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Review zu Candescence - ... Ur Askan... - 279 Hits
disc Band: Candescence
Album: ... Ur Askan...
Genre: Melodic Death Metal
Rls. Datum: 20.05.2018
Label: None
Laufzeit: 31:17
Wertung: 9.0 / 10.0
 
Es ist doch immer wieder schön, über neue und vielversprechende Bands zu stolpern. Dieses Mal geht es um die aus der Region Köln stammende Band namens Candescence, die nach zwei Demos und einer EP im letzten Jahr ihren ersten Longplayer namens "... Ur Askan..." veröffentlichten. Dem Obertroll Thor vom leckeren Label Trollmusic sei Dank, dass ich auf diese Band aufmerksam geworden bin, denn er gab einem gemeinsamen Freund für mich ein feines Promopaket jener Kombo mit. Vielen Dank nochmals dafür :). Beim ersten Reinhören war mir dann auch gleich klar, dass er davon ausging, dass mich diese Band doch sehr ansprechen sollte. Er sollte Recht behalten, denn für melodischen Death Metal bin ich immer zu haben, vor allem wenn er schön ursprünglich klingt. Soll heißen, dass hier noch zu hören ist, dass es sich um eine Variante des Death Metals handelt, was später ja leider oft flöten ging. Hier geht es also noch deftig zur Sache :).

Nach einem düsteren Intro geht der Spaß auch schon los und es ist sofort zu hören, dass die Jungs echt Bock darauf haben, diesen Sound zu zocken, denn der Funke springt sofort über, wie ich finde :). Eucharist, Edge Of Sanity, alte At The Gates, die ganz alten Sachen von In Flames und Dark Tranquillity und auch Bands wie Sacrilege (S), Gates Of Ishtar oder Ceremonial Oath dürften für die Songs von Candescence eine Inspiration gewesen sein, die dann noch durch schwärzlich angehauchtere Bands wie Unanimated zusätzlich gewürzt wurde. Das daraus entstehende Ergebnis ist wirklich ein Ohrenschmaus :). Die Gitarristen Alex und Alex hauen ein fettes und treibendes Riff nach dem anderen heraus und schmeißen mit wirklich geilen Melodien um sich herum, als wäre es ein Kinderspiel :). Gerade dieses Zusammenspiel aus todesbleierner Wucht, Düsternis und diesen sehr gelungenen und betörenden Melodien haben es mir sehr angetan :). Da stehe ich ja voll drauf :). Dazu gibt es einen fetten und drückenden Bass von Chris und ein sehr treibendes und präzises Drumming von Fabian. Ich finde es wirklich geil, was Candescence hier kreiert haben, denn ihre Kompositionen sind voller Energie, packend, brutal, mitreißend und werden nicht langweilig. Ich habe diese Scheibe schon mehrfach hintereinander gehört und meine Begeisterung nahm nicht ab. Die Scheibe wird mir nicht langweilig. Einem Freund, dem ich diese Band empfahl, ergeht es nicht anders. So macht doch melodischer Old School Death Metal voller Musikerherzblut wirklich Spaß :). Fans dieser Richtung müssen hier wahrlich mal ihre Ohren riskieren und sich sogleich infizieren lassen. Letzteres sollte bei dieser Scheibe sehr leicht passieren.

Geht es musikalisch schön brachial zur Sache, findet dies seine Fortsetzung auch auf gesanglicher Ebene. Statt des bewährten Kreischgesangs, wie er im MeloDeath Standard ist, wird bei Candescence auf Gegrunze gesetzt, welches mich angenehm an die Goldstimmen von Nihilist/Entombed, Carnage/Dismember, Grave, Traumatic oder der deutschen Kulttruppe Lunatic Invasion erinnert :). Geil! Nicht, dass ich Kreischgesang nicht liebe, aber diese Variante ist auch immer wieder geil und bietet bezogen auf den Musikstil eine willkommene Abwechslung :). Schön tief, rottig, brutal und kraftvoll röhrt der Sänger Matthis uns hier entgegen, der seine Stimmbänder anscheinend vorher ordentlich mit Leichenwasser gespült hat. Sein Gesang macht echt Laune und gibt den Songs ein herrliches Old School-Flair. Der Gesang passt top zur Musick und beide versprühen zusammen eine Menge Energie :).

Dazu gibt es dann eine geile und natürliche Produktion, für die sich Candesence-Gitarrist Alex mit seinem Studio Düsterwald Audio (www.duesterwald.audio) selbst verantwortlich zeigt. Düsterwald ist übrigens sein Nachname, kann also nur geil werden :). Der Sound ist richtig schön erdig, roh und wuchtig, passt also genau zum von der Band zelebrierten ursprünglichen MeloDeath-Stil und bringt die Kraft und Energie der Kompositionen schön zur Geltung :). Dadurch entwickelt sich ein ordentlicher Drive, der es einem schwer macht, beim Anhören ruhig sitzen zu bleiben. Das morbide und düstere Death Metal-Flair kommt hier dann natürlich auch nicht zu kurz, und das ist auch gut so, denn gerade dieser Faktor ging während der weiteren Entwicklung dieser Variante des Todesbleis leider allzu häufig verloren. Unsere Old Skull-Ohren werden also nichts zu klagen haben :).

Da ich gerade bei der düsteren Atmosphäre des Death Metals war, komme ich gleich mal zur Optik, denn diese fügt sich da auch sehr gut ein. Auf dem Cover des Digipacks ist das Gemälde "Klosterfriedhof im Schnee" von Caspar David Friedrich zu sehen, welches auch schon von Goddefied und Mythic genutzt wurde. Dieses Bild ist ja auch wirklich cool und durch seine karge und bedrückende Ausstrahlung wahrlich wie für diese Musik gemacht :). Da wundert es nicht, dass hier nicht nur einmal zugegriffen wurde. Auf der Rückseite des Digipacks ist eine weitere Variante des Bildes zu sehen, welche meiner Meinung nach auch mal von Obcure Infinity genutzt wurde und die den späteren Zerfall der Klostermauern dokumentiert. Wir sehen also, dass dieser Künstler in Death Metal-Kreisen anscheinend sehr beliebt ist :). Nun aber zurück zu diesem Release. Supreme Nordic Arts Productions, die für das Layout verantwortlich sind, haben, genau wie beim Bandphoto, alles mit einem Rahmen versehen, der mich an ein altes, eisernes Friedhofstor erinnert, und dieses dann mit einem dunklen und kalt wirkenden Filter überzogen, so dass das Ergebnis wirklich sehr düster aussieht und unsere Augen gleich in seinen Bann zieht. Sehr coole Sache, wie ich finde, die eine gelungene Scheibe wirklich toll abrundet :).

Wie bereits erwähnt, ist diese geile Scheibe bereits im Mai letzten Jahres rausgekommen und auf 100 Stück limitiert, weshalb ich nicht weiß, ob es das gute Stück noch gibt. Ihr solltet euch also schleunigst an die Band wenden und nachfragen, vielleicht habt ihr ja noch Glück. Ich wünsche es euch Neugierigen auf alle Fälle, denn "... Ur Askan..." ist echt eine geile MeloDeath-Scheibe, deren Kauf sich wirklich lohnt.


9 Punkte


Songs:

1. ... Res Dig Ur Askan... 01:35
2. Rising From The Depth 04:45
3. Revocate Creation 04:06
4. Soulscare 03:49
5. Phoenix Divine 04:01
6. For Those Beyond 03:11
7. Prepare The Fall Of Centuries 04:37
8. Och Under Tusen Namn Jag Garr 05:13

Spielzeit: 31:17

// Rudi

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