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Interview mit Endseeker
Band: Endseeker
Homepage: https://www.facebook.com/endseekermusic
Datum: 26.12.2017
 
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So Leute, heute ist es mal wieder Zeit für ein Interview. Nach dem wirklich hammergeilen Debüt "Flesh Hammer Prophecy" dachte ich mir, dass es doch mal angebracht ist, den Hamburger Todesbleifreunden von Endseeker auf den Zahn zu fühlen. Gegenpart bei der Operation "Nordlicht" war hierfür der Drummer Andre Kummer. Auf geht´s!

H666: Hallo Andre! Erst einmal herzlich willkommen an der Rezeption von Hotel666 und vielen Dank, dass du dir etwas Zeit für uns genommen hast. Nachdem ich euch in meinem Review schon abgefeiert habe, auch über diesen Weg nochmal Glückwunsch zu eurem mehr als gelungenen Debüt "Flesh Hammer Prophecy"! Die Scheibe ist echt ein Knaller und rotiert regelmäßig auf meinem Weg zur Arbeit. Allgemein scheint die Scheibe verdienterweise ja echt überall super anzukommen. Ich gehe mal davon aus, dass ihr wusstet, dass ihr ein bärenstarkes Album am Start habt, aber hattet ihr mit solch einer euphorischen Reaktion gerechnet?

Andre: Moin! Vielen Dank für das Lob. Freut mich, dass dir die Scheibe so gut gefällt. Tatsächlich sind wir von der allgemeinen Reaktion schon ein wenig überwältigt. Klar, wir wussten schon, dass wir ein Album aufgenommen haben, auf das wir stolz sein können. Aber dieses Feedback im Zuge der Veröffentlichung ist wirklich krass. Man macht sich ja kurz vor dem Album-Release ganz automatisch Gedanken, wie die Songs wohl ankommen bei den Leuten und der Presse. Umso glücklicher sind wir nun darüber, dass wir offensichtlich den Death-Metal-Nerv größtenteils getroffen haben.

H666: Wie entstehen bei euch die Songs? Jammt ihr im Proberaum herum, bis ein passendes Riff oder ein Rhythmus im Raum steht, oder tüftelt ihr lieber zu Hause jeder für sich etwas herum, präsentiert euch dann gegenseitig eure Ideen und guckt, was allen am besten gefällt? Probt ihr häufig oder gehört ihr eher zu den Bands, die sich eher nur ab und zu mal treffen und alles etwas lockerer sehen?

Andre: Also generell ist Jury bei uns der kreative Kopf. Er schreibt einen Großteil der Songs und produziert diese auch zu Hause vor, sobald das Gerüst steht. Dann schickt er es an alle rum und jeder schafft sich das Ganze rauf. Das ist heutzutage einfach der einfachste und effektivste Weg. Anschließend treffen wir uns im Proberaum und jammen den neuen Song. Dabei entstehen dann häufig noch Ideen für andere Takte, Breaks usw. Hier können dann auch alle Bandmitglieder ihre Ideen mit einbringen. Normalerweise versuchen wir, einmal in der Woche zu proben. Mehr lässt die Zeit leider einfach nicht zu.

H666: Mir gefällt ja das Cover zu "Flesh Hammer Prophecy" ausgesprochen gut. Es sieht nicht nur geil aus, sondern bringt vor allem durch das mit dem Fleischhammer bewaffnete Skelett die Dynamik eurer Musik sehr gut rüber. Wie seid ihr an den Künstler Albert Che gekommen? Wurde er euch vorgeschlagen oder kanntet ihr ihn bereits durch andere Arbeiten? Hattet ihr bereits eine feste Vorstellung, wie das Artwork aussehen soll oder habt ihr euch einfach überraschen lassen? Wie wichtig ist euch die visuelle Präsentation eurer Band?

Andre: Danke dir, wir sind damit auch super zufrieden. Eigentlich wollten wir zunächst Mark Riddick wieder für das Artwork beauftragen. Er hatte allerdings aus Termingründen keine Zeit, weshalb wir nach einer passenden Alternative suchen mussten. Albert Che haben wir dann über Instagram gefunden. Seine Arbeit hat uns sofort begeistert, weshalb wir ihn prompt angeschrieben haben. Wir waren uns sehr schnell einig und die anschließende Zusammenarbeit hat super geklappt. Wir mussten ihm nur unsere grobe Vorstellung für das Cover geben. Den Rest hat er dann erledigt. Zwischendurch konnten wir uns permanent austauschen und er war immer offen für unsere Änderungswünsche. So ist das Cover dann Schritt für Schritt zum Leben erwacht und wir sind wirklich mehr als happy damit. Die visuelle Präsentation in Form von Merch-Artikeln ist uns extrem wichtig. Deshalb ist unser Bus auf dem Weg zu den Gigs auch immer über die Hälfte gefüllt mit Shirts, Hoodies, Patches und Co. Glücklicherweise nehmen die Leute unser Merch sehr gut an, sodass sich die Band finanziell selbst tragen kann.

