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Review zu Temple Of Dread - World Sacrifice - 366 Hits
disc Band: Temple Of Dread
Album: World Sacrifice
Genre: Death Metal
Rls. Datum: 24.07.2020
Label: Testimony Records
Laufzeit: 39:24
Wertung: 9.5 / 10.0
 
Noch nicht mal ein Jahr nach ihrem Debüt "Blood Craving Mantras" schieben die ostfriesischen Old School Death Metal-Schergen Temple Of Dread, abermals über Testimony Records, ihren zweiten Longplayer namens "World Sacrifice" nach! Das ist wirklich fix. Haben wir es hier also mit einem Schnellschuss der drei Herren zu tun? Da der Vorläufer schon sehr geil war und Bassist/Gitarrist Markus Bünnemann (Thrashhammer/Slaughterday(live)), Drummer Jörg Uken (Soundlogde Studio/Rumble Militia/Slaughterday(live)) und Sänger Jens Finger (Slaughterday/Ex-Obscenity) geschmolzenes Todesblei statt Blut ihren Adern haben, hatte ich da zu keinem Moment entsprechende Befürchtungen :). Und ich wurde natürlich auch nicht enttäuscht :).

Das Trio konnte nämlich das hohe Niveau des Debüts nicht nur halten, sondern zu meiner Freude sogar noch steigern :). Vielleicht liegt es daran, dass die Songs dieses Mal als Band geschrieben wurden. Das Grundrezept, nämlich Old School Death Metal mit voller Hingabe und literweise Herzblut zu zocken, wurde nicht aufgegeben, nur ist das Songwriting auf "World Sacrifice" auf alle Fälle noch packender, variabler und mitreißender geworden. Es flasht noch mehr, ein paar schöne Spielereien wurden eingebaut und es wirkt in sich alles noch mehr im Fluss. Echt geil! Das Ergebnis ist ein wahrer Todesbleiwirbelwind voller Killerriffs und euch zum Bangen zwingender Rhythmen :)! Ich finde es bei Temple Of Dread ja so geil, dass ihr Death Metal so ein herrliches 80er Jahre-Flair hat, also eine Zeit in der der Terminus Death Metal oft noch gar nicht so richtig definiert war und der Grundsound oft noch eine herbe Thrash-Brachialität inne hatte :). Dazu noch Einflüsse aus der Hochphase der frühen 90er, von denen die meisten Bands ja auch ihre Wurzeln im vorherigen Jahrzehnt haben, und fertig ist ein Cocktail nach dessen Genuss ihr euch alle eure zehn Finger ablecken und gleich ordentlich Nachschub bestellen werdet :). Ihr kennt die Band noch nicht, wollt aber die tödlichen Inhaltsstoffe dieses Getränks vorher kennen? So soll es sein! Euch erwartet ein fetter Anteil der Frühwerke von Death, Pestilence, Autopsy, Morgoth und Massacre, dazu Possessed, straighte Asphyx, das Assorted Heap-Debüt, oder teilweise auch Stoff der Marke Ripping Corpse und Num Skull :). Feurig, feurig! Es wird aber noch heißer, denn geiler, roher Old School Thrash im Sinne der Frühwerke von Slayer, Kreator und Sodom und den Debüts von Sacrifice (Can) und Infernäl Mäjesty ist auch dabei :). Also, mir läuft bei den ganzen Einflüssen schon tierisch der Sabber in meiner Schnute zusammen, welcher dann beim Genuss von "World Sacrifice" sofort zu kochen anfängt! Die drei Herren haben hier echt geilen Old School-Stoff eingezimmert, sodass mir ganz warm um mein kleines deathmetallisches Herz wird :). Die Songs reißen euch gnadenlos durch ihre Energie und Griffigkeit mit, auf dass ihr euch vor Freude jauchzend in diesen grandiosen Todesbleistrom begeben werdet und nicht mehr verlassen wollt :). Hier wurde der Geist der frühen Zeit des Death Metals mittels eines herrlichen Ideenfeuerwerks eingefangen und voller Passion in knackige Kompositionen gebannt. Temple Of Dread atmen diesen Sound und es ist ein Genuss, ihnen beim Ausleben ihrer Passion zu zuhören :). Hier ist auch nichts geklaut oder abgekupfert. Die Einflüsse sind natürlich herauszuhören, aber die Band kreiert daraus eine herrlich klingende Hommage an den alten Death Metal :). Passend dazu gibt es eine coole Coverversion des Morgoth-Klassikers, der sich gekonnt in den Fluss der Scheibe einreiht bzw. zeigt, wie nah Temple Of Dread mit ihren Songs am Spirit von früher dran sind :). Das alles wird dann an den Instrumenten auch noch perfekt dargebracht, aber das überrascht mich nicht wirklich. Die Jungs sind keine Neulinge an ihren Instrumenten und außerdem ist ihnen ihre Musik auch zu wichtig, als dass sie sie mit all ihrem Können nicht perfekt zelebrieren wollen würden.

