|
Band: |
Hukkunud Hinged |
| Album: |
Hukkunud Hinged |
| Genre: |
Doom Metal |
| Rls. Datum: |
20.05.2010 |
| Label: |
Eigenproduktion |
| Laufzeit: |
73:22 |
| Wertung: |
8.5 / 10 |
| |
Um auf dem internationalen Metal-Markt erfolgreich zu sein, sollte man derzeit Folgendes vermeiden oder überspielen: 1. Herkunft aus einem exotischen Miniland wie Estland, von dem außerhalb des Baltikums kaum jemand überhaupt weiß ist durchaus noch in Ordnung – Gesang in der Landessprache statt in plattem, gebrochenen Englisch, das will keiner hören. 2. Der Bandname darf auf keinen Fall aus weniger als drei, am besten aber aus fünf Wörtern bestehen und muss angelsächsisch und sinnfrei sein. 3. Die Musik sollte sich keinesfalls in ungenießbaren Randregionen des Metals bewegen, schon gar nicht im Doom Metal.
All dies machen HUKKUNUD HINGED aus erwähntem Ministaat im Norden vollkommen falsch – allein der in etwa mit "umgekommene Seelen" zu übersetzende Bandname ist ein Musterbeispiel sperriger Schrulligkeit. Selbiges gilt auch für den auf dem Debütalbum "Hukkunud Hinged" dargebotenen Metal, der seine Inspiration hörbar bei ST VITUS, THE OBSESSED, WINTER und frühen MY DYING BRIDE holt. Über eine Stunde lang knarzen und dröhnen sich HUKKUNUD HINGED durch ihren zähen Schlurf-Metal und interessieren sich dabei hörbar einen Dreck für gängige Radioformate und den nächsten Sommerhit. Das macht allerdings insofern nichts aus, als das die Esten es wirklich gut verstehen, ihren Death/Doom nicht nur quälend und düster, sondern auch interessant zu gestalten – sei es durch Abwechslung in den Riffs, traurig-schöne Melodien, die Kontrastierung von angenehm dunklem Frauengesang mit Sänger Janeks eigenwilligem Grummeln oder auch mal einem schönen Mundharmonika-Einsatz wie in "Kahe katku vahel".
Um es zusammenzufassen haben HUKKUNUD HINGED zwar im Hinblick auf mögliches Rockstardasein absolut alles verbockt, mit ihrem Einstand aber ein wunderbar schrulliges und intensives Death/Doom Album in die Welt gesetzt. Genrefreunde werden einen Mordspaß daran haben, sich von den Brategitarren in "Loojangu laul", "Ootuste kõrb" oder "Tulesorg" langsam rösten zu lassen.
// untergangsmelder |