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Review zu Lunar Shadow - The Smokeless Fires - 188 Hits
disc Band: Lunar Shadow
Album: The Smokeless Fires
Genre: Heavy Metal
Rls. Datum: 14.06.2019
Label: CRUZ DEL SUR
Laufzeit: 45
Wertung: 9.0 / 10.0
 
Knisterndes Feuer, eine ruhig-düstere Klaviermelodie, die dennoch eine gewisse Wärme ausstrahlt, setzt ein. Nahezu sofort nach dem harmonischen Erliegen eben dieser legen Schlagzeug und E-Gitarrenmelodie los, wenn auch weiterhin gemächlich, und lassen unverkennbar verlauten: Lunar Shadow sind zurück. Kurz Luft holen, das Tempo zieht an, Gänsehaut macht sich breit und ein inneres "Hell yesss" erklingt in meinem Kopf. Oder habe ich es tatsächlich laut herausgerufen? Wie auch immer, der Opener "Catch Fire" erinnert mich bereits in den ersten Minuten äußerst angenehm an die letzte Scheibe "Far From Light" aus dem Jahr 2017. Was ich diese Platte liebe: Lunar Shadows Mischstil aus epischem, düsterem Heavy Metal und Dissection-artigem Blackened Death hatte mich damals sofort beim ersten Hören weggeblasen. Ich habe es am ersten Tag so oft hintereinander gehört, dass meine Finger definitiv nicht dazu ausreichen, die Durchgänge aufzuzählen. Mein persönliches Album des Jahres 2017 und definitiv eins der besten seit der Jahrtausendwende. Meisterwerk! Ja, so gut finde ich den Vorgänger! Die Erwartungen an den Nachfolger waren demnach natürlich immens. Der Einstieg überzeugt jedoch sofort. Das nächste große Fragezeichen klärte sich alsbald: der neue Mann am Gesang, Robert Röttig. Ich sage es direkt frei raus: mir gefiel die Stimme auf der Debüt EP und dem ersten Longplayer besser. Für mich schade, dass es zum Wechsel kommen musste. Dass es besser gefiel heißt aber nicht, dass es jetzt schlecht ist, im Gegenteil, auch hier sind die Vocals stimmig und unterstreichen die Musik weiterhin grandios. Gerade der Refrain des Openers will mir einfach nicht mehr aus dem Hirn. Insgesamt wirkt es, auch gerade wegen der Stimme, noch etwas düsterer als zuvor. Die Produktion ist zudem auch auf den Punkt und angenehm dynamisch, definitiv nicht überproduziert. Lediglich der konstante Hall unterm Gesang wirkte im ersten Moment etwas irritierend, letzten Endes unterstreicht dies aber den dunklen Charakter der Musik umso mehr und hat etwas episch-mysteriöses an sich. Der folgende Track "Conajohara No More" büßt nichts an den mir so ans Herz gewachsenen Trademarks der Band ein und bietet mit Clean Gitarren, wunderschönen, wehklagenden Melodien, fast schon fröhlich-flotten Übergängen bis hin zum Blastbeat-Gewitter ein unheimlich dynamisches Songwriting über alle Gewerke hinweg. Huiuiui. Im folgenden "Roses" könnte man fast meinen, die Band brauchte erstmal eine Verschnaufpause von komplexen Strukturen, es ertönen ungewohnt simple, fast schon poppig anmutende Klänge aus den Boxen. Sagt mir überhaupt nicht zu, auch wenn sich die auf Eingängigkeit getrimmten Melodien fast schon zwanghaft im Ohr festbeißen. Trotzdem für mich ein Anspieltipp für alle Neugierigen, da das Lied stark vom üblichen Stil der Band abweicht und hier jeder für sich seine Einschätzung finden sollte. Mir definitiv zu kitschig und eindeutig der schwächste Song der Band überhaupt. Die folgende Ballade "Pretend" sagt mir mit den vielen tollen Melodien auf Klavier und Gitarre deutlich mehr zu. Sie stellt in der Albummitte einen angenehm entspannenden Ruhepunkt dar, bevor es in "Laurelindórenan" wieder um einiges schneller und im Kontrast zu den letzten Nummern weit härter, gerade stimmlich deutlich rauer, zur Sache geht. Dies zieht sich weiter bis hin zu "Red Nails (For The Pillar of Death)", dem insgesamt härtesten Stück der Scheibe. Hier gibt es die volle Breitseite an Double-Bass und Blastbeats, gepaart mit bitterbösen, wehklagenden Gitarren in bester Dissection Manier. Ganz großes Kino, was ein Refrain, was ein episches Outro. Einen haben wir noch! Und frei nach dem Motto "das Beste kommt zum Schluss" stellt "Hawk Of The Hills" mein persönliches Album-Highlight und definitiv einen der besten Lunar Shadow-Songs überhaupt dar. Zudem bietet dieser in seinem ausgefeilten Songwriting nochmal die perfekte Zusammenfassung des Stils der Band. Wenn jemand wissen möchte, was die Musik dieser Kapelle ausmacht reicht als Zusammenfassung eigentlich eben dieses Meisterstück aus, um sich ein perfektes Bild zu verschaffen: Wehklagende Ohrwurm-Melodien, knüppelhartes Blackened Death Blastbeat-Gebolze vom Allerfeinsten, wunderschöne, ruhige Clean Gitarren, der episch-düstere Gesang inklusive stimmigen Screams und die perfekte Gänsehautatmosphäre. Einen besseren Abschluss hätte es nicht geben können. Und auch wenn es mit "Roses" erstmals einen Ausfall zu verzeichnen gibt und ich beim Einsetzen der Vocals im Opener immer ein wenig der alten, lieblich melodischen Gesangsstimme der ersten beiden Releases nachtrauere, ist dies spätestens beim Ausklang dieses genialen Schlussstücks vergessen. Kandidat auf das Album des Jahres ist "The Smokeless Fires" allemal. 'Nuff said!

Wertung: 9/10

Release: 14.06.2019/21.06.2019 (LP) bei Cruz Del Sur Music

Anspieltipps: Conajohara No More, Hawk Of The Hills, Roses

Tracklist:
1. Catch Fire 06:08
2. Conajohara No More 06:06
3. Roses 05:32
4. Pretend 04:27
5. Laurelindórenan 06:30
6. Red Nails (For The Pillar of Death) 08:05
7. Hawk of the Hills 07:39

// Grietsch

 ec

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