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Review zu Heads For The Dead - Into The Red - 917 Hits
disc Band: Heads For The Dead
Album: Into The Red
Genre: Death Metal
Rls. Datum: 11.12.2020
Label: Transcending Obscurity Records
Laufzeit: 46:31
Wertung: 10.0 / 10.0
 
Endlich bin ich dem schrecklichen Alptraum dieses grauenhaften Zimmers entkommen. Jetzt muss ich nur noch... aber was ist das?!? Es ist doch vorbei?!? Hat denn dieser fürchterliche Spuk kein Ende?!? Ich spüre förmlich wie etwas nicht beschreibbar Düsteres sich im Flur hinter mir aufbaut und mich in das dunkle Nichts hinabreißen will! Blankes Entsetzen packt mich und erfüllt meinen zitternden Leib mit heftiger Panik! ... schweißgebadet reißt es mich hoch... ich lebe noch! Was hat mich nur gerettet? Die Scheibe, die Scheibe ist zu Ende. Es war nur ein Tagtraum, aber wer hat es geschafft, mich so in abdriften zu lassen? Aaaaah, es war das Zweitwerk von Heads For The Dead :)! Ralf Hauber (Revel In Flesh) und Jonny Pettersson (Wombbath, Ursinne, Henry Kane...), haben also mal wieder zugeschlagen und bringen, verstärkt durch die Drummerlegende Ed Warby (Gorefest/Hail Of Bullets), wieder jeden Friedhof zum Beben! Echt genial, dass sie Ed an Land gezogen haben, denn als Trio legen sie jetzt so richtig los! Euch hat das Debüt, wie mir auch, schon mega gefallen? Dann macht euch auf was gefasst, denn "Into The Red" ist noch geiler geworden! Ich bin echt hin und weg! Was für genialer Stoff :)! Kunal Choksi freut sich bestimmt tierisch, und das auch zu Recht, diese Killerkombo auf seinem Label Transcending Obscurity Records zu haben :).

Abermals inspiriert durch den Charme alter Horrorfilme hat sich die Band in ungeweihter Erde begraben lassen, um sich bei Vollmond zur Geisterstunde voller Inbrunst, einem Kanonenschlag gleich, gestärkt aus diesem nur anscheinend grauenhaften Szenario zu befreien und sich voller Wonne und satanischer Lust an das Erschaffen von "Into The Red" zu begeben. Der songwriterische Stoff, aus dem die Leichen sind, geht wie beim Debüt wieder auf Petterssons Konto, während Herr Hauber durch seine Texte und seine Stimme dieser ghoulischen Beschwörung, unterstützt durch Eds blasphemisches Trommeln, beiwohnt! Zusätzlich beehren noch die beiden Saitenhexer Matt Moliti (Sentient Horror) und Gustav Myrin (Just Before Dawn/Gods Forsaken) dieses Trio, um die akustische Teufelsbeschwörung mit ihren Soli noch zusätzlich anzuheizen. Ausgehend von dem mit Crust und Black Metal angemixten Old School Death Metal ihres Debüts wurde dieser kadavergesäumte Weg stark ausgebaut. Auf "Into The Red" klingt alles noch viel besser, packender, intensiver und berauschender :)! Wie eben erwähnt, wurde der Grundsound beibehalten, ist aber nun Ausgang für mehr. Das Ergebnis ist grandios geworden und lässt einen fetten Schwall Euphorie in meinem rottigen Leib aufkommen :)! Ich nehme vermehrt sperrige-vertrackte Momente wahr, mehr Crust, oft in Kombi mit herrlichen Melodien, mehr Synthies, aber auch mal ruhige Parts. Es klingt alles variabler und noch besser im Fluss. Die Horror(film)atmosphäre konnten Heads For The Dead auf alle Fälle ordentlich ausbauen. Es wirkt alles düsterer, beklemmender und bedrückender und im Ganzen auch frischer und dynamischer. Ich bin echt hin und weg von dieser Scheibe. Was für ein grandioses, nach Schwefel und Verderben stinkendes Freudenfeuer es doch entfacht :)! Bei diesem Werk, geschrieben mit pechschwarzem Herzblut und voller Hingabe, gönnen sich selbst die räudigen Poltergeister und andere unheilvolle Wesen in meiner Umgebung mal eine Pause von ihrem Terror und gesellen sich freudestrahlend zu mir, um sich "Into The Red" in aller Ruhe zu gönnen und neue Kraft tanken, um mich zu bespuken. Das nehme ich aber wirklich sehr gerne in Kauf, wenn der Grund für ihre nun heftigeren Attacken diese Scheibe ist :)!
Gecovert wird dieses Mal übrigens einer der meiner Meinung nach besten Darkthrone-Songs und zwar das geniale "Transylvanian Hunger", das laut Ralf zusammen mit "Into The Red" und "At The Dead Of Night" eine Triologie zum Thema Blut im Horrorgenre bildet. Der Band ist es auch echt gut gelungen, den intensiven Wahnsinn des Songs, der auch sehr gut zum Album passt, beizubehalten :). Geile Sache :)!

