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Band: |
Decay |
| Album: |
Spiegel |
| Genre: |
Death Metal |
| Rls. Datum: |
14.11.2009 |
| Label: |
None |
| Laufzeit: |
34:04 |
| Wertung: |
2.5 / 10 |
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Das sogenannte Graswurzel-Prinzip ist für den Metal Segen und Fluch zugleich. Segen: sehr, sehr viele Fans werden selber musikalisch aktiv und sorgen dafür, dass die Musik lebendig bleibt. Fluch: sehr, sehr viele Fans werden selber musikalisch aktiv und sorgen für einen gigantischen Berg an Musik, von dem das Meiste zwischen Durchschnitt und Schrott rangiert.
Das muss ich leider auch den Aachenern DECAY und ihrem Debüt "Spiegel" ankreiden, denn so sehr ich den Untergrund schätze und musikalischen Unternehmergeist zu würdigen weiß, so wenig kann ich die knappen 35 Minuten von "Spiegel" empfehlen. DECAY behaupten von sich, eigenständigen Death/Thrash Metal zu spielen, schnörkellos und direkt. Zwischen Death und Thrash lassen sich die Riffs der seit 2001 aktiven Band auch verorten, das ist soweit in Ordnung. Ob hier nun Eigenständigkeit herrscht, darüber werde ich mich mal ausschweigen – es wäre mir auch ausnahmsweise einmal vollkommen Wumpe, ob alles geklaut ist oder nicht, wenn es denn wenigstens gut wäre. Ist es aber leider nicht, vermutlich auch deshalb, weil DECAY auf "Spiegel" leider bei Weitem nicht so direkt und geradlinig vorgehen, wie sie selber angeben – sondern sogar ziemlich ambitioniert. Das erklärt auch, neben dem schlechten Sound, warum die fünf Jungs kaum je auf einen grünen Zweig kommen – denn während sie an ihren Instrumenten durchaus keine Vollwaisen sind, ist es um schlüssiges Songwriting und passendes Zusammenspiel ausgesprochen düster bestellt. Das wäre bei wirklich stumpfem Old School Thrash kein riesengroßes Problem, aber DECAY haben neben vielen verschiedenen Riffs und Melodien auch einen Schlagzeuger, der eigene Ideen einzubringen versucht – was die Band leider zu keinem Zeitpunkt unter einen Hut zu bringen vermag. Erschwerend kommt hinzu, dass Matthes' Gesang viel zu oft einer missratenen Tom Angelripper-Karikatur gleichkommt.
Interessanterweise sind die spärlichen Lichtblicke auf "Spiegel" die verspielt-melancholischen akustischen Momente, die bisweilen an spätere DORNENREICH erinnern, zum Beispiel am Anfang von "Keine Farben" oder gegen Ausklang von "Zerbrochen". Vielleicht sollten DECAY einfach aufhören, Metal spielen zu wollen, und lieber sehen, was sie so ohne Strom aus sich machen. Denn miesen Metal gibt es weiß Satan schon genug auf dieser Welt...
// untergangsmelder |