: Community

: Verein

: Action

: Schlachtbank

: Bandsuche

: Sonstiges

Review zu Decaying - To Cross The Line - 203 Hits
disc Band: Decaying
Album: To Cross The Line
Genre: Death Metal
Rls. Datum: 19.01.2018
Label: F.D.A. Records
Laufzeit: 38:49
Wertung: 8.5 / 10.0
 
Feine Sache! Mal wieder eine mir unbekannte Band. Es ist ja auch immer wieder schön was neues zu entdecken :). Decaying heißt die Truppe und veröffentlicht ihr mittlerweile viertes Album "To Cross The Line", die müssen echt an mir vorbei gegangen sein, über F.D.A-Records. Das lies mich schon mal aufhorchen. Und als ich las, dass die Band Death Metal spielt, wenn überrascht es, und aus Finnland kommt, war ich um so gespannter, denn finnischer Death Metal ist immer eine geile Sache :). Deshalb habe ich nach den ersten Tönen auch erst einmal etwas doof aus der Wäsche geguckt! Nein, nicht weil die Musik schlecht ist, denn das ist sie auf keinen Fall, ich habe nur etwas völlig anderes erwartet. Wer hier die alte finnische Schiene im Sinne von Demigod, Vomiturition, Demilich oder Adramelech erwartet, dürfte ähnlich überrascht sein ;-). Ich denke schon, dass sich die finnische Herkunft schön heraus hören lässt und zwar in Bezug auf manche düsteren Melodiebögen und sich auftürmende, straighte Riffwalzen. Da ist durchaus eine gewisse Tradition im Sinne der alten Finnenkapellen zu erkennen wie ich finde. Aber hauptsächlich lässt sich der Einfluss drei bestimmter Bands ausmachen. Und diese sind Asphyx, Hail Of Bullets und Bolt Thrower. Es ist wirklich unüberhörbar, dass Decaying absolute Fans dieser Bands sind :). Die Band peppt ihren Sound aber noch mit einem nicht zu überhörenden Thrash-Einfluss auf, der mich an aktuellere Werke alter Thrash-Legenden erinnert. Auch nicht schlecht :). Und dann meint mein Gehirn noch Einflüsse aus dem Mittachtziger-Death Metal der USA zu hören. Ich denke da hauptsächlich an Possessed und vor allem an ihr grandioses Zweitwerk "Beyond The Gates". Dadurch entsteht eine wirklich coole Mischung, der es trotz der offensichtlichen Einflüsse nicht zu sehr an Eigenständigkeit mangelt. Die Band klaut ja nicht, sondern lässt sich inspirieren und hat dabei ein paar wirklich geile und abwechslungsreiche Songs erschaffen, die frisch klingen, mitreißend sind und einen zum Abgehen animieren :). Die Jungs haben echt Spaß an der Sache und das ist den Songs auch anzuhören. Coole Sache :).
Dann komme ich mal zum Gesang. Dieser teilt sich auf der Scheibe grob gesehen 1:1 in zwei Stile auf. Einmal in richtig tiefes, brutales und fieses Gegrunze mit ordentlich Power und dann in einen Stil, denn wir alle jederzeit und überall erkennen und den wir so sehr lieben. Natürlich rede ich vom mighty Martin van Drunen-Stil! Ich frage mich ernsthaft wie lange der Decaying-Sänger geübt hat, um so zu klingen! Ich musste, als ich den Gesang das erste Mal hörte, tatsächlich im Booklet nachgucken, ob van Drunen nicht einen Gastauftritt hat :). Krasse Sache. Es könnte jetzt genölt werden, dass es zu sehr nach Kopie klingt, aber da es wirklich sehr geil und passend rüberkommt und es nicht dich ganze Zeit durchgezogen wird, denke ich, dass dieser Einwand unnötig ist. Durch die sehr konträren Stile, die der Sänger immer zum richtigen Zeitpunkt einsetzt, entsteht gesanglich nicht nur genug Abwechslung, sondern auch eine Intensivierung beider Stimmen durch den gegenseitigen Kontrast. Das ist doch an sich eine coole Sache, zumal es echt schön heavy und brutal aus den Boxen kracht :).
Aufgenommen wurde im D-Studio und dem Louhinta-Studio in Finnland, welche mir beide bisher nicht bekannt waren. Das Ergebnis kann sich auf alle Fälle hören lassen. Der Grundsound hat auch etwas thrashiges an sich, ist aber gleichzeitig sehr stark an gewisse holländische Bands angelehnt. Das sollte jetzt auch keinen mehr überraschen ;-). Mir persönlich war der Sound zuerst etwas zu lasch, da ich eher eine fette und tiefergestimmte Produktion erwartet hatte, aber je öfter ich die Scheibe hörte, umso besser und passender fand ich ihn dann auch. Der Grundton ist etwas heller und kratzig, aber schön natürlich und warm wie ich finde. Heavy ist das Ganze natürlich auch, immerhin haben wir es ja hier mit Death Metal zu tun. Vielleicht ist es mit einer leichteren Variante des Asphyx-und des Hail Of Bullets-Sounds zu vergleichen, um mal etwas konkreter zu werden. Macht auf alle Fälle ordentlich Laune und bringt die Dynamik der Songs gut rüber.
Lyrisch geht es, wie bei der Nennung bestimmter Bands nicht anders zu erwarten, um das allseits beliebte Thema Krieg, was sich natürlich auch im Artwork niederschlägt. Das von Roberto Toderico geschaffenen Bild bringt die Schlachtfeldthematik auch gut rüber. Die Atmosphäre des Covers ist für mich recht bedrückend, abweisend und düster. Falls dies beabsichtigt war, ist es wirklich gelungen.
Wie ihr seht, schafft es die Band aus all ihren Einflüssen eine coole und mitreißende Mischung zu erschaffen, die auf den Ebenen des Songrwitings und des Sounds wirklich gelungen ist und echt Laune macht :). Wenn ihr euch eine intensive und geile Mischung vorstellen könnt, die ihre Wurzeln in alte finnische Friedhofserde steckt und ihre Triebe in Richtung Thrash, altem US-Stoff der Marke Possessed, Birmingham und vor allem nach Holland ausstreckt, und euch dies auch noch anspricht, solltet ihr unbedingt Decaying mit ihrer vierten Scheibe "To Cross The Line" antesten! Es lohnt sich auf alle Fälle!


8,5 Punkte


Songs:

1. To Cross The Line
2. From Shield To Storm
3. Nothing Is Free
4. The End Justifies The Means
5. Decadence
6. A Crucial Factor
7. The First Objective
8. Futile Effort

Spielzeit: 38:49

// Rudi

 ec

: Rezeption Collapse

© hotel666 2006-2018 - All rights reserved
designed by EyeSeeRed.com
top