: Community

: Verein

: Action

: Schlachtbank

: Bandsuche

: Sonstiges

Southland Tales
cover
Originaltitel: Southland Tales
Herstellungsjahr: 2006
Regisseur: Richard Kelly
Schauspieler: Dwayne Johnson, Seann William Scott, Sarah Michelle Gellar, Holmes Osborne
FSK: 16
Alternative Fassungen:
Laufzeit: 145
Wertung: 9.0 / 10
Links: IMDb OFDb
Richard Kelly ist wieder da!
Naja, zumindest war er das 2006. So alt ist das Machwerk mittlerweile schon.
Der Film kam bei uns, wie sein Vorgänger Donnie Darko, nur auf DVD raus, was vielleicht daran liegen könnte dass er nach der Premiere in Cannes von den Kritikern total verrissen wurde. Nach Donnie Darko waren die Erwartungshaltungen sehr groß, schliesslich avancierte er äusserst schnell zum Kultfilm, obwohl er nie im Kino lief, zumindest beim Erscheinen des Films. Die Presse beschrieb Southland Tales als „Desaster eines Films' oder gar als „Trash-Klamauk'. Stellt sich bei mir die Frage, was man dazu noch sagen soll. Daher fängt man am besten ganz vorne an.

Mit einer Länge von knapp 145 Minuten weißt er schon mal eine enorme Spielzeit auf, was aber, wenn man die Komplexität der Story betrachtet, doch sehr verwundert, da er noch viel länger hätte sein können. Zum Film erschienen 3 Comics, die als Prequel angesetzt worden und an denen Southland Tales direkt anknüpft. Eigenen Aussagen zufolge ließ sich Kelly von Filmen wie „Dr. Seltsam oder: Wie ich lernte, die Bombe zu lieben' und auch „Brazil' beeinflussen.

Im Jahre 2005 ereignen sich 2 nukleare Terroranschläge die hunderttausende Tote zur Folge haben. 3 Jahre danach stehen sich eine neomarxistische Widerstandsgruppe und ein, durch eben jene Terroranschläge aus den Ufern laufender, Überwachungsstaat gegenüber. Aufgrund der Ölknappheit entwickelt Wissenschaftler „Baron von Westphalen' (mal eben auch Urenkel von Karl Marx) die Lösung der Energieversorgungsprobleme, genannt „Fluid Karma'. In dieser, von Intriegen, perversen Politspielchen übersähten Geschichte treffen Schauspieler Boxer Santaros, Pornodarstellerin Krysta Now und Polizist Ronald Taverner auf einander.

Dies ist wirklich nur ein kleiner Grundriss der Geschichte, die mit einer wundervollen Apokalypse endet. Daher belass ich es dabei, denn jede weitere Erklärung wäre Zeitverschwendung. Den Film muss man einfach gesehen haben. (Wenn ich mir die Storybeschreibung ansehe, sollte das schon Grund dafür sein)

Meiner Meinung nach sagt der Film mehr aus, als man nach dem ersten Ansehen vermuten mag. Das würde vielleicht auch die bösen Kritiken erklären. Allerdings kann ich auch nicht verstehen dass man bei solch einem komplexen und verschachtelten Film sich überhaupt anmaßt schon nach dem ersten Durchlauf, also der Premiere, den Mund auf zu machen und eine Kritik aussprechen zu wollen.
Dass Kelly einen Dreck auf Massenkompatiblität gibt, konnte man sich auch vor dem ersten Ansehen denken. Vielmehr nutzt er sie um eine absolut überspitzte und überdrehte (aber vielleicht auch gar nicht allzu weit entfernte) Version eines von Terrorangst durchfressenen Amerikas zu zeigen.

Die Dialoge schwanken von lustiger Banalität hin zu doppeldeutiger Poesie, die den Zuschauer entweder dazu zwingen konzentriert zwischen den Zeilen zu lesen oder entnervt das Hirn abzu schalten. Was eigentlich schon zeigt, dass man den Film nicht sehen sollte um einfach mal einen Film zu sehen, sondern schon in der Stimmung für uneingängige Kost sein sollte. Dass der Film mehrere Durchläufe benötigt versteht sich dabei von selbst.

Konzentriert geniessen sag ich da nur. Die Bilder sind, wie zu erwarten war, fantastisch. Am besten man sieht ihn über einen großen Fernseher und reißt die Anlage bis zum Anschlag auf um nicht nur inhaltlich, sondern auch visuell und akustisch den erhofften Orgasmus zu erlangen.

Wenn man in der Presse liest, dass der Film nicht mehr sei als eine „laue Polit-Porno-Science-Fiction-Satire', kann es natürlich sein dass ich einfach zu dumm bin und mehr hineininterpretiere als eigentlich da ist. Aber für die heutige Presse zu schreiben ist schliesslich auch nicht immer ein Zeugnis von Intelligenz und daher verlass ich mich einfach auf das was man bei Filmen immer haben sollte, nämlich den Spaß daran sie anzusehen. Und ich begebe mich gern auf die „Wave Of Mutilation'...

'We saw the shadows of the morning light, the shadows of the evening sun, until the shadows and the light were one'

// Menschenfeind

 ec

: Rezeption Collapse

© hotel666 2006-2018 - All rights reserved
designed by EyeSeeRed.com
top