Review zu Lost World Order - This Apparatus Must Be Earthed - 407 Hits
disc Band: Lost World Order
Album: This Apparatus Must Be Earthed
Genre: Thrash Metal
Rls. Datum: 08.03.2008
Label: Musicaz
Laufzeit: 54:36
Wertung: 9.0 / 10.0
 
Was für ein schräger Album-Titel. Kaum zu glauben, dass elf Jahre nach SHALLOW NORTH DAKOTA noch mal eine Kapelle auf den Bolzen kommt, ihre akustischen Ergüsse unter genau diesem Namen der staunenden Weltöffentlichkeit zu präsentieren... Doch wer zum Teufel sind LOST WORLD ORDER? LWO sind niemand anderes als die Bielefelder Underground-Heroen, die seit 1991 in wechselnder Besetzung unter dem Namen SPECTRE DRAGON zumindest jedem deutschen Thrash-Metal Fan ein Begriff sein dürften. Allerdings waren die Jungs der Auffassung, dass sie aufgrund des Namens bei Nicht-Eingeweihten wohl fälschlicherweise in der Märchen-Metal-Schublade landen würden, wo sie definitiv nicht reingehören.
Nein, hier wird geTHRASHt! Und zwar amtlich. Anders als die meisten der derzeit wie die Pilze aus dem Boden schießenden „New Wave Of Old School Thrash Metal“-Bands liegt der Schwerpunkt bei LWO mehr auf technischer Finesse und abwechslungsreichen Arrangements denn auf plakativem Proll-Appeal. (Okay, live kommt man schon schön scummig rüber...) Und so schleichen sich auch immer wieder astreine Elemente aus dem Death Metal ein, die mich so’n bisschen an MORBID ANGEL oder neuere CARCASS erinnern.
Im Vergleich zum letzten SPECTRE DRAGON-Album fällt vor allem auf, dass sich Sänger / Klampfer Mätty noch mehr bemüht, Variabilität in sein Gebelle zu legen. Mit dem etwas hilflosen Gekrähe der Draconean Aeon-Phase hat dies hier rein gar nichts mehr zu tun. Er schreit und kreischt und brüllt und bellt. Geil. Und glücklicherweise kommt er auch nicht auf den Gedanken, dass Clean-Vocals irgendwas mit Metal zu tun haben könnten. Selbst der melodische Chorus von „My Will be Done“ hat trotz leichtem Hetfield-Einschlag Eier! Aber um wenigstens ein bisschen was zu meckern: Man merkt bisweilen schon, dass er gleichzeitig singt und Gitarre spielt, und zwar immer dann, wenn die Gesangslinie gleich der Gitarrenlinie ist – was sich in meinen Ohren immer ein wenig Leierkastenmäßig anhört.
Aber was soll’s? Die Scheibe ballert wie Sau, der Sound ist satt und derbe, fertig aus. Vielleicht nicht ganz so eingängig wie der Vorgänger (die Breaks in F.O.A.D. sind dann doch schon ein wenig übertrieben...) aber dafür eine Scheibe, die mit jedem Hören wächst!

Fazit: Wem die aktuelle TESTAMENT-Scherbe ein wenig zu soft ausgefallen ist, muss hier unbedingt zugreifen! (Alle anderen aber auch.)


// Korgüll the Exterminator

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