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Review zu Moribund Scum - ... Only Death - 395 Hits
disc Band: Moribund Scum
Album: ... Only Death
Genre: Crust
Rls. Datum: 03.2020
Label: None
Laufzeit: 28:17
Wertung: 10.0 / 10.0
 
Jetzt habe ich endlich mal Zeit, den zweiten Longplayer meiner Braunschweiger Lieblingskrusten Moribund Scum zu besprechen :). Immerhin ist dieser brachiale Knaller namens "... Only Death" auch schon seit März, pünktlich zum zehnjährigen Bandjubiläum, erhältlich. Ich hatte dank der Zuckerschnute am Bass (Monsing) ja netterweise schon vorab die Möglichkeit, etwas in die Scheibe reinzuschnuppern, und war von dem, was jener Herr, Ros (Gitarre/Gesang), Felix (Gitarre) und Cody an den Drums mir offerierten, doch sehr sehr angetan :). So wartete ich also geduldig zum offiziellen Release ab und war arg erfreut, als ich sie mir dann auch endlich vorbestellen konnte :). Dann war dieser DIY-Release, der über verschiedene Anbieter (siehe am Reviewende) zu ergattern ist, endlich bei mir, und ich war echt baff, als die Scheibe rotierte :). Ich hatte ja schon einiges erwartet, aber das wirkliche Endprodukt ballert alles gnadenlos weg :)! Was für geiler Stoff!

Es sei gleich vorweg gesagt, dass Moribund Scum mit "... Only Death" ihr bisher bestes, intensivstes und mitreißendes Werk abgeliefert haben! Die Jungs waren ja schon von Anfang geil, konnten sich immer weiter steigen und ballern uns nun mit ihrem zweiten Longplayer ein wahres Inferno um unsere Ohren. Totaler Abriss, der eure Musikanlagen Feuer fangen lässt, sodass nur Schutt und Asche übrig bleibt :). Das Feuer, hervorgerufen durch sechs neue Songs und eine sehr geile Neuaufnahme des Demo-Brechers "Sacred Hell", nehme ich aber bei dieser akustischen Attacke sehr gerne in Kauf. Was für ein Brett :)! An ihren drei Grundzutaten, nämlich Crust, Thrash- und Death Metal, haben diese Rabauken im Grunde nichts geändert, es ist dieses Mal halt alles noch besser, mehr auf den Punkt gebracht, griffiger, wütender, präziser und feuriger, wie ich finde :). Die einzige für mich auszumachende Veränderung ist eine Verschiebung der Zutatenmenge in Richtung Thrash Metal. Vor allem diese weiter ausgebaute Thrash-Komponente in ihren Songs hat es echt in sich, denn das entsprechende Riffing ist höllisch heiß, frisch, total mitreißend und lässt so manche altgediente Thrash-Band in Bezug auf Griffigkeit, Energie, Kreativität, Wut und Brachialität meiner Meinung echt alt aussehen :). Meine Fresse, ist das geil, dabei kann niemand nur stocksteif rumstehen. Bei solch geilen Riffs und Rhythmen ist Ausrasten und Abgehen oberste Pflicht :)! Das soll aber nicht heißen, dass ihr Death Metal-Flow in Stile der alten Bolt Thrower, vor allem das Debüt, und der rottigen, alten Svenska-Schule à la Nihilist sowie ihre Hauptzutat, der Crust, weniger mörderisch sind! Ganz im Gegenteil, denn auch hier brettert es natürlich derbe und sehr gekonnt weiter, auf dass es in euren Hirnen Funken sprüht :). Jeder Bereich für sich alleine ist also schon klasse, aber gerade dieser Cocktail ergibt wahrlich einen betörenden, granatenstarken Crossover, der alles in seiner Nähe verpuffen lässt :). Das ist echt einfach nur saugeil :)! Hier klingt auch nichts holperig, auf Biegen und Brechen dahin gebogen oder kalkuliert und aufgesetzt. Nein, hier ist alles in sich stimmig, frisch, hungrig und unverbraucht :). Jedes Riff und jeder Rhythmus sitzt wie die Faust aufs Auge und wird alle Liebhaber*innen angepisster und stürmischer Musik im Sturm erobern :). Spieltechnisch ist das Ganze auch klasse, denn Ros, Felix, Monsing und Cody sind top aufeinander eingestimmt, und so kriegt dieses wütende Inferno noch mehr Kraft, um eure Herzen zu entzünden :). Klasse :)!

