: Community

: Verein

: Action

: Schlachtbank

: Bandsuche

: Sonstiges

Review zu Vile - II - 381 Hits
disc Band: Vile
Album: II
Genre: Death Metal
Rls. Datum: 03.2018
Label: None
Laufzeit: 16:36
Wertung: 9.0 / 10.0
 
Es gibt neues Todesfutter aus Hannoversch Münden... soll heißen, dass Vile zurück sind. Schlicht "II" heißt ihre neue und zweite EP, die mir Gitarrist Sven netterweise zukommen ließ. Vielen Dank nochmal :). Ich war auch wirklich sehr gespannt, da ihr erstes Lebenszeichen doch sehr vielversprechend war. Nach dem ersten Hören von "II" kann ich dann auch nur sagen, dass die Band ihren ersten Release locker getoppt hat. Sehr geil :).
Es hat sich für mein Gehör bei Vile auch einiges geändert. Überwog bei ihrer ersten EP noch das groovige Midtempo, welches von gelegentlichen Geschwindigkeitsausbrüchen aufgelockert wurde, hat die Band auf "II" das Tempo generell gut angehoben. Nach dem Panzergeräusch, das euch empfängt, werdet ihr gleich merken, was ich meine. Hier wird gleich zu Beginn ein akkurates Old School Death Metal-Brett losgetreten, welches mich an Morbid Angel zu "Covenant"-Zeiten oder Vader erinnert. Das macht doch mal Laune. Aufgelockert wird das durch eine wuchtige Midtempopassage, die sehr druckvoll und düster ist und auch mehr Wucht entwickelt als so ein Part es auf dem ersten Release getan hat. Zum Schluss wird euch bei "Torment" dann nochmal ordentlich der Kopf abgesäbelt. Am ersten Song lässt sich auch schon erkennen, dass Viles neue Kompositionen ausgefeilter, intensiver und brutaler geworden sind. Der zweite Song "Absolution" schlägt in eine ähnliche Kerbe,wird aber hauptsächlich von einem geilen, kraftvollen Riffing im oberen Midtempobereich angetrieben, das schön knallt und dessen Rhythmen zum Bangen animieren. Dieses Hauptriff dient als Ausgangspunkt, um wieder richtig schön in Alter Schule-Manier loszuballern :). Vile habe ein gutes Händchen dafür, ihr Songwriting sehr auf den Punkt zu bringen und genau zu wissen, wann welcher Part passt, um den Song spannend und voller Energie zu halten.
Kommen wir zu Song Nummer Drei mit dem ich zu Beginn erst meine Probleme hatte. "Haters, Be Hated!" nennt sich das gute Stück und sticht musikalisch etwas auf dieser EP heraus. Hier regiert ein Riffing den Song, welches schon fast als rockig zu bezeichnen ist. Das hat mich zu Beginn etwas irritiert, aber je öfter ich den Song hörte, um so geiler wurde er. Der Grundrhythmus, welcher zwischendurch auch etwas beschleunigt wird, hat echt Kraft und drückt euch fein an die Wand :). Wirklich geil und live sicherlich ein Garant für beste Stimmung :).
Beim letzten Song "Liekvolk", welcher auch mein Favorit ist, geben Vile dann auch nochmal alles. Der Song ist meiner Meinung nach vom Aufbau, der Atmosphäre und der Spannung her sehr von Morgoth zu "Cursed"-Zeiten inspiriert. Dieses getragene, brutale und dunkle Riffing mit düsteren Melodien, welches immer wieder durch das durchgetretene Gaspedal und sich auftürmende Gitarrenberge aufgelockert wird, könnte auch aus dem Sauerland 1991 stammen. Hört mal rein, denkt dabei an Songs wie "Exit To Temptation", "Unreal Imagination" oder "Opportunity Is Gone" und ihr wisst evtl. was ich meine. Auf alle Fälle zünden die Ideen in diesem Song sehr amtlich und stellen für mich den Höhepunkt auf "II" dar. Falls ihr euch über den Titel wundert, das ist Platt und bedeutet auf Hochdeutsch "Leichenvolk"... bester Todesbleistoff also :). Der zugehörige Text, der komplett in Platt verfasst wurde, ist ein Gastbeitrag eines Herren namens Frank Diekmann.
