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Review zu The Black Court - Red-Phantom Delusive - 146 Hits
disc Band: The Black Court
Album: Red-Phantom Delusive
Genre: Melodic Death Metal
Rls. Datum: 11.01.19
Label: None
Laufzeit: 44:26
Wertung: 9.0 / 10.0
 
Eventuell ist euch noch der Name The Black Court in Erinnerung, die mich mit ihrer EP und ihrer Mischung aus melodischem Death Metal und groovegeladenem, derbem Death Metal im zeitgemäßen Gewand, trotz all ihrer Moderne positiv ansprachen. Ich war deshalb auch sehr gespannt, als mich ihr erster Longplayer namens "Red-Phantom Delusive" zu Hause erreichte. Konnte die Band ihre musikalischen und spielerischen Fähigkeiten weiter ausbauen, und überzeugt mich eher Old School-orientierten Bengel eine ganze Scheibe dieser modernen Death Metal-Variante? Ich kann beide Frage mit einem eindeutigen "Ja!" beantworten :). "Red-Phantom Delusive" ist wirklich geil geworden.

Am Stil an sich hat sich meiner Meinung nach nichts geändert. Es gibt weiterhin diese coole Mischung aus groovigem New School Death Metal-Brett und melodischem Todesblei in bester Göteburg-Tradition. Ein Cocktail, der nicht nur interessant klingt, sondern auch viel Potential in sich birgt. Auf der EP klang das schon echt gut, wurde aber von der Band auf ihrem Debüt noch mehr ausgebaut und verbessert :). Alleine die Melodien, die die Gitarristen Sebastian Lipinski und Alex Stranghörner hier vom Stapel lassen, sind schon klasse :). Klasse ist auch, dass hier kein Lied dem anderem gleicht, jeder Song in sich spannend und abwechslungsreich gestaltet ist und euch echt gegen die Wand drücken wird. Das hier ist richtig geiler Metal, dem sofort anzuhören ist, wie viel Herzblut die Band investiert, um ihren ersten Longplayer zu einem wahrlich imposanten Brecher werden zu lassen. Dieser Release ist auch zu keinem Moment langweilig und hat keine Längen, was bei Songs, von denen vier Stück sechs bis acht Minuten lang sind, schon echt was heißen soll :).

Egal ob geradeaus nach vorne, fettes, grooviges und brutales Midtempo, sich auftürmende Melodieberge oder schön verschachtelt, alles klingt zu jederzeit in sich schlüssig und passend zum vorherigen und zum darauffolgenden Part. Das lässt die Songs schön spannend wirken und es gibt immer wieder was zu entdecken. Sebastian und Alex haben echt ein gutes Händchen für griffige und mitreißende Riffs. Bassist Marcel Schön spielt auch nicht einfach dumpf sein Instrument dazu, sondern zeigt auch gerne, was er so drauf hat. Das passt sehr gut zur Musik, genauso wie das echt virtuose Drumming von Philipp Strunk, der den Songs noch mehr Dynamik und Kraft verleiht, als sie so schon haben. Geil :). Das Salz in der Suppe sind für mich als alten Göteburg-Lunatic natürlich die Melodien, und die begeistern mich total, da sie so schön und gelungen sind :). Herrlich und zum Träumen :). Mit solch geilen Songs im Gepäck sollten The Black Court ihr Following sicherlich ordentlich erweitern können und das nicht nur bei den Fans, denen aktuellere Varianten des brutaleren Metals zusagen.

Auf spielerischer Ebene gibt es hier auch absolut nichts zu meckern, denn die Jungs beherrschen ihre Instrumente mehr als gut und zimmern ihre Kompositionen dementsprechend souverän ein.

Gesanglich hat sich zum Glück auch nichts geändert, denn die Stimme von Oskar Pusz war auf der EP schon cool und klingt meiner Meinung nach dieses Mal sogar noch fetter. Sein tiefes, derbes, aber zu jeder Zeit akzentuiertes Gegrunze ist echt heftig und macht in Kombination mit seinem Gekeife, was er gerne mal einstreut, echt Laune. Sein Gesang hat eine Menge Power und ist voller Zorn und Wut. Sehr geil :). Mir persönlich gefällt es wirklich gut, dass sein Gegrunze auch top zum melodischen Anteil der Musik passt, da in diesem Bereich ja eher Kreischgesang bevorzugt wird. Die Wucht, die er mit seiner Stimme erreicht, geht Hand in Hand mit der Wucht der Songs daher, um euch ordentlich in den Bauch zu treten.

