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Interview mit Deserted Fear
Band: Deserted Fear
Homepage: http://
Datum: 26.06.2013
 
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Glück auf, werte Hotel666-Leserschaft. Dieses Mal begeben wir uns in die todesmetallischen Abgründe Thuringias und zwar mit einem Deserted Fear-Interview. Rede und Antwort standen mir hierfür Fabian Hildebrandt (Gitarre) und Simon Mengs (Schlachtzeug). Dann schmeißt mal My Empire rein, dreht laut auf und lest brav die folgenden Zeilen.

H666: Einen wunderschönen Guten Tag, die Herren. Während ich diese Fragen tippe, seid ihr auf dem Extremefest. Ich hoffe ihr habt den Leuten ordentlich ihre Ohren bluten lassen?

Fabian: Mahlzeit Rudi! Bin gerade vom Extremefest rein und lese deine Mail. Ich mach's erst mal wieder zu, bin noch total hinüber. Hahaha.

Simon: Joa! Das Extremefest war tatsächlich ziemlich extrem! Schon allein was das Wetter betrifft.
Doch die Götter waren mit uns und so hatten wir zu einem gelungenem Auftritt auch noch ein trocken, fröhliches Publikum!

H666: Euer Album My Empire ist ja nun schon eine Weile draußen. Wie seht ihr das Album mit einem gewissen zeitlichen Abstand und hattet ihr erwartet, dass euch so eine phänomenale und meiner Meinung auch wohl verdiente Resonanz widerfährt? Ich weiß nicht wie oft ich euer Debüt mittlerweile schon gehört habe, aber es bläst mich jedes Mal wieder um! Absolut genial :-). Pestilentiiiiial!!!!!!

Fabian: ...The awakening of terror! Ich muss sagen, dass ich unser Album schon lange nicht mehr gehört habe. Warte, ich schmeiße es gleich mal rein...

Simon: Danke Rudi! Zuerst haben wir einfach unser Material aufnehmen wollen, einmal für uns selbst und außerdem für Leute die Spaß an unseren Liedern haben. Wir hatten noch nicht einmal ein Label und keiner von uns hätte daran gedacht, dass uns Menschen aus der ganzen Welt wegen „My Empire“ schreiben würden! Als wir dann den ersten Probemix von Dan bekamen waren wir selbst von den Socken!

H666: Nach der Selbstveröffentlichung eures Demos, wurde My Empire ja über F.D.A.-Rekotz auf die Menschheit losgelassen. Hat Rico euch nach dem Demo einen Vertrag angeboten oder seid ihr auf ihn zugegangen? Wurde die Scheibe eigentlich ohne Labelvertrag im Rücken aufgenommen?

Fabian: Als das Album fertig gemixt war haben wir ein paar Minuten des Albums zusammengeschnitten und an diverse Labels geschickt. Rico (FDA Rekotz) hat ziemlich schnell geantwortet und uns angeboten die Scheibe zu veröffentlichen. Wir haben also erst aufgenommen und uns dann um ein Label bemüht.

H666: My Empire wurde ja komplett in eurem Proberaum aufgenommen, was ich persönlich ziemlich cool finde, und nur der Mix und das Mastering wurden von Dan Swanö übernommen. Wie groß ist sein Einfluss auf diese Hammerproduktion? Musste er nur noch den Feinschliff machen, da der fette Sound schon von euch mit gebracht wurde? Habt ihr ihn auch persönlich getroffen?

Fabian: Klar, umso besser die Aufnahme umso besser der Mix. Das ist quasi wie beim Kochen mit den Zutaten. Bevor wir mit dem Kochen äää Aufnehmen überhaupt begannen sind wir mit Dan in Kontakt getreten. Ich hatte eine Gewisse Vorstellung was ich an Equipment benutzen wollte. Wir haben dann gemeinsam die Details besprochen und ab gings. Somit ist er auch maßgeblich an den Aufnahmen beteiligt und was er im Mix dann daraus gemacht hat, hat uns ohnehin sofort umgehauen.

Simon: Circa einen Monat nach dem Abschluss der Arbeiten am Album haben wir uns mit Dan auf halber Strecke getroffen um zusammen Kuchen zu essen. Beim Ikea! Wo sonst?! Hahaha...

H666: Mit Herrn Osterloh habt ihr ja einen in unserer Region doch recht bekannten Langhaarigen als Gastmusikus ergaunern können. Kanntet ihr euch schon vorher oder wie hat er sich auf euer Album geschlichen?

Fabian: Lass mal überlegen wie wir ihn überhaupt kennen gelernt haben... Simon?

Simon: Phu...das ist lange her. 2007 hab ich ihm geschrieben, weil mir die Scheibe „Subsequent Confrontation“ seiner Band DENY THE URGE so gut gefiel. Persönlich haben wir ihn dann bei einem Gig der Band in Gera getroffen.

