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Review zu Significant Point - Into The Storm - 642 Hits
disc Band: Significant Point
Album: Into The Storm
Genre: Speed Metal
Rls. Datum: 26.02.2021
Label: Dying Victims Productions
Laufzeit: 44
Wertung: 9.0 / 10.0
 
Weihnachten 2020, genauer gesagt der zweite Weihnachtstag, am 26.12.2020: Was stand auf dem Programm? Yep, das Keep It True TV Weihnachtsspecial. Geht es hier natürlich hauptsächlich um die Rückblicke auf - in dem Fall - die 11. Ausgabe besagten Festivals, so durften auch diesmal ein paar exklusive Videopremieren nicht fehlen.
Eine davon ist „Deathrider“ aus dem für Februar 2021 angekündigtem Debüt-Album der japanischen (!) Old School Speed Metaller Significant Point. Es ist mal wieder einer dieser Momente: Bereits am cool gezeichneten Cover, dem Bandschriftzug und den ersten Klängen der sägenden old school Gitarren in perfekter Produktion wird mir direkt klar, dass ich hier GANZ dringend ein Auge drauf werfen und viel mehr noch beide Ohren spitzen sollte. Der Song geht gut los mit einem großartigen Riff und stampfenden Drums, melodische Leads erklingen im Hintergrund. Ein kurzer Break, dann geht es direkt weiter und auch der Gesang setzt ein: GEIL!!! Klar, melodisch und so richtig schön hoch. Hier stimmt alles. Und dann dieser Refrain!!! Deeathriiideeeeeer… Wheels on fiiiiiree… Deeathriiideeeeeer-ahhhhhh-ahhhhhhh… Ich bin hin und weg, die LP kam sogleich auf die Einkaufsliste. Eine anschließende Recherche ergab, dass es die aus Tokyo stammende Band bereits seit 2011 gibt, 3 Jahre später eine erste Demo herauskam und abgesehen von einem kurzen Live Album in 2017, das immerhin einen Savage Grace-Coversong enthält, noch nicht viel passiert ist. 2018 gab es zunächst noch die Attacker-Single bei Infernö Records, aber auch die ist leider an mir vorbeigegangen.
Nun ist einige Zeit der Vorfreude vergangen, die von mir (natürlich vorbestellte) LP ist endlich da. Das gute Stück lässt ausstattungstechnisch keine Wünsche offen: Geboten werden Poster, Postkarte, Lyric Sheet, Downloadcode sowie eine antistatische Innenhülle. Und das alles für einen Vorbestellpreis von nur 14€. Hut ab, Dying Victims Productions, das kann sich sehen lassen! Ich bin begeistert.
Ab damit auf den Plattenteller. Los geht es mit einem episch-erhabenen Gitarrenlead, das sich so richtig im Ohr festbeißt. Kurz darauf wird aber direkt der Sturm losgelassen: Der Opener "Attacker" prescht nur so nach vorne, das Adrenalin schießt in den Kopf. Trotz der hohen Geschwindigkeit bleibt der Song aber stets äußerst melodisch, ständig werden kurze Leads und Akzente von den Gitarren eingestreut. Das Ganze gipfelt in einem über jeden Zweifel erhabenen Solo-Gewitter, in welchem sich die beiden Gitarristen gegenseitig an die Wand spielen, als gäbe es kein Morgen. Eine Verschnaufpause wird einem nicht gegönnt: Es geht direkt im selben Tempo und gleicher Intensität weiter mit "Heavy Attack". Das Introriff attackiert sogleich die Gehörgänge und lässt einen nicht mehr los: Die Definition von Eingängigkeit. Dazu ein kraftvolles Yeeeeeeehaaaaaaaaaahaaaaaaaa…HAAAAA. Was eine Power! Der Song erinnert mich stark an die legendäre „Heavier Than Metal“ EP von Skull Fist, welche eine ähnliche Intensität erreicht. Auch die Stimmlagen sind sich durchaus vergleichbar. „You’ve Got The Power“ schaltet einen Gang runter und trumpft mit einem Priest-artigen Riff der Marke British Steel auf. Hier kommt gerade der Gesang nochmal deutlich variabler hervor und zeigt neue, starke Facetten. Das Lied versprüht eine positiv anmutende Grundstimmung mit japanischer Note, der Outro-Refrain ist sehr detailverliebt ausgeschmückt mit klasse Leads. Eine gelungene Abwechslung. Das folgende „Riders Under The Sun“ setzt dies fort, zieht das Tempo aber nochmal ein klein wenig an und stampft sich kraftvoll nach vorne. Insgesamt eine sehr straighte Nummer mit ausgedehntem, melodischem Refrain, vielleicht etwas verträumt, passend zum Text. „Night Of The Axe“ macht inhaltlich nicht viel anders, trumpft aber mit einer großartigen Songstruktur auf. Die positive Grundstimmung ist auch hier äußerst präsent. Zudem baut sich der Song zum Ende hin nach einem ruhigen Break immer mehr auf und mündet in genialen, melodischen Dual-Leads gepaart mit intensiven high-pitched-screams. „Run For Your Life“ setzt den Ansatz zweistimmiger Gitarren fort und erinnert damit gerne