Produktionstechnisch sind im Vergleich zur EP auch Fortschritte zu vernehmen. Der Gesamtsound ist fetter geworden und macht ordentlich Druck. Gleichzeitig wirkt alles differenzierter, was bei der instrumentalen Leistung auch wirklich wichtig ist, da alles besser und präziser herauszuhören ist. Wäre ja schade, wenn alles in einem dumpfen Brei unterginge. Das würde auch nicht zu dieser Art von Musik passen. Die Dynamik und die Kraft der Songs kommen wirklich hervorragend zur Geltung bei dieser echt exzellenten Produktion, die natürlich sehr zeitgemäß, aber zum Glück schön natürlich ist, sonst hätte ich auch schon ordentlich losgemeckert... hahaha :). Glasklar, lebendig, kratzig, heavy und voller Kraft und Energie, so lässt sich der Klang dieser Scheibe am besten beschreiben. Wirklich geil :). Da macht das Zuhören echt Laune :). Den Gesang, die Gitarren und den Bass hat die Band übrigens selbst aufgenommen und das Schlagzeug, das Mixen und das Mastern Florentin Adolf von Time Tools Mastering Hannover überlassen. Eine Zusammenarbeit, die sich absolut hören lassen kann!

Einen großen Sprung gab es auch bei der Präsentation des Ganzen. Wurde uns die EP in einem einfachen, aber auch schicken Pappschuber präsentiert, gibt es ihren ersten Longplayer nicht nur in einer CD-Hülle, sondern es wurde zusätzlich mit sehr viel Hingabe an der Optik gearbeitet :).
Das in einem herrlichen Weiß und tollen Rottönen gehaltene Artwork von Jonas Werner (Jonasphotobox.de), basierend auf einem Konzept des Drummers Philipp Strunk, macht echt was her und weiß mich persönlich mit der floralen Optik sehr zu überzeugen. Aber keine Bange, es springt uns jetzt kein Blumenstrauß aus dem Artwork entgegen... hahaha :). Es sind schöne schmückende Blüten zu sehen, welche aber eher wie Ornamente aus feinem Porzellan oder Marmor wirken und in Kombination mit dem Weiß und Rot wirklich umwerfend aussehen :).
Das Ganze macht natürlich zu keinem Moment den Eindruck, dass wir es mit Death Metal zu tun hätten, aber darum geht es der Band ja auch nicht, denke ich mal. Sie spielen ja diese Musik, aber halt eine moderne Variante dieser und keinen Old School-Stoff. Da wäre ein "Blut und Gedärme"-Artwork auch völlig deplatziert. Mir gefällt die visuelle Präsentation auch unabhängig von der Musik sehr gut und zum Stil der Band passt sie auch top :). Auf alle Fälle ein sehr schicker Hingucker. Das Artwork findet sich auch auf der CD wieder, die Bookletrückseite wiederum auf der Inlayrückseite. Die Inlayinnenseite wird von einer Negativaufnahme einer Explosion geschmückt, welche auch in einem angenehmen Rotton gehalten ist. Jene Explosion dient dann, wenn ich es richtig erkenne, als Layoutgrundlage für das Bookletinnere, was echt cool aussieht. Im Booklet findet ihr dann auch die Originalaufnahme der Explosion wieder, welche durch den pechschwarzen Hintergrund, genau wie das Bandphoto von Joana Rieck (Joana Rieck Photography), einen starken Kontrast zum restlichen Booklet bildet und sich beides sicherlich nicht umsonst mittig des Heftes befindet. Dazu gesellen sich dann noch alle Texte. Ihr seht also, dass sich auch hier ordentlich Mühe gegeben wurde :). So muss das sein.

The Black Court haben mit "Red-Phantom Delusive" echt ein Undergroundschmankerl veröffentlicht, dass mir sehr gut gefällt und sicherlich nicht das letzte Mal bei mir rotieren wird, denn dafür ist dieser Longplayer eindeutig zu gut :). Wenn ihr also auf der Suche nach einer modernen Interpretation der Göteburg-Schule in Kombination mit derbem Death Metal der neueren Schule seid, und die Musik voller Ideen, Brutalität, Intensität, geiler Melodien, spannendem Songwriting und voller Hingabe sein soll, dann müsst ihr euch dieses Werk unbedingt besorgen :). Ich denke, dass ihr es nicht bereuen werdet :).


9 Punkte!

Songs:

1. ... Of Bliss And Ferocity 03:51
2. Distrust 05:18
3. The Deceptive Hold 04:02
4. Scorched Earth 07:49
5. Blind Preachers 06:20
6. The Maze 07:15
7. My Endless Road 03:43
8. Edge Of The World 06:08

Spielzeit: 44:26

// Rudi

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