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Review zu Varcolak / The Fog - Wolves Of Nihil - 538 Hits
disc Band: Varcolak / The Fog
Album: Wolves Of Nihil
Genre: Death/Black
Rls. Datum: 28.02.2020
Label: Aderlass Kunstverlag
Laufzeit: 32:46
Wertung: 9.0 / 10.0
 
Diese Split, Ende Februar als Musikkassette veröffentlicht und ursprünglich als LP geplant, ist zwar schon ausverkauft, aber immer noch als digitales Album erhältlich und außerdem viel zu gut, um nicht noch besprochen zu werden :). Die Rede ist von "Wolves Of Nihil", eine Zusammenarbeit der Band The Fog mit den mir zuvor unbekannten Varcolak. Da The Fog echt geil sind und die Split über das sehr zu empfehlende Undergroundlabel Aderlass Kunstverlag veröffentlicht wurde, war ich doch gleich Feuer und Flamme und wartete darauf, mein Objekt der Begierde endlich bestellen zu können :). In der Zwischenzeit konnte ich mir dann auch mal Material von Varcolak anhören und freute mich danach umso mehr auf diese Split. Solche Aktionen finde ich eh immer geil, da einem dadurch öfter mal unbekannte Bands über den Weg laufen :).

So auch hier - und deshalb fange ich gleich mal mit Varcolak an. Da mir die Band neu ist, wollte ich natürlich mehr Infos über sie haben, aber die sind leider etwas spärlich. Auf alle Fälle kommt die Band aus Deutschland und hat bereits 2018 über Aderlass Kunstverlag eine EP namens "Carpathian Nightmare" veröffentlicht. Diese ist echt cool und da das Tape leider schon ausverkauft war, habe ich mir noch fix die Digitalversion besorgt. Die Musik auf "Wolves Of Nihil" wurde von Toma Popesku geschrieben und die Texte sind von Mihai Dragomir und Radu Babu. Wer in der Band für was musikalisch verantwortlich ist, weiß ich leider nicht, nur dass die Drums auf den ersten drei Songs von S.E. und beim letzten Song von Thymos eingespielt wurden. Alles sehr kryptisch, aber das ändert ja nichts an der sehr gelungenen Musik auf dieser Split :).

Der erste Song wird von einem coolen Intro mit leichtem Dungeon Synth-Flair vom The Fog-Mitglied Avenger eingeleitet, das mich durch seine coole, düstere und epische Atmosphäre auf alle Fälle schon mal sehr gut auf das Kommende einstimmt :). Danach geht es dann aber auch gleich ordentlich und richtig schön räudig ab :). Varcolak zelebrieren in ihren ersten drei Songs dieser Split total geilen und rotzigen BlackThrash, der auch gerne im Speed Metal wildert und dem auch punkiges Geschepper nicht fremd ist :). Also sehr gute Voraussetzungen für eine gelungene Attacke auf unsere Ohren - und die werden hier wirklich herrlich vertrimmt :). Garstiges, satanisches Chaos gegossen in coole Metal-Nummern voller Höllenfeuer, gequälter Christenseelen und intensivem Riffing, das sofort in euren unheiligen Körpern zünden wird und euch dazu veranlasst, noch fix eine Kanne Pils dazu zu öffnen, den Patronengurt umzuschnallen und wie Sau zu bangen :)! Echt top :). Der Leibhaftige wird über diesen feinen Krach sehr erfreut sein :). Old School Headbanger*innen natürlich auch, denn das Riffing ist trotz des chaotischen Flairs, was jetzt nicht negativ gemeint ist, total auf den Punkt gebracht und wird sofort in euren Hirnen wirken.
Gesanglich stellt ihr euch am besten eine krächzige und heisere Krähe vor, eingekleidet in eine stinkende Kutte, Patronengurt und ausgelatschte Turnschuhe, die sich noch Säure und rostige Nägel in die Bierdose schüttete, bevor dieser Sud in ihrem gierigen Schlund landete :). Der Sänger ist echt klasse und kreischt und schreit sich voller blasphemischer Wonne durch die Songs, begleitet von prolligen Backgroundchören und dem einen oder anderen sich überschlagenden Speed Metal-Schrei. Total Klasse :). Passt echt wie die Faust aufs Auge.
Produktionstechnisch wird selbstverständlich auf überproduzierten Plastiksound verzichtet, würde ja nun auch wirklich nicht passen. Im House Of Muck entstand deshalb ein sehr geiler, kratziger, lebendiger, ehrlicher und rotziger Sound, der die Tugenden des Thrash und des Black Metals gekonnt in sich vereint und die intensiven Songs noch mehr zum Glühen bringt. So muss das sein.