H666: Soundtechnisch ist "Flesh Hammer Prophecy" ja ein echtes Brett geworden. Seid ihr schon mit dieser bestimmten Soundvorstellung, zeitgemäß aber auch gleichzeitig in bester Old School-Manier, in das Studio gegangen oder hat sich das Ganze erst im Studio entwickelt? Manchem ist die Produktion ja zu modern und ich habe auch oft Probleme mit neueren Sachen, aber ihr habt es zum Glück geschafft, nicht seelenlos und steril zu klingen. Ich denke ja, dass viele alte Klassiker, wären sie erst heute aufgenommen worden, auch wie "Flesh Hammer Prophecy" klingen würden/könnten. Das waren schließlich damals auch Up to date-Produktionen. Was denkst du?

Andre: Ich sehe das ähnlich wie du. Genau das war uns bei der Produktion sehr wichtig, also gleichzeitig den Old School-Vibe bei einer modernen Produktion erhalten zu können, ohne dabei zu steril zu klingen. Ich persönlich brauche ehrlich gesagt keine Rumpel-Produktion, nur weil es sich um Old School-Mucke handelt. Das muss schon knallen und einigermaßen definiert aus den Boxen ballern. Dennoch sollte es eingespielt und nicht nach Computer-Metal klingen. Das hat unser Produzent Eike wirklich mega hinbekommen, wie ich finde.

H666: Warum habt ihr euch ausgerechnet dafür entschieden, Death Metal zu spielen? Es hätte ja auch eine anderes Metalgenre sein können. Ist die Liebe zum (schwedischen) Todesblei am größten? Worin liegt der Reiz diesen Sound zu spielen? Lässt euer Gefühl gar keinen anderen Stil zu? Was bedeutet diese Musik für euch?

Andre: Also, bei Jury ist es zum Beispiel so, dass es quasi schon immer eine Herzensangelegenheit gewesen ist, ein Schwedentod-Projekt zu starten. Ich persönlich verbinde mit dem Stil in erster Linie Feeling und Spaß. Ich mag das Rotzige sowie die gewisse punkige Attitüde und gleichzeitig die spezielle Atmosphäre daran. So genau kann ich das gar nicht beschreiben. Aber auf der Bühne diese Mucke zu zocken, ist für mich einfach das beste Mittel, um einerseits ordentlich den Kopf frei zu bekommen und andererseits eine geile Party zu feiern.

H666: Der schon länger andauernde erneute Death Metal-Boom scheint kein Ende zu nehmen. Gefühlt taucht fast jeden Tag eine neue Band auf dem Todesbleiradar auf, die zudem auch noch mit astreinem Stoff aufwarten kann. So langsam geht mir auch der Überblick verloren. Inwieweit stechen Endseeker da aus der Masse heraus? Oder anders gefragt: Warum sollten sich Death Metal-Fans ausgerechnet eure Scheibe zulegen?

Andre: Da gebe ich dir Recht. Zugegebenermaßen habe ich da mittlerweile auch keine Aktien mehr überall dran. Andererseits finde ich es cool, dass es so viele und vor allem qualitativ hochwertige Kombos gibt. Was unsere Scheibe betrifft, denke ich, dass man hört, mit wie viel Leidenschaft und Authentizität wir zocken. Gleichzeitig ist uns das Songwriting enorm wichtig... aber ach, was soll diese theoretische Analyse: es ist halt die geilste Death-Metal-Scheibe überhaupt, haha!

H666: Eure bisherigen Videos waren für meinen Geschmack wirklich sehr gelungen. Vor allem der "Black Star Rising"-Clip ist wirklich ein Hingucker. Das Gesangsduell wurde thematisch und durch die Art der Schnitte wirklich sehr geil umgesetzt. Wer ist für die Videos verantwortlich und basieren die Videos auf euren Ideen? Haben Musikvideos eigentlich noch den gleichen Stellenwert wie früher oder hat sich in diesem Bereich viel geändert? Wie kam es eigentlich zu der Zusammenarbeit mit einer Legende wie Marc Grewe?