Gesanglich ist auch wieder alles top, denn Jens quält seinen Rachen bis zum Anschlag, um ihm bestes Death Metal-Gegurgel zu entlocken :). Ich kann richtig spüren, was er für ein Bock darauf und dabei hatte, den Temple Of Dread-Songs mit seiner Stimme noch mehr Kraft und Energie als eh schon vorhanden ist, zu verleihen. Dafür wurden die Stimmbänder auch fleißig mit Säure anstatt mit Tee eingelegt :). Der Herr hat echt genau den Wahnsinn in der Stimme, der für Death Metal so wichtig ist, mich sofort wegen seiner Intensität packt und ordentlich durchschüttelt :). Passend zum Stil der Band grunzt er auch nicht wie Sau herum, sondern schreit und keift sich voller Power in bester Araya/Schuldiner/Becerra/Petrozza/van Drunen/Speckmann-Manier durch "World Sacrifice" :). Sein wuchtiges und herrlich kratziges Organ ist für Temple Of Dreads Musik wirklich wie gemacht und feuert den akustischen Höllenbrand noch mehr an :). Einfach nur fett :). Da will ich doch gleich mitgröhlen, während meine Airguitar langsam aber sicher Feuer fängt! Eine höllisch geile Kombi, die euch Lunatics ordentlich einheizen wird. Davon bis ich fest überzeugt :).

Richtig klasse wird es auch beim Sound, denn Jörg, wer sonst :), hat in seinem Studio Soundlogde Recording wieder ganze Arbeit geleistet und für "World Sacrifice" die Produktion des Vorgängers getoppt :). Das höre ich natürlich gerne :). "Blood Craving Mantras" hatte auch schon einen tollen Klang, aber das hier ist noch besser :). Der Gesamtsound ist dieses Mal fetter ausgefallen, hat mehr Druck und noch mehr Power From Hell, so dass eure Ohren ordentlich verprügelt werden :). Die Songs knallen so richtig herrlich aus den Boxen, die wilde und dynamische Glut der Songs wird durch den Klang echt nochmal akkurat angeheizt. Wirklich sehr gelungen, wie der Sound der damaligen Zeit eingefangen und in die heutige Zeit getragen wurde, das damalige Feeling dabei nicht abhanden kommt, aber auch gleichzeitig alles zeitgemäß klingt, ohne steril und glattgebügelt zu wirken. Die Produktion ist auch so richtig schön stimmig, knackig, erdig, lebendig und natürlich heavy und voller Energie :). Ich habe echt einen Heidenspaß dabei, mir dieses todesbleierne Kraftpaket anzuhören :).

Bisher haben Temple Of Dread alles richtig gemacht. Gilt das aber auch für das Erscheinungsbild? Das kann ich nur mit einem fetten JA beantworten :). Als erstes sticht natürlich das schön old schoolig wirkende Cover von Jesse Peper (u.a. Pungent Stench, In Solitude) ins Auge, das mit seinem Zeichen- bzw. Malstil auch aus der Zeit stammen könnte, die die Band musikalisch präsentiert :). So in der Richtung Ripping Corpse- "Dreaming With The Dead", auch wenn Motiv und Farbgestaltung eine andere sind, aber halt vom Feeling her :). Passt also schon mal :). Das Bild an sich wirkt sehr matriarchalisch, da in der Mitte eine Göttin vor einem Vollmond zu sehen ist, die u.a. einen Feuerkelch in ihrem Intimbereich hat, während sie so etwas wie ein allwissendes Auge hält. Umrundet werden sie und der Vollmond von den verschiedenen Mondzyklen, was die allgemeine, symbolische Verbindung der Frau zum Mond noch unterstützt. Bekräftigt wird dieses dann noch durch den Schwarm nackter weiblicher Körper, die das heilige Zentrum voller Energie umkreisen. Das Ganze wirkt echt cool, atmosphärisch und sieht wirklich geil aus :). Dürfte bei der Vinylversion noch geiler aussehen :). Für das gelungene Layout und die sehr coolen Bandphotos ist Cliff (Terrafolio.de) verantwortlich, der das letzte Mal auch das Artwork beisteuerte. Das CD-Booklet sieht mit seiner steinernen Marmorierung echt gut aus und wurde, wie auch die Photos, gekonnt auf das Inlayformat für das Vinyl übertragen :). Den Rundling gibt/gab es übrigens zu jeweils 100 Stück in Schwarz, Purple Splatter und Translucent Blue/Black Smoke Marbled. Gerade die letzten beiden Varianten sehen echt klasse aus :).

Nachdem Temple Of Dread mit ihrem Debüt "Blood Craving Mantras" schon ordentlich vorgelegt hatten, toppt das Todesbleitrio dies mit ihrem Zweitwerk "World Sacrifice" locker und haut uns einen hammergeilen und mitreißenden Old School Death Metal-Knaller um unsere rottigen Ohren, der diese zum Glühen bringen wird :). Das ist allerbeste Herzblutfriedhofserde voller Energie und Liebe zum Todesblei! Ich kann allen Liebhaber*innen dieses Sounds nur dringend empfehlen, dass ihr euch diesen Brecher ganz schnell besorgt und wie Sau dazu headbangt :)!


9,5 Punkte des Todes!


Songs:

1. World Sacrifice 04:17
2. Commands From A Black Soul 04:54
3. Enforcers Of The Vile 04:50
4. Symbiotic Delusion 04:12
5. Machine 02:40
6. Alive I Rot 04:16
7. Dedication 04:44
8. Sold Baptism (Morgoth-Cover) 03:36
9. Blood Craving Mantra 05:55

Spielzeit: 39:24

// Rudi

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