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Review zu Nightbearer - Tales Of Sorcery And Death - 578 Hits
disc Band: Nightbearer
Album: Tales Of Sorcery And Death
Genre: Death Metal
Rls. Datum: 13.12.2019
Label: Testimony Records
Laufzeit: 46:51
Wertung: 9.0 / 10.0
 
Hey Leute, da hat sich dann noch eine Scheibe von 2019 bei mir eingeschlichen und eine saugeile noch dazu :). Es geht um die aus NRW stammenden Nightbearer und ihren ersten Longplayer. Nach der Gründung 2017 gab es schon Sommer 2018 die erste und mir bisher noch unbekannte EP namens "Stories From Beyond", ehe im letzten Dezember mit ihrem Debüt "Tales Of Sorcery And Death" zum großen Rundumschlag ausgeholt wurde. Veröffentlicht wurde die Scheibe über Testimony Records, und da der Labelinhaber Dennis immer eine gute Nase für Old School Death Metal hat und das Cover sehr ansprechend ist, habe ich dann im ersten Quartal, nachdem ich Trollo leider die Promo verpasst hatte, endlich mal reingehört und war sofort hin und weg von der Scheibe. Mittlerweile habe ich sie als Hardware zu Hause und tippe dieses Review, um euch diesen sehr gelungenen Kracher und die Band etwas näher zu bringen :).

Nightbearer an sich besteht aus dem Duo Michael Torka (Gesang) und Dominik Hellmuth (Gitarren/Bass), die auch zusammen für das Komponieren verantwortlich sind, während sich Michael noch zusätzlich um die Texte kümmert. Unterstützt werden die beiden Herren vom Drummer Manuel Lüke, dem Live-Bassisten Florian Böhmfeld und dem Live-Rhythmusgitarristen Christian Zysik. Das als Vorabinfo und los geht's ... :)

Die Band legt auch gleich ohne Gnade los und zeigt auf "Tales Of Sorcery And Death", wo ihr Death Metal stilistisch zu verorten ist, nämlich im Svenska Dödsmetall :). Das freut mich natürlich besonders dolle, da ich von solcher Musik einfach nicht genug bekommen kann :). Nightbearer anscheinend auch nicht und so gießen sie ihre Passion für diesen Sound in zehn Songs, die es in sich haben :). Ihr merkt schon, dass ich mal wieder recht euphorisch bin, aber das ist bei der mir dargebotenen Qualität auch kein Wunder :). Knapp 47 Minuten HM2-Huldigung in Reinkultur, bestens präsentiert und voller Feuer und Intensität, sind auch wirklich ein Grund dafür. Es erwartet euch so richtig schön straighter und brachialer Stoff aus der Hochzeit der schwedischen Szene, der euer Gemüt und eure Herzen strahlen lassen wird :). Wohl wissend, dass sie das Rad nicht neu erfinden werden, was sie und all ihr Liebhaber*innen dieser Schiene aber auch nicht wollen, lassen sie ihr Herzblut, wie viele ähnlich gelagerte aktuelle Mitstreiter auch, durch Bands wie Nihilist/Entombed, Carnage, Dismember, Grave, early Therion, God Macabre, Utumno, Nirvana 2002, Edge Of Sanity oder Goddefied zum Kochen bringen, damit es voller Inbrunst über die Notenblätter ergossen wird :). Das Ergebnis ist ein euch packender und mitreißender Trip, der sich absolut hören lassen kann und mir ein wohliges Gefühl dabei gibt - und das ist doch das Wichtigste :). Nightbearer gestalten ihre Songs schon brachial, in gewissen Maße auch roh, aber zu keinem Punkt schlecht ausgearbeitet oder uninspiriert, so dass das Feuer durchgehend heftig lodert. Egal ob schön geradeaus mit ordentlich Tempo, ähnlich einem Lavastrom alles vernichtend, im walzigen und groovenden Midtempo oder in alles erdrückenden, doomigen Parts, das Songwriting ist stets überzeugend und in sich schlüssig :). Nightbearer nutzen auch gerne das melodiöse Element für ihre Stücke, sei es in Form eines schön ausgespielten Gitarrenleads oder eingebettet im Grundrhythmus des Songs :). Beides klingt echt geil und wertet die Songs zusätzlich auf. Als Beispiel sei dafür der Titelsong genannt, der beide Varianten in sich aufweist und schon fast einen hymnischen Charakter hat. Top :). Mir gefällt auch insgesamt diese düstere, morbide und dichte Atmosphäre die "Tales Of Sorcery And Death" ausstrahlt, und die durch gelegentlichen Einsatz eines Keyboards noch verstärkt wird :). In Kombination mit der Brutalität der Scheibe ergibt sich also bestes und packendes Old School Death Metal-Feeling, welches auch noch gekonnt an den Instrumenten umgesetzt wurde :). Es reicht halt nicht, nur aus Songs entsprechender Machart schreiben zu können, es muss auch die Atmosphäre, die ja nun mal ein wichtiges Merkmal dieser muSICK ist, eingefangen und verbreitet werden können. Ansonsten ist es seelenlos. Nightbearer sind dazu zum Glück in der Lage und dementsprechend wirkt auch ihr Songmaterial :).

