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Review zu Decaying - Shells Will Fall - 705 Hits
disc Band: Decaying
Album: Shells Will Fall
Genre: Death Metal
Rls. Datum: 29.05.2020
Label: F.D.A. Records
Laufzeit: 37:56
Wertung: 9.0 / 10.0
 
Etwas mehr als zwei Jahre nach ihrer vierten Scheibe "To Cross The Line" schicken sich die Finnen Decaying an, abermals über F.D.A. Records ihren neuen Longplayer namens "Shells Will Fall" in diese turbulente Welt zu schicken. Da ich "To Cross The Line" recht ansprechend fand, war ich dann doch sehr gespannt, was Matias Nastolin (Gitarre/Gesang), Henri Hirvonen (Gitarre), Sebastian Bergmann (Bass) und Olli Törrönen (Drums) auf dem neuen Release so komponiert haben würden. Da die Band laut Promoinfo sehr von ihrer neuen Scheibe überzeugt ist, wollten meine Ohren der Angelegenheit doch gleich mal auf den Grund gehen :).

Nach dem ersten Durchhören kann ich sagen, dass die Band nicht zu viel versprochen hat, denn "To Cross The Line" ist echt ein saugeiles Album geworden :). Im Vergleich zum Vorgänger konnte die Band sogar noch etwas zulegen und präsentiert uns ein fette Salve an coolen Old School Death Metal-Granaten, deren Einschläge die Erde ordentlich erzittern lassen :). Decaying fahren zwar ihre bisher bekannte Schiene weiter, indem sie ihren fetten Einfluss holländischen Death Metals der Marke Asphyx und Hail Of Bullets mit geilem 80er Death Metal (Possessed/early Death), Bolt Thrower und Ami-Thrash kreuzen, aber auf ihrer neuen Scheibe rummst alles noch besser, und das mundet mir doch sehr :). Dieses Mal gibt die Band mehr Gas, geile, doomige Parts gibt es natürlich auch noch, und alles wirkt in sich kompakter, stürmischer und überzeugender :). Da kommt doch echt Freude auf :). Das Rad wird dabei natürlich nicht neu erfunden, aber ich gehe mal stark davon aus, dass das gar nicht die Intention dieser Herren ist :). Sie spielen halt genau das, worauf sie Bock haben, und ihnen ist es einfach nur egal, ob sie dabei originell sind oder nicht. Für sie zählt nur, dass sie genau den Sound zocken können, der ihr deathmetallisches Herz so zum Glühen bringt, und dafür knien sie sich voller Hingabe in ihre Kompositionen und geben alles :). Genau das ist ihren Songs anzuhören, und es ist echt ein tierisches Vergnügen, sich vom Enthusiasmus der Band anstecken und berauschen zu lassen :). Das ist ist Old School Death Metal von Fans für Fans und das ist auch gut so :)! Hier wird halt nicht geklaut, sondern die eigenen Helden als Inspiration genommen, um richtig geilen und mitreißenden Todesblei der alten Schule zu zelebrieren :). Die Songs sind auch schön schnörkellos auf den Punkt gebracht und werden durch ihre geile Mixtur sofort in euren stinkigen Hirnen zünden und eure Körper im Fluss der Rhythmen abgehen lassen :). Wer hier nicht Bock hat zu Bangen, ist selber Schuld! Ich persönlich bin von dieser Scheibe echt angetan und freue mich immer wieder, sie zu hören :).

Im Brustkorb von Matias Nastolin wohnen auch wieder zwei feurige Seelen, deren Begehr es ist, die geile Musik voller Inbrunst zu unterstützen und ihr noch mehr Kraft zu geben. Da wäre auf der einen Seite das geile rottige und tiefe Gegrunze, das zwar eher zur Akzentuierung genutzt wird, deswegen aber nicht weniger geil und voller Seele ist :). Damit alleine wäre ich ja auch schon zufrieden, aber wir haben da ja noch die zweite todesbleierne Ausdrucksart von ihm und die bringt mich ja wahrlich in Verzückung :)! Woran das liegt? Matias hat immer noch diesen van Drunen-Style drauf, der einfach nur hammergeil ist! Ich liebe ja van Drunens Gesang und Matias kommt dem Ganzen doch schon sehr nahe. Natürlich kann auch hier gesagt werden, dass das nicht wirklich originell ist, aber dafür kommt es von Herzen, ist voller Inbrunst und genau deshalb überzeugt mich auch der Gesang so sehr :). Ihm geht bei dem Gesangsstil sicherlich genau so einer ab wie mir, es klingt halt einfach nur super, ich habe ein fettes Grinsen dabei im Gesicht und das ist doch die Hauptsache :).