Ralf hat sich anscheinend für "Into The Red" als Medium für eine Séance zur Verfügung gestellt. Geradezu besessen klingt seine Stimme auf dieser Scheibe. Als würde die Totenwelt versuchen, sich durch seinen Mund zu drängen, auf dass wir endlich Notiz von ihr nehmen und uns von ihr in die Dunkelheit locken lassen :)! Ich mag Ralfs Gesang eh sehr gerne, da er sein Tun stets voller Inbrunst und Hingabe zelebriert. So auch hier, denn er gibt hier als Herzblutattentäter wieder alles :). Passend zur Horrorthematik und der Atmosphäre der muSICK pressen sich Massen von Maden aus ihm heraus, auf der Flucht vor den unheiligen Geistern, welche seiner Brust innewohnen :). Sein Gegrunze und Gekotze ist wieder so richtig schön derbe, packend und wirkt wie ein heftiger Schlag einer stählernen Mausoleumstür vor euren Brustkorb. Ich finde es auch so richtig geil, dass er seine arg intensiven Schreie hier noch mehr nutzt als bei Revel In Flesh, denn diese klingen echt so, als hätte sich der Wahnsinn in seinem Bregen eingenistet und beschlossen, dort länger zu verweilen :). In Kombination mit seinem Gegrunze entsteht hier eine megageile Death Metal-Sickness, die mich einfach nur fett grinsen lässt :)! Die Intensität ist also auch hier auf Anschlag :). Die Texte lesen sich übrigens wie das Buch der Toten und sollten alle Horrorfreaks unter euch arg erfreuen :). Cool kommen auch die deutsche Textpassage im Titelsong oder die Killjoy (RIP)/Necrophagia-Huldigung in "Multi Morbid Maniac"- was für ein kultiger Titel, da Teile des Textes auf Songtiteln dieser Todesbleiinitiatoren basieren :).

Die Produktion ist übrigens saugeil geworden und toppt auch hier das Debüt :)! Für die Aufnahme, den Mix und das Mastering war Jonny im Unbound Studio (UK) zuständig, wo es ihm auch gelang,
Eds im In The Room Studios (Niederlande) aufgenommene Drums und Ralfs im Audiospezialist Studio eingefangene, besessenen Stimmbänder sowie die restliche, von ihm eingespielte Musik zu einem großartigen und fettem Mördersound zusammenwachsen zu lassen :). Dieses Monstrum klingt auch nicht wie lieblos zusammengenähtes Stückwerk, sondern präsentiert sich als prächtiger und gekonnt in sich verwachsener Leib, der euch zufrieden strahlen lassen wird. Der Gesamtsound ist tatsächlich noch heavier, brutaler, ausgewogener, organischer, kompakter ausgefallen, klingt schön natürlich und strotzt wie die Songs nur so von Energie, Kraft und einer düsteren und schön dichten Atmosphäre :). Hier wurde bestes Old School Death Metal-Feeling in einen zeitgemäßen, fetten, lebendigen, voluminösen, erdrückenden, morbiden und düsteren Sound verpackt, der für mich keine Wünsche übrig lässt und absolut super zur Stimmung der Scheibe passt :). Ein wahrer Ohrenschmaus, der allen Beteiligten genug Raum zum Ausleben ihrer infernalischen Rituale gibt, auf dass wir glauben, der Teufel krieche aus unseren Boxen :).

