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Review zu Carnal Tomb - Abhorrent Veneration - 256 Hits
disc Band: Carnal Tomb
Album: Abhorrent Veneration
Genre: Death Metal
Rls. Datum: 26.07.2019
Label: Testimony Records
Laufzeit: 44:51
Wertung: 9.5 / 10.0
 
Yeah, ich war schon sehr erfreut, als ich las, dass die formidablen Carnal Tomb aus Berlin beim Hamburger Label Testimony Records von Dennis Wendig untergekommen sind, denn dieser Herr gibt, wie viele seiner Undergroundlabel-Kollegen auch, für seine Bands wahrlich den letzten Blutstropfen :). Die vier Leichenschänder sind also schon mal bestens aufgehoben :). Der nächste Freudenschub kam auf, als ich erfuhr, dass die Band ein neues Album raushauen würde :). Endlich ist es nun so weit, ihr zweiter Longplayer namens "Abhorrent Veneration" wurde erfolgreich exhumiert und ich war, wie viele andere Old Skull-Lunatics sicherlich auch, sehr gespannt, wie der neue Kadaver denn so munden wird.

Na, dann wollen wir mal gucken, was Cryptic Tormentor (Gesang/Gitarre), Goat Eviscerator (Gitarre), Corpse Ripper (Bass) und Vomitchrist (Drums) so in ihrem stinkigen Leichensack zu verbergen haben :). Nach einem schönen horrorfilmmäßigen Intro platzt der Sack auch schon auf und es ergießt sich die kommenden knapp 45 Minuten eine dem Zerfall preisgegebene und mich fast zum Würgen bringende Gotteslästerung nach der anderen... was für eine herrliche Sauerei :). Carnal Tomb sind, wie nicht anders zu erwarten, keinen Millimeter von ihrem Totenpfad abgewichen und servieren uns mit "Abhorrent Veneration" einen Leichenschmaus der alle Grabschänder*innen unter euch in Verzückung bringen wird :). Das ist auch kein Wunder, denn Carnal Tomb sind wahre Old School Death Metal-Überzeugungstäter :). Dass die Jungs auf Svenska Dödsmetall stehen, sollte kein Geheimnis mehr sein. Zu überhören ist dieser Fakt sowieso nicht und das ist auch absolut gut so, denn die Berliner gießen wahrlich HM2-Premiumtodesstahl, der einfach fetzt :). Carnage/Dismember, Nihilist/Entombed und viel alte Grave standen für ihre Dekompositionen sicherlich Pate, aber auch so geile und mächtige Schwedenknaller wie Traumatic, Epitaph, Uncanny, Excruciate, Gorement, Hetsheads, Crematory, Utumno, God Macabre oder Crypt Of Kerberos werden ihr Blut das eine oder andere Mal zum Kochen gebracht haben. Welcher HM2-Junkie wird da nicht gleich nervös und giert nach einer Hörprobe wie ein Zombie nach frischem Hirn? :). Der leckere Bregen wird aber noch ordentlich gewürzt durch modriges Suomi-Pulver in Form von Bands wie Demigod, Funebre, Demilich oder Abhorrence :). Yummi :)! Da fängt vor Freude der Leichenschleim an zu kochen und die Maden darauf müssen beim Austicken und Bangen aufpassen, dass sie nicht gegart werden. Carnal Tomb haben sich auch echt bemüht, aus all diesen Ausflüssen einen leckeren Giftcocktail zu mischen, den ihr mit Wonne in euch schütten werdet. Anhand einiger oben genannter Bands ist zu erkennen, dass die Musick der Berliner nicht nur permanent und straight auf die Zwölf geht, sondern es auch mal etwas langsamer, vertrackter oder auch doomig zur Sache geht. Das Ergebnis ist mitreißende und spannungsgeladene Musick voller Herzblut, welche euch sofort in den Würgegriff nehmen wird, während ihr, von der enormen Kraft und Brutalität der Stücke beeindruckt, eurem Schicksal freudig entgegengrinst. Was mir an "Abhorrent Veneration" auch so richtig gut gefällt, ist diese morbide, bedrückende und erschlagende Düsternis, die mich beim Anhören umgibt. So muss es sich wohl anfühlen, wenn mich bei einer nächtlichen Friedhofstour ein Grabstein unter sich begräbt, ich spüre, wie sein Gewicht nach und nach alles Leben aus mir presst und ich Blut spuckend nach Luft ringe. Beste Death Metal-Atmosphäre also :).