Andre: Vielen Dank! Für die Videos ist einzig und allein unser Gitarrist Ben verantwortlich. Er macht das ja hauptberuflich und hat seine eigene Filmproduktionsfirma „Port Royal Films“. Für uns als Band ist das natürlich ein absoluter Glücksfall. Jemanden zu haben, dem wir komplett freie Hand lassen können, der nen mega Job macht und nicht einmal dafür bezahlt werden will ;-). Musikvideos sind, denke ich, heutzutage immer noch wichtig. Vielleicht haben sie nicht mehr ganz so den Stellenwert wie zu MTV- und VIVA-Zeiten. Dennoch funktionieren sie als Visitenkarte und für die Gewinnung neuer Fans immer noch gut. Zumal man über YouTube und Co. sehr schnell viele Leute erreichen kann.

H666: Ihr macht ja vor allem live einen lockeren und entspannten Eindruck und scheint eine Freude daran zu haben, euch gegenseitig zu necken. Keine Lust, böse und fieselig zu sein, wenn ihr schon so derbe Musik macht? Ich meine, es kommt oft total geil rüber und passt zur Musik, wenn die Bandmitglieder auch visuell der Atmosphäre der Musik entsprechen wollen, aber manche übertreiben es dann doch etwas.

Andre: Ach weißt du, böse sein können gerne andere übernehmen. Zumal wir mit Lenny ja schon einen kleinen Psychopathen in den eigenen Reihen haben ;-). Wir nehmen uns in der Tat nicht so ganz ernst und versuchen das Ganze auch mit einem gewissen Augenzwinkern zu präsentieren. Das entspricht außerdem viel mehr der gesamten Stimmung in der Band. Wir wollen einfach eine gute Zeit zusammen auf und neben der Bühne haben. Der Spaß steht also absolut im Vordergrund. Alles andere würde auch nicht zu uns passen.

H666: Ich habe euch bisher einmal in Braunschweig und einmal auf dem United Forces Festival in Osterode am Harz gesehen und es war beide Male echt nur fett und hat einfach nur Spaß gemacht! Es war euch auch echt anzumerken, dass ihr Bock habt, live loszuschlagen und euren Fans und Gästen, die euch bis dahin nicht kannten, eine geile Show abzuliefern. Ich war auch nicht die einzige Person, für die ihr in Osterode der Höhepunkt des Abends wart. Ich gehe deswegen davon aus, dass Konzerte für euch nicht nur eine lästige Pflicht sind. Würdet ihr gerne mal länger touren? Oder ist es für euch wichtiger, Einzelgigs an Land zu ziehen? Z.B. Festivals, auf denen ihr mit einem einzigen Konzert sehr viele Leute auf einmal erreichen könnt? Gibt es bestimmte Wunschbands, mit denen ihr mal die Bühne teilen wollt, oder konntet ihr bereits einige Träume erfüllen?

Andre: Konzerte sind für mich und die Band immer ein mega Spaß! Geile Shows zu spielen, ist das Wichtigste überhaupt. Längere Touren wären natürlich ein Traum, allerdings eher schwierig zu realisieren, da wir ja alle keine Zwanzig mehr sind und nebenbei mit Familie, Job und Co. beschäftigt sind. Kleinere Touren sind sicherlich drin. Momentan spielt sich das Meiste an den Wochenenden ab, wobei wir versuchen, möglichst zwei Gigs an einem Wochenende unterzubringen. Damit, dass wir im letzten Sommer auf dem Summer Breeze-Festival spielen konnten, hat sich ein Traum schon erfüllt. Und die Bestätigung für das Party.San 2018 ist auch der absolute Hammer. Darüber sind wir wirklich glücklich. Beim Thema Wunschband wären wir selbstverständlich nicht abgeneigt, bei einer Dismember-Reunion-Tour dabei zu sein ;-). Generell haben wir auf jeden Fall immer Bock zu zocken und für das Jahr 2018 darf es gerne auch noch etwas mehr sein. Interessierte Booker, Klubs und Co., die Bock auf uns haben, können sich daher gerne über booking@endseeker.de an uns wenden!

H666: Ich habe gesehen, dass ihr bereits in anderen Bands aktiv wart bzw. seid. Feuer gefangen Musik zu machen, habt ihr also schon länger und nicht erst seit neustem, weil Death Metal gerade gut läuft. Was war für dich die Initialzündung, nicht nur die Musik konsumieren zu wollen, sondern selber etwas zu erschaffen und künstlerisch kreativ zu werden? Seit wann spielst du Schlagzeug und warum hast du dich ausgerechnet dafür entschieden? Spielst du auch andere Instrumente?