Eine enorme Menge Wut liegt nicht nur in der Musik selber, sondern auch wieder im Gesang. Dafür sorgt Ros natürlich und ich muss sagen, dass auch hier alles noch geiler rüberkommt als bisher. Meine Fresse, hat der Mensch eine Menge Wut, Hass und Frust im Bauch. Anders lässt sich diese heftige Verbalattacke echt nicht erklären! Seine textliche Kritik an Missständen innerhalb der Gesellschaft und somit an uns Menschen und all den Rattenschwänzen an Problemen, die wir hinter uns herziehen, kotzt, schreit, grunzt, röhrt und geifert er uns mit einer beeindruckenden Intensität und Wucht entgegen, dass euch Angst und Bange wird! Ich mag auch an seinem Gesang, dass er die Elemente von Thrash- und Death Metal und Crust so gekonnt miteinander verbinden kann bzw. sie miteinander zu einem derben Cocktail verschmelzen lässt. Top! Stellt euch vor, Max Cavalera, Karl Willets, L.G. Petrov, Phil Vane und Dean Jones würden gleichzeitig in seinem Rachen um die Wette losröhren :). Nur mal so als grobe Orientierung, falls ihr die Band nicht kennen solltet :). Auf alle Fälle auch hier alles bestens :).

Dann gleich mal weiter zum killermäßigen Sound :). Ich fand den Rough Mix an sich ja auch schon ganz ansprechend, aber der ist nur fast schon ein laues Lüftchen gewesen im Gegensatz zu dem, was da jetzt aus meinen Boxen schreddert :). Aufgenommen und gemixt von Hütte (sinistre@riseup.net) und gemastered durch Role (Tonmeisterei Oldenburg) hat Moribund Scums Klang auf "... Only Death" wirklich sehr gewonnen. Der Sound der alten Produktionen war ja schon cool, wirkt aber im Gegensatz zur neuen Scheibe, als ich hätte ich vorher Watte in meinen Ohren gehabt. Das soll jetzt nicht heißen, dass "... Only Death" jetzt hochpolierter, steriler Mist ist. Ganz im Gegenteil, es klingt jetzt nur alles noch besser als vorher und hat viel mehr Energie und Power als die vorherigen Produktionen. Es ballert euch wahrlich eine heftige Powerwand entgegen, die euch einer Explosionsdruckwelle gleich umpusten wird! Hier höre ich auch das wieder heraus, was vielen altgedienten Thrash-Bands oft abhanden gekommen ist, dieses unbändige Feuer, dieses Aaaarrrrgh!!! und diese mitreißende Energie, die sofort zum Abgehen animiert. Auf "... Only Death" habt ihr das bis zum Abwinken :)! Die Drums machen ordentlich Druck, der Bass brummt wie Sau und vor allem die Gitarren schreddern euch locker euer Fleisch von den Knochen, die danach auch noch gekonnt zu Staub geschmirgelt werden :). Mittendrin tummelt sich der Gesang. All das ist in eine schön natürliche, lebendige, kratzige, erdige und ausbalancierte Produktion gebettet, die die die Energie und Kraft der Songs wirklich herrlich zur Geltung bringen und alle Zuhörer*innen dieses Krachers in arge Verzückungen und Zuckungen versetzen wird :)!