Ihr wundert euch, dass ich bisher nur 3/4 der Songs besprochen habe? Hier kommt die Antwort. Der letzte Song fällt musikalisch anders aus als der Rest und ist für mich persönlich auch der Höhepunkt der Band auf dieser Split. Woran das liegt? Mit ihrem letzten Song präsentiert uns die Band nämlich einen Song in bester epischer Bathory/Mayhemic Truth/Morrigan-Manier! Totaler Hammer :). Der Song ist wirklich genial und ich muss ihn immer und immer wieder hören :)! Begleitet durch eine geile Melodie und eine bombastische Stimmung fräst sich die Band einmal von der Hölle hoch nach Asgard, auf dass ihr voller Freude dem Deibel und dem Einäuigen gleichzeitig euren Tribut zollen könnt und wollt, denn hier kann keiner von der Atmosphäre nicht ergriffen sein :).
Stimmlich geht es hier natürlich etwas anders zu, aber das meistert der Sänger locker und röhrt sich episch angehaucht mit einer schön rohen und kraftvollen Stimme, die auch manchmal pechschwarz daherkommt, durch den Song :). Genuss pur :). Gelungene Backgroundchöre fehlen hier natürlich auch nicht.
Hier ist der Sound, aufgenommen in den Avenger Dungeons, ich tippe mal auf das The Fog-Mitglied, etwas dichter, erdiger und voluminöser, aber nicht weniger geil, denn abgesehen von den eben genannten Faktoren ist er dem Sound der ersten drei Songs schon ähnlich. Piekfeine Sache :).
Gemixt wurden alle vier Songs übrigens von einem Herren namens Prof. Dr. Volkooten. Auf alle Fälle macht er seinen Job um einiges besser als sein Name vermuten lässt, hehehe :).

Ob höllisch oder episch, Varcolak wissen echt, wie der Hase läuft, und lassen auf weitere geile Veröffentlichungen hoffen, denn Metal von Überzeugungstätern ist immer herzlich willkommen :).


Dann komme ich mal zum ursprünglichen Grund meines Erwerbens dieser Split, nämlich die famosen The Fog, die manchen unter euch sicherlich schon bekannt sein sollten. Nach dem coolen Demo "Void Nexus", dem fetten Debüt "Perpetual Blackness" und einer Livescheibe namens "Necrofog Ritual", die mir leider fehlt, wollen V. Lord (Gesang/Gitarre), C. Defiler (Bass), F. (Gitarre) und Avenger (Drums/Synths) uns also erneut in die finsteren Abgründe hinabzerren. So soll es sein, denn bisher ist es ihnen für meinen Geschmack immer sehr gelungen :). Nach mehrmaligem Hören der beiden neuen Songs muss ich sagen, dass die Band auch nochmal gut zulegen konnte und uns auf dieser Split richtig geilen Stoff serviert :). Falls ihr The Fog noch nicht kennen solltet und schwärzlich, doomiger Death Metal, der auf das Nötigste reduziert ist, dafür aber umso effektiver wirkt, euer Ding ist, dürftet ihr hier genau richtig liegen. Stellt euch einen Bastard aus dem eher langsamen bis midtempolastigen Stoff von Bands wie Hellhammer/Celtic Frost, Cianide, dem Necrophagia-Debüt, Slaughter (Can), Divine Eve, Crimson Relic und ganz alten Samael vor, mischt diesen Giftsud mit holländischen Todesblei wie Asphyx (vor "The Rack"), Necro Schizma, Delirium und Sempiternal Deathreign, würzt mit Winter und Goatlord und vermengt alles mit einer fetten Portion "Sumerian Cry"! Gerade das Tiamat-Debüt scheint es meinen Ohren nach der Band doch sehr angetan zu haben :). Da läuft einem doch gleich der Sabber im Munde zusammen. Wenn ihr hört, was The Fog für einen fiesen, düsteren und intensiven Death Metal-Horror daraus machen, gleich noch mehr :). Aufgelockert durch ein paar Ausbrüche walzt sich die Band schon fast hymnisch durch ihren ersten Song, während der massive Druck, den dieser Song aufbaut, euch langsam und genussvoll zu Boden presst :). Das war aber nur ein sehr delikater Vorgeschmack auf das, was noch kommen wird, denn mit dem zweiten Song laden euch The Fog auf einen erdrückenden Alptraum ein :). Gemächlich, aber dadurch nicht weniger brachial dröhnen sie sich voller Inbrunst durch ihren Song und hinterlassen dabei ein bedrohliches Gefühl, dem ihr nicht entkommen könnt. Als ob euch ein personifizierter Horror verfolgt. Top :). Richtig geil wird es dann im letzten Drittel dieses elfminütigen Tracks, wenn ein von saufetten Riffs getragener Synthesizer ein düsteres 20er Jahre-mäßiges Horrorfilmflair verbreitet, bei dem euch die Haare zu Berge stehen werden :). Und während ein starke Unruhe in euch wächst und ihr in eurem Bettchen liegend langsam die Decke über euren Kopf zieht, wird euch anhand des langsam aufziehenden Schattens an der Wand gewiss, was euch verfolgt hat. Nun steht Graf Orlok also an eurem Bett, beugt sich über euch und ewige Dunkelheit bricht über euch herein! Die Intensität und die morbide Atmosphäre sind echt enorm, und der Song begeistert mich immer wieder auf´s Neue :).