Gesanglich geht es auch knackig zur Sache, da Michael ein fettes Brecherorgan besitzt und uns so richtig schön kraftvoll seine von Fantasy- und Horrorliteratur beeinflussten Texte entgegenröhrt :). Sein leicht kehlig-knurriges Gegrunze ist echt brutal, furztrocken und bösartig düster :). Also genau das Richtige für die Band und uns Todesblei-Lunatics :). Er schafft es auch trotz aller Heftigkeit seiner Stimme akzentuiert (Sandström/de Koeijer) und nicht nach eitrigem, undefinierbaren Verwesungsbrei zu klingen. Finde ich ja auch geil, würde aber absolut nicht zur Musik passen und das, was er hier uns gesanglich serviert, schmeckt mir doch vorzüglich. So gehen kraftvolle und intensive Songs mit entsprechendem Gesang im Verband, um es euch gekonnt zu besorgen :).

Vom Sound her geht es dann auch so richtig schön zur Sache :)! Nach der Aufnahme der Drums in den Hateforce-Studios wurden die Gitarren, der Bass und der Gesang in Dominiks eigenem Studio Hellmouth aufgenommen, wo durch ihn auch die Produktion, das Mixen und das Mastering stattfanden, und ich muss sagen, dass er echt einen saugeilen Job gemacht hat :). Was für ein fettes Brett! Die Songs an sich haben schon eine sehr ordentliche Wucht inne, aber durch den Sound schmettern sie euch dann vollends an die Wand, an der ihr bis zum letzten Ton kleben bleiben werdet, während euch eine Druckwelle nach der anderen, die aus den Boxen zimmert, akkurat bearbeitet und ihr das genussvoll akzeptiert :). Die Produktion ist so richtig schön elektrisierend, brutal und brachial ausgefallen, ohne in einem undefinierbaren Brei zu versinken :).
Die Gitarren sägen mit grandioser HM2-Power durch meinen Schädel, was mich doch als Svenska-Freak sehr befriedigt, damit der wummernde Bass mein Hirn schön weichklopft und das knallige Schlagzeug dieses gekonnt durchrühren kann, denn der Gesang soll ja auch nicht trocken laufen :). Alle Beteiligten haben auch genug Raum für sich abbekommen, so niemand ins Hintertreffen gerät. Neben der Räumlichkeit ist auch noch die Lebendigkeit der Produktion zu nennen, hervorgerufen durch die Passion zu diesem Sound. Hier wurde halt nicht nur einfach ein Job gemacht, sondern versucht, den eigenen Svenska Dödsmetall nochmal ordentlich zu veredeln, was auch hervorragend geklappt hat :).