Fabian: Genau! Wir sind weiterhin in Kontakt geblieben und haben uns auch immer mal neuen Kram gezeigt. Es war cool dem Song MORBID INFECTION mit einem Solo von ihm den Rest zu geben. Er hat das Solo spielen einfach nur megamäßig gut drauf und ich kann jetzt schon verraten, dass er auf dem nächsten Album definitiv auch wieder eins bekommt!

H666: Wie habt ihr es geschafft, dass Thomas Westphal vom grandiosen Necromaniac Fanzine seine rottigen Finger für euer Cover zur Verfügung stellte? Der Herr hat aber auch eine wahre Glanzarbeit abgeliefert. So muss Death Metal aussehen und nicht wie diese furchtbaren, sterilen Computercover, brrrr.

Fabian: Cool das wir einer Meinung sind. In irgendeinem Review habe ich mal gelesen, dass es schrecklich ist und warum man in Zeiten von Photoshop noch solche Cover machen muss. Hahaha, Scheißgelaber! Wir sind totale Fans solcher Kunst! Im Internet sind wir auf seinen Kram aufmerksam geworden. Ich schickte ihm damals eine Demo und fragte ob er Bock hat was zu zeichnen. Zuerst zeichnete er unser Logo und dann das Artwork. Hast recht, es ist wirklich der Hammer.

H666: Es gibt ja seit kurzem My Empire auf Vinyl. Wie wichtig ist das Schwarze Gold für euch? Seid ihr Vinyl-Junkies?

Fabian: Haha Junkies, überhaupt nicht. Bis auf ein paar alte DDR Platten unserer Eltern haben wir so was gar nicht. Nicht mal einen Plattenspieler, doof. Aber so was ist schon geil in der Hand zu halten, deswegen war es uns auch wichtig, dass es uns gefällt. Und ja, die Platten sind richtig geil geworden. Auch das Gatefold und Layout an sich, welches auch der Thomas gemacht hat, ist richtig fett. Wir sind sehr zufrieden.

Simon: Jetzt brauchen wir nur noch einen Plattenspieler, um uns das auch mal anzuhören...

H666: Es ist zwar schon etwas her, aber wie lief für euch eigentlich die 3 Times Of Death-Tour? Wie waren eure Eindrücke? Wolfsburg hat mit persönlich auf jeden Fall sehr viel Spaß gemacht.

Fabian: Viel zu kurz war die Tour! Wir hatten so viel Spaß mit den anderen Bands, Rico von FDA und Kay von Arroganz, der die Tour für Metal Hammer begleitete, dass die Tour auch noch länger hätte gehen können.

Simon: Vor allem gewöhnt man sich sehr schnell an den Alltag. Zum Veranstaltungsort fahren, Aufbauen, sich mit anderen Austauschen, Spielen, Feiern und danach und davor mordsmäßig viel Quark fabrizieren! Zuhause legt man sich dann einfach nur in die Kiste und pennt erst mal den halben Tag, um anschließend die ganze Nacht hell wach zu sein!

H666: Habt ihr eigentlich schon neue Songs geschrieben? Mein Geist war bei eurem Konzert in Braunschweig etwas benebelt (ähem), aber hattet ihr dort schon ein neues Lied gespielt, oder irre ich mich?

Fabian: Haben wir einen neuen Song gespielt? Ich kann mich auch nicht so recht erinnern... Doch, na klar, haben wir! Ja, wir haben angefangen an neuem Kram zu basteln. Es sind schon 3-4 Lieder fertig und wir sind sehr zufrieden. Klingt nach DESERTED FEAR und kracht gut rein!

H666: Euer Geheimrezept dafür, dass ihr es schafft absolut Old School, aber gleichzeitig total frisch, unverbraucht, intensiv und nicht nach Rip-Off zu klingen?

Fabian: Kein Plan, darüber machen wir uns keine Gedanken. Hast du ne Ahnung Simon?

Simon: Das ist wohl genau der Punkt. Wir machen uns nicht wahnsinnig viele Gedanken. Jeder trägt seinen eigenen Teil bei, das wird dann von allen etwas geformt bis sich jeder damit wohl fühlt und das war's dann auch schon.

H666: Der Death Metal scheint euch ja bis in das Knochenmark gesickert zu sein. Was bedeutet diese Musik für euch?

Simon: Es ist die Musik die uns alle am meisten anspricht. Im Prinzip spielen wir wohl einfach das was wir gern hören würden. Hahaha...
Seit wir uns zusammengetan haben, haben wir uns immer neue Bands gezeigt die wir entdeckten und so hat sich wohl bei uns ein ähnlicher Geschmack entwickelt.

H666: Wie sieht denn eigentlich euer Leben neben der Band aus?

Fabian: Ganz normal. Arbeit, Ausbildung, Studium - Freunde, Frauen, Sport und Spaß. Aber die Musik nimmt schon viel Zeit in Anspruch. Die Band ist natürlich unser größtes Hobby und das muss sie auch! Denn Proben, neue Songs schreiben, an Wochenenden Konzerte spielen, ellenlange Interviews beantworten.... hahaha. Ohne voll dahinter zu stehen und Spaß an der Sache würde es nicht funktionieren!

