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Review zu Baerus - Baerus - 533 Hits
disc Band: Baerus
Album: Baerus
Genre: Doom/Sludge
Rls. Datum: 26.06.2020
Label: Kellerassel Records
Laufzeit: 42:26
Wertung: 9.0 / 10.0
 
Mein Erstkontakt mit Baerus fand letztes Jahr im Oktober statt, als es uns nach Emsdetten zum "Fuck You From The Underground 4" mit Minenfeld, Moribund Scum und Danos zog. Alles saugeile Bands, weshalb ich mich auf diesen Abend schon sehr gefreut hatte. Minenfeld fielen leider aus, darum wurden sie von den ebenfalls aus Osnabrück stammenden und zu diesem Zeitpunkt mir noch unbekannten Baerus vertreten. Ich war also sehr gespannt und wurde nicht enttäuscht, auch wenn das Trio, bestehend aus Gerrit (Gitarre), Resi (Bass/Gesang) und Henni (Drums/Gesang), völlig andere Musik spielt, aber dazu dann gleich mehr. Ihr Gig war auf alle Fälle sehr beeindruckend und gefiel mir auf Anhieb :). Baerus hatten zu dem Zeitpunkt nur ein Demotape von 2016 veröffentlicht. Leider weiß ich mehr, ob es an dem Abend das mittlerweile ausverkaufte Tape zu ergaunern gab. Wenn ja, war ich alkoholbedingt leider schon zu verpeilt, es zu kaufen... ähem :). Aber zum Glück gibt es das Demo noch digital bei Bandcamp. Soviel erst einmal dazu, denn heute soll es um den ersten Longplayer namens "Baerus" gehen :) und dank der Macher*innen von Kellerassel Records gibt es den Release nicht nur digital, sondern auch auf Magnetband :). Ich bin entzückt :).

Nach dem ersten Hören von "Baerus" bin ich auch gleich hin und weg :). War das Demo schon cool, ist ihr erster Longplayer eine ordentliche Steigerung in allen Belangen :). Was für ein heftiges und intensives Gebräu :)! Für alle unter euch, denen Baerus noch nicht geläufig ist, die Band spielt, grob gesagt, eine Mischung aus Sludge, DoomDeath und Black Metal. Klingt abgefuckt? Ist es auch und vor allem ist es saugeil :)! EyeHateGod, Grief, Thorr's Hammer, Gallhammer, Thergothon, Eremit, Noothgrush oder Winter sind Namen, die beim Hören dieser akustischen Vollbedienung in meinem durchgeschüttelten Hirn aufblitzen, während sich alter, nordischer Black Metal in all seinen Facetten seine Bahnen schlägt und und gelegentlich durch walzigen Death Metal im Bolt Thrower-Stil unterstützt wird :). Gekonnt in sich vermengt ergibt sich ein abgrundtief schwarzer und zerstörerischer Bastard, der euch locker und vehement in die Abgründe der inneren Dunkelheit zerrt :). Knaller :)! Ich bin wirklich arg begeistert von dieser Scheibe, da sie ein mitreißender und explosiver Cocktail ist, der euch wie ein akustischer Rausch voller Wahnsinn und intensivem Horror in eurem eigenem Geist einsperren wird :). Entkommen? Keine Chance! Aber wenn ihr auf diese Art von muSICK steht, begebt ihr euch eh freiwillig in diese Situation :). Hass, Verzweiflung, Wut, Entsetzen, Angst und Qual, all diese vertonten Zustände umschwirren euch wie ein nebulöser und düsterer Spuk, der sich über eure Ohren Zugang in euer Gehirn verschafft und sich wie ein Parasit einnistet :). Das Ergebnis beim Hören von "Baerus" ist aber nicht, wie vielleicht zu vermuten, z. B. Resignation, sondern eher eine daraus resultierende, kathartische Entspannung und ein Wiederauffüllen der eigenen Batterien. Ihr könnt euch in den packenden und dramatischen Songs herrlich verlieren und euch gleichzeitig von deren enormen Kraft und Energie elektrisieren lassen :). Die Band gibt sich voll ansteckender Ekstase ihren Songs hin und lässt sie wahrlich zu einem Ungetüm voll bedrohlicher Atmosphäre heranwachsen :). Egal ob rasend, zäh wie klebriger Teer oder wuchtiges Midtempo, die Band wechselt galant und ohne Holpern zwischen diesen Stilen innerhalb der Songs umher, ohne dass es irgendwie gewollt und nicht gekonnt klingt, und gibt ihren Songs dadurch viel Dynamik und Abwechslung :). Langweilig wird euch mit "Baerus" auf alle Fälle so schnell nicht :).