Nachdem wir akustisch schon mal bestens verwöhnt wurden, geht das optisch zum Glück auch so weiter :). Das Artwork von Floyd ist auf alle Fälle schon mal der erste gelungene Hingucker :). Die uns dargebotene kosmische Apokalypse macht echt was her und vereint gleichermaßen die zerstörerische Sprengkraft und Dynamik und die düstere und dystopische Stimmung der Musik in sich. Inszeniert wird das Ganze durch einen sehr coolen S/W-Zeichenstil, der durch leichte Grau-/Blautöne akzentuiert wurde, dabei nicht überladen wirkt und das Ende unseres Planeten top umsetzt :). Das Bild ist echt wie gemacht für das LP-Cover. Auf der Rückseite geht die Szenerie dann noch weiter und zeigt uns die unendliche Tiefe und Stille des Alls und bildet somit noch mal einen Kontrast zur zerstörerischen Vorderseite. Dazu gesellen sich natürlich noch Bandname, Albumtitel und Songtitel, die durch Wörn (Artwork-Arrangement) zu einem schlüssigen Gesamtbild zusammengefügt wurden. Geil wird es auch noch mal, wenn ihr das LP-Inlay rausholt, denn die LP-Rückseite dient dort nicht nur als Hintergrund für die Texte, die Credits, die LP-Vertriebe und die politischen Grundeinstellung der Band, sondern auch noch für eine sehr gelungene Zeichnung von Stivart (https://www.facebook.com/Stivpenandink/) :). Zu sehen ist der Untergang der Erde und unserer Zivilastion als Hintergrund für ein forderndes und zornig wirkendes Wesen. Jenes wirkt wie eine alte Naturgottheit und sieht für mich aus wie eine Verderben bringende Mischung aus Cernunnos und dem Waldgeist aus "Prinzessin Mononoke"! Diese vor Detailreichtum strotzende S/W-Zeichnung ist echt genial :). Umso erfreuter bin ich, dass dieses Motiv der LP noch als großes Poster beiliegt :)! Rundlingstechnisch also alles schon mal exquisit :). Neben der LP gibt es "... Only Death" dann aber auch noch als lecker Magnetband veröffentlicht über das saugeile Label Lycanthropic Chants von Steffen Brandes (Cryptic Brood/Repulsive Feast). Also schon mal ein Garant für eine sehr gute Qualität des Produkts, und ich wurde auch nicht enttäuscht :). Das Tapebooklet ist aus schön dicker Pappe und FINAdesigns hat mal wieder dafür gesorgt, dass das visuelle Erscheinungsbild perfekt für dieses Tonträgerformat umgesetzt wurde. Sieht echt top aus... die Frau ist halt vom Fach und voller Hingabe dabei, was dem Endergebnis auch eindeutig anzusehen ist :). Dem Tape liegt zwar das Poster nicht bei, aber dafür gibt es das Tape in vier Farben zu ergattern. Zu jeweils 33 Exemplaren gibt es die Kassette in geilem Kaugummi-Pink, Weiß, Silber und herrlichem Hellblau :). Aber damit nicht genug, denn die A-Seite des Tapes bekam dank FINAdesigns noch, als schwarzen Aufdruck, Ausschnitte des Covers verpasst, was echt total geil aussieht :). Dazu gibt es noch einen Downloadcode und ihr Kassettenliebhaber*innen solltet wirklich bestens versorgt sein :).
Jepp, richtig gelesen, eine CD gibt es auch dieses Mal nicht, aber wer von euch weder Platten- noch Kassettenspieler besitzt, hat aber immer noch die Möglichkeit sich diesen Knaller als digitales Album auf der Bandcampseite (https://moribundscum.bandcamp.com/) zu besorgen. Ihr kommt also nicht drum herum... hehehe :).

Wenn also aggressive, intensive, kraftvolle, mitreißende und ehrliche Musik, die sich im Umfeld von Crust, Thrash und Death Metal pudelwohl fühlt, genau euer Ding ist, wird und kann für euch an "... Only Death" kein Weg herumführen :). Zu geil ist dieser Stoff, als dass ihr diesen Knaller nicht euer Eigen nennen solltet :). Holt euch also "... Only Death", genießt die geile Platte, geht ab wie Sau und unterstützt eine klasse Band, deren Mitglieder ihre Herzen genau am richtigen Fleck haben :).


Kruste de luxe... 10 Punkte!!!


... und danke für das Hellhammer-mäßige Riff bei "Famine" :)!


Songs:

1. Servility 04:55
2. Conservative Punks 02:40
3. World Sick 03:11
4. Flat Earth Bollox 02:55
5. ... Only Death 04:39
6. Famine 05:50
7. Sacred Hell 04:07

Spielzeit: 28:17



Vinyl release via:

Angry Voice Records (GER)
Bomb-All Records (GER)
Deviance Records (FR)
Eskaramuza Distro (CHL)
Fallen Crow Records (GER)
Missing The Point Distro (UK)
Repulsive Medias (FR)
Svoboda Records (FR/CZ)
Up The Punx Records (PL)


Tape release via:

Lycanthropic Chants (GER)

... oder einfach mal bei der Band direkt anfragen :).

// Rudi

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