Review zu
Manifest - Written In Blood - 100 Hits
|
Band: |
Manifest |
| Album: |
Written In Blood |
| Genre: |
Thrash Metal |
| Rls. Datum: |
11.11.2011 |
| Label: |
ViciSolum |
| Laufzeit: |
42:29 |
| Wertung: |
7.0 / 10.0 |
| |
MANIFEST, das klingt, als würde es gut in die Zeit zunehmender Politisierung der Jugend passen. Naja, zumindest wird einem diese Politisierung immer wieder unter die Nase gerieben, obwohl man zumindest in Kiel verhältnismäßig wenige Anzeichen sieht. Aber vielleicht bin ich auch nur der Dorftrottel hier, weil ich zu den ganzen konspirativen Treffen nicht eingeladen werde. Fürchtet da jemand meine negative Ausstrahlung und meinen fortgeschrittenen Zynismus?
Egal, inhaltsarme Einleitung zusammengefaselt, Klassenziel erreicht. Komisch eigentlich, dass man sich an eine Textform so gewöhnen kann, dass man auch dann noch daran festhält, wenn einem schon nichts mehr einfällt. Und irgendwie auch traurig. So wie MANIFEST mit ihrem Album „Written In Blood“ auch etwas darbieten, an das man sich gewöhnt hat. Thrash Metal, meine Fresse, wie lange gibt es schon Thrash Metal? Länger als mich, und wenn es nach Gestalten wie den Norwegern MANIFEST geht, wird es ihn auch noch wesentlich länger geben, Neuerungen und Modernisierungen nur bedingt erwünscht, nej takk! Aber dennoch ist „Written In Blood“ ein Kind der 00er und nicht der 80er Jahre. Zwar besteht der Großteil der Mucke aus geradezu archetypischem Riffing zwischen SLAYER und SEPULTURA, Stakkato-Einlagen oder wuchtiger PANTERA-Groove gesellen sich jedoch gerne dazu. Auch der Gesang spielt sich über weite Strecken zwischen kehligem Röhren und Death Growls ab. Zudem ist der Sound der Angelegenheit ziemlich von Heute – klar, basslastig und laut. Glücklicherweise nicht zu basslastig, denn nichts ist schlimmer, als wenn an und für sich geile Songs anfangen zu matschen, sobald man den Regler höher dreht – wozu bei „Written in Blood“ nicht viel gefehlt hätte.
So macht die Brachialo-Seite von MANIFEST schon Laune, keine Frage, obwohl man hier natürlich nichts Ausgefallenes geboten kriegt. Aber spielen, drastisch abwüten und Alarm schlagen können MANIFEST gut, das muss man ihnen lassen. Richtig aufhorchen hingegen lässt „Written In Blood“ vor allem dann, wenn MANIFEST das Tempo drosseln, akustisch-atmosphärische Passagen einflechten und der Vokalist sich wie bei „Pitch Black Inside“ oder „Irreversible“ mal traut, seinen ausgesprochen charismatischen Klargesang auszupacken (der Mann muss großer Fan von THE HAUNTEDs Peter Dolving und ROOTs „Big Boss“ Valter sein). Davon darf es für meinen Geschmack gerne noch etwas mehr geben – wer aber auf der Suche nach einer gelungene Abrissbirne ist, wird an „Written In Blood“ wenig auszusetzen haben. Könnt ihr ja auf der nächsten konspirativen Sitzung auflegen, mit schönem Gruß von mir!
// untergangsmelder |