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Review zu Into Coffin - Unconquered Abysses - 787 Hits
disc Band: Into Coffin
Album: Unconquered Abysses
Genre: Death/Doom
Rls. Datum: 29.11.2019
Label: Terror From Hell Records
Laufzeit: 74:53
Wertung: 9.5 / 10.0
 
Nun komme ich mal zu meinem letzten Review für das Jahr 2019, das ich noch unbedingt schreiben wollte :). Heute verschlägt es uns nach Marburg (Hessen), wo seit 2015 Into Coffin voller Inbrunst jegliches Fleckchen Friedhofserde, das sich in ihrer Nähe befindet, entweihen! Dieses Trio der Blasphemie und Höllenquallen hat nämlich im November letzten Jahres nach einer EP und zwei Splits ihren zweiten Longplayer namens "Unconquered Abysses" über Terror From Hell Records auf die Menschheit losgelassen und sie damit dem Untergang geweiht. Ihr Debüt "Into The Pyramid Of Doom" und die drei eben erwähnten Veröffentlichungen waren schon sehr geil, weshalb ich doch sehr gespannt war, in was für eine musikalische Finsternis uns G. (Bass/Gesang), J. (Drums) und S. (Gitarre/Gesang) dieses Mal herabziehen würden :).

Der Schwefelgestank der uneroberten Abgründe verteilt sich wahrlich schnell nach dem Start meiner CD, und die gerade noch hell erstrahlende Sonne wird von einer alles verschluckenden Dunkelheit verdrängt. Das ist doch schon mal ein sehr gutes Zeichen :). Into Coffin gehen, wie zuvor auch schon, immer noch keinerlei Kompromisse ein. Noch wollen sie, dass ihre Musick auch nur im Ansatz zum leichtverdaulichen Nebenbeihören geeignet wäre. Vier Songs in 75 Minuten sprechen da auch wirklich eine eindeutige Sprache :). Ich werde in meinem Review auch nicht auf die Songs einzeln eingehen, da ich die Scheibe als einen Song verstehe, der mich wie ein Strudel in den Abgrund reißt und mich die ganze Zeit und darüber hinaus in seinem unbarmherzigen Würgegriff hält. Darüber bin ich auch sehr dankbar, denn das, was Into Coffin uns hier präsentieren, ist einfach umwerfend! Ein gnadenloser Strom der Vernichtung, der Hoffnungslosigkeit, der Verdammnis und der Qual, in dem ihr voller Lust baden werdet. Meiner Meinung nach hat die Band kompositorisch noch mal etwas zugelegt und präsentiert sich auf "Unconquered Abysses" in Höchstform. Eine berauschende Seance wartet also auf euch :). Fans der Band können sich weiterhin auf grandiose Musick freuen, die sich da wie ein schwarzer Pestnebel aus ihren Musikboxen presst und gierig nach Opfern sucht :). Falls ihr die Band nicht kennt und nun neugierig seid, was euch für ein Sound erwartet, so sei euch gesagt, dass Into Coffin einen garstigen Bastard spielen, der die Quintessenzen von Old School Death Metal, DoomDeath, Death/Black, Doom und Black Metal in sich vereint, und dass das Ergebnis dessen ein fieser, garstiger, bitter schmeckender Giftcocktail ist! Dieser Todestrunk ist aber so gut gelungen und verführerisch, dass ihr ihn euch am liebsten literweise in eure trockenen Kehlen schütten wollt! Dass das euren qualvollen Tod bedeuten könnte, ist euch dabei absolut egal, denn ihr werdet es der geilen Musick wegen einfach nur tun wollen :). Bester Stoff also :). Die Band arbeitet sich wahrlich mit Wonne und voller Herzblut und Hingabe durch die eben genannten Musikrichtungen und erzeugt dadurch eine gespenstische, verstörende, enorm düstere und brutale Klangwelt, deren Energie und intensive Atmosphäre euch vom ersten Moment an in ihren Klauen genussvoll zerdrücken wird. Es passt auch wirklich alles supergut zusammen, alles ist im Fluss und versetzt das Umfeld in kraftvolle Vibrationen. Die Songs sind enorm druckvoll und wuchtig, so dass die Friedhofserde heftig bebt und die Toten aus ihren rottigen Gräbern lockt, um zu sehen, wer denn hier so feine Musick durch den Äther zimmert :). Wohlwollend nehmen sie zur Kenntnis, dass es ihre Haus- und Hofkapelle Into Coffin ist und sie fangen wie im Wahn ihren bezaubernden Totentanz an :).

G. und S. teilen sich abermals den Gesang und bescheren uns auch auf dieser Ebene den puren Horror auf beste Art und Weise :). Die beiden Herren grunzen, röhren, kotzen und schreien sich voller Kraft, Inbrunst und nekrophiler Lust durch die vier Songs, dass es selbst den dämonischen Wesen, die sich in der unheilvollen Finsternis tummeln, Angst uns Bange wird. Zwischendurch werden wir durch wehklagendes Heulen aufgerüttelt, das nur von Aeonen alten Seelen, die auf ewig an die verfluchte Erde gebunden sind, in der sie begraben wurden, stammen kann. Da läuft einem gleich ein herrlicher Schauer über den Rücken :). All das dröhnt schön mit Hall unterlegt durch die stinkigen, dunstigen und zähen Nebel der morastigen Katakomben, in denen ihr euch gerade befindet. Herrlich :). Das Ganze klingt wirklich bösartig und arg finster und fügt sich damit famos in den Leichenwasserfluss der Scheibe ein :).

