Review zu Undertow - Don't Pray To The Ashes - 255 Hits
disc Band: Undertow
Album: Don't Pray To The Ashes
Genre: 80er Rumpelmusik
Rls. Datum: 15.01.2010
Label: Prevision Music
Laufzeit: 51:16
Wertung: 8.0 / 10.0
 
Mit der Aufmerksamkeit von uns dauerhaft reizüberfluteten Erstweltmenschen ist es ja oft nicht so weit her. Da ist es kein Wunder, dass immer weniger Leute sich überhaupt ganze Alben reinziehen können, ohne nach drei Songs hibbelig zu werden – auch wenn die Prog-Rock-Ikonen PINK FLOYD gerade das Auseinanderreißen ihrer Alben zum Verkauf von Einzelsongs gerichtlich haben unterbinden lassen.

Mit UNDERTOW hat das eigentlich gar nichts zu tun, bestenfalls im Hinblick auf verkürzte Aufmerksamkeitsspannen. Denn mit der seit 1993 aktiven Band verbinde ich eine nicht mehr ganz genau zuzuordnende aber beeindruckende Konzerterfahrung und ein paar Scheiben voll nicht immer ganz leicht zugänglichen, aber hochklassigen Doom-Cores. Das aktuelle Werk "Don't Pray To The Ashes" ließ mich daher zunächst einmal etwas verwirrt zurück – denn der Doom, an den ich mich zumindest zu erinnern glaube, ist hier nur relativ spärlich auszumachen. Stattdessen biegen UNDERTOW nach einem kurzen Intro mit flottem, leichtfüßigem Hardcore ums Eck. Treibend und trotz des vorherrschenden heiseren Brüllgesangs von Sänger und Gitarrist Joachim immer mit einer gewissen melodischen Schlagseite und Ohrwurmigkeit versehen, so präsentieren sich UNDERTOW auf "Don't Pray To The Ashes". Das sie dabei trotz absolvierter Auftritte mit unter anderem PRO-PAIN nicht die im Hardcore so verbreitete Abwechslungsarmut an den Tag legen, gereicht den Schwaben dabei zur Ehre. Das der Gesang, stilistisch übrigens irgendwo zwischen Phil Anselmo und Kirk Windstein, natürlich etwas limitiert wirkt, ändert nichts daran, dass UNDERTOW auf Ebene der Riffs und des Schlagzeugs so einiges einfällt.

So bleibt mir abschließend eigentlich nur die für meinen Geschmack zu selten ausgepackte CROWBAR-Riffkeule zu bemängeln, die am deutlichsten noch in "Still Waiting", "Smoke Garden" und "Beyond Dreaming" zum Einsatz kommt. Ob man sich daran stört ist jedoch letztlich Geschmackssache, denn auch die flotten Stücke stehen der Band ausnehmend gut – ebenso wie die als Hidden Track untergejubelte Ballade. Also, schenkt "Don't Pray To The Ashes" etwas mehr Aufmerksamkeit als die üblichen dreieinhalb Minuten!

// untergangsmelder

 ec
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