Beim Aufnahmeprozess hat sich im Vergleich zum letzten Album nicht viel geändert. Die Drums wurden wieder separat, nur dieses Mal Saarni Music von Markus Heinonen, aufgenommen und für den Bass, die Gitarren und den Gesang war wieder Matias Nastolin selbst in den Louhinta Studios in Helsinki zuständig. Jener Herr ist auch für die komplette Produktion, den Mix und dieses Mal auch das Mastering verantwortlich gewesen. Nur minimale Änderung, aber der Sound ist im Vergleich zum gelungenen Vorgänger noch mal besser geworden :). Die Gesamtproduktion hat dieses Mal mehr Tiefe, Raum und Druck, so dass dieser im Death Metal-verwurzelte Sound mit Thrash-Einschlag noch besser zur Geltung kommt und ordentlich schreddert :). Das Ganze klingt schön natürlich, erdig, heavy und kratzig, so dass eure Trommelfelle akkurat malträtiert werden :). Ich finde diese Produktion sehr gelungen und vor allem auch passend. Nicht nur, dass das holländische Flair der Musik sehr gut eingefangen wurde, sondern auch die Thrash-Komponente kommt sehr gut zur Geltung - und dadurch auch dieser bereits erwähnte 80er-Flow :). Das gefällt mir natürlich sehr gut, und die Kraft und Energie der Songs entfalten sich dadurch mit voller Kraft und Wucht. Es entsteht fabelhaftes Höllenfeuer :). Ich denke mal, dass euch das sehr gut munden wird :).

Für das Artwork wurde wieder auf Roberto von Roberto Toderico Art zurückgegriffen, was ich für eine sehr gute Wahl halte. Er ist ein wirklich geiler Künstler, und für den Vorgänger hat er ja auch schon ein cooles Cover entworfen. So auch hier, und es gefällt mir noch um einiges besser als beim Vorgänger. Die Umsetzung des Albumtitels ist ihm nämlich sehr eindrucksvoll gelungen, denn in der Position des todgeweihten Soldaten möchte ich wahrlich nicht sein. Seine Angst vor den einschlagenden Bomben ist ihm förmlich anzusehen und auch zu spüren. Schaut euch nur mal in Ruhe das Gesicht an und ihr wisst, was ich meine. Er weiß, dass seine Flucht durch den engen Schützengraben eigentlich keinen Sinn hat und sein Ende nur für einen kurzen Moment verzögern würde, bevor er, wie der Rest auch, dem gnadenlosen Krieg zum Opfer fallen wird. Präsentiert wird dieses Horrorszenario durch einen sehr geilen, ansprechenden S/W-Zeichenstil voller Liebe zum Detail und einer sehr dynamischen Darstellung. Echt klasse :). Das Bild wirkt so schon recht bedrückend, fällt aber durch die schwarze Umrandung des Bildes noch um einiges düsterer aus, wie ich finde. Es wirkt in dieser Kombination wirklich sehr massiv, bedrohlich, verstörend und strahlt eine zutiefst finstere Düsternis aus. Kann also wirklich nicht besser zu Death Metal und der Kriegsthematik der Band passen. Klasse Job mal wieder, Herr Toderico :). Eine Topvorlage für Marc Niederhagemann von ArtWars-Mediadesign, der sich die Rosinen des Artworks herauspickte und sie gekonnt im Bookletlayout mit den Texten kombinierte :). Wer sich übrigens an dem Cover nicht sattsehen kann, sollte sich dringend die Vinylversion, veröffentlicht über Defying Danger Records, holen. Sieht echt fett aus, und den Rundling bekommt ihr nicht nur in Schwarz, sondern auch in Weiß (100 Stück). Es ist also Eile geboten. Dazu gibt es natürlich auch ein Inlay, das dem CD-Booklet in nichts nachsteht. Falls ihr Liebhaber*innen des Magnetbandes seid, haben Defying Danger Records auch was Leckeres für euch am Start, denn beim Tapebooklet wurde auch nicht gekleckert :).

Wer seinen Old School Death Metal authentisch, mitreißend, frisch und lebendig um die Ohren geknallt bekommen und dabei auch optisch top bedient werden möchte, sollte sich die Scheibe echt zulegen. Es macht aber auch wirklich Laune, sich diese Todesbleigranate reinzuziehen :).

Decaying treten mit ihrem mittlerweile fünften Longplayer namens "Shells Will Fall" ein herrliches Inferno los, das nicht nur wieder zeigt, dass auch holländischer Todesblei in Finnland feurig gegossen werden kann, sondern auch eine Steigerung zur letzten Scheibe "To Cross The Line" aufweist. Top!


9 Punkte!


Songs:

1. Shells Will Fall 04:47
2. Into The Straits 05:07
3. Break The Stalemate 04:32
4. Frontier 04:52
5. Scattered Remains 04:16
6. Carnage 03:21
7. Submerged 04:40
8. No Return 06:19

Spielzeit: 37:56

// Rudi

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