Den Horror hat auch V. Lord in seiner Stimme und präsentiert uns garstiges, kratziges und herrlich intensives Gekreische und Gekeife voller Hass, Verachtung und Pein! Die Stimmung, die er dabei verbreitet, ist düster, kalt, morbide und furchteinflößend, also genauso wie die Musick selber, und es ist wirklich herrlich, wie seine teils mit Hall unterlegte Stimme sich in den Fluss der Kompositionen einreiht und sie gekonnt umgarnt. Der Herr legt sich wirklich knietief in einen eisigen Sumpf, um The Fog bestens zu dienen und klingt für mich manchmal dabei wie ein hysterischer und von Schmerz und Qual gepeinigter Hellslaughter. Sehr geil :)!

Die Aufnahme macht dem Bandnamen auch alle Ehre, denn dieser friedhofserdige, monolitische und düstere Sound ist wahrlich wie eine alles einnehmende Nebelwand, aus der es kein Entrinnen gibt! Sie hüllt euch ein, dringt in eure Lungen vor und nimmt euch langsam und qualvoll die Luft zum Atmen, während ihr blind durch diesen stickigen und feuchten Horror irrt und elendig verreckt! Also bestens geeignet für dieses Quartett der Verdammnis :). Saugeil und auch besser, fetter und brutaler als bei ihrem Debüt :)! Verantwortlich dafür ist einmal Avenger selbst, da er für die Aufnahme im Somewhere In Nowhere Studio verantwortlich ist, und dann noch Laurent Teubl von den genialen Chapel Of Disease, der in seinen Sculpt Sound Studios den Mix und das Mastering übernahm. Es ist der Produktion auch wirklich anzuhören, dass hier nicht nur Menschen am Werk waren, die sich mit Aufnahmen auskennen, sondern auch mit Passion zur Musik ihr Werk tun. Das intensive Hörerlebnis spricht für sich.

The Fog haben sich mit ihren neuen Stücken nicht nur vom Sound her verbessern können, sondern vor allem auch kompositorisch, und servieren uns besten Todesblei :). Ich bin echt gespannt, was da noch auf uns zukommen wird, denn diese Band hat ihr musickalisches Pulver noch lange nicht verschossen :).


Ganz dolle angetan bin ich ja auch vom herrlichen Artwork :). Passend zum Titel und zur Musick der beiden Bands ist nämlich ein sich für einen Werwolf haltender Herr in all seiner mörderischen und wahnsinnigen Pracht zu sehen :)! Auf einem Ausschnitt eines Holzstiches von Lucas Cranach dem Älteren aus dem Jahre 1512 , werdet ihr seiner gewahr, wie er gerade von Sinnen und im Mordrausch ein Kleinkind totbeißt :). Herrlich! Das schön eingefasste Motiv, welches dem Werwolfwahn der frühen Neuzeit entspringt, erfreut mich doch wirklich sehr :). Optisch passend gibt es dazu noch die Bandnamen und den Albumtitel in altdeutscher Schrift, und schon ist ein geiles Cover fertig :). Die gesamte S/W-Aufmachung ist recht spartanisch gehalten, verfehlt ihre Wirkung aber keineswegs. Klappt ihr das Booklet auf, könnt ihr noch die Tracklist und die schöne Präsentation des Labelnamens erblicken. Im Inneren erwarten euch dann noch die coolen Bandlogos und die zugehörigen Credits. Sieht alles echt top aus. Genauso wie das Tape an sich zeigen sich plus die Bandlogos und das Aderlass Kunstverlag-Symbol in einem herrlich gold-bronzenen Farbton. Auch hier alles sehr angenehm spartanisch und optisch effektiv gehalten :). Diese Split ist also nicht nur musickalisch ein herrliches Kleinod :).

Wie gesagt, ist das auf 100 Stück limitierte Tape schon ausverkauft, aber dieses Schmankerl ist ja zum Glück noch digital, inklusive des coolen Artworks, beim Aderlass Kunstverlag (aderlass-kunstverlag.bandcamp.com/music) zu bekommen, und ich denke, dass ihr hier keine Sekunde zögern und euch "Wolves Of Nihil" unbedingt besorgen solltet :). Ihr unterstützt nicht nur ein kleines, passioniertes Label, sondern natürlich auch zwei sehr geile Underground-Bands, die sich mit ihren unterschiedlichen musickalischen Stilen auf dieser Split vereinten, um düsteren, teuflischen und mitreißenden Metal zu zelebrieren :)! Und wenn ihr schon dabei seid, könnt ihr euch ja auch gleich noch ältere Friedhofserde dieser beiden Kombos besorgen, es lohnt sich :)!


9 Punkte!


Varcolak:

1. Lyakon Of Arcadia 05:04
2. Rising At Midnight 03:55
3. Death To The Deathhammer 00:31
4. Undeniable Force 06:08

The Fog:

5. A Siege, A Plague 05:59
6. Void Transverberation 11:09

Spielzeit: 32:46

// Rudi

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