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Review zu Sentient Horror - Morbid Realms - 865 Hits
disc Band: Sentient Horror
Album: Morbid Realms
Genre: Death Metal
Rls. Datum: 29.11.2019
Label: Testimony Records
Laufzeit: 41:33
Wertung: 9.5 / 10.0
 
"Guten Tag, wir sind Sentient Horror aus Stockholm, New Jersey, und möchten gerne mit Ihnen über Svenska Dödsmetall reden.". Falls ihr diesen Satz nach dem Öffnen eurer Tür vernehmt, schlagt sie bitte nicht gleich zu, wie sonst bei anderen dubiosen Gestalten, sondern lasst die Herren sofort in euer wertes Heim herein. Serviert den Gästen leckeres, kaltes Bier, setzt euch hin und spitzt eure Ohren, denn die kommenden knapp 42 Minuten werden sehr, sehr interessant und geil werden :).

Wer Sentient Horror bereits kennt, lässt diese Herren natürlich sofort herein und zeigt ihnen gleich die Musikanlage, auf dass ihre neue Verkündung, der zweite Longplayer "Morbid Realms", sofort erschallen kann :). Allen anderen sei gesagt, dass Matt Moliti (Lead-Gitarre/Gesang), Jon Lopez (Rhythmus-Gitarre), Tyler Butkovsky (Bass) und Sean Meyers, der die Band auf der Scheibe an den Drumms unterstützt, astreinen, sehr geilen und wirklich mitreißenden Old School Death zocken! Dieser schreit zu absolut jeder Sekunde voller Überzeugung heraus, dass die Erschaffer dieser Songs, den alten schwedischen HM2-Stoff abgöttisch lieben, und es ihnen eine tiefgehende Herzensangelegenheit ist, diese wunderbare Musik zu spielen :)! Dennis von Testimony Records weiß schon, warum er diese Killertruppe unter Vertrag hat, und Redefining Darkness Records sich die Band für den US-Markt gekrallt haben :). Wäre die Musik auf dieser Scheibe ein Wirbelwind, solltet ihr euch beim Anhören ordentlich festketten, auf dass ihr nicht mitgerissen werdet. Dafür werdet ihr zwar in Stücke zerfetzt, aber das war es wert, denn immerhin konntet ihr euch "Morbid Realms" dadurch noch etwas länger durch eure Schädel blasen lassen :). Sentient Horror zelebrieren hier Svenska Dödsmetall in Reinkultur und weichen auch keinen Millimeter von dieser sich selbst vorgegebenen Richtlinie ab. Das ist auch gut so, denn sie sind in dem, was sie machen, wirklich total klasse und servieren uns einen geilen und berauschenden Schädelspalter nach dem anderen :). Hier sind nicht nur Die Hard-Fans, sondern auch absolute Profis am Werk, die genau wissen, wie Premiumstahl zu klingen hat :). Das Energielevel ist hier permanent auf Maximum und die Brutalität der Songs boxt euch heftig zu Boden. Hier wird aber nicht auf Teufel-komm-raus losgeballert, sondern auf hohem kompositorischen und spielerischen Niveau abwechslungsreicher, packender, düsterer und arg mitreißender Death Metal gezockt, bis der Arzt kommt, nur um zu diagnostizieren, dass der vor ihm liegende Kadaver quicklebendig ist und das HM2-Herzblut in ihm nur so kocht :). Svenska Dödsmetall von Fans für Fans!

Matts Gesang ist auf "Morbid Realms" noch mal etwas knurriger, wuchtiger und düsterer geworden, wie ich finde :). Das erfreut mich natürlich sehr, denn der Herr hat ein sehr geile Death Metal-Stimme mit ordentlich Power in den Backen :). Das tägliche Gurgeln mit Leichenwasser hat sich also bezahlt gemacht. Durch sein intensives, düsteres und geiles Gegrunze gießt er gleich noch ein paar Liter rottiges und sehr energiereiches Blut, so zäh wie Öl, mehr in den Tank der auf Hochtouren laufenden HM2-Kreissäge, so dass diese bald zu glühen anfängt :). So will ich das haben! Saugeiles, derbes Old School-Gekotze für saugeilen Old School Death Metal! Hört und genießt seine Verkündungen aus den Untiefen der Nekropolen :).