War das Debüt visuell schon klasse aufgemacht, wird es von "Into The Red" auch hier getoppt. Was für eine grandiose Präsentation :) Da haben sich Transcending Obscurity wahrlich nicht lumpen lassen :). Wie schon beim Debüt hat das Branca Studio wieder das Artwork und das Design übernommen und es ist wirklich umwerfend geworden :). Das Ganze hat auch eher ein etwas von einem coolen Kinoplakat, wozu das blutrote "Dawn Of The Dead"-mäßige Bandlogo natürlich super passt :). Zu sehen ist eine sich auf einem monströs großen Schädel lüstern präsentierende, nackte und blutüberströmte Dame, eingegrenzt von zwei flammenden Ritualschalen auf einem pechschwarzem Hintergrund. Das Ganze sieht echt cool aus und mir gefällt auch sehr, dass das Artwork nicht überladen wirkt, mit relativ wenigen Mitteln sehr viel Stimmung erschaffen wird und es sich angenehm von aktuellen Standards im Death Metal abhebt, wie ich finde :). Die wenigen Bildelemente werden auch nur durch zwei Farben voneinander abgegrenzt. Rot für das Blut, die Flammen und die Buchstaben und ein leicht grünlich wirkender, gelblicher Farbton für die Schalen, den Schädel und die Frau. Das Ganze auf der schwarzen Grundierung... top :). Das war aber noch nicht alles, denn jetzt geht es erst richtig los, was die Präsentationen von CD, LP und Tape angeht :)! Da ich die CD habe, gehe ich darauf etwas mehr darauf ein, aber der Rest kommt natürlich auch nicht zu kurz :). Die CD präsentiert sich in einem mehrfach aufklappbaren Digipack aus schön fetter und wertiger Pappe und sehr geilem Layout :). Das Farbkonzept des Covers wird hier natürlich auch weitergeführt. Komplett geöffnet erwartet euch "außen" zuerst der schwarze Part. Hier könnt ihr das bereits bekannte und feine Riddick-Logo neben den Credits, dem Artwork, ud einen stimmigen Bandphoto erblicken. Zusätzlich gibt es noch eine geile und morbide Illustration von The Art Of Badic, zwei nackte Menschen in Kombination mit einem dämonischen Kopf, zu bestaunen :). Alles hat einen leicht metallischen Glanz und sieht echt edel aus :). Genauso edel geht es auch im inneren Bereich des Digipacks weiter. Dort gibt es auf rot-metallischem Untergrund die Bandmitglieder nochmal einzeln und die Badic-Zeichnung, auch auf der CD, zu sehen :). Dazu gibt es noch ein Booklet mit allen Texten, dem Artwork und dem Badic-Motiv. Das mag jetzt vielleicht etwas viel klingen, aber das Ganze ist in sich so stimmig und gut verteilt, dass es zu keiner Zeit überladen und/oder überfordernd wirkt. Einfach nur geil also :). Wer genau hinguckt, wird noch eine zusätzliche Folie auf den zu sehenden Menschen entdecken. Haltet mal im Dunkeln ein Schwarzlicht darüber und erfreut euch über die Reaktion :). Dieses coole Gimmick ist auch bei der Vinylversion zu finden, die sich als prächtiges Gatefold und allerlei Vinylvarianten präsentiert :). Wie nicht anders zu erwarten, ist die Aufmachung der LP auch sehr geil geworden und sollte wirklich niemanden enttäuschen :). Gerade die Zeichnungen kommen in dem Format sicherlich geil rüber. Für Liebhaber*innen von Magnetbändern gibt es natürlich auch was Feines, und wer glaubt, dass das Booklet schon klasse geworden ist, wird beim Tape direkt so richtig staunen. Das ist auch kein Wunder, denn das Artwork wurde in toller Qualität auch auf das komplette Tape gedruckt :). Zum Schluss gibt es diesen ganzen Tonträgerwahnsinn auch noch in limitierten Boxen mit allerlei Gimmicks und eine Holzbox für alles in Sargform! Krass und - abgesehen von der normalen Digipackversion - alles stark limitiert! Wahrlich prächtige Verpackungen für ein sehr grandioses Album :). Ihr habt also die Qual der Wahl :).

Heads For The Dead beweisen mit ihrem zweiten Album "Into The Red", dass sie absolut keine Bandprojekt-Eintagsfliege sind, sondern ein verschworener Haufen Todesbleifans, die nur ein Lebensziel kennen - und zwar das Heraufbeschwören von Premium Horror Metal Of Death! Einfach nur hammergeil und packend, was die Band hier abliefert :)! Ein intensiver, düsterer, morbider und betörender Leichenschmaus, dessen Zutaten auch sehr gerne mal abseits des linkshändigen Pfades in der zur Verfügung stehenden satanischen Hexenküche gesucht werden. Das Ergebnis spricht für sich und wird jeden Exorzisten in eurer Nähe in Flammen setzen!


10 Punkte!!!


Songs:

1. Into The Red 04:45
2. The Coffin Scratcher 02:10
3. At The Dead Of Night 04:54
4. Horror Injection 03:40
5. The Seance 05:15
6. Night Ripping Terror 02:27
7. The Midnight Resistance 02:25
8. Multi Morbid Maniac 04:19
9. The Revenant 01:04
10. The Prophecy Fulfilled 02:45
11. Transilvanian Hunger (Darkthrone-Cover) 06:18
12. Creatures Of The Monolith 06:29

Spielzeit: 46:31

// Rudi

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