So richtig schön ranzig wird es dann beim Gesang :). Cryptic Tormentor lässt es sich nämlich nicht nehmen, bei diesem Kadaverfest ganz vorn mit dabei zu sein! Er grunzt gar derbe, geifert und schreit, so dass selbst jeder rottige Leichnam vor Freude wieder zum Leben erwacht. Dazu dann noch etwas Hall auf diesen verbalen Horror, damit alles noch obskurer und finsterer wirkt. Herrlich :). Das Brutalitätslevel ist bei seinem Gesang wahrlich genauso hoch wie bei der Musick selber und kickt euch nochmal zusätzlich in eure vor Freude strahlende Visage, auf dass euer Grinsen nicht verblassen möge. Der Mann gibt einfach alles, wenn das Ergebnis rottiger und ehrlicher Death Metal ist. Auch wenn der Preis dafür ist, dass er sich durch den Druck seines Gesanges seiner berstenden Gedärme über den Mund entledigen muss und dabei sein eitriger Rachenabzsess, auf dem bereits die Würmer abfeiern, aufplatzt und wie ein Sahnehäubchen auf dem Goremetdessert thront. Aber das ist es ihm eindeutig wert :). Eigentlich müsste ich ja kotzen bei all dem Gewürm, dem gegorenen Blut und dem anderen Stinkstank um mich herum, aber ich liebe es, darin zu baden, mich zu suhlen, es in mich einziehen lassen und dabei weiter den Untönen lauschen, die seinen garstigen Schlund verlassen! Es ist halt einfach zu geil :).

Beim Song "Dissonant Incubation" wurde ich übrigens kurz stutzig. Das zwischendurch erhallende Leichengeheul kam mir doch arg bekannt vor! Fix nachgefragt und gleich positiv bestätigt worden. Hier hat sich kein Geringerer als Steffen Brandes (Cryptic Brood/Repulsive Feast/Lycanthropic Chants) auf den nächtlichen Friedhof geschlichen und markerschütterndes Gekrächze als Gastsänger abgeliefert :). Bei "Putrid Fumes" hat übrigens auch David Mikkelsen (Undergang/Phrenelith) seinen Kehlkopf ausgewürgt. Grandios :).

Richtig knallermäßig wird es auch beim Sound, der mir sogar noch etwas mehr mundet als auf der "Rotten Remains", der auch schon cool war. Verantwortlich für diesen produktionstechnischen Frontalangriff sind übrigens Tobias Engl (Drowned/Essenz), für Aufnahme und Mix im Berliner Englsound Studios zuständig, und Laurent Teubl (Chapel of Disease), der in den Kölner Sculpt Sound Studios das Mastering übernahm. Eine wirklich coole Angelegenheit, denn Tobias hat nicht nur für seine eigenen Bands Drowned und Essenz geile Arbeit abgeliefert, sondern auch schon für Dehuman Reign und Kalmen sein Können bewiesen - und was Laurent so drauf hat, wissen wir spätestens seit der letzten Chapel Of Disease-Scheibe. Beste Voraussetzungen also für einen gelungenen Sound und was mir da aus meinen Boxen entgegenschallt, ist echt grandios :). Herrlichster HM2-Sound voller Tiefe, Düsternis, Brutalität und Leben :)! So etwas geiles aber auch! Es ist wirklich unfassbar, wie nahe die Produktion am Grundsound und Flair der Originalproduktionen der damaligen Klassiker liegt, ohne dabei verstaubt zu wirken, denn die Produktion ist nämlich up to date. Aber keine Angst, Plastikmist ist hier absolut Fehlanzeige. Dafür lieben die Jungs diesen Sound auch zu sehr, um ihn der Seelenlosigkeit preiszugeben :). Es ist wahrlich ein purer Genuss, dieser Soundattacke zu lauschen :). Ich liebe ja diesen schwedischen Sound und auch hier gerät mein gammeliges Svenska Dödsmetall-Herz in Raserei bis es glüht :). Wie bereits erwähnt, bollern Carnal Tomb ja nicht einfach stumpf darauflos, und die Produktion lässt schön viel Raum für jedes Instrument und den Gesang. Soll heißen, dass es hier keinen Brei gibt, der all die Feinheiten untergehen lassen würde, sondern einen differenzierten Klang, der ordentlich knallt und euch die Luft zum Atmen nehmen wird, da er so derbe drückt :). Was mich an dieser Produktion auch arg begeistert, ist die Tatsache, dass sie in der Lage ist, diese morbide und leichenschänderische Atmosphäre aus jeder einzelnen Note herauszukitzeln :). Total Death Metal!

