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Review zu Gorge - Patterns Of Compulsive Behavior - 380 Hits
disc Band: Gorge
Album: Patterns Of Compulsive Behavior
Genre: Death Metal
Rls. Datum: 01.07.2020
Label: Kellerassel Records
Laufzeit: 33:57
Wertung: 8.5 / 10.0
 
Aaaah, es ist Uuuurrrrrglll-Zeit :)! Es geht um das Osnabrücker Duo Gorge, deren Name mir in letzter Zeit öfter mal positiv über den Weg gelaufen war, da ihr Todesblei wohl schön rottig sein soll. Umso erfreuter war ich, den vom DIY-Label Kellerassel Records als Tape veröffentlichten Longplayer "Patterns Of Compulsive Behavior" in meinen Händen zu halten. Dann gleich mal in das Magnetbandabspielgerät damit und hören, was Henni (Drums/Gesang) und Malte (Gitarre/Gesang), mit ihrem Sessionbassisten Sven so für blutige Gräueltaten verbreiten.

Nach einem Intro, das nach einem Fahndungsaufruf klingt, geht es erst einmal langsam und beklemmend los, bevor das Duo dann ordentlich loslegt :). Gorge haben sich dem ranzigen und schnörkelosen Old School Death Metal verschrieben und das weiß mir auf Anhieb zu gefallen. Stellt euch eine Mischung mit fettem Autopsy-Einschlag, Nihilist, dem Entombed-Debüt, alte Death, den Morgoth-EPs, vor allem die erste, ganz alten Sepultura und dem Disastrous Murmur-Debüt vor, und fügt, wenn es balleriger wird, noch Repulsion, alte Carcass und auch Terrorizer hinzu. Auf alle Fälle eine Auflistung, die mich zum sofortigen Reinhören animieren würde, und das sollten Freund*innen der alten Schule auch fix machen, denn es lohnt sich :). Die Songs gehen schnell ins Ohr und zünden sofort. Diese Wechsel aus groovigem Midtempo, düsterer Zähe und flottem Vorwärts-Death Metal hat das Duo echt gut drauf. Ich glaube, es ist ihr erstes musikalisches Lebenszeichen mit dieser Band, und das Songwriting ist sehr griffig und es wird gleich und wuchtig auf den Punkt gekommen :). Das Ergebnis ist gelungener, roher Old School Death Metal, der schon morbide und heavy aus den Boxen kracht :). Ich bin ja vor allem von den schnellen Parts sehr angetan, denn das ist richtig geiler, energiegeladener und mitreißender Shit, der mich immer gleich auffordert, ordentlich abzugehen :). Echt gelungen! Lediglich im Midtempo und bei den langsamen Stellen taucht ab und zu mal ein Riff auf, das für meinen Geschmack noch etwas mehr Feuer vertragen könnte. Das ist jetzt aber auch nur ein kleines Manko, da entsprechende Stellen nicht massiv vorkommen und ja nicht wirklich schlecht sind, sondern nur noch etwas mehr bedrohliche Intensität und etwas mehr Aaaaaargh!!! vertragen könnten. Als Ausgleich folgt dann aber darauf eh immer wieder ein saugeiler schneller Part und ich bin wieder erfreut über diese Todesbleiattacke :). Lasst euch jetzt aber nicht dadurch abschrecken, denn im Ganzen gesehen ist "Patterns Of Compulsive Behavior" cooler, fetziger und packender Death Metal voller Energie, der auf alle Fälle öfter mal bei mir laufen wird :). Diese kurzweilige Scheibe, die auch spieltechnisch zu überzeugen weiß, macht nämlich echt Spaß und bringt die Friedhofserde in meinem Kopf ordentlich in Bewegung :)! Als Tape only-Leckerli gibt es übrigens noch eine gelungene Coverversion von Sepulturas Klassiker "Troops Of Doom". Fetzt und passt perfekt zum Grundsound der Band :).

Wie in der Einleitung schon zu lesen, teilen sich Henni und Malte den Gesang auf, und sie machen ihren Job echt sehr gut :). Ich weiß jetzt nicht, welcher Gesangstil welcher Person zu zuordnen ist, auf alle Fälle klingt es geil, rottig und abgefuckt :). Einer der beiden Herren grunzt schon mal richtig derbe und ordentlich tief daher, dass ich schon mal in Deckung gehe, damit ich nicht von einem Schwall geplatzter Innereien, Blut und zuckender Maden erwischt werde und in der Flut ersaufe :). Heftig, heftig und vor allem geil :). Der zweite Gesang hat diesen herrlichen,überdrehten Wahnsinn in der Stimme, bei dem du nicht weißt, ob diese Person gerade mit sich ausmacht, erst jemanden um die Ecke zu bringen und danach ein Grab auszuheben, um eine Party darin zu feiern, oder doch umgekehrt zu starten :). Klasse :). Die Stimme ist dabei voller Energie und manchmal kurz davor, sich zu überschlagen :). Stehe ich ja drauf. Genauso wie auf das derbe Gegrunze. Beides passt jeweils für sich allein zum Stil, den Gorge fahren, weshalb ich es auch cool finde, dass sogar beides angewandt wird. Bringt nicht nur Abwechslung in die Sache, sondern klingt halt einfach auch erste Sahne :).

