt, gefällt mir Steves Stimme echt gut, denn sie passt mit ihrem erdigen, etwas tieferen und kratzigen Grundton super zur Musik. Steve macht mit seinem Gesang richtig schön Druck und gibt dabei noch eine Menge Gefühl mit rein. Letzteres ist besonders in den melodischen Parts zu hören. Und der Mann hat Bock zu singen und kniet sich in die Sache ordentlich rein, das ist echt zu hören :).

Hervorheben möchte ich hier auch die sehr gelungene Produktion, mit der sich die Band wahrlich nicht zu verstecken braucht :). Selber aufgenommen und von Alex Zwarg (http://.www.zwarg-audio.com) gemastered erwartet euch ein richtig geiler Metal-Sound :). Alles klingt schön natürlich, erdig, kratzig, heavy und baut echt ordentlich Druck auf :). Die Produktion lässt auch jedes Instrument und den Gesang schön zur Geltung kommen, ist differenziert und zeitgemäß, ohne dabei nach seelenlosem Plastik ist zu klingen :). Das thrashige Feuer und das Gefühl des Metals der 80er wurden in diesem dichten, voluminösen, lebendigen und warmen Sound echt gut eingefangen. Für meinen Geschmack passt das echt gut zur Energie der Songs dieser EP. Mir persönlich gefällt die Produktion echt gut, und es macht auch wirklich Freude, den Songs in diesem Klanggewand zuzuhören :). Top :).

Wirklich ansprechend ist auch die optische Präsentation, denn das von Markus Vesper gemalte Cover ist nicht nur durch seine geilen Blautöne ein Hingucker :). Der tolle und detailreiche Zeichenstil zeigt uns sehr dimensional den "Monolith" in Form eines durch einen Torpedotreffer, gesunkenen Kriegsschiffes auf dem Grund des Ozeans, inmitten von Fischen und den Überresten der Besatzung in Form von Skeletten. Ein echt gelungenes Artwork, das die Ruhe in der Tiefe des Meeres schön einfängt, welche durch die Farben noch intensiviert wird. Dazu gesellt sich das zu Beginn schon erwähnte, vielversprechende Bandlogo von David Göbel (www.deviantart.com/bulletrider80s), das so richtig schön nach Heavy Metal aussieht und mich in seiner Machart etwas an Bands wie Liege Lord oder Agent Steel erinnert :). Schön ist auch, wie im Logo durch die Reflektionen, das maritime Thema des Covers widergespiegelt wird, und es dadurch noch metallischer wirkt. Auf der Rückseite des Booklets gibt es eine Variante des Artworks nur mit den Skeletten, den Songtiteln und dem Logo zu sehen. Macht auch was her. Klappt ihr das Booklet auf, begrüßen euch nochmal die Skelette und präsentieren euch die Credits plus die Songtitel, die hier jeweils mit einem zusätzlichen Satz begleitet werden und sicherlich auf den Textinhalt hinweisen sollen. Eine witzige Idee präsentiert sich dann auf der Hüllenrückseite, wo sich die Bandmitglieder mit Meeresbewohnern im Hintergrund zeigen, und zwar indem ihr jeweils durch ein Bullauge guckt, um die Herren zu erblicken :). Die Bullaugen-Idee wurde auch für die CD an sich genutzt, wo ihr nochmal einen Blick auf das Schiffswrack, inklusive Bandlogo, erhaschen könnt :). Wie ihr seht, keine 08/15-Präsention. Hier wurde sich echt Mühe gegeben, uns auch optisch ein cooles Produkt anzubieten. Einen Aufkleber mit passendem Motiv zum Song "Hang Upon A Wretched Tree" gibt es dann auch noch dazu. Die CD kostet übrigens nur 8€ plus Porto. Da kann echt niemand meckern, finde ich :).

Mit ihrer ersten EP "Monolith" und der darauf vorhandenen coolen Mischung aus Heavy Metal und Thrash können Blessed Child gleich von Anfang an überzeugen, denn das griffige und überzeugende Songwriting zündet prompt und exakt. Wer sich von euch einen entsprechenden old schooligen Sound, der in der Gegenwart angekommen ist, vorstellen kann und gefallen daran findet, sollte sich schnell mit dieser Band vertraut machen. Es lohnt sich :)!


8 Punkte :)


Songs:

1. Monolith 04:22
2. A Little Rift Wihin The Lute 04:37
3. Point Nemo 04:12
4. Hang Upon A Wretched Tree 04:13
5. The Wind That Shakes The Barley 03:21
6. Fear Of Missing Out 04:29

Spielzeit: 25:14

// Rudi

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