Sven (Gitarre), Alex (Gitarre), Dave (Bass) und Christian (Drums) haben sich unüberhörbar Mühe gegeben, geilen Death Metal zu schreiben :). Sie haben echt richtig Bock , diesen Sound zu spielen und das ist "II" auch jederzeit anzuhören :). Die Jungs sind an ihren Instrumenten fit, was sich vor allem im Gitarrenbereich bemerkbar macht, da immer wieder kleine songdienliche Spielereien eingebaut werden. Richtig cool sind aber die Soli, die ich echt zu begeistern wissen :).
Gesanglich holt der Praktikant wie bei "I" alles aus sich heraus. Das ist fast schon wörtlich zu nehmen, denn sein brutales Gegrunze erweckt den Eindruck, als ziehe er es sich aus den Tiefen seines Gedärms hervor. Sein Stil ist echt heavy und geht zum Glück zu keiner Zeit in undefinierbarem Matsch unter, wodurch alles fies, furztrocken und derbe klingt. Der Mann hat echt Power in seinen Stimmbändern, so dass ihr nicht nur von den Instrumenten ordentlich an die Wand gedrückt werdet. So muss das sein :).
Für die Aufnahme, dieses Mal auch die Drums, den Mix und das Mastering, ist wie bei der ersten EP wieder Andor Arnhold zuständig. Gefiel mir damals der Sound schon sehr gut, muss ich sagen, dass er bei "II" locker getoppt wurde. Die Produktion ist fetter, düsterer und brutaler geworden und passt bestens zur erhöhten Old School-Brachialität der neuen Songs :). Der Sound ist echt knochentrocken, schön kraftvoll und versprüht wahrlich angenehm die Atmosphäre der alten Schule, ohne dabei altbacken zu klingen. Wirklich geil und es macht echt Laune, sich diesen Sound durch die Ohren schreddern zu lassen :).
Visuell wurde bei "II" auch nochmal etwas zugelegt :). Dieses Mal gibt es nicht nur das von Andre Blum entworfene Logo zu sehen, sondern das Ganze ist dank Amko Granica optisch einladend verpackt worden. Der zu Beginn zu hörende Panzer schießt uns auf dem Artwork förmlich entgegen und zwingt uns, in Deckung zu gehen, damit wir nicht wie der Schädelturm enden, der jeden Moment unter den Panzerketten zu Staub zermalmt werden wird. Die Wucht und die Dynamik der Songs wird also sehr gut zur Geltung gebracht :). Mir gefällt auch sehr diese S/W-Optik, die das Motiv top in Szene setzt :). Die CD ist übrigens wieder in diesem coolen Vinyllook gehalten. Zu all dem gesellt sich dann noch ein cooles Bandphoto von Justynia Szafirowski, welches die Jungs in voller Erwartung auf ihre herankommenden Gegner zeigt.
Vile haben sich mit "II" echt ordentlich gesteigert und ballern uns mit ihren vier Songs ein geiles, fettes und mitreißendes Old School Death Metal-Brett um unsere Ohren! Mir macht diese EP aber auch wirklich ordentlich Laune, was bei den Songs auch kein Wunder ist, und ich denke, dass Liebhaber der alten Schule unbedingt mal reinhören sollten. Es lohnt sich auf alle Fälle, wie ich finde. Ich hoffe auch mal, dass die Band beim nächsten Mal mit einem kompletten Longplayer aufwartet. Denn der dürfte ein Knaller werden, wenn er das Niveau von "II" durchgehend halten kann, wovon auszugehen ist. Dann komme ich mal zur Bewertung. Für die erste EP gab es von mir 8 Punkte, da müssen es jetzt natürlich mehr sein. Eigentlich hatte ich erst 8,5 geplant, weil es ja nur vier Songs sind, aber da diese EP bei mir jetzt schon sehr häufig lief und sie mir noch besser als zu Beginn gefällt, habe ich mich für 9 Punkte entschieden :).


Songs:

1. Torment 03:41
2. Absolution 03:55
3. Haters, Be Hated! 03:50
4. Liekvolk 05:10

Spielzeit: 16:36

// Rudi

 ec

: Rezeption Collapse

© hotel666 2006-2018 - All rights reserved
designed by EyeSeeRed.com
top