Mitten aus diesem düsteren, unwirklichen und zermürbenden Alptraum brechen dann die Gesänge heraus, welche sich im Vergleich zum Demo auch gesteigert haben. Da gibt es einmal sehr intensives, aggressives und arg hysterisches Schwarzgeschrei, das so klingt, als würde es dem Mund eines vom Wahnsinn befallenen Menschen entspringen :)! Dieser Gesang macht meinem Gehör nach den Hauptteil aus und wirkt schon fast unmenschlich :). Auf Dauer sicherlich nicht sehr stimmbandschonend, dafür aber umso beeindruckender. Nächtlicher Spuk dürfte bei diesen Tönen sicherlich vor Angst erstarren und vor Furcht versuchen, sich in der düstersten Ecke zu verstecken! Herrlich :). Dazu gesellen sich ab und zu leicht kratziges, derbes und eher deathmetallisches Gegrunze und ghoulisches, langgezogenes Wimmern :). Auch das klingt sehr beeindruckend und ist genauso eindringlich wie das Schreien :). Da ich nicht mehr auf dem Schirm hatte, wer welchen Gesang übernahm, habe ich mal im Netz recherchiert und fand ein Rehearsalvideo und einen Clip zu "Act Of Sadism", der coolerweise aus Videomaterial des Konzerts in Emsdetten besteht :). Das Geschrei ist demnach vom Drummer und die restlichen Parts von der Bassistin. Falls ich falsch liege, bitte ich um Korrektur. Jedenfalls singen sich die beiden voller Inbrunst in einen infernalischen, düsteren und verstörenden Rausch und verschmelzen dabei förmlich mit der akustischen Kakophonie der Instrumente :).

Berauschend ist auch die Produktion an sich :). Aufgenommen und gemixt von Tobi (Panzer Squad) im Osnabrücker Jugendzentrum Ostbunker und gemastert von Croup (www.croupbeatz.com), ist das Ergebnis ein absolut passender Sound, der sich massiv, fett, erdig und sehr natürlich aus euren Boxen presst, und dessen Knarzen, Röhren und Beben eure Umgebung und eure Körper sofort in Wallung bringen wird :). Die Produktion setzt die Energie der Songs explosionsartig frei, und die zugehörige Druckwelle wird euch akkurat durchpusten :). Gekonnt wurde auch die düstere und bedrohliche Ausstrahlung eingefangen, so dass dem Hörvergnügen nichts im Wege stehen sollte. Mir gefällt diese rohe, kratzige aber nicht undifferenzierte Produktion echt gut, da sie sehr lebendig, kraftvoll, organisch und wie ein gut abgemischter Livesound wirkt, der keinen der Musiker*innen benachteiligt :). Tolle Arbeit!

Ein optischer Genuss ist "Baerus" dazu dann auch noch. Als erstes fällt mir das neue, von Hagiophobic kreierte Logo auf, das echt was her macht und so richtig schön martialisch und schwarzmetallisch daher kommt. Tolle und sehr ansprechende Arbeit :). Das Gleiche gilt auch für das geile Artwork von Grace XIII (www.instagram.com/grace_xiii/) :). Zu sehen ist eine monströs wirkende Qualle, die neben ihren todbringenden Nesselarmen noch wuchtige Fangarme besitzt, mit denen sie gnadenlos, zur Stillung ihres Verlangens nach Fleisch, Menschen an sich zieht. Die Reste dieser Festessen, die sich teilweise fast schon korallenartig auftürmen, sammeln sich um das stoisch schwebende Wesen herum zuhauf. Krasses Motiv, das echt geil, massiv und bedrohlich wirkt :). Passt also zu "Baerus" :). Sehr beeindruckend ist auch der sehr detailreiche Zeichenstil und das Spiel mit den Grau- und Schwarztönen, die alles sehr dimensional wirken lassen. Klasse :). Gebettet ist dieses Szenario des Grauens in einen dunkelblauen Hintergrund, der einerseits maritim, aber auch wie ein unendlicher Kosmos wirkt :). Dann kommen wir mal zum Rest, denn das war noch nicht alles :). Dank FINAdesigns, der Frau vom Fach, hat das Tapeinlay, welches aus schönem Karton ist, ein ansprechendes Layout bekommen, und sie durfte sich auch noch austoben, denn die Kassettenhülle hat zusätzlich noch einen tollen Pappschuber bekommen, auf dem das Artwork in einer reinen Grau-/Schwarzvariante zu sehen ist :). Das Tape an sich ist übrigens durchsichtig-orange und hat einen herrlich radioaktiven Touch :). Diesen Spaß gibt als einmal als normale Variante inklusive diverser Sticker nur bei der Band und dann noch bei Band und Label als Spezialpaket, das neben den Stickern noch zusätzlich ein DIN A3-Poster und einen 17 x 12 cm-Patch, beides mit dem Artwork, beinhaltet und ich muss sagen, dass die Sachen echt geil aussehen :)! Die Gesamtstückzahl beträgt 100 mit einem gewissen Kontingent an normalen Exemplaren. Ihr solltet also, egal welche Variante ihr wählt, schnell sein, damit ihr diesen Kracher nicht verpasst :).

Wenn ihr einen atemberaubenden Rausch der Dunkelheit, Wut und Verzweiflung sucht, der seinen Wahnsinn und seine Energie aus Sludge, DoomDeath und Black Metal zieht, müsst ihr euch das gleichnamige Debüt von Baerus unbedingt besorgen! Ein heftiger und herrlicher Trip in die dunklen Abgründe eures Verstandes! Wagt ruhig diese Reise, denn ihr werdet reichlich mit famoser Musik belohnt werden :). Ich kann euch diesen Release wirklich nur wärmstens empfehlen :). Kaufen und den Underground, eine vielversprechende Band und ein cooles Label unterstützen :).


9 Punkte :)


Songs:

1. Cephalopode Invasion 11:13
2. Liberated 03:27
3. Greater God 07:29
4. Act Of Sadism 07:18
5. Denial 13:09

Spielzeit: 42:36

// Rudi

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