Andre: Ich habe als Teenager dank Metallica das Schlagzeugspielen für mich entdeckt. Da war ich so etwa 14 Jahre alt und habe angefangen Metal zu hören. Dadurch kam dann auch schnell der Wunsch nach einer eigenen Band. Zunächst habe ich mit Sticks auf Kissen rumgeprügelt und dann meine Eltern so lange genervt, bis irgendwann unterm Weihnachtsbaum mein erstes Kit stand. Seitdem begleitet mich das Instrument. Warum ausgerechnet Schlagzeug, kann ich dir gar nicht so genau sagen. Ich fand es von Beginn an cool. Außerdem bin ich als Grobmotoriker für kein anderes Instrument geschaffen, haha. Das beantwortet auch deine Frage, ob ich ein anderes Instrument beherrsche.

H666: Seid ihr eigentlich alle in Hamburg aufgewachsen? Wenn ja, wie war es metal-technisch dort aufzuwachsen? Wir hatten ja auch Kumpels zum Mucketauschen, einen Musikladen und die Möglichkeit, bei Mailorders zu bestellen. Aber Hamburg ist im Vergleich zu Goslar ja eine andere Liga und es stehen einem viel mehr Möglichkeiten offen. Nicht nur bezogen auf Tonträger, sondern auch auf Konzerte. Wir waren ja auch schon öfter mal zu Konzerten in Hamburg, sind dann aber auch 2-3h unterwegs.

Andre: Also, wir sind alle in oder im Speckgürtel Hamburgs aufgewachsen. Jury und ich kann man dabei wohl als die Dörfler bezeichnen. Er kommt aus Stade und ich aus Buxtehude. Dort hatte man tatsächlich einen kleinen CD-Laden, der immer die aktuellsten Metal-Scheiben im Regal hatte. Damals war man ja noch wochenlang vor der Veröffentlichung einer bestimmten Scheibe total heiß darauf, das gute Stück endlich in den Händen zu halten und zum ersten Mal in den Player zu werfen, Texte mitzulesen und danach auf Repeat zu drücken. Zu Konzerten mussten wir damals noch mit der Regionalbahn nach Hamburg fahren, bis es die S-Bahn auch nach Buxtehude und Stade geschafft hat.

H666: Wie sieht es denn mit der aktuellen Szene in Hamburg so aus? Gibt es einen lebendigen, sich gegenseitig unterstützenden Underground? Das Bambi Galore, wo ich leider immer noch nicht war, scheint ja vom Harzrand aus geblickt so etwas wie ein Dreh- und Angelpunkt zu sein. Gibt es bezogen auf Konzerte eine Übersättigung? Ich frage deshalb, weil ich nach dem Vallenfyre-Gig in Hamburg las, dass nicht so viele Leute da waren wie ich erwartet hätte.

Andre: Die Undergroundszene in Hamburg wächst und gedeiht, würde ich sagen, und die Bands unterstützen sich gegenseitig schon gut. Das Bambi Galore ist dabei in der Tat nicht mehr weg zu denken. Wir hatten dort ja auch schon einige Gigs, die immer richtig cool gelaufen sind. Nicht zuletzt unsere Releaseparty, die für uns ein unfassbarer Abend gewesen ist. Zum Stichwort Übersättigung und dem Vallenfyre-Beispiel: Ich war auch dort und es waren wirklich nicht so viele Leute da. Es ist in Hamburg tatsächlich so, dass man quasi gefühlt jeden Tag auf zwei bis vier Metalkonzerte gehen kann. Gerade am Wochenende ist das mitunter schon extrem. Viele Bands haben deshalb oft nicht den Zuschauerzuspruch, den sie verdient hätten.

H666: So, Andre - dann sind wir auch schon durch mit dem Fragenkatalog, um ein Zimmer bei uns zu bekommen. Ich hoffe, du hattest Spaß beim Beantworten und nochmals vielen Dank. Zum Abschluss vielleicht noch ein paar Worte an die Belegschaft dieses ehrwürdigen Hauses?

Andre: Vielen, vielen Dank für euren Support! Hoffe, man sieht sich demnächst auf 'nem Gig oder auf zwei bis zehn Bier in einem Zimmer bei euch. Wir nehmen dann die Suite mit Whirlpool und Sauna bitte ;-)!

H666: Ich hoffe mal, dass euch das Lesen dieses Interviews auch Spaß gemacht hat und falls tatsächlich doch jemand von euch Lesern Endseeker bisher wirklich noch nicht kennt, muss diese todesbleierne Wissenslücke sehr schnell gefüllt werden :)!
// Rudi

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