Review zu Human Paranoid - Stillborn Resurrection - 451 Hits
disc Band: Human Paranoid
Album: Stillborn Resurrection
Genre: Thrash Metal
Rls. Datum: 31.05.2008
Label: None
Laufzeit: 45:52
Wertung: 8.5 / 10
 
Seit 1999 versorgen die Ostwestfalen HUMAN PARANOID nun schon über jene Region hinaus Knüppelfans mit Thrash Metal der alten, deutschen Schule. Unverkennbar von KREATOR und den Rumpelsounds der 80er beeinflusst, schafften es HUMAN PARANOID dennoch durch ihren sehr Death Metal-lastigen Gesang und den häufig schleppenden Songaufbauten einen eigenen Stil zu entwickeln.
War das Debütalbum „Breed of Cain“ noch an einigen Stellen zerfahren und sperrig, so kann das vorliegende, sehr abwechslungsreiche, Zweitwerk jedem Thrasher, der keine Berührungsängste mit Death und Doom hat, uneingeschränkt empfohlen werden.
Nach dem auf einer Hawaiigitarre (!) gespielten Intro hauen gleich der geile Titelsong und das extrem fixe „Darkroom Alliance“ (Nein: Hierbei handelt es sich nicht um eine Turbonegro Huldigung) ordentlich rein, bevor mit dem Doommonster „New Frontiers“ erst einmal kräftig auf die Bremse getreten wird. Das restliche Material bleibt dann in diesem weiten Spannungsfeld, wobei jedoch bevorzugt im Midtempo geshreddert wird. Bei dem letzten Song „Shock Blower“ überrascht dann im Mittelteil ein Solo auf der Hammondorgel, was dem ansonsten recht düsteren Song noch eine recht surreale Note verleiht.
Die begrüßenswert politischen und gesellschaftskritischen Texte erreichen ihre Höhepunkte in dem von Kants kategorischen Imperativs abgeleiteten „Enlightenment“ und dem puren Hasssong „Philippica“, in dem Sänger Phil, ähnlich wie Martin Walkyier in SKYCLAD´S „On With Their Heads!“, alle Kriegstreiber, Ausbeuter und dergleichen zumindest verbal einen Kopf kürzer macht. Musikalisch und textlich ist somit schon mal alles in trockenen Tüchern.
Leider ist aber der Drumsound ziemlich für die Hose, da die Bassdrum, wie auch schon bei so vielen anderen Alben, eher wie eine Nähmaschine tackert und auch die restlichen Komponenten sehr pappig klingen. Dadurch reizt die Scheibe leider ihr Aggressionspotenzial nicht komplett aus. Dies ist aber auch der einzige Kritikpunkt an einer ansonsten richtig schön dreckigen und (im positiven Sinn) altmodischen Scheibe.

// Wile E. Coyote

 ec
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