Review zu Another Perfect Day - The Gothenburg Post Scriptum - 217 Hits
disc Band: Another Perfect Day
Album: The Gothenburg Post Scriptum
Genre: Melodic Death Metal
Rls. Datum: 07.05.2010
Label: Supreme Chaos Records
Laufzeit: 49
Wertung: 9.0 / 10
 
Und wieder mal ein Bandname aus drei Worten, wieder so ein sperriger Albumtitel – ein von der Erwartung core-lastiger Langeweile gepeinigter Rezensent reißt sein Maul auf und gähnt laut und vernehmlich. ANOTHER PERFECT DAY also. Mal schaun...

Der Eindruck, das menschgewordene unfehlbare Krakenorakel zu sein, löst sich angesichts von "The Gothenburg Post Scriptum" recht schnell in warme, stinkende Luft auf. Okay, das Eröffnungsstück "For You...Forever" bietet noch viele von dem, was sogenannten modernen Metal auszeichnet. Es beginnt einem vertrackten Stakkato-Riff und Grunzgesang, zu denen sich eine dieser typischen, kratzig-unsauberen Death Metal Melodien gesellt. Spätestens am Ende des Songs jedoch wartet die erste Überraschung, denn der Midtempo-Stampfer klingt erstaunlich zart und harmonisch aus und verrät, dass neben MESHUGGAH und DISMEMBER auch PINK FLOYD einen Einfluss auf ANOTHER PERFECT DAY gehabt haben dürften. So etwas kann natürlich auch unfreiwillig komisch wirken, doch die mittlerweile eher mehr als weniger ein Soloprojekt von Kristian "Kohle" Kohlmannslehner darstellenden ANOTHER PERFECT DAY machen hier so gut wie keine Anfängerfehler. Mit den folgenden Stücken erweitert sich die Anzahl der Assoziationen noch ein ganzes Stück. Mit dazu gehören SENTENCED ("Amok"!), frühe AMORPHIS, EDGE OF SANITY und OPETH. Stichwort EDGE OF SANITY : neben DISBELIEF-Schreihals Jagger hat auch Dan Swanö einen beeindruckenden Gastauftritt, im Gegensatz zu ersterem aber mit Klargesang. Macht sich wirklich ausgezeichnet in "The Ghost She Slept Beside Me". Auch die im Albumtitel verewigte Göteborg-Schule findet sich in Songs wie "The Matador" und "In The End...The End", aber Alleinkomponist Kohlmannslehner bringt diese Bestandteile nicht nur beängstigend souverän unter einen Hut, sondern erschafft aus ihnen auch noch etwas Eigenes.

Dieses "eigene" äußert sich wie angedeutet nicht in einem Jodeldiplom, sondern in neun ausgesprochen gelungenen Metalsongs, welche Brutalität, Anspruch und Melancholie ohne Probleme miteinander in Einklang bringen. Vor allem Freunde von AMORPHIS und OPETH sowie der Solowerke IHSAHNs sollten auf ANOTHER PERFECT DAY schnellstens aufmerksam werden – alle anderen aufgeschlossenen Headbanger eigentlich auch.


// untergangsmelder

 ec
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