Die Scheibe hat die Band selber im Jugendzentrum Ostbunker in ihrer Heimatstadt Osnabrück aufgenommen und wurde auch dort von einem gewissen T.P., ich tippe mal auf Tobi von Panzer Squad, gemixt. Das Mastering fand dann in der Tonmeisterei zu Oldenburg durch eine Person namens Role statt. Na, was haben wir hier wohl für einen Sound zu erwarten? Genau, so richtig schön glatten und digitalen... ach Quatsch... Scherz beiseite. Natürlich gibt es klassischen Old School Sound, der so richtig herrlich dreckig röhrt und geil knarzig aus den Boxen scheppert :). Die Scheibe ist jetzt aber nicht unterproduziert und säuselt nur schepperig vor sich hin oder wirkt gar verstaubt und zahnlos. Ganz im Gegenteil, denn die Produktion ist schön fett, heavy und ehrlich ausgefallen :). Das Feeling von früher wird wird akkurat eingefangen und hat für mich vom Flair her was von einer etwas basslastigeren und klangdichteren Version der Autopsy-Demos und dem Debüt mit einem Touch Nihilist :). Da gibt es wahrlich Schlechteres :). Der Sound macht also richtig gute Laune und wird für euch Lunatics, die es gerne dreckig mögen, in Kombination mit den Songs wie Balsam für eure Ohren sein :).

Sehr gelungen sind das Artwork und das zugehörige Layout von SNDNBCK. Als Artwork bezeichne ich jetzt mal das komplette Tapebooklet, da sich über jenes komplett eine Bilderserie von Gewaltverbrechen bzw. der daraus resultierende Tod zu sehen ist. Das kommt jetzt auch nicht plakativ rüber oder ist auf billige Effekthascherei aus, sondern wirkt durch die Bilder, welche vom Anschein her aus der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts sind, eher so, als würde ich was bei einem History Channel sehen :). Echt cool! Das Ganze wurde dann auch noch so bearbeitet, das die Bilder aussehen wie aus einer alten Kriminalakte :). Sehr ansprechend :). In diese Szenerie gesellen sich dann noch das schön rottige Logo, Songtitel und die Credits sowie weitere Infos, die so wirken, als seinen sie ein Bestandteil der Akten. Dazu gibt es dann ein durchsichtig-blutrotes Tape, welches sich durch die Farbe top in das Gesamtkonzept einfügt :). die Optik macht also auch ordentlich Laune :). Das auf 66 Stück limitierte Tape ist zwar leider mittlerweile ausverkauft, aber ihr habt ja immer noch die Möglichkeit, euch diesen vergammelten Leichnam als digitales Album bei der Band direkt oder bei Kellerassel Records auf ihren Bandcampseiten zu ergattern. Über Fucking Kill Records wird es übrigens einen Rerelease als Split-LP mit der Band Ixaxaar Nexia geben. Dort fehlen zwar aus Platzgründen zwei Songs, aber ihr hättet die Scheibe als Hardware. Ihr habt also die Qual der Wahl :).

Wenn ihr eure unstillbare Gier nach verwesendem Fleisch, also ranzigem Old School Death Metal, mal wieder etwas befriedigen wollt, solltet ihr das Osnabrücker Duo Gorge mit ihrem Longplayer "Patterns Of Compulsive Behavior" unbedingt mal anchecken. Hier wird nicht lange um den heißen Brei herum geredet, sondern einfach nur cooler, roher, schnörkelloser und energiegeladener Todesblei von Leuten eingezimmert, die eindeutig eine Menge Bock auf auf diesen Sound haben.



8,5 Punkte!


Songs:

1.Scattered Fragments 06:58
2. Frontal Lobotomy 03:02
3. Into The Bogs 05:32
4. Soil 04:37
5. Pathological Lies 03:34
6. Necrovault 04:23
7. Rot 05:47
(8. Troops Of Doom (Sepultura-Cover)/Tape only)

Spielzeit: 33:57


https://gorgex.bandcamp.com

https://kellerasselrecords.bandcamp.com

https://fuckingkillrecords.bandcamp.com

// Rudi

 ec

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