an die Meister dieses Fachs. Die Rede ist natürlich von der uns allen wohlbekannten Eisernen Jungfrau. Stumpf kopiert wird hier aber keineswegs, gerade der Refrain bietet dann auch wieder die für Significant Point typische, fast schon fröhliche Unbeschwertheit. Dabei schreit sich der Sänger George Itoh-san förmlich die Seele aus dem Leib. Auch die einfach nicht endenden wollenden Soli bieten zum Abschluss des Tracks eine enorme, mitreißende Intensität. Kommen wir zu einem Highlight: Der Titeltrack „Into The Storm“ bietet musikalisch nichts großartig Anderes, hier sollen aber insbesondere die schier endlos wirkenden, sturmartigen, wilden Gitarrenduelle nochmal hervorgehoben sein, welche einfach perfekt zum Thema des Liedes passen. Die größte Besonderheit ist hier jedoch, dass der Text im Gegensatz zu allen anderen Songs, welche in großartigem Englisch vorgetragen werden, auf Japanisch dargeboten wird (abgesehen von der namensgebenden Zeile „Into The Storm“, welche, warum auch immer, in Englisch belassen wurde). Das funktioniert absolut fantastisch und ich finde es fast schade, dass es leider nur dieses eine Lied in der Form gibt. Dennoch oder möglicherweise gerade deswegen wird „Into The Storm“ dadurch für mich zu etwas Besonderem. „Death Rider“ habe ich bereits eingangs beleuchtet, da dies der Track war, über welchen ich überhaupt auf diese geniale Band aufmerksam wurde, daher wollen wir hier direkt weitermachen mit dem für mich absoluten Highlight der Scheibe: "Danger Zone"! In einer unglaublichen Geschwindigkeit prescht der Song nach vorne, was ein intensives Riff. Aber Moment… Ein Break, eine Variation setzt ein, inklusive einem ungewöhnlich anmutenden Schlagzeug Fill-In: Woaaaaaaaaaaaaa, was ist denn das bitte Geiles?! Ich kriege die Kinnlade gar nicht mehr hoch, so hart ist sie mir heruntergeklappt. Der Song geht weiter nach vorne. Eine Gänsehaut nach der anderen breitet sich aus, auch hier fehlt kein einziges der Significant Point Trademarks: Geniale, eingängige Riffs, melodische, endlose Leads, der mitreißende Gesang mit hammergeilen Screams und ein intensiver Spannungsbogen durch den guten Songaufbau. Was eine Power… für mich ein absolut mitreißendes Erlebnis, das mir jedes Mal Freudentränen in die Augen treibt. Gerade wenn sich zum Ende hin aus dem Solo heraus das intensive Intro wiederholt, nur um ein letztes Mal in den Refrain überzugehen mit der malerisch schönen Unterlegung so detailverliebter Gitarren. Und diese Screeeeeams: […] that is still dangerooooooouuuuuus… DANGER!!! DANGER!!! YAAAAHAAAAA, DANGER!!! DANGER!!! Nachdem die letzten Töne des live-typischen Lärm-Outros verklingen und ich immer noch gar nicht so richtig weiß, wie mir geschehen ist, geht es über in den letzten Track „Running Alone“. Noch erfüllt von purer Glückseligkeit ist das etwas gemächlichere Tempo (nein, nicht langsam) durchaus willkommen. Das längste Stück der Scheibe mutet sogar ein wenig episch an und stellt einen würdigen Abschluss für „Into The Storm“ dar. Hier werden nochmal alle Stärken gekonnt ausgespielt und insbesondere der Refrain wird im Ohr hängen bleiben.
„Into The Storm“ ist eins der besten Debüt-Alben der letzten Jahre und hat mich absolut mitgerissen. Den Titel "Newcomer des Jahres" haben Significant Point für mich jetzt schon so gut wie in der Tasche, aber auch in Sachen Album des Jahres werden die Japaner bei mir definitiv ein Wörtchen mitzureden haben. Wer auf der Suche nach Neuem oder nach großen Innovationen ist, wird von
der Scheibe eher enttäuscht sein, wer aber einfach nur ein intensives, gut geschriebenes, melodisches Old School Speed Metal Album möchte, das gut und gerne mal durch eine positive Grundstimmung und diverse japanischen Einflüsse zu überzeugen weiß, sollte sich dieses Highlight nicht entgehen lassen.

Arigato Significant Point m/

Wertung: 09/10

Release: 26.02.2021 bei Dying Victims Productions

Anspieltipps: Danger Zone (!!!), Attacker, Heavy Attack, Into The Storm, Deathrider, Running Alone

Anhören: https://dyingvictimsproductions.bandcamp.com/album/significant-point-into-the-storm

Tracklist:
1. Attacker 03:48
2. Heavy Attack 03:30
3. You've Got The Power 04:06
4. Riders Under The Sun 04:34
5. Night Of The Axe 03:30
6. Run For Your Life 04:00
7. Into The Storm 05:23
8. Deathrider 04:24
9. Danger Zone 04:27
10. Running Alone 06:17

// Grietsch

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