Uuuurrrgl ist übrigens auch das neue Artwork von Skaðvaldur (Urðun) geworden :). Gab es beim letzten Mal von César Valladares Illustration ein eher filigranes S/W-Werk voller Zerfall und Horror, ist die visuelle Gestaltung für "Abhorrent Veneration" anders ausgefallen. Bei der killermäßigen Zeichnung von Skaðvaldur regiert zwar auch der Horror, nur ist dieser derber und schroffer ausgefallen, passt aber perfekt zur rottigen Musick :). Dieses sinistre Friedhofsambiente voller Zerfall, stinkendem Verwesungsnebel und Blasphemie ist echt geiler Stoff und vor allem dieses "Ding" wird dem Albumtitel total gerecht. Besteht es aus zwei Körpern? Lebt es noch oder ist es untot? Auf alle Fälle verlangt dieser siffgewordene Ekel die Ehrerbietung, die ihm gebührt und die gewähre ich ihm bei dieser saugeilen Scheibe doch liebend gerne :). Extremely Rotten Flesh :)! Dazu gesellt sich im Digipack und in den Inlays der LP und des Tapes eine arg geile, rottige Zeichnung dazu, die echt Kracher ist :). Natürlich gibt es auch ein cooles Friedhofsbandphoto, welches bei jedem Tonträgertyp ein anderes ist und jedes ist wahrlich dead as fuck :).

Richtig aufgetrumpft wird übrigens bei den Tonträgeroptionen :). Den Leichenschmaus gibt es nämlich nicht nur als limitiertes Digipack (500 Stück), sondern auch als LP oder Tape. Gerade bei den letzten beiden Optionen geht es heiß her :). Die LP gibt es in Schwarz (300 Stück) oder in der Geschmacksrichtung "Yellow Pus-Blue Splatter" (100 Stück). Tapes können in Schwarz (50 Stück), in Blau (25 Stück) ergaunert werden. Die Variante in grandiosem Neongrün (25 Stück) ist übrigens schon ausverkauft und ich bin echt froh, mir das Teil vorbestellt zu haben :). Ihr solltet euch also wirklich beeilen, denn sonst findet ihr auf dem Hinterhof des Schlachthauses nur noch ein paar Fleischfetzen und gammlige Knorpel, denn dieser Knaller wird sicherlich so schnell weg sein, wie ein blutiger Körper in einem Piranhabecken :). Hier gerät das Sammlerherz doch sehr in Verzückung :).

Carnal Tomb sind übrigens auch live ein echt fetter Brecher. Falls ihr bisher nicht die Möglichkeit hattet, diesen zu genießen, solltet ihr das schnellstens bei ihrem Party-San-Gig im Zelt am Samstag von 17:25-17:50 unbedingt nachholen, oder am 07.09. beim Geballer-Fest V in Hannover im SubKultur vorbeischauen, falls ihr aus der Region stammt. Es lohnt sich auf alle Fälle :).

Genauso lohnt sich, wie ihr es euch sicherlich schon denken könnt, der Kauf von "Abhorrent Veneration", denn diese Friedhofssymphonie zur Huldigung des verwesenden Fleisches ist einfach nur hammergeiler, brutaler, ehrlicher und herrlich morbider Metal ov Death :). Also los, all ihr Ghoule und Necromaniacs, besorgt euch dieses Schlachtbrett und lasst euch von der Energie und Hingabe der Berliner zum musickalischen Totentanz anstecken :)! Old Skull passion to the core :)!


Putrefaction remains... 9,5 Punkte!

Songs:

1. Putrid Fumes 6:45
2. Abhorrent Veneration 7:05
3. Cryptic Nebula 7:08
4. Amid The Graves 6:09
5. Dissonant Incubation 6:45
6. Feeding Mold 5:04
7. Sepulchral Descent 5:55

Spielzeit: 44:51

// Rudi

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