: Community

: Verein

: Action

: Schlachtbank

: Bandsuche

: Sonstiges

Review zu Unravel - Eras Of Forfeit - 143 Hits
disc Band: Unravel
Album: Eras Of Forfeit
Genre: Death Grind
Rls. Datum: 13.04.2018
Label: Testimony Records
Laufzeit: 22:40
Wertung: 9.0 / 10.0
 
Schon wieder eine Band, die ordentlich knallt, mir aber bisher unbekannt war. Dennis und seinem Label Testimony Records sei Dank ist diese Wissenslücke zum Glück nun gefüllt. Meine heutige Neuentdeckung ist eine Truppe namens Unravel. Diese erst 2015 gegründete Band stammt aus Australien. Da von dort einiges an geilem Krach veröffentlicht wurde, war ich vor dem ersten Hören sehr gespannt und wurde nicht enttäuscht. Das Quartett, bestehend aus Ben (Drums), James, Shaun (beide Gitarre und Gesang) und Sean am Bass, tritt echt ein heftiges Inferno los. Was für eine Attacke auf eure Ohren ist zu erwarten? Ich würde das Ganze als derben Death/Grind mit Einflüssen aus Old School und modernerem Hardcore und leichten D-Beat-Einflüssen beschreiben. Stellt euch eine Mischung aus alten Carcass, alten Bolt Thrower, altem Schwedenstoff, Terrorizer, Nasum, Exhumed, Abramelin, Demigod, Napalm Death, Autopsy und Suffocation vor. Mischt das dann mit schnellem Old School Hardcore der Marke Siege, Cryptic Slaughter oder Septic Death, modernerer Wuchtigkeit der Marke Integrity und Earth Crisis oder NYHC und gebt einen Schuss Discharge-Rhythmik dazu. Klingt nach einer wilden, aber auch explosiven Mischung, oder :)? Auf alle Fälle funktioniert dieser Mix absolut super und lässt mich mit offenem Mund zurück, da das gerade Vernommene erst einmal verarbeitet werden muss :). Unravel haben mit ihrem Debüt "Eras Of Forfeit" echt einen heftigen Kracher losgelassen. Es gibt ja viele Bands, die ihr Hauptaugenmerk einfach nur auf die Brutalität der Songs legen, nur dadurch zu beeindrucken wissen und mir deshalb schnell langweilig werden, da einfach krasses Geballer auf Dauer nur eintönig ist. Bei Unravel hatte ich auch kurzfristig die Befürchtung, während mir permanent die Abrissbirne um meinen Kopf rotierte, aber die Band gestaltet ihre akustischen Eruptionen zum Glück abwechslungsreich und spannend genug, so dass mein Hirn sich an Brutalität und mitreißenden, auf den Punkt gebrachten Songs erfreuen kann, die zudem auch noch technisch perfekt eingespielt wurden :). Die Spielzeit von knapp 23 Minuten ist jetzt nicht wirklich lang, aber ich finde, für diese Scheibe ist es echt passend. Nicht weil ich froh bin, dass sie so schnell vorbei ist und ich erlöst bin, sondern eher weil mein Gefühl mir sagt, dass bei einer so hohen Intensität, wie sie von dieser Scheibe ausgeht, das genau die ausreichende Zeit ist, ohne dass mein Kopf zu glühen anfängt und nicht mehr aufnahmefähig ist. So kann ich kurz relaxen und dann wieder die Starttaste drücken und das brennende Inferno erneut genießen:).
Den Gesang teilen sich, wie bereits erwähnt, die beiden Gitarristen auf. Eine Stimme geht in die Richtung psychopathisches und überdrehtes Geschreie, was schon mal sehr geil ist. Den Hauptteil des Gesangs übernimmt eine derbe Grunzstimme, die mich die ganze Zeit an einen bestimmten Sänger erinnert. Nach kurzer Überlegung fiel es mir dann auch ein. Diese Gegrunze könnte auch von Per Gyllenbäck, dem Sänger auf den ersten Deranged-Releases, stammen :). Es erwartet euch also richtig derbes Gekotze, das so klingt, als würde die ganze Mundhöhle voller Gedärm, Blut und Maden sein, während der Sänger aus seinen Stimmenbändern das Maximum an Brutalität rausholt. Sehr geil :). Durch die Unterstützung vom Geschrei ergibt sich ein stimmliches Inferno, welches wie die Faust auf das musikalische Auge der Songs passt. Die gesangliche Power die dabei ausstrahlt, steht der instrumentalen Brutalität der Lieder auch in nichts nach. Top :).
Um so ein fieses Massaker korrekt in Szene zu setzen, bedarf es natürlich einer amtlichen Produktion und die hat "Eras Of Forfeit" auch bekommen :). Verantwortlich dafür zeigen sich drei Personen, die sich dieser Scheibe annahmen. Aufgenommen wurde von Cam Murphy bei Opaque Recording, gemixt von Taylor Young in den The Pit Recording Studios (u.a. Nails und Xibalba) und gemastert durch Brad Boatright im Audiosiege (u.a. Obituary und Poison Idea). Die Herren haben den Dreh wahrlich raus, denn das Klangergebnis, das da aus den Boxen schallt, ist wahrlich eine 1:1-Übertragung der brutalen Energie der Kompositionen in eine gelungene Produktion. Fett, derbe, kratzig und natürlich schlägt die Produktion mit einer Wucht in eure Ohren ein, dass sie augenblicklich anfangen, wie Sau zu bluten :). Währenddessen bearbeitet eine akustische Faust eure Gesichter :). Klingt geil, oder :)?
Geil ist auch die visuelle Präsentation, denn man ließ sich nicht lumpen und heuerte den grandiosen Dan Seagrave an. Über diesen Meister der Todeskunst brauche ich ja nichts weiter zu erzählen und auch hier gibt es wieder ein famoses Bild zu bestaunen :). Eine mit einer bedrohlich und apokalyptisch wirkenden Landschaft voller tödlicher Abgründe verwachsene Nekropole ist schon ein Hingucker, vor allem wenn Herr Seagrave am Werke war. Es macht mir echt Spaß, seine Werke zu begutachten, da es immer coole Details zu entdecken gibt und sein schnörkeliger Malstil mich eh sehr anspricht :). Der Vinylversion wird das Artwork übrigens als DIN A1-Poster beiliegen, so dass das coole Bild ein passendes Format erhält. Zum feinen Artwork gesellt sich dann noch ein astreines Old School-Logo. Das Bild wird dadurch schön abgerundet.
Unravel haben mit ihrem Debüt echt ein heftiges, kurzweiliges und beeindruckendes Brett am Start, das sicherlich ordentlich einschlagen wird, was bei der Wucht der Musick auch kein Wunder sein sollte. Wer auf derbe Brutaloattacke steht, sollte hier echt mal reinhören, denn ich denke, dass "Eras Of Forfeit" niemanden von euch enttäuschen dürfte, sondern euch in Verzückung bringen wird :).

9 Punkte


Songs:

1. Arbitraitor 2:13
2. No Validation For Violation 1:38
3. Reign Of Wasps 2:13
4. Carcinogenesis 1:52
5. Sycophant 3:29
6. Isle Of Rot 2:38
7. Perpetual Servitude 0:45
8. Scorched 1:52
9. Fostering The Festering Spawn 1:10
10. Mortals' Thirst 1:09
11. Vermankind 3:41

Spielzeit: 22:40

// Rudi

 ec

: Rezeption Collapse

© hotel666 2006-2018 - All rights reserved
designed by EyeSeeRed.com
top