Diese Nekropolenhymne braucht natürlich auch einen entsprechenden Sound, der diese musikalische Düsternis einzufangen vermag. Dieses ist Chris Erkens im (((CYPHX-AUDIO))) auch bestens gelungen. Wie ein tonnenschwerer Monolith, der auf eurer Brust lastet und euch die Luft zum Atmen nimmt, während pechschwarzer, stinkender Schleim noch zusätzlich in eure Münder und Nasen sickert, wirkt diese Produktion auf euch ein, während sie wie ein böser Geist den Raum um euch herum einnimmt und jeden Funken Hoffnung im Keim ersticken lässt! Dieser herrlich natürliche, erdige, geil produzierte, kompakte, walzende und rohe Leichenklang ist wirklich vorzüglich und wie eben schon zu lesen war, wird die Atmosphäre dieser Scheibe perfekt transportiert. Mir gefällt es auch sehr, dass alle drei Instrumente und die Gesänge schön herauszuhören sind, genug Raum zur Entfaltung haben, aber alles gleichzeitig zu einer gnadenlosen Einheit verschmilzt, ohne dabei zu einem Soundbrei zu geraten. Top :)!

Neben der akustischen Verwöhnung wollen wir bei diesem dämonischen Höllenritt hinab in die Unterwelt natürlich auch optisch nicht zu kurz kommen :). Das sehr coole Cover von Nox Fragor Art, das sich über beide Bookletaußenseiten erstreckt und sein Ende auf der Hüllenrückseite findet, sorgt auf alle Fälle schon mal bestens dafür :). Was für ein grandioses Inferno uns auf diesem Bild doch erwartet! Umwerfend :). Inmitten einer apokalyptischen Höllenlandschaft nahe eines Tempels steht an einem Abgrund eine Stadt in Flammen, während sich rechts von ihr an einem steinernen Portal ein Strudel in ein schwarzes Nichts auftut, der verzweifelte Seelen und Geister begierig in sich aufsaugt wie ein schwarzes Loch! Farblich ist dieses Untergangsszenario in dreckige Rottöne, die mich durch die Pinselführung an Lava oder stockendes Blut erinnern, und Schwarz gehalten und gibt mir auch dadurch klar zu verstehen, dass ich hier nichts Gutes erwarten kann. Dieses wahrlich bedrohliche Gemälde, welches mich auch etwas an Höllendarstellungen des späten Mittelalters und der Renaissance erinnert, versprüht wirklich eine bedrückende und aussichtslose Atmosphäre, die der Musick sehr gerecht wird und uns beim Hören von "Unconquered Abysses" auf diesen Trip in die Verdammnis bestens einstimmt. Das geile Logo der Band darf da natürlich auch nicht fehlen :).
Das in Schwarz gehaltene Bookletinnere beinhaltet alle Texte und wird durch sehr coole und ansprechende S/W-Zeichnungen der Künstlerin Vječnost garniert. Ihre Interpretationen der düsteren, morbiden und okkulten Texte sind wirklich sehr gelungen, und gerade die letzten beiden Bilder haben es mir echt angetan :). Falls euch ihre Zeichnungen gefallen, dann schaut doch auch gleich mal auf ihrer Facebook-Seite (https://www.facebook.com/Vjecnost.Art/), bei Instagram (vjecnost_art) oder ihrem Shop (www.etsy.com/shop/vjecnost/) vorbei. Lohnt sich auf alle Fälle :). Zu den Zeichnungen gesellt sich in der Bookletmitte das von Heiko Wehner geschossene, sehr atmosphärische und gespenstische Bandphoto ein :). Für meinen Geschmack eine sehr gelungene, in sich stimmige visuelle und zur Musick passende Präsentation, die in der Vinylversion mit zwei LPs sicherlich auch sehr beeindruckend sein sollte :).

Mit "Unconquered Abysses" haben Into Coffin eine herrlich betörende, mitreißende, intensive Totenmesse voll gnadenloser Brutalität, Schwefel, Horror, Verzweiflung und blankem Entsetzen erschaffen! Zu ihrem Kauf rate ich euch dringend, denn sonst verpasst ihr einen hammergeilen Undergroundkracher, der euch so schnell nicht loslassen wird, denn das Trio hat den Schnitter wie die Luft zum Atmen in sich aufgesogen und lässt ihn nun über ihre Musick durch sich sprechen :). Ich rate euch auch dringend, Into Coffin mal live anzugucken, wenn es wieder möglich ist, denn das ist eine Offenbarung. Ein blasphemisches Ritual des Todes, das euch wahrlich in eine andere Welt entführen wird! Ich hatte dank Lycanthropic Chants das Glück, die Band im s.v. Jugendhaus Ost in Wolfsburg zu erleben, und ich war danach einfach nur sprachlos :)! Bis dahin besorgt euch die Tonträger der Band und gebt euch dem schwarzen Nichts hin...


9,5 Punkte!


Songs:

1. Antediluvian Flames 14:07
2. Unconquered Light Of Nothingness 14:26
3. Catacombal Echoes from AB.ZU. 23:21
4. Archetype For The Total Ruin 22:59

Spielzeit: 74:53

// Rudi

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