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Review zu Stråle - Bourbon Souls - 232 Hits
disc Band: Stråle
Album: Bourbon Souls
Genre: Alternative Metal
Rls. Datum: 21.02.2020
Label: F.D.A. Records
Laufzeit: 32:23
Wertung: 8.5 / 10.0
 
Rico Unglaube hält mit seinem Label F.D.A.-Records auch immer wieder gerne mal Ausschau nach Bands, die nicht dem üblichen Portfolio seines Labels entsprechen. Das war mir beim Anblick der hier zu besprechenden Scheibe auch gleich bewusst. Es ist also mal wieder an der Zeit für eine Reise in andere musikalische Gefilde, und da mir diese bisherigen F.D.A.-Exkurse immer gut gefallen haben, war ich gespannt, was mich wohl so erwarten würde. Stråle heißt die 2009 in Helsinki gegründete Band, die im letzten Monat ihr Debüt namens "Bourbon Souls" veröffentlichte. Da Finnland ja immer mit guter Musik aufwarten kann, wurde die Promo auch fix angeworfen, um zu hören, was v. Ålarik (Gesang),
Åndi (Gitarre), Råsse (Keyboards), Zapåta (Drums), Jåhnny (Bass) und Rånti (Gitarre) so komponiert haben.

Mit dem ersten Song geht es auch gleich sehr überzeugend los, es zündet sofort in meinem Kopf und weiß mir auf Anhieb doch sehr zu gefallen :). Dass die Band aus Finnland kommt, ist absolut nicht zu überhören und ich denke, dass sie das auch gar nicht verheimlichen wollen. Würde ich bei der coolen Musik, die gerade aus meinen Boxen kommt, auch nicht machen, denn "Bourbon Souls" ist ein gelungener Einstand für diese Band. Der positive Eindruck des ersten Songs bleibt während der ganzen Scheibe bestehen :). Interessant an Stråles Musik ist für mich, dass sich dieses melancholisch-rockig-finnische Flair von Bands wie späteren Sentenced, HIM oder 69 Eyes und aktuellen Amorphis - um die Vergleiche kommt die Band die Band nicht herum ;-) - mit modernem Metal/Alternative US-amerikanischer Machtart vermischt. Das Ergebnis klingt, wie schon zu erahnen, echt gut und entwickelt durch die Mischung dieser Musikstile eine sehr ansprechende und ansteckende Dynamik, die die Kompositionen sehr frisch und voller Energie wirken lässt. Stråle spielen auch gerne mit diesen Kontrasten aus düsterem und betörendem Gothic Rock/Metal und der Kraft des modernen Metals, dessen Wucht teilweise wie ein euphorischer Befreiungsschlag aus der Melancholie heraus wirkt. Tolle Sache :). Es ist der Truppe echt anzuhören, dass sie richtig Bock hat Musik zu zocken, und dieser enthusiastische Funken springt sofort über und sollte in den Fans dieser Richtung auch nicht so schnell verglimmen :). Also, mir macht es echt Spaß, die Scheibe zu hören, da diese energiegeladene und dynamische Mischung sehr mitreißend ist und sehr schnell ins Ohr geht :).

Ich bin ja vom Sänger angetan, da er es von Anfang an schafft, mich mit seiner breiten, aber niemals erzwungenen und aufgesetzt wirkenden stimmlichen Bandbreite zu berühren und mich auf seine emotionale Reise mitzunehmen :). Diese Reise führt uns durch die Täler der Tristesse und der Verzweiflung, in die Welt der Wut und des Trotzes bis in die Weiten der Hoffnung, Zuversicht und des Lichts :). Das mag zwar etwas pathetisch klingen, aber ich denke, so wird der sehr ansprechende Gesang doch gut beschrieben. Die Wärme in v. Ålariks Stimme weiß mir auch zu gefallen. Genauso die Leichtigkeit des Wechsels zwischen den verschiedenen Stimmlagen und den zugehörigen Emotionen, die er immer passend zur Musik einzusetzen weiß, und dadurch mit der Dynamik und der Stimmung der Songs in einem Fluss einhergeht, mit ihnen verschmilzt und dadurch ein tolles Gesamtergebnis entsteht :).

Sehr angenehm ist der Sound von "Bourbon Souls", da er durch eine fette, erdige, dichte und natürliche Produktion zu überzeugen weiß :). Natürlich ist der Klang bei dieser Art von Musik zeitgemäß und top produziert. Dass das aber nicht immer gleich mit sterilem Digitalsound gleichzusetzen ist, wird hier wieder mal bestätigt. Das rockige Live-Flair im Sound ist wie gemacht für Stråle, denn es passt ganz genau zur lebendigen und pulsierenden Atmosphäre der Scheibe und macht echt Spaß beim Anhören :). Verantwortlich für diese ansprechende Produktion sind mehrere Personen. Die Instrumentenaufnahmen fanden durch Sammy Aaltonen (East Sound Studios/Helsinki) und Sakke Komulainen (Launchpad Studos/Helsinki) statt und der Gesang wurde durch Jani Autero im Studio Soundlouhus (Vanta/Finnland) eingefangen. Den Mix übernahmen für jeweils verschiedene Songs Linus Corneliusson und Jens Bogren in Örebro (Schweden) in den Fascination Street Studios. Letzerer übernahm auch das Mastering. Es war also einiges los, um die Songs auf Band zu bannen, aber ich denke, das positive Ergebnis spricht doch für sich. Eine gelungene Produktion ist nun mal eine gelungene Produktion :). Vor allem, wenn sie so lebendig klingt wie hier und die Leidenschaft in den Songs zu gut einfangen und vermitteln kann :).

Sehr ansprechend ist für mich das Artwork, da es durch seine hellere und weißlich-blaue Farbgebung eher freundlich-einladend wirkt, aber durch das Motiv an sich Tristesse und Verzweiflung vermittelt. Die quasi in Stein gehauene innere Zerrissenheit, Agonie, Angst und Selbstzerstörung der in verschiedenen Facetten zu sehenden Person wirkt durch die Mimik, Gestik und statuenhafte Abbildung doch sehr brachial, mitreißend und beeindruckend. An sich harter Tobak, aber durch die Art der Darstellung wiederum auch sehr schön. Ein wirklich gelungenes Cover eines Künstlers, den ich mit seinen Werken sonst eher im Death Metal verortet hatte und als Schöpfer dieses Bildes so nicht vermutet hätte. Die Rede ist von Roberto Toderico. Eine schöne Überraschung, finde ich. Fragmente dieser Selbstzerfleischung sind auch im Booklet und auf der CD zu finden, welche ohne aufdringlich zu wirken und optisch ansprechend in das restliche Layout integriert wurden. Wieder eine gelungene Arbeit von ArtWars-Mediadesign. In das Artwork wurde dann auch noch ein Fragment des Bandlogos von Timppa gekonnt integriert. Abgelichtet wurde die Band von Toni Härkönen.


Der Blick des Labels über den Extrem Metal-Tellerrand hinweg hat sich wirklich gelohnt, denn der frisch klingende, rockige und leicht melancholische Metal auf Stråles Debüt "Bourbon Souls", der zu keiner Zeit seine finnische Herkunft verleugnen möchte, ist echt mitreißend und weiß schnell zu begeistern.


8,5 Punkte


Songs:

1. Strååling 03:44
2. Faithless 03:24
3. Control 03:33
4. Parasite 03:08
5. No One´s Around Me 03:31
6. Wasted 03:17
7. Arnold 03:52
8. Where Everything Dissapears 03:58
9. The King Of Silence 03:56

Spielzeit: 32:23

// Rudi

 ec

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