Natürlich bedarf es für diese Scheibe eines geilen Covers und auch da punkten Nightbearer ordentlich, denn Juanjo Castellano Rosado durfte mal wieder sein wirklich außergewöhnliches Talent zur Schau stellen :)! Ja ja, eure Augen dürfen bei diesem Namen vor Freude sofort anfangen zu leuchten, da dieser geniale Künstler auch für "Tales Of Sorcery And Death" Killerstoff ablieferte :). Wie macht der Mann das nur, jedes Mal aufs Neue so unwahrscheinlich tolle Bilder zu liefern? Diese Frage stelle ich mir echt immer wieder :). Es erwartet euch eine apokalyptische, düstere und steinige Landschaft mit Gebäuden, die so wirken, als wären sie aus der steinernen Oberfläche natürlich heraus gewachsen. Durchzogen wird dieses Szenario von feurigen Lavaströmen, gespeist aus den Gebirgszügen im Hintergrund. Den Strömen entspringen geisterhafte Wesen, die von den anscheinend in Kutten bekleideten Bewohnern des Festlands schon erwartet werden. Zentrum des Frontcovers ist ein leicht an Isengard erinnernder, düsterer, von Feuer durchzogener Turm, aus dessen Dach ein Zauberer ein die bösen Kräfte beschwörendes Ritual erfolgreich zelebriert. Ein düsterer Geist schaut diesem Spuk interessiert zu, während ein auf einem Vogelwesen reitender Mensch der Sache Einhalt gebieten will. Knaller! Der Spaß geht aber noch weiter, denn das Cover findet als Backcover noch seine Fortsetzung, wo ihr euch die Stadt, den Lavastrom und das Gebirge noch etwas genauer anschauen könnt. Aber Obacht, denn im Himmel scheint sich Unheil anzubahnen! An sich ja schon alles geil und super passend für das lyrische Konzept der Band, aber wir haben es hier ja mit Juanjo Castellano Rosado zu tun. Schaut euch mal in Ruhe diesen atemberaubenden Detailreichtum an, oder das Spiel mit den feurigen Farbtönen, die wie eine Akzentuierung der eher in kühlen, aber genauso geilen Blau- und Lilatönen gehaltenen Umgebung :). Einfach nur mega :)! Dazu gibt es noch das gelungene, von Michael entworfene Bandlogo, und auch für das Layout war Michael verantwortlich. Erhältlich ist dieses leckere Gesamtpaket als auf 300 Stück limitiertes aufklappbares Digipack, bei dem ihr das komplette Artwork in einem Stück bestaunen könnt, und das neben einem coolen Bandphoto auch noch alle Texte beinhaltet. Texte und Photo gibt es bei der LP als Inlay und das grandiose Bild verteilt sich auf die Hüllenvorder- und Rückseite. Das muss in der Größe echt umwerfend aussehen :). Das Vinyl gibt/gab es zu jeweils 100 Stück in Schwarz und diversen Splattervarianten, aber da müsst ihr gucken, ob ihr noch ein Exemplar ergaunern könnt. Ich persönlich habe mir ein Tape gegönnt. Das Inlay zeigt zwar nur Ausschnitte des Gesamtcovers und mir fehlen die Texte und das Photo, aber dafür gibt es das Magnetband in zwei sehr geilen Farben, nämlich einmal in knalligem Rot, diese Version habe ich, und Orange. Beides limitiert auf 50 Stück. Ihr habt also die Qual der Wahl :).

Nightbearer haben mit ihrem ersten Longplayer "Tales Of Sorcery And Death" wirklich ein granatenstarkes Album im Stile des alten Svenska Dödsmetalls veröffentlicht, das nicht nur bei mir für Begeisterung sorgen dürfte :). Unverfälscht, passioniert und voller Energie und Enthusiasmus für die alte Schule. Falls ihr diese Scheibe noch nicht habt, müsst ihr Ghouls und Freaks dies unbedingt nachholen. Ihr werdet es nicht bedauern und könnt ein weiteres, sehr gelungenes Death Metal-Album aus dem hiesigen Underground euer Eigen nennen :).


9 Punkte!


Songs:

1. Beware The Necromancer 04:42
2. As Cold As Their Eyes 04:28
3. Lycanthropic Death Squad 04:37
4. Tales Of Sorcery And Death 03:44
5. The Gods May Weep 05:07
6. All Men Must Die 03:46
7. Daggers In The Night 04:45
8. The Watchers Between The World 04:33
9. Vile Flame Of Udûn 04:15
10. The Dead Won´t Sleep Forever 06:54

Spielzeit: 46:51

// Rudi

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