Gab Matt Molti beim letzten Release den Sound der Drums noch in andere Hände, hat er dieses Mal alles selber produziert und arrangiert. Für das Mastering konnte wieder Dan Swanö gewonnen werden, der auf "Morbid Realms" nun auch für den Mix zuständig ist. Die Produktion wurde also auf zwei Leute, die schwedischen Death Metal leben und lieben, konzentriert, und ich finde, dass das ein sehr guter Entschluss war :). Wobei ich gestehen muss, dass ich zu Beginn vom Sound der Vorgänger-EP etwas überzeugter war, was sich aber nach einigem Hören schnell änderte und ich mittlerweile denke, dass das neue Werk hier auf alle Fälle mindestens ebenbürtig ist :). Die Produktion von "The Crypts Below", deren röhrende Wucht mich echt beeindruckte, war aber auch echt klasse. Das muss erst einmal getoppt werden. Nun aber zum Sound von "Morbid Realms", der absolut geil ist, falls ich jetzt den Eindruck erweckt haben sollte, dass er nicht so der Kracher ist. Ganz im Gegenteil :). Aus euren Boxen wird sich in allerbester Manier eine HM2-Kreissäge hervorarbeiten, um erst deren Membrane und anschließend eure Trommelfelle in kleine Schnipsel zu schreddern. Im Gegensatz zum letzten Mal ist der Gesamtsound dieses Mal kompakter, erdiger und dichter, was ihm eine akkurate Brutalität verleiht, deren Kraft die Energie der grandiosen Lieder perfekt einfängt :). Schwedenliebhaber*innen dürfte hier auf alle Fälle der Speichel ordentlich aus den Mündern strömen :). Ein weiteres Beispiel dafür, dass der klassische Sound der alten Alben mit viel Liebe zum Detail voller Leben in die heutige Zeit transferiert werden kann, ohne dass dieser zu altbacken oder zu weit weg vom Original klingt :). Sehr geil!

Ich denke mal, dass nicht wenigen von euch, genau wie mir, beim Anblick des Covers erst einmal die Kinnlade ordentlich herunter klappte. Was für ein hammergeiles Artwork ist das denn bitte?!? Es ist einfach unfassbar, wie Juanjo Castellano es jedes mal schafft, so umwerfende Qualität abzuliefern! Allein diese Farben sind schon ein Gedicht :). Schön intensiv und knallig, ohne dabei kitschig oder poppig zu wirken. Das Bild an sich ist natürlich auch bombastisch und zeigt uns, was bei einem kreativen Kopf allein durch den Albumtitel möglich ist. Diese epische, infernalische und morbide Landschaft und diese Kreatur, die sich darin gottgleich bewegt, sind einfach nur genial :). Genial ist auch dieses Detailreichtum. Da bleibt einem echt die Spucke weg! Da ärgert es mich echt, dass ich zu knauserig für die LP war, denn dieses grandiose Artwork muss in dem Größenformat wahrlich umwerfend wirken :). Fragmente des Bildes sind dann auch noch auf der CD, der Digipack-Rückseite und unterhalb des Plastikinlays zu bestaunen. Das limitierte Digipack hat zwar jetzt kein Booklet, aber abgesehen von den Texten sind alle anderen üblichen Informationen sowie ein Bandphoto (Ryan Longton) enthalten und durch das Layout von Nestor Carrera angenehm präsentiert. Damit kann ich leben :). Außerdem wirkt das Digipack durch seine glänzende Oberfläche recht edel. Sieht cool aus :). Wie bereits erwähnt, ist bei dem Artwork eine LP Pflicht. Dennis hat aber noch zusätzliche Anreize für diese Entscheidung am Start, denn neben dem schwarzen Vinyl (175 Stück), gibt es noch 150 Stück in transparentem, blauem, grünem und pinkem Splatter, 100 Stück in schwarz-grau-verwirbelter und 150 Stück in gelb-schwarz-verwirbelter Marmorierung. Klasse! Ihr habt also die Qual der Wahl :).

An "Morbid Realms" führt für Old Skull-Lunatics absolut kein Weg vorbei und das absolut zu Recht, denn das ist genau der Stoff, nach dem es euch immer so dürstet :). Ein HM2-Elixier, das euch zum Ausrasten und euer Blut zum Kochen bringen wird :). Wer sein Svenska-Süppchen gerne abwechslungsreich, berauschend und die Sinne betörend mag, wird sich hier gleich den ganzen Teller auf einmal in den gierigen Schlund kippen, weil es so supergeil mundet! Aber Vorsicht, dieses Mahl ist kochend heißer Stoff des Todes :)!


9,5 Punkte :)


Songs:

1. Call Of Ancient Gods 06:35
2. Bound To Madness 04:36
3. Sworn To The Dead 03:47
4. Reanimated 04:03
5. Ripped From Hell 02:15
6. Loss Of Existence 03:19
7. Black Wings Of Delirium 03:32
8. Obsessive Killing Disorder 03:49
9. Morbid Realms 05:33
10. Cemetery Slaughter 04:04

Spielzeit: 41:33

// Rudi

 ec

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