Review zu Angmar - Zurück In Die Unterwelt - 199 Hits
disc Band: Angmar
Album: Zurück In Die Unterwelt
Genre: Black Metal
Rls. Datum: 30.11.2009
Label: Ketzer Records
Laufzeit: 68:40
Wertung: 8.0 / 10
 
Eine kurze Recherche verriet mir, dass es mindestens vier Bands mit dem von Tolkien entlehnten Namen ANGMAR gibt. Die dienstälteste dieser Formationen stammt aus Finnland, hier soll es jedoch um die 2002 in Frankreich gegründeten ANGMAR und ihr bestechend unfranzösisch betiteltes neues Album "Zurück in die Unterwelt" gehen.

An Black Metal herrscht ja bekanntllich derzeit weiß Satan kein Mangel, auch an gutem Black Metal nicht. Das mit LES DISCRETS (ja, nicht so richtig Black Metal, ich weiß;), BRAN BARR und ALCEST auch einige davon aus Frankreich stammen, sollte ebenfalls niemandem mehr neu sein. Und mit ALCEST wären wir dann auch schon wieder bei ANGMAR und "Zurück in die Unterwelt", denn die Band hat nicht nur eine Split mit ALCEST hervorgebracht, sondern lässt sich stilistisch auch gut in einen Topf mit ihnen werfen. Mit den frühen ALCEST wohlgemerkt, denn im Hause ANGMAR ist der Black Metal-Anteil im Gegensatz zu ihren Weggefährten noch sehr ausgeprägt. Nichtsdestotrotz verfolgen die Franzosen mit ihrem Wechselspiel aus Saitenraserei und entrückten, melancholischen Melodielinien einen ganz ähnlichen Ansatz. Fast 70 Minuten und sieben Songs lang mäandrieren sich ANGMAR durch ihr zweites Album. Die Spannung durchgehend aufrecht zu erhalten gelingt ihnen nicht beim ersten Durchlauf, aber das mag auch mit den Stücken selber zu tun haben. Wie Wellengang bei unstetem Wind schwankt die Intensität von Songs wie "Stabat Mater", "Perdition" und "Lachrimae Mundi", sodass man sich als Hörer durchaus mal beim Abschweifen ertappen kann.

Wenn man sich jedoch die Zeit nimmt, kristallisieren sich die Strukturen von "Zurück in die Unterwelt", der Titelsong übrigens in etwas drolligem Deutsch verfasst, heraus. Und die haben wirklich ihren Reiz, vor allem auch weil ANGMAR, ähnlich wie die britisch-norwegischen <CODE>, wissen, was interessantes Schlagzeug und ein von den Gitarren emanzipierter, hörbarer Bass leisten können. Wer also mit (Post) Black Metal etwas anzufangen weiß, sollte sich ANGMAR nicht entgehen lassen.

// untergangsmelder

 ec
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