H666: Ihr lebt ja bekanntlich in Thüringen. Für mich ergibt sich der Eindruck, dass von dort doch sehr viele Pagan-/Black Metal-Bands kommen. Gibt es Kontakt zu diesen Bands und eine Erklärung dafür, warum ausgerechnet thüringische Bands dieses Genres so eine stark ausgeprägte Heimatverbundenheit propagieren? Vielleicht irre ich mich auch im letzten Punkt und genreähnliche Bands aus anderen Regionen präsentieren sich so ähnlich.

Simon: Das muss der dichte, dunkle Wald sein...
Also ehrlich gesagt haben wir nicht das Gefühl, dass Black- und Pagan-Bands hier besonders vertreten sind. Aber wunderschön ist die Natur hier dennoch! Vor allem, weil man nicht alle paar Kilometer eine Großstadt hat. So gern wir unterwegs sind, freuen wir uns immer wieder Heim zu kommen.

H666: Gibt es für Metal-Bands in Thüringen eine gute Infrastruktur? Immerhin ist Thüringen die Heimat des grandiosen Party-San-Open Airs, Cudgel hat seinen Sitz in Weimar und es scheinen ja regelmäßig coole Konzerte stattzufinden. Da lässt sich ja vermuten, dass eine ausgeprägte Vernetzung und Organisation für Metal vorliegt.

Fabian: Sicher haben wir mit dem Party-San das Festival überhaupt hier und auch noch ein paar andere gute Dinger am Start, aber was kleine Clubkonzerte betrifft, wird es auch immer weniger. Es ist eigentlich unberechenbar hier was auf die Beine zu stellen. Mal läuft es gut und mal stehen nur eine Hand voll Leute vor der Bühne. Und wer zieht sich dann den Schuh an und trägt die Kosten? Da kann ich nur immer wieder den Hut vor den Veranstaltern ziehen, die privat das finanzielle Risiko auf sich nehmen und dadurch die Fahne hoch halten!

H666: Ich habe mal irgendwo gelesen, dass Teile von euch ihre musikalische Karriere in einer Punkband begonnen haben. Coole Sache! Damit habt ihr ja quasi die typische Entwicklung eines schwedischen Death Metallers Ende der 80er durchgemacht. Von denen waren ja auch sehr viele zuerst dem Punk angetan. Für mich gehören Punk/HC und extremer Metal sowieso zusammen, bzw. ohne Punk/HC hätte es meiner Meinung nach die Entwicklung zu extremeren Metalsparten gar nicht gegeben. Wie seht ihr das?

Fabian: Hahahaha, jetzt kramst du unsere dunkle Vergangenheit wieder aus! Mahne und ich hatten mit 15 schon mal eine Band. Ne verrückte Mischung aus The Offspring und Metallica. Wir hatten 3 Auftritte und haben uns nach einem großen Open Air wieder aufgelöst. Wir waren Opener, das Publikum bestand aus unseren Eltern und 3 Kunden an einem Bierwagen die sich kurz mal beim Metallica-Cover umgedreht haben. Das war schon sehr ernüchternd, aber eine wichtige Erfahrung und musikalisch sicher der Grundstein für unser heutiges Treiben! Frag doch mal Simon was er vorher so gemacht hat, hihi. Simon, hast du eigentlich noch Kontakt zu deinen damaligen BandkollegINNEN? Die waren doch heiß... :p

Simon: Haha! Danke, dass Du mich daran erinnerst! Mit 14 hab ich in einer „Mädchenband“ bei drei Abiturientinnen das Schlagzeug übernommen. Allerdings war ich bei den Proben wie bei Auftritten immer ziemlich unkonzentriert.

Fabian: Hahaha, warum wohl.... Mit Hardcore und Punk haben wir eher weniger zu tun. The Offspring höre ich noch immer gern, Born from Pain habe ich vor Ewigkeiten mal live gesehen und für gut befunden aber ansonsten war's das auch schon. Worauf Simon und ich aber ziemlich abgehen ist Wolfbrigade.

Simon: Ein ultra heißer Tipp für Metaller die Punk genießen können!

H666: Ist euer My Empire-Bandphoto eine Hommage an das Photo von Krabathors Mortal Remains-EP? ;-)

Fabian: Was, wer? Sieht nicht jedes Death Metal Bandfoto so aus? Na klar, das muss so!

H666: So, das war es dann von meiner Seite aus. Vielen Dank für das Beantworten meiner Fragen und euch weiterhin viel Erfolg! (Mann, bin ich Life Metal :)). Noch ein paar letzte Worte an die Hotel666-Leser?

Fabian: Rudi, wir danken dir! Danke auch an Hotel 666, war ein super Auftritt bei euch in Braunschweig. An die Leser wie immer danke für's Lesen und geht schön zu Konzerten bei euch in der Region, sonst gibt's bald keine mehr! Checkt auch ruhig mal unsere Homepage http://www.desertedfear.de für weitere Infos.
Na denn, Prost!!!

Simon: Tschüss!

H666: Wahre Worte und Prost! Man sieht sich :).
// Rudi

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