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Review zu KHNVM - Foretold Monuments Of Flesh - 152 Hits
disc Band: KHNVM
Album: Foretold Monuments Of Flesh
Genre: Death Metal
Rls. Datum: 29.03.2019
Label: Testimony Records
Laufzeit: 28:31
Wertung: 8.5 / 10.0
 
Hossa, was ballert mir denn da aus meinen Boxen entgegen und schlägt gnadenlos auf mich ein? KHNVM, gesprochen "khoo-num", heißt der Trupp, welcher über Testimony Records sein Debüt namens "Foretold Monuments Of Flesh" in die Welt kotzt. Da ich vorher von der Band noch nie was gehörte hatte, wurde erst einmal recherchiert. Obliterator (Gitarre/Vocals /Bass), der für das Songwriting und die Texte verantwortlich ist, stammt ursprünglich aus Bangladesch, wohnt aber mittlerweile in Magdeburg und hat sich für die Scheibe am Schlagzeug Unterstützung vom polnischstämmigen Krzystof Klingbein geholt. Live übernimmt dann ein Herr namens Erik Wel diesen Job. So weit, so gut.

Als ich mir so den okkult wirkenden Bandnamen, die Songtitel und das Artwork anguckte, hatte ich vor dem ersten Hören schon so eine Vermutung, was sich der Old School-Maniac Dennis Wendig da für einen Belzebub in seinen Labelstall hat. Ich werde auch gleich beim ersten Song mit meiner Vermutung genau bestätigt, denn es ballert arg brutaler, schneller und sehr schwarzer Old School Death Metal aus meinen Boxen :). Die Band bezeichnet ihren Stil übrigens selber als Pulverizing Death Metal, was auch wirklich sehr passend ist, denn diese akustische Attacke macht alles dem Erdboden gleich. Der Trupp hat abgesehen von ein paar kurzen Verschnaufpausen die Taktung einer Nähmaschine... meine Güte! :). Ich würde diese akustische Vollattacke im Umfeld von Incantation, Hate Eternal, Morbid Angel, Immolation, Sinister, Dead Congregation, Krisiun, Vital Remains oder auch Deicide einordnen. Ihr seht also, dass KHNVM euch nicht nur einfach stumpf eure Fresse polieren, sondern die Fausthiebe, die euch erwischen, wohl gewählt und sehr präzise sind, so dass jeder Einschlag euer Todesbleihirn zum Zittern bringen kann. Obliterator und Krzystof Klingbein scheinen mir auch keine Neulinge an ihren Instrumenten zu sein, denn ihre technische Versiertheit ist wirklich nicht zu überhören. Die Jungs brechen mit ihren rasanten, hektischen und brutalen Songs echt einen Feuersturm los, dessen Riffing scharf durch die Gegend fliegt und bei dem ihr ordentlich in Deckung gehen müsst, damit eure Köpfe nicht abgesäbelt werden. Das solltet ihr auch tun, denn mit toten Ohren und Bregen könnt ihr euch dieses gelungene Debüt nun wirklich nicht anhören. Eine richtig geile Sache sind übrigens die Soli, da auch hier das technische Können genutzt wird, um mitreißende Spannungsbögen zu kreieren, welche sich akkurat in den jeweiligen Songaufbau einfügen, nicht nur der Selbstdarstellung dienen und echt klasse ins Ohr gehen :).

Das Höllenfeuer der Musik hat auch wahrlich Obliterators Stimmbänder befallen, denn sein derbes und arg tiefes Gegrunze und Gekotze wirkt so, als hätte ein Dämon die Kontrolle übernommen. Dieser gibt sich aber nicht nur damit zufrieden, sondern will euer Leben. Dafür sorgt das von der Heftigkeit der Stimme stark aufkochende Gedärm, welches durch das Gegrunze aus dem Mund des Sängers quillt und euch in die Tiefen seines besessenes Leibes hinabreißen wird. Da kommt doch Freude auf :).

Unterstützt wird dieser Höllenbrand durch eine brutale und pechschwarze Produktion von Charles Elliot und dem Tastemaker Audio aus den USA. Mir gefällt besonders der kratzige Gitarrensound, der euch schön das Fleisch von euren Knochen schmirgeln wird. Das macht doch Laune! Die Produktion ist auch schön differenziert, was bei dieser Scheibe meiner Meinung nach auch wichtig ist, da bei der meist hohen Spielgeschwindigkeit das geile Riffing und die hektischen Songstrukturen sonst in einem Brei untergehen würden, was das Hörvergnügen wahrlich geschmälert hätte. Aber wir haben ja Glück und es ballert uns ein feines Feuerwerk aus den Boxen entgegen. Lediglich etwas mehr Basslastigkeit im Gesamtsound hätte ich mir persönlich noch gewünscht, dann wäre das Ganze noch derber geworden. Aber wie gesagt, ist der Sound der Scheibe aber auch so geil :).

Passend zur Musik gibt es für das Auge dann eine famose S/W-Zeichnung als Cover. Eine bestialische Schlange bringt ihren Opfern den puren Horror und unendliches Leid und Qual. Die einzige Erlösung ist hier wahrlich nur der Tod. Die Atmosphäre, welche "Foretold Monuments Of Flesh" versprüht, wurde optisch also bestens in Szene gesetzt. Das Bild ist echt finster geworden und lädt durch seinen detailreichen und feinen Stil sehr zum längeren Anschauen ein :). Ein wirklich gelungenes Cover, das gerade auf der LP-Version sehr prächtig aussehen sollte :). Ob ihr das Vinyl aber noch bekommt, kann ich euch nicht genau sagen, denn der silberne Rundling war auf 100 Stück und die schwarze Scheibe auf 200 Stück limitiert.

Wer von euch Untoten also auf schnellen, sehr aggressiven, pechschwarzen Death Metal der alten Schule steht, dabei aber auch einen technischen Anspruch in diesem Massaker nicht missen möchte, sollte sich wirklich das Debüt "Foretold Monuments Of Flesh" von KHNVM zu Gemüte führen. Ich denke mal, dass ihr bei dieser knapp halbstündigen Attacke wirklich nicht enttäuscht werden solltet :).


8,5 Punkte


Songs:

1. Foretold Monuments Of Flesh 3:57
2. Invocato Deo Plaga 3:33
3. Heathen Beast 4:42
4. Sic Mundus Creatus Est 3:33
5. Profaning The Ancient Rites 3:36
6. Gutted To The Bone 4:19
7. Kabbalah Of Darkness 4:51

Spielzeit: 28